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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-09-01 · 9 (Septiembre, 1955) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
9 (Septiembre, 1955)
Date
1955-09-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Septiembre, 1955 BOLETIN INFORMATIVO Die © i be! im heutigen Israel Siebe, es kommen Zeiten, spricht der HERR, Dass ich einen Hunger ins Land senden werde, Nicht Hunger nach Brot, noch Durst nach Wasser, Sondern nach dem WORTE des HERRN, es zu hoeren. Arnos, VIII, 11 Israel ist das Land der Bibel. Sein Volk — das altjunge Staatsvolk Israels ist das Volk der Bibel. Der Anspruch dieses Volkes gruendet sich auf die Bibel: die Verheissungen Gottes an Abraham, den Auszug aus Aegypten die Eroberung des Landes Kanaan unter Josua, die Wiederbesiedlung des Landes unter Esra. Nehemia, Serubabel und Secharia. Die wiedererwachte hebraeische Sprache ist die Sprache der Bibel, denn es gibt kein "Neuhebraeisch”, wie es ein Neugriechisch gibt, sondern die Worte des Gesetzes und der Propheten sind wieder lebendiges Wort im Munde der Kinder Israels — der Kinder, im wort-woertlichen Sinne. Land und Sprache erschliessen also einen neuen, ungeahnt lebensnahen Zugang zur Bibel. Was Metapier und Symbol fuer den juedischen und christlichen Leser ausserhalb Palaestinas war, hier im Lande Israel hat es wiederum unmittelbar konkrete Bedeutung erhalten. So koennte man sagen; Wer die Bibel will verstehen / Muss ins Land der Bibel gehen. Der innige Zusammenhang, der Dreiklang Israels: Bibel, Volk und Land ist auch zum allgemeinen Bewusstseinsbesitz geworden. Man kann wohl sagen, dass die Bibel heute in Israel das meist gelesene, vor allem aber das meist zitierte Buch ist. Das Judentum war jahrhundertelang durch eine gewisse Bibelferne gekennzeichnet. In den traditionell - orthodoxen Kreisen ueberschattete das Studium der muendlichen Lehre — des Talmud also und der rabbinischen Literatur — den unmittelbaren Zugang zur Bibel und in den assimilierten Kreisen des Westens war mit Tradition und Brauchtum auch die Bibel mehr und mehr in Vergessenheit geraten, so d a s s die christliche Umwelt, zumal wenn sie protestantisch war, der Bibel viel enger verbunden schien, als die ihrem Erbgute entfremdeten Juden, die von sich sagen mussten, dass sie ihren Weinberg nicht gehuetet hatten. Dies hat sich im Laufe der letzten Generationen voellig geaendert. und die Bibel ist heute das einigende Band aller Gruppen in Israel. Der Oberrabbiner erscheint nicht anders als mit einer Bibel in der Hand, wenn er oeffentlich auftritt. Aber auch Ben Gurion betont, dass die Bibel Grundlage unserer Kultur sein muss. Die Armee 'gibt Bibeln an die Soldaten aus und veranstaltet Bibel-, Wettbewerbe, wobei die besten Kenntnisse praemiert werden. Taeglich werden im Radio “Kol-Israel” Rezitationen aus der Bibel gesendet, um so den Zyklus der jaehr liehen Bibellesung (jeden Tag zwei Kapitel aus “NACH” VERSCHIEDENE RASSEN — EINE RELIGION Der Kibbuz Galuioth bringt Kinder verschiedenster Herkunft in Israel zusammen und vereinigt sie — auch im Gebet d. h. Propheten und Schriften, zusaetzlich zum Wochenabschnitt der synagogalen Lesung) anzuregen. In den so beliebten Quiz-Sendungen 'des Radios, die Schmuei Rosen durchfuehrt, zeigen Schueler aller Klassen stup e n d e Bibelkenntnisse. Es werden Fragespiele veranstaltet ueber Ortsnamen in der Bibel, Personen-Namen in der Bibel, Krieg und Frieden im Tenach, Gesetz und Brauch usw. Eine weitere Radiosendung gibt Reportagen aus biblischer Zeit, sodass man etwa die Kaempfe Deborahs oder die Philisterschlacht Davids wie ein Zeitgenosse miterleben kann. Dieser Tendenz dient auch die Bibel - Zeitung “Chronicles”, die in hebraeischer, englischer und jetzt auch deutscher Sprache in Jerusalem erscheint und “Neueste Nachrichten aus der Vergangenheit” bietet, also das biblische Geschehen im Zeitungsstil mit Illustrationen dem heutigen Menschen nahe bringt. Die bekannte Zeitschrift “Readers Digest” brachte vor | einiger Zeit einen Artikel “Die I Bibel hilft beim Aufbau Is- ■ raels”, der darauf hinwies, das Bodenschaetze und Be- I wirtschaftungsmethoden, aber | auch strategische Massnahmen in Israel auf Grund der | Bibel gehoben und vorgenom- | men wurden. Fuer fernste-! hende Menschen ist das eine Ueberraschung gewesen, denn i fuer sie ist die Bibel nur ein j religioeses Erbauungsbuch, und sie wundern sich darueber, dass sie in Israel die Grundlage des Lebens in jeder Hinsicht geworden ist. Natuerlich steht der Bibelunterricht im Mittelpunkt aller Schulen, der nicht religioesen auch, denn die Bibel ist das Geschichtsbuch, die Literaturquelle und Grammatik, das Geographiebuch fuer den jungen Israeli, ganz unabhaengig von seiner rellgioesen Einstellung. Bibel - Ausstellungen und Bibelkongresse fi n d e n alljaehrlich statt. Die “Chevrah lechakirath Hamikrah” Gesellschaft fuer Bibelstudium hat tausende von Mitgliedern, vorwiegend Lehrer und Studenten, aber auch Arbeiter, Landwirte, Beamte gehoeren zu ihr. Hebraeische Kommentare zur Bibel — wie die populaeren Werke von Gordon und Segall finden neben den trad i t i o n e Ile n Kommentaren weiteste Verbreitung. Es gibt in Israel kaum ein Haus, wo Kinder sind, in dem es nicht eine oder mehrere Bibeln gibt. Die (sehr problematische) Neuausgabe der Bibel durch die Hebraeische Unij versitaet wurde ein Diskus-! sionsstoff der Oeffentlichj keit. Nicht nur Fachgelehrte : — die Masse der Bevoelkei rung nimmt hier Stellung : und Anteil. [ERNSTE GEDANKEN...! Fortsetzung von Seite 1! S er schon ganz den Traeumen Zion ist auch ein Mahnmal, nach irdischen, materiellen das uns zur Erfuellung ruft: Hoffnungen verfallen ist oder 1 Erfuellung im doppelten Sinob er noch die Kraft hat, den; ne des Wortes. Zur Erfuellung 1 Traum eines Ideals, einer Viunserer Pflicht und zur Ersion in sich zu tragen. 1 fuellung des herrlichen Trau- Nicht alle koennen beten mes eines vollen juedischen und nicht alle koennen alles Lebens, an dem jeder einzelbeten. Bleibt waehrend des Gottesdienstes dieser ehrfurchtgebietenden Tage noch ne von uns mitarbeitet und an seinem Platz hilft. So moegen diese Tage nicht Zeit zum Traeumen, zum nur dazu dienen, an den Nachdenken ueber sich und sein Leben, ueber die Hoff- Staetten des Gebetes liebe Mitmenschen wieder zu senungen, die sich uns erfuellt, hen, mit denen wir ein ganzes und ueber die Sehnsuechte, i Jahr keinen Kontakt gehabt die uns zerschlagen wurden. | und die uns ablenken vom Aber lasst uns nicht nur von! wahren Sinn dieser Stunde. Hunger und Durst, von den! Sie moegen uns vielmehr Problemen unseres Alltags i Kraft geben fuer ein Leben traeumen. Traeumen wir auch | der Erfuellung, des Traums von einem idealen Leben, das j der Jahrhunderte, eines Leseine Werte in sich traegt und! bens, durch das ein jeder von die wir im kommenden Jahr i uns seinen Beitrag leistet verwirklichen wollen. Gewiss, j fuer die Zukunft Israels, wir sind oft Gefangene des! Moege das Jahr 5716 ein Alltags, der Kampf ums Lej Schenat Geula Sch’lema Uweben zwingt uns oft in seinen j racha — ein Jahr der voll- Bann. Aber lasst Euch noch Zeit zum Traeumen, so wie die Generationen vor uns kommenen Erloesung und des Segens sein —, fuer unsere Medinat Israel, fuer alle Getraeumten. Helft uns unser j meinden Israels, fuer den j religioeses Leben, unsere juechilenischen Jischuv, fuer unj cusene Kultur und unsere so- ' sere SCI B’ne Jisroel und al- I zmJen Institutionen aufbauen. 1 le ihre Mitarbeiter, und fuer Zion ist nicht nur die Staetj eine jede juedische Familie i te, auf der einst das Symbol unserer Gemeinde. | der Groesse Israels, der Temi! pel von Jeruscholajim stand. ‘ RABBINER LOEWENSTEIN Geradezu zum “Volkssport” wurde die biblische i Archaeologie. Tausende gej hoeren der archaeologischen ' Gesellschaft an und die Fun- | de der Bibel-Rollen am To-! ten Meer beherrschen die j Schlagzeilen in den Tagesj Zeitungen.; Es ist selbstverstaendlich, j dass der staatspraesident, j der Ministerpraesident, die j Mitglieder der Regierung, die Abgeordneten der Knesseth, , die Buergermeister und die i Fuehrer der zionistischen Inj stanzen, ihre Reden mit bij blischen Zitaten beginnen,! wuerzen und beenden. Keine oeffentliche Feier findet ohne Rezitationen aus der Bibel, Gesang von Psalmen, biblischen Sprech-Ohoeren usw. statt. Die hebraeische Buehne bietet immer wieder Bibel- Stuecke. Die Komponisten des Landes vertonen biblische Themen. Anthologien ueber die Bibel in der hebraeischen! und in der Weltliteratur erj freuen sich weitester Verbreij tung. Biblische Bilder von isj raelischen Malern (z. B. Abel J Pann) sind in zahlreichen j Haeusern zu sehen. | Man kann also wirklich von; einer noch nicht dagewesej nen Bibel-Renaissance in Is- 1 rael sprechen. Und dennoch ist das Ver-; haeltnis zur Bibel nicht unj problematisch. N a e h e und; Ferne sind in einem eigenar- | tigen dialektischen Prozess, des Zugleich - Habens und; Nicht - Habens miteinander , verknuepft. Die Kenntnis ei-; nerseits und die realistische I Verknuepfung andererseits ] ebenso wie die "romantische-! nationale Beziehung zur Bij bei haben nicht gleichzeitig! ein Ernstnehmen der bibli-! sehen Botschaft ausgeloest,; die heute und hier bitter1 j noetig waere. Fortsetzung Seite 27 IM EMEK JESREEL Die Stunde der Daemmeruug hat sich ueber die Erde gesenkt.

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