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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-07-01 · 7 (Julio, 1955) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
7 (Julio, 1955)
Date
1955-07-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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PAUL FRIEDMANN GRÜNDET EINEN “JUDENSTAAT VON Dr. SIEGFRIED BRAUN, ÄfAAYAN-ZWI (Israel) Im Jahre 1896 erschien Theodor Herzls “Judenstaat”. Vier Jahre zuvor hatte die Wiener “Neue Presse”, deren Pariser Korrespondent Herzl war, drei laengere Berichte mit der Ueberschrift “Der Kampf um den Judenstaat” veroeffentlicht. Es war darin eine merkwuerdige Expedition geschildert, die ein Berliner namens Paul Friedmann im Winter 1891 nach der Suedspitze der Sinai-Halbinsel unternommen hatte, um die Besetzung des Gebietes am Ostrand der Elath-Bucht und die Errichtung einer juedischen Kolonie dort vorzubereiten. Der Versuch misslang. Die Erregung, die er in der breiten Oeffentlichkeit hervorgerufen hatte, erlosch ueberraschend schnell. Der Name des Initiators und sein seltsames Experiment wurden vergessen. Erst in unseren Tagen, da Elath-Akaba von israelischen Truppen erobert wurde, lebt die Erinnerung an die an Dramatik und Komik reiche Episode wieder auf. WER WAR PAUL FRIED¬ MANN? In einem Dokument des Polizeipraesidiums aus dem Jahre 1890 heisst es: “P. Fr. ist am 26. April 1840 in Koenigsberg geboren, protestantisch, unverheiratet, ohne Beruf. Er vèrfuegt ueber ein Vermoegen, das ihm eine jaehrliche Rente von 21.600 bis 26.200 Mark bringt. Er bewohnt eine huebsche Etage in Berlin. Obgleich Nichtjude, zeigt er regstes Intéressé fuer juedische Angelegenheiten. Genaueres ueber Friedmanns Plaene und seine Beziehungen zu Béhoerden. und Einzelpersonen festzustellen, war bis dato unmoeglich Der Buergerschaft ist er ziemlich unbekannt, da er haeufiger laengere Reisen unternimmt. Gegen seinen Ruf liegt nichts Nachteiliges vor”. — Nach einer wenig besagenden Skizze, die sich in Davis Trietschs “Bilder aus Palaestina” (Berlin 1910) befindet, war Friedmann entweder der Enkel eines getauften Sprosses der Familie Mendelssohn oder selbst ein Apostat. Eine umfassende Bildung, gepaart mit schriftstellerischer Begabung, ein selbstbewusstes, sicheres Auftreten und Grosszuegigkeit verschafften ihm Zutritt zu hoechsten Kreisen der Gesellschaft und der Diplomatie. Eine starke Anteilnahme an dem Schicksal der verfolgten und entrechteten Juden trieb den von Nàtur unruhigen Abenteurer, seine Kraft und seine Mittel zur Rettung der Juden und zur Wiederherstellung ihrer menschlichen Wuerde einzusetzen. Es darf angenommen werden, dass ihm die Chowewe-Zion.Bewegung wohlbekannt war, ebenso wie die umsichtige Taetigkeit des englischen Edelmannes Sir Lawrence Oliphant. DAS LAND MADIAN Nach Abschluss seiner Fahrten schrieb Friedmann anhand eines sorgfaeltig gefuehrten Tagebuches eine Broschuere, die er unter dem Titel ‘Das Land Madian” ver. oeffentlichte. Er schilderte die geographische und wirtschaftliche Lage jenes Landstrichs, der sich von Akaba an der Westkueste Hedschas ein paar hundert Kilometer suedlich erstreckt und bald das Ziel seines “Feldzuges” -aigrden sollte. Wenn der Autorin auch mit keinem Wort' , 4 dass dort eine juedische ¿fea lung gegruendet werden sollte, so besteht doch kein Zweifel, dass dieser Plan bereits gefasst war. Madian, das bivoelkert, reich an Bodenblische Midian, wenig beschaetzen und Wasser und dazu gleichsam im Schatten des Heiligen Landes liegend, sollte den leidenden Juden zur Heimat werden. Friedmann begann vertrauliche Verhandlungen zur Gewinnung von Foerderern des geplanten Unternehmens. Mid jan gehoerte damals Aegypten, das unter britiseh-franzoesischer Finanzkontrolle stand, dem die Tuerkei den Besitz streitig machte. Auf Empfehlung des damaligen diplomatischen Ve r t r e t ers Englands in Kairo, Lord Cromer, wurde Friedmann von Rias Pascha empfangen. Die Regierungen Deutschlands und Oesterreichs hatten wohlwollende Duldung der Aktion ziigesagt, sofern sie nicht die Interessen befreundeter Maechte —gemeint war die Tuerkei— beruehre. Finanzielle Foerderung suchte Friedmann in Unterredungen mit den juedischen Organisationen und Philantropen zu erlangen, freilich mit geringem Erfolg. So war er gezwungen, sich im wesentlichen seiner eigenen Gelder zu bedienen. SOLDATISCHE DISZIPLIN UND BLINDER GEHORSAM Die Art, mit der Friedmann bei der Planung und Durehfuehrung seiner Aktion vorging, war bestimmt von seiner aeusseren und inneren Haltung. Er war von preussischmilitaerischem Geist erfuellt, ja besessen. Seine Grundauffassung, die jeden seiner Schritte lenkte, war, dass nur bei Wahrung strengster soldatischer Disziplin und blindem Gehorsam sein Wagnis gelingen k o e n ne. Folglich waehlte sich der “Chef der Heeresleitung”, Paul Friedmann,' seinen “Stab” aus: einen pensionierten Major Freiherrn von Sebach, und einen ausgedienten Feldwebel von der strammsten Art. Mit ihnen begab er sich nach Krakau, einem der Zentren der Judennot, um dort “Rekruten” anzuwerben. Es fanden sich einige junge Burschen, verheiratete und ledige, die bereit waren, statt nach Amerika nach Arabien auszuwandern. Zu Ende des Jahres 1891 wurden siebzehn Mann eingekleidet und mit Gewehren versehen. Auch ein paar Pfauen und Kinder erhielten geeignete Ausruestung. Und dann begann der “Ausmarsch”. Nach langer Seefahrt erreichte der Transport Suez, wo Friedmann, der sich inzwischen den Titel “Pascha” beigelegt hatte, und sein “Stabschef” bereits einige Tage zuvor mit einer privat-Yacht, die den Namen “Israel” trug, eingetroffen waren. Nach einem ersten Appell rueckten die “Mannschaften” zu mehrtaegigem Quartier in eine geraeumige Baracke ein. Wiederum begann ein unaufhoerliches Exerzieren. Die ungewohnten Kommandostimmen und Anschnauzer hallten ueber die Koepfe der , “Rekruten” hinweg und lockten staunende Gaffer herbei. Nach etwa zwei Wochen verliess die “Kompagnie” das Lager; diesmal auf der “Israel”, der ein Segler mit dem lebendigen und toten Inventar folgte. Nach einigen Zwischenlandungen am Ostufer der Sinai-Bucht legte man zu laengerer Rast an der Suedspitze der Halbinsel an. Von hieraus gedachte “Friedmann Pascha” die gegenüberliegende Midjantische Kueste anzusteuern. ENTTAEUSCHUNG UND RUECKKEHR Es begann vorerst ein pr mitives Lagerleben in, Zelten, peinlich genau eingeteilt und geregelt nach . soldatischer Art. Zwischendurch immer AENDERUNGEN IM MIT¬ GLIEDERBESTAND a) Neuaufnahmen: Juan Chemke. Marta Feibel. José Pasternak. ' José Rosenberg. Abraham Spiegel. Steffl Steiner. b) Ausgetreten: Fritz Cohn (verzogen nach Valparaiso). Leo Blum (zurueckgewandert nach Deutschland). Horst Blum (zurueckgewandert nach Deutschland). Hedwig Läufer (verzogen nach Buenos Aires). MAX BENGER FEINE MAASSCHNEIDEREI Aenderungen _ Reparaturen COPIAPO 471 Tel. 33861 f wieder ermuedender Drill und “Instruktionsstunden”. Auch die Peitsche fehlte nicht in dieser seltsamen “Hachscharä”. Es war daher nicht verwunderlich, dass sich bald eine Unzufriedenheit bemerkbar machte. Als Friedmann sich ueber die Spannung im Lager klargeworden war, befahl er “Antreten!” In “zackigen” Darlegungen informierte er noch einmal die Leute ueber die ihnen auferlegten Pflichten und Aufgaben und stellte zum Schluss den Unwilligen anheim, vom Vertrag zurueckzutreten und um Entlassung zu ersuchen. Die Mehrzahl trat zurueck. Nach Rueckgabe aller Ausruestungs stuecke wurden sie verabschiedet. Ein muehseliger Rueckmarsch begann, bis sie voellig erschoepft in Tor, einem kleinen Dorf, eintrafen. Der Muehtar ' und Arzt aus Torgau nahmen sich ihrer am. Es wurden ihnen Reit tiere zur Verfuegung gestellt und Wegzehrung. Nach Tagen erreichten sie Suez, und von dort zerstreuten sie sich in alle Welt. , Friedmann hoffte, zu gegebener Zeit besseren Ersatz zu finden und verfolgte sein Ziel weiter. Mit einem Spaehtrupp” segte er auf das jenseitige Ufer ueber. Das Gelaende fand auch diesmal sein Wohlgefallen, und der Entschluss, es zu besetzen, erhielt neuen Antrieb. Aber nun r kamen unerwartete Schwierigkeiten von anderer Seite; die diplomatischen Verwicklungen setzten ein, ausgeloest durch Schilderungen der Ausgestossenen und ihre dem deutschen Konsul in Kairo .eingereichte Beschwerde. Die Tuerken erhoben Einspruch gegen die “Formierung juedischer Kaders” innerhalb ihrer Interessensphaere und gegen deren angebliche Billigung seitens Aegyptens. Ein Detachement Infanterie wurde nach Midjan beordert, und auch Kairo entsandte Truppen in das gefaehrdete Gebiet. Die britische Regierung beobachtete diese Vorgaenge mit Unbehagen, weil sie internationale Verwicklungen befuerchtete. Aus dieser Konstellation glaubte der Phantast Friedmann Nutzen ziehen zu koennen'- er bot den Aegyptern seine Hilfe an. Man zeigte ihm indes die kalte Schulter. Er musste, aufgrund einer Intervention Lord Kitcheners, mit seinen wenigen Getreuen zum Rueckzug sammeln und schleunigst das Land verlassen. Seine gesamte Habe wurde in Suez beschlagnahmt, seine Yacht zur Versteigerung ausgeboten. Nur drei Monate hatte das Schauspiel der “Invasion”, gedauert. Ueber eine Viertelmillion waren vergeblich aufgewendet worden. (Fortsetzung Seite 14) uf nie** éfe***e**t*¿e/e¿e*t ii Religionsschule Die Religionsschule unserer Gemeinde steht mitten in ihrem. Schuljahr. Wie immer war auch in diesem Jahr aus manigfaltigen Gruenden die Einteilung unserer Kinder in die verschiedenen Kurse recht schwierig. Wir haben uns jedoch bemueht, den Wuensehen unserer Eltern und Kinder weitgehendst entgegen zu kommen. Der Unterricht wird ln diesem Jahr ausschliesslich von unseren beiden Herren Rabbinern ge geben, da Frau Eva Kwiakowsky nicht mehr in der Lage ist, ihren Unterricht, der in der juedischen Schule in Macul gegeben wurde, weiter zu fuehren. Die Gruppen sind ln folgende Kurse aufgeteilt worden: Anfaengerkurse: Sonntags 3 4 11 - 12 h Portugal 810. Freitag 4 - 5 h Tobalaba 405 Fortgeschrittene: Sonntag lj4 10 - 3|4 11 h Portugal 810. Montag 1(2 6 - 7 h Macul 512. Mittwoch 1{2 5 - 1|2 6 h Tobalaba 405. Jugendliche ueber 13 Jahre: Sonnabend 4 - 5 h Portugal 810. Aus technischen Gruenden musste das Unterrichtslokal im Hause von Herrn Leon Rosenthal aufgegeben werden. Erfreulicherweise hat Herr Luis Silberberg seine Wohnung fuer diesen wichtigen Zweck zur Vefuegung gestellt und wurde damit die Fortfuehrung des Unterrichts im Barrio Los Leones —Golf gesichert. Wir danken auch von dieser Stelle aus fuer die Bereitwilligkeit mit der sich beide Familien fuer diese wichtige Aufgabe unserer Gemeinde zur Verfuegung gestellt haben. Wir hoffen, dass dieses Schuljahr erfolgreich sein wird und rechnen dabei vor allem auf die Mitarbeit unserer Kinder und Eltern. Es ist wichtig, dass Unsere Schueler nicht nur am Unterricht auch bei Regen —teilnehmen sondern auch an den sonstigen Veranstaltungen — vor allem am Jugendgottesdienst. Da unsere Kinder an den laufenden Gottesdiensten meist nicht teilnehmen koennen, ist dieser Jugendgottesdienst von besonderer Wichtigkeit fuer ihre Verbindung mit dem religioesen Leben. Wir betrachten daher ihre Teilnahme an ihnen fuer genauso obligatorisch wie die am Unterricht. Der naechste Jugendgottesdienst findet am Sonnabend den 16. Juli 4 Uhr pm. statt. HAUSSAMMLUNG Die naechste monatliche Haussammlung zu Gunsten des “Hilfswerks fuer die Judennot in der Welt” findet am Sonntag, den 24. Juli 1968 statt,

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