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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-09-01 · 9 (Septiembre, 1955) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
9 (Septiembre, 1955)
Date
1955-09-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Septiembre, 1955 BOLETIN INFORMATIVO 19 í r WAHLERGEBNIS... Fortsetzung von S. 14 mer knapper wurde und auch das Privatkapital nicht mehr und nicht weniger stroemte als vorher. Und dass es kein Allheilmittel fuer jede Art von Kranken und Krankheiten gibt —in diesem Fall heisst das Rezept “free enterprise”—, zeigt schon Möllere mit Aderlass und Abfuehren im “Eingebildeten Kranken”. Nun aber zum Wesen der Sache selbst: Die Partei der Allgemeinen Zionisten hat eine historische Chance, die gewiss nicht ihre letzte ist, verspielt, zur Partei des israelischen Buergertums zu werden. Die Verantwortung dafuer traegt eine fuer die Sorgen und Wuensche ihrer Massen taube Fuehrerkaste und eine Politik, die sich nicht auf Kaufmannschaft, Industrie, freie Berufe, und Gewerbetreibende einzustellen verstand, sondern auf eine Schicht Begueterter (Hausbesitzer, Rentiers), die zu klein ist, um im Parlament ausschlaggebend zu wirken. Wer weiss, wie gering ihr Einfluss ueberhaupt waere, wenn nicht die Partei-Tradition, die bei vielen Waehlern in die Galuth zurueckreicht, den Faktor Zionismus in die Waagschale geworfen haette und damit verhuetete, dass die Waehler die nackten wirtschaftlichen Interessen “gewogen und zu leicht befunden” haetten. DAVID BEN GURION Zurueck aus dßjn Negew, im politischen Kampf GEIST UND GEWALT Andererseits hat auch die Fraktion, die es immer verstanden hat, die liberalen Ideale des Buergertums im besten Sinne des Wortes zu interpretieren, ohne sich jemals fuer reaktionaere Machenschaften missbrauchen zu lassen, die Progressive Partei, mit dem Gewinn eines Mandats keinen nennenswerten Erfolg verzeichnet. Wie oben bereits angedeutet, war Cheruth und nicht die Progressiven, Nutzniesser des Erdrutsches. Die Alternative des israelischen Buergertums koennte nicht klarer und dramatischer charakterisiert werden als in dem fieberhaften Gegensatz dieser beiden Parteien. Waehrend die Progressiven die Gewalt des Geistes repraesentieren, vertritt Cheruth den Geist der Gewalt. Es ist die Wahl zwischen Demokratie und Diktatur, zwischen Westeuropa und Levante, zwischen Athen und Sparta. Ob es den Progressiven gelingen wird, ihre unveraendert schwache Position zu staerken, haengt vor allem von zwei Faktoren ab: eine qualitative Verbesserung der Alijah und staerkere Beziehung zur Strasse, zu den Massen. Der Religioese Block und die Kommunisten haben bewiesen, eines gemeinsam zu haben: die geringste Schwankung in der Zahl der errungenen Sitze. Man unterlaesst es besser, diese Parallele weiter zu ziehen und etwa daraus zu folgern, dass die beiden Gruppen eigene starre Mentalitaet sie politischen und wirtschaftlichen Tagesereignissen gegenueber weit, gehend immunisiert. Auf alle Faelle ist ein Ende der ln vieler Augen unerfreulichen Verquickung politischer und religioeser Taetigkeit noch nicht abzusehen. Von den Kommunisten waere noch uns.zu Ehren zu sagen, dass sie sehr viele arabische Stimmen hatten; ihre Hochburg ist nach wie vor Nazareth, wo sie die staerkste Partei sind. STARKER MANN, WAS NUN? Und welches wird der langen Wahlkampagne kurzer Sinn sein? Wird es nach dem 26. Juli in Israel leichter oder schwerer sein, zu regieren? Wie man es auch sieht, die Antwort kann nur eine sein; schwerer! Die kommende Koalition, deren Bildung der Praesident Ben Zwi dem Ex Premier Ben Guriön anvertrauen wird, kann nur mit Schmerzen geboren werden. Wie verlautet, will Ben Guriön als Erstes auf eine “nationale” Regierung, die links Kommunisten und M a p a m ausschliesst und rechts nur Cheruth, abzielen. Ob er die vielen Huerden im ersten Anlauf nehmen wird, kann man heute noch nicht beurteilen: Wird Achduth Awoda seine pro-sowjetische Orientierung daempfen und die Betonung auf Neutralitaet legen? Wird die Religioese Front nicht auf die zwei gewonnenen Sitze pochen und den bereits errungenen Zugestaendnissen neue hinzufuegen wollen? Werden die Allgemeinen Zionisten es nicht vorziehen, sich im Schatten der Opposition zu erholen, bevor sie in die Sonne der Macht zurueckkehren? Es ist eine Gleichung mit vielen Unbekannten und Ben Gurion wird sein jahrelanges Studium der politischen Algebra sehr zustatten kommen, um sie zu loesen. ATSCHEKA Ereignisse und Begebenheiten GARCIA GRANADOS DER ANGRIFF AUF DAS BOTSCHAFTER IN ISRAEL EL - AL FLUGZEUG José Garcia Granados hat als erster Botschafter von Guatemala in Israel dem Praesidenten Ben Zwi seine Beglaubigungsschreiben ueber reicht. Bei der feierlichèn Zeremonie, erinnerte der Praesident an die Bedeutung der historischen Palaestina-Entscheidung der Vereinten Nationen und an den Beitrag, den der Botschafter Garcia Granados, damals noch Chef- Delegierter seines 'Landes bei den V. N. fuer die zionistische Sache geleistet hatte. In seiner Antwort sprach sich der neue Botschafter anërkennend ueber die Leistungen des jungen Staates inden ersten 7 Jahren seiner Existenz aus und gab der Hoffnung Ausdruck, die Beziehungen zwischen beiden Republiken in Zukunft vertiefen zu koennen. Bekanntlich gehoert José Garcia Granados zu den bedeutendsten nicht] uedischen Vorkaempfern der zionistischen Sache. Zusammen mit dem uruguayischen Professor Rodriguez Fabregat gehoerte er der letzten Untersuchungskommission ueber die Palaestinafrage an und es waren Ln hervorragender Weise diese beiden lateinamerikanischen Delegierten, die sich in kompromissloser -und unermuedlicher Arbeit der zionistischen Forderungen Annahmen. Spaeter veroeffentlichte er sein Buch “Die Geburt Israels”. Die Regierung des Praesidenten Castillo Armas haette keine gluecklichere Wahl treffen koennen als die Entsendung dieses Mannes nach Jerusalem. Eine von der israelischen Regierung unter Fuehrung des Unterstaatssekretaers Lourie nach Bulgarien entsandte Untersuchungskommission inspizierte an Ort und Stelle naehere Einzelheiten und arrangierte die Ueberfuehrung der Leichen nach Tel Aviv. Da es nicht moeglich war, die Opfer zu identifizieren, mussten dieselben in einem Massengrab beigesetzt werden. Bei der Beerdigung sprach Premierminister Scharett und unterstrich den kriminellen Charakter dieses sinnlosen Attentats. Die bulgarische Regierung hat zugegeben, dass der Super-Constellation der israelischen Fluglinie El-Alvon zwei Jagdfliegern abgeschossen wurde. Bei diesem Unglueck kamen 58 Menschen, die gesamte Besatzung und Passagiere, ums Leben. Sie hat der israelischen Regierung und der Fluglinie angeboten, einen Teil des Schadens zu vergueten. Ausser dem energischen Protest der Israel-Regierung sind die Regierungen der Vereinigten Staaten, Kanadas, Englands und der Südafrikanischen Union in Sofia vorstellig geworden. Mehrere Untertanen dieser Staaten verloren in dem barbarischen Attentat das Leben. Die italienische Fluglinie “Alitalia” und die südafrikanische Fluglinie haben “El-Al” Flugzeuge -angeboten, damit diese Gesellschaft ihren normalen fahrplanmaessigen Verkehr aufrecht erhalten kann, bis sie in der Lage sein wird, die verlorene Maschine zu ersetzen. ZU FAMILIEN - FESTLICHKEITEN Telegramme, Blumen-Abloesungsspenden, Baeume, Goldones Buch, Bar—Mizwah—Buch, Kinder—Bucha des KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Telefonische Bestellungen: 33096 (Gemeinde) oder 87707 RUFEN SIE "53294" AN! Zu den Feiertagen Gute Fette Gaense —la Enten— Gefluegel jeder Art. taeglich frisch. Unsere SpeziaUtaeten: Rauch u. Poekelzungen — Poekelbrust — Rauchfleisch. GUSTAVO FLEISCHMANN SARGENTO ALDEA 1495 TELEFON 53294 ERRUNGENSCHAFTEN... Fortsetzung von 7. Das deutsche Judentum hatte sich einzigartige Institutionen geschaffen, die durch die Katastrophe vernichtet wurden; ihre Errungenschaften und ihre Tradition duerfen nicht untergehen und sollen nicht vergessen werden. Der “Council of Jews from Germany” als die Vertretung der Letzten, die direkten Anteil hatten an dem j uedischen Leben Mitteleuropas vor dem Zusammenbruch, will im Leo Baeck-Institut alle die um •sich sammeln, die noch lebendigen Zusammenhang mit dieser Tradition bezitzen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, durch das Leo Baeck-Institut die unuebersehbare Fuelle dieses Erbes einzusammeln fuer uns und unsere Kinder— und das ganze Haus Israel. Wir wollen zeigen, was war: in Treue, ohne Beschoenigung und ohne Tendenz darstellen, was juedische Menschen im Wandel der Zeiten getan und gefuehlt, gedacht und geschaffen haben, wie sie sich bewaehrt und wo sie versagt haben, wie sie die Probleme ihrer Lebens und des Zusammenpralls von juedischer und euro;aeischer Welt gestaltet haben. Wir wollen die historische Rolle der Gemeinschaft darstellen, aus der wir stammen, wo immer wir heute sind, und die unter einzigartigen geschichtlichen Umstaenden ein tragisches aber nicht unehrenvolles Ende gefunden hat. Das L. B. I. will ln wissenschaftlicher Forschung und durch Zurueckgehen zu den Quellen ein Bild dieser Judenheit und ihres Werkes geben. Indem wir sagen, was die deutschen Juden gewesen sind und wie sie gewirkt haben, helfen wir uns selbst zu erkennen: Wer wir sind, und woher wir kommen, — und vielleicht auch, wohin wir gehen. Die Aufgabe wird vor allem auf dreifache Weise in Angriff genommen werden; in der Planung und Foerderung reiner Forschungsarbeit, in zusammenfassenden Darstellungen und Publikationen, sowie in der Verarbeitung archivarischer und anderer dokumentarischer Materialien. Das L. B. I. dessen Arbeitsprogramm vpn Mal zu Mal m i t g e t e i 11 werden wird, will ein Zentrum sein fuer die Juden, die, was immer ihre Lebensumstaende heute sein moegen, sich dieser Vergangenheit verbunden fuehlen. Es will Zeugnis ablegen vor der Welt und vor dem Juedischen Volke fuer eine Vergangenheit, die uns mitgestaltet hat, und die ein nicht wegzudenkender Best a n d t e i 1 juedischer Gesphiehte ist. „ ANZEIGEN ANNAHME fuer das Bolelin Informaiivo WALTER LECHNER Nueva York 52 Of. 605 - Tel. 86603

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