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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-06-01 · 6 (Junio, 1955) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
6 (Junio, 1955)
Date
1955-06-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Junio, 1955 BOLETIN INFORMATIVO 1S WIZO VERANSTALTUNG “Alles schon Unter dem Motto “Alles ist schon dagewesen” —Paralelle durch die Jahrtausende — hatte die WIZO zu ihrer schon traditionellen Jom Haazmauth — Veranstaltung eingeladen. Nach freundlichen Begruessungsworten von der Praesidentin Frau Rosie Rubens begann die von Frau Trude Spies geschickt zusammengestellte und muehevoll einstudierte Schau, die in 7 Doppel-Bildern stets eine biblische einer gleichartigen, modernen Szene gegenueberstellte. Bei der Auswahl der Texte der biblischen Bilder hatten die Herren Rabbiner Lubliner und Loewenstein mitgeholfen. Es wuerde zu weit fuehren, alle Bilder einzeln zu beschreiben, oder jeden der mehr als 50 Mitwirkenden zu nennen, es sei deshalb nur allen Beteiligten ein Gesamt — Lob ausgesprochen fuer die bis ins Kleinste so gelungene Arbeit, bei der auch technisch (Buehnenaufbau, Lautsprecher, Beleuchtung usw). alles hervorragend klappte. Eine Sonder-Anerkennung muss aber der Regisseurin, Frau Spies, ausgesprochen werden, die mit der praechtigen Zusammenstellung der einzelnen Bilder eine ganz ausgezeichnete Wirkung erzielte. Gluecklicherweise hatte sie einige tuechtige Helferinnen und Helfer, wie Frau Friedei Burger, und Rosie Rubens die die Auswahl und Zusammenstellung der modernen Kleider besorgten, die Damen Kleiner und Roesler, und Herrn Paul Hirsch. Vor allem muss aber Frau Gasmann genannt werden, die in muehevoller Arbeit die biblischen Kostueme herstellte, unterstuetzt von Frau Grete Ripper und Frau Landau. Von den "sichtbaren” Mitwirkenden seien zunaeehst die beiden Sprecher, Walter Schueftan, der humoristisch plaudernd — obwohl ihm Witze verboten waren — die modernen Bilder einleitete und erklaerte, und Dr. Walter Tobias genannt, der klar und eindrucksvoll die biblischen Texte zur Verlesung brachte. Es waere undankbar, die Namen der jungen Damen zu verschweigen, die mit Eleganz und Grazie auf Buehne und Laufsteg die modernen Kleider, Kostueme, Maentel, Pelze und Huete zur Vorfuehrung brachten. Die WIZO muss beglueckwuenscht werden, so entzueckende und anmutige Helferinnen, wie Helga Goldschmidt, Doris Kleiner, Vera Lewinsky, Ursula Pinto und Ruth Wolf zu ihrer Schau herangezogen zu haben, die hoechste Aberkennung und Beifair aller Anwesenden fanden. Eine Beschreibung der vorgefuehrten Moden muss berufener Feder Vorbehalten bleiben. An Einlagen sei noch das Ha 1 e 1 u j a h hervorgehoben, das Frau Ruth Weissenberg eindrucksvoll als Einleitung zu einem biblischen Bild sang. Ausserdem seien 2 Neuerscheinungen auf musikalischem Gebiete genannt, Herr Filu, ein ungarischer Violinist, der erst vor kurzem nach Chile kam und schon bei seinem ersten Auftreten alle Hoerer durch sein temperamentvolles und sicheres Spiel fuer sich gewann, und Ronni Knoller, ein vielversprechender, junger Pianist. Was waere aber die Verandagewesen ” staltung ohne Helmuth Herzfeld gewesen, der die musikalische Durchfuehrung an 3 verschiedenen Instrumenten uebernommen hattet Es kann nicht genug anerkannt werden, wie er zu jeder Szene die passende Begleitung gefunden hat, stets mit Leichtigkeit und diskret die Bilder untermalte, und Pausen ausfuellte. Man muss immer wieder seinen ausgezeichneten Rythmus und seine Musikalitaet bewundern, ebenso wie die Muehelosigkeit, mit der er seine oft nicht leichten Aufgaben erfuellt. Jeden Teilnehmer dieser Veranstatlung wird die vorgefuehrte Schau beglueckt und begeistert haben. GUEMÓ. DANK Der diesjaehrige Jom Haazmaut war nicht nur ein vielgefeiertes Ereignis in Israel. Auch hier in Santiago wurde er mit Glanz begangen, der speziell durch die Anwesenheit des Rabbi Miller und des ersten amerikanischen Gesandten in Israel noch an Bedeutung gewann. In unserem Sektor stand die WIZO in keiner Weise zurueck mit ihrer originellen Schau “alles ist schon dagewesen”, und wie nicht anders zu erwarten war bei so viel tatbereiten Haenden und so viel enthusiastischen Herzen, wurde es Unbestrittenermassen ein grosser Erfolg! Wie schon die Vorsitzende der WIZO in ihren einleitenden Worten zur Vorfuehrung betonte, konnte man den Abend als ein wirkliches Gemeinschaftswerk ansehen: vor allem wurde es von unserer Jugend unterstuetzt, aber auch ein grosser Teil unserer Comunidad nahm indirekt daran teil durch Spenden und andere Unterstuetzungen unserer Sa- •che. An anderer Stelle erscheint eine Besprechung unserer Schau “alles ist schon da gewesen”, und so bleibt uns nichts mehr uebrig als allen denen, die so uneigennuetzig ihre Kraft in den Dienst der WIZO und damit der Sache Israel gestellt haben, auf das herzlichste zu danken! Nachtraeglich muessen wir noch einer angenehmen Pflicht genuegen: da wir vorher keine Gelegenheit dazu hatten, moechten wir an dieser Stelle den Herren Dr. Emilio Weintraub und Anselmo Scherr unsere Dankbarkeit aussprechen fuer ihre Grosszuegigkeit, mit der sie utfiTden Bau der neuen Buehne ermoeglichten. Es wird ihr staendiges Verdienst sein, wenn demnaechst Aufzehrungen in unserer Gemeinde in einem wuerdigen und zweckentsprechenden Rahmen stattfinden koennen. Auch Herr Artur Reinberg trug seinen Teil zu dem Werk bei, indem er uns in einem kritischen Moment zu Hilfe kam und in stundenlanger Arbeit fachmaennisch und uneigennuetzig den grossen Vorhang und die Behaenge des Hintergrundes drapierte. Obwohl mehrere Male der Beitrag der ausstellenden Firmen erwaehnt wurde, moechten wir nochmals die Wichtigkeit ihrer Kooperation betonen und dafuer folgenden Haeusern unsere Anerkennung aussprechen: Casa Copacabana, Klein und Klein, Frau Else Rothschild, Frau Clary Zausmer, Frau Arzt, Casa Anita Horn, Herrn Norbert Meyer, Casa Laby. Wir hoffen, dass wir immer wieder die Menschen finden werden, die mit ihrem Enthusiasmus und ihrem guten juedischen Hetzen dem Abend selbst und den vorbereitenden Arbeiten dazu ihr Gepraege gaben und koennen als Dank nur wiederholen: unser Erfolg war Euer Erfolg, und Euer Opfer ein Baustein mehr zum grossen Werke Israels! Wir fuegen noch an, dass dieselbe Schau in derselben Bezetzung, aber mit Begleitung von spanischen Texten, am 90. Juni -(Poker Täu1> wiederholt wird im Gemein* dehaus. Es wird eine Festveranstaltung der Federation Wizo sein, die damit ihr 30jaehriges Bestehen begeht und besondere Ehre einzulegen hofft, da sie in Anwesenheit der Sehlicha Frau Lipmann der Wizo in Israel stattfindet. Die sephardische, und ungarische Kollektivitaet der Wizo werden ebenfalls an diesem Abend teilnehmen, und der Ertrag uns in Relation zu unserer Arbeit zu gute kommen. Da ein Teil unseres Sektors die Schau noch nicht sehen konnte, hoffen wir auch von unserer Seite wieder mit einem guten Besuch. Auf Wiedersehen am 29. Juni! Veranstaltungen PROGRAMM DER WIZO FUER DEN MONAT JUNI¬ ANFANG JULI Fuer alle Mitglieder und Gruppen! Am 16. Juni ein grosser Tee anlaessiich des Zoten Juoitaeums der Rebraeischen Universitaet. Es spricht der Delegierte der Hebr. Universitaet, Dr. Siegfried Krebs. Gaeste herzlich willkommen! Centro Henrietta Szold 16. Juni: siehe oben 30. Juni Frau Gretel Ackermann: Chronik der Doña Grazia Méndez. Gruppe Vera Weizmann 6. Juni: Herr Pedro Macary; Ueber Cristóbal Colón. 20. Juni Frau Elisabeth Strasser: Juedische Nobelpreistraeger. 4. Juli: Bunter Nachmittag. Herzl - Bialikfeier bei Ursel Schwarz, Los Tala veras 241. Gruppe Hanna Meisel 16. Juni: siehe oben! 28. Juni Frau Inge Schaul: Psychologie — einmal anders. 12. Juli: Frau Margot Lande: ueber das Buch “bleibe jung und lebe laenger” von Gaylord Hauser. Gruppe Golda Meyersohn: 6. Juni: Schevuoth - Feier im Gemeindehaus. 20. Juni Frl. Eva Goldschmidt: Eindruecke aus Israel. Achtung, RIFA! Nachstehende Losnummern sind die gluecklichen Gewinner folgender Preise und koennen unter der Nummer Tel. 481455 angefordert werden; da sie am Fest nicht abgeholt wurden: A 6 ein Paar Handschuhe. A 69 schwarzer Jersey fuer ein Kleid. B 36 ein Hut (von Casa Clary). C 88 1 Paar Struempfe. Die uebrigen Gewinne wurden von folgenden Gewinnern am Abend selbst in Empfang genommen:: Frau Maggie Larsen einen Teppich (B 8). Frau Kaethe Rappaport einen Schirm (C 72), und einen Seidenschal (C 83). Herr Dr. Sklarz 1 Paar Struempfe (A 40). Herr Salinger jun. 1 silberner Teller (A 501. Herr -robias Loeff 1 Handtasche (A 55). 80. Geburtstag 26. Juni Frau Recha Cohn, bei Herrn Dr. Sigbert Cohn, Llo-Lleo, Casilla 100. Wir gratulieren der Jubilarin auf das Herzlichste und wuenschen ihr noch viele glueckliche und segensreiche Jahre. Direktorium und Repraesentanten Kollegium der S. C. I. “B’ne Jisroel” Hermanii Hesse schlaegt vors Nobelpreis am Martin Baber Wir Literaten koennen im Kampf gegen den Krieg wenig tun, ist es doch nicht einmal der maechtigen roenuschen Kirche gelungen, um den Frieden nicht nur zu beten, sondern ihn praktisch verwirklichen zu helfen. Und trotzdem hat der Geist und hat das Wort seine unversiegliche Kraft und damit seine dauernde Verantwortung. Es gibt einen lieben Kollegen, einen der tapfersten, ehrwuerdigsten Verteidiger des Wortes gegen die Stummebeit und Sturheit der Maschinen und Kanonen. Ich habe ihn eben erst zum zweitenmal fuer den Nobelpreis vorgeschlagen: es ist MAR¬ TIN BUBER. Ich will ein Wort von ihm an den Schluss dieses Briefes setzen und bitte Euch, es aufmerksam zu lesen. Es steht in seinem Buche “Rede und Ant. wort” und lautet: “Der Krieg hat von je einen Widerpart, der fast nie als solcher hervortritt, aber in der Stille sein Werk tut: die Sprache — die erfuellte Sprache, die Sprache des echten Gespraechs, in der Menschen einander verstehen und sich miteinander verstaendigen. Es liegt im Wesen schon des primitiven Krieges, dass er jeweils da beginnt, wo die Sprache aufhoert, das heisst, wo die Menschen sich nicht mehr miteinander ueber die strittigen Gegenstaende zu unterreden oder sie der schlichten Rede zu unterbreiten vermoegen sondern miteinander der Sprache entfliehen, um in der Sprachlosigkeit der Einanderumbringens eine vermeintliche Entscheidung, sozusagen ein Gottesurteil, zu suchen; bald bemaechtigt sich freilich auch der Krieg der Sprache und versklavt sie in den Dienst seines Schlachtgeschreis. Wo aber die Sprache, und sei es noch so scheu, wieder von Lager zu Lager sich vernehmen laesst, ist der Krieg schon in Frage gestellt”. Koennen wir noch lesen? (Schluss) Man will sich nicht die Zeit nehmen, ein Buch zu lesen, das Ruhe und Versenkung erfordert. Betrieb und Laerm —ja, aber nur keine Stille, kein Mit-sich-alleinsein! Man fuerchtet sichr man hat ja Angst vor der “Welt des Schweigens”, vor dem Buch, das Stille um uns herum benoetigt! Ich habe Menschen, die ich lange und gut kenne, waehrend der Lektuere solcher “fordernder” Buecher beobachtet. Sie waren hilflos und geradezu ungluecklich! Welche Gruende bewirken dieses Versagen? Zumeist waren es sehr einfache. Die Menschen haben das Lesen verlernt. Sie verstehen nicht mehr den Sinn der Buecher. Sie lesen tote Buchstaben, sie koennen sich nicht konzentrieren, was ja so viel heisst, sich zur Ruhe zwingen, sich einem substantiellen Buch hinzugeben! Es ist Ihnen nicht moeglich. Sie haben so viel Unterhaltendes gelesen, dass sie vollkommen das Gefuehl, das Organ fuer ein Buch anderer Art verloren haben. Die Sprache eines anderen Buches bereitet ihnen Schwierigkeiten. Sie kommen nicht ueber die ersten Seiten hinaus. Sie versagen einfach, wie Schueler beim Examen. “Ich habe keine Zeit”, muesste richtig heissen: “Ich habe es verlernt, ein anstaendiges Buch zu lesen, ich habe kein Training”. Das ist die simple Wahrheit! Kein Training, kein Lese - Training, sehr gut und richtig. In Buechern, wie wir sie meinen, gibt es keine Schlagworte, keine Redereien, keine billigen Metaphern und kein schludriges Darueberhin - sprechen, wie man es so lange und gern gewohnt war. Viele haben verlernt zu lesen, sie koennen nicht mehr lesen, weil sie nicht gewillt sind, sich anzustrengen, hinzuhorchen auf das, was ein bedeutender Mensch schreibt.

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