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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-08-01 · 8 (Agosto, 1955) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
8 (Agosto, 1955)
Date
1955-08-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Agostó, 196S BOLETIN INFORMATIVO DER KAMPF UM DIE FREIE EINWANDERUNG Seit sich Regierung: und Sochnut mit der Verstaer. kung der juedischen Einwanderung aus Nordafrika befassen, haben sich in diesem Lande warhende Stimmen gemeldet, die Kritik an der neuen 'Masseneinwänderung’ ueben. Gerade in Israel werden Massnahmen empfohlen, die einer fast voelligen Schliessung, der Tore des Landes' gleichkömmen, und obwohl mannigfache Argumente Von den Befuerwor. tern der Einwanderungsbeschraenkung empfohlen werden, koennen ihre Begruendungen nicht ueberzeugen. Einer der Verfasser wies zum Beispiel darauf hin, dass auch grosse Einwanderungslaender wie die Vereinigten Staaten. Kanada und Australien nicht unbegrenzt Einwanderer hereinlassen, sondern die Immigranten sorgfaeltig sieben. Diese Laender haben das absolute Recht dazu, denn die Einwanderer, die nach diesen Staaten kommen wollen, sind Fremde und sie wollen einwandern, weil siean der guten wirtschaftlichen Konjunktur dieser Staaten teilhaben wollen. Es besteht keinerlei Rechtsgrund fuer ihre Einwanderung, und ihre Zulassung ist gewissermassen nur als Gnadenakt des aufnehmenden Staates anzuse.- hen. Bei uns liegen die Dinge dagegen voellig anders. Die Juden der Welt sind nicht Fremde in diesem Sinne des Wortes fuer Israel, sondern sie haben ein Recht darauf, nach Israel einzuwandern. Dass sie dieses Recht nicht benutzen, oder es zuweilen, wie sich bei Auswanderern j zeigt, mit Fuessen treten, ist eine ganz andere Sache und weist auf Maengel unseres Volkscharakters hin. Doch aendert das nichts an dem Rechtsprinzip, das auch im Rueckkehrgesetz festgelegt ist, dass naemlich jeder Jude das. Recht auf Rueckkehr. nach der historischen Heimat des juedischen Volkes hat. Nicht nur die Juden Polens und Mitteleuropas haben einen Anteil an diesem Lande, sondern in gleichem Masse auch die Juden des Orients, und erst recht muessen eine solche Feststellung religioese. Kreise akzeptieren, denn uns ist nicht bekannt, dass die Tora nur den Aschkenasim gegeben wurde oder dass die Verheissungen der Propheten, nur auf die Juden Mittel-oder Osteuropas Anwendung finden koennen. Die Juden Europas, die heute in Israel sitzen, und unter denen sich oft genug Kritiker gegen die Ali ja aus den orientalischen Laendern finden, sollten sich gut an die Jahre Hitlers erinnern, als die Einwanderung nach “Palaestina” sehr schwierig war. Damals haette der Jischuw sich das Leben politisch und wirtschaftlich leichter machen koennen, wenn er auf Zuwanderung verzichtet haette. Was haetten aber die Juden unter Hitler gesagt, wenn der Jischuw sich an der Sperre der Tore Palaestinas beteiligt 'haette? Wie haetten sie auf ein solches Verhalten reagiert?- - - . feststellte, und auch die Zahl j den Konsum steigern, kann : der Kranken nicht hoch. Wir aber bei einer ganzen Reihe haben zu wenig Plaetze fuer von Waren, die der Konsu- : Geisteskranke, aber es liegt ment nicht in vielen Stuek.; kein Beweis dafuer vor, dass ken oder Dutzenden kauft, wir mit Geisteskranken uekeine Loesung bringen. ■ berschwemmt wurden. Auf laengere Sicht bedingt Der wichtigste Grund fuer also auch die wirtschaftliche die Ein wand erungsbeschraen-1 Entwicklung, eine verstaerkte : kungen, die heute gelten, ist; Einwanderung. Ueber die Politik der Selek-; werden Alle diese Massnah- ^o^begruendet^U^ere^irtl Aber es kommt nicht nur tion bestehen mannigfache men stehen im Gegensatz; sC^aftspolitiker v e r w e i s en 1 auf die gesundheitliche und Mlssverstaendnisse und ihr zum Rueckkehrgesetz, wir! darauf dass unsere wirtwirtschaftliche Seite der gan. wirklicher Umfang ist nicht | haben diese Tatsachen oft schaflighe Erholung nicht' zen Frage an. Ebenso wichtig klar. Als sie eingefuehrt wur-; kritisiert, ohne dass die ver- : . , mit der niedrigen Ein- ■ ist das politische Moment. Die de, hiess es, nur bei denjeni.; antwortllchen Stellen sich; aSkmmen- Masseneinwanderung d er gen Juden trete eine Be-; klar und deutlich ueber die-; wanderungsquore^ zusammen Jahre 194g bls 1951 bewahrte schraenkung ein die auf Ko- : se Probleme geaeussert haet-; £faeer|n Agf nicht eindeutig : Israel vor der Gefahr der sten der Sochnut nach Israel; ten. , heweist nicht alles Wir 1 Rueckkehr hunderttausender transportiert werden sollten. ■ Alle diejenigen, die sich! dasg in fielen; arabischer Fluechtlinge, die Jeder Jude, der seine Fahrko-; fuer Beschraenkung der Alii _ , . ’ denen w;r unsere I die Grundfesten Israels unsten selbst tragen wolle, . ja einsetzen, verweisen auch «taerken koeni tergraben haetten. Die Rol. sofort sten semst tragen woue, . ja einsetzen, verweisen. auui,- ■ koenne ohne weiteres ein- I auf die gesundheitlichen und; Produktion wandern. De facto liegen aber | wirtschaftlichen, Probleme; ' uen, sofort ueber einen zu die Dinge ganz anders. Wenn heute jemand versucht, Angehoerige ins Land zu bringen, oder wenn ein Mann hoeheren Lebensalters voellig auf seine eigene Kosten einreisen will, dann wird er zu seiner Ueberraschung spueren, wie auch gegen ihn die Selektionspolitik angewendet wird,, und welche finanziellen Voraussetzungen von Ihm nen, _ kleinen Binnenmarkt geklagt I wird. Nicht wenige Betriebe koennten sich ganz anders entwickeln, wuerden sie sich auf einen hoeheren Inlands _0 ... D_ konsum stuetzen koennen. kenhaus wurde, in dem sich | Dieser kann ihnen nur ge. | «»ieueui wuucu, uuu es iendie Tuberkul oesen und Geii sichert werden, wenn es mehr j uns die Menschen dazu. - J! Unter manchen Ost und Mitteleuronaeern” bei uns besteht in dieser Beziehung, sagen wir das offen, Misstrauen die durch die Alija geschaf fen werden. Da gibt es Kritiker, die es so hinstellen moechten, als ob der Jischuw durch die Masseneinwanderung zu einem grossen Kransteskranken nur so tummeln. | Konsumenten gibt, d. h. die In Wirklichkeit aber ist der i Bevoelkerung muss vergroesle der Einwanderung kann deswegen bei allen Maengeln und Rueckschlaegen nicht hoch genug veranschlagt werden. Heute sehen wir uns der Situation gegenueber, dass wir weitere Teile des Landes besiedeln wollen, und es feh- Sterbesatz bei Tuberkuloesen bei uns besonders niedrig, wie fuer seine Alija gefordert1 das Gesundheitsministerium sert werden. Erhoehung des Lebensstandards fuer die vor- S Beschraenkung der Einwanderung? AUCH DIE BILDER SPRF CHEN UND ZWAR; NEIN vuv '“" | gegen die Faehigkeiten orlenhandenen Einwohner k J ta-lisclier Juden. Sie zweifeln! daran, ob diese Besiedler der j Wueste sein koennen, aber l dann sollen sie uns diejenigen europaeischen oder amerikanischen Juden zeigen, die bereit waeren, diese Aufgabe zu uebernehmen. Wo ist die juedische Jugend des Westens, die sich dieser Pflicht widmen wuerde? Die Juedische Jugend ln den USA lebt, statt nach Israel zu kommen, ein Leben des Business und des Amuesements und wird darin noch von gewissen zionistischen Fuehrem . unterstuetzt, die ihr versichern, dass die “Zukunft ihrer Kinder in den USA liegt’*. Orientalische Juden zeig-! ten sich durchaus als faehig, ’ aufs Land zu gehen, und sie widmen sich mit weit mehr Bereitwilligteit, als zu erwarten, ihrer schweren Aufgabe. Sie haben die Pruefung, die ihnen bei der Aktion “Vom Schiff aufs Dorf” auferlegt wurde, vollkommen bestanden, dabei schliessen wir uns allen Kritikern insoweit an, als auch wir verlangen, dass Regierung und Sochnut groesste Anstrengungen unternehmen muessen, um die planvolle Aufnahme der Olim zu sichern. Mit der grossen Einwanderung aus Nordafrika 1st in der Frage der Alija im allgemeinen eine neue Stimmung zu verzeichnen. Haifa ist nicht mehr Auswanderungshafen und die Zahl der Auswanderer hat abgenommen, und wir sind ueberzeugt, dass die Alija-Stimmung. die dieses Mal von Nordafrika ihren Ausgang nahm, soaeter auch auf andere Laender uebergreifen wird. Nicht an weitere Beschraenkungen haben wir in unserer Situation zu denken, sondern unsere Anstrengungen muessen darauf gerichtet sein, die Alija moeglichst zu vergroessern und zu erweitern. Bei alledem duerfen wir nie vergessen, dass wir weder USA noch Australien sind und dass wir es nicht mit Fremden zu tun haben, sondern dass diese Juden das gleiche Recht auf Einwanderung haben, wie wir es einst fuer uns forderten, Israel ist verpflichtet, sie zuzulassen und aufzunehmen, “JEDIOTH CHADASGHOTH”

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