Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVII (1955)
- Issue
- 5 (Mayo, 1955)
- Date
- 1955-05-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Mayo, 1955 PROMETHEUS (Schluss) JLgJEIm IW POEMA Einstein beteiligte sich an siert waren, ebenso wie aut Tagesdebatten aus demselben das der Musik —der Violinist Impuls heraus, der ihn —den nnn ~ —- * -- •—uci VlüUIliSt __ XAXJ.1 —den I und der Orgelvirtuose— wird unzaehligen Anekdoten zufolvielleicht fuer rfip — ge veranlasste, seine Nach. ' barn freundlich zu gruessen, Kindern fl« w-,«- — EINSTEINS 4. DIMENSION Kindern das Haar cheln, Schuelern bei xiausaui gaben zu helfen oder Vertre. tern Dinge abzukaufen, die nicht —- - __ __— wuu vielleicht fuer die Biographen der Zukunft eine rfanW’" — Aufgabe Ä SsTw hLssS:| SM^JsSSSSSs Vergleich mit wohl treffend, ’Ql __i . * aufgestellte Gandhi, der «um urenenc er I aber nicht so weitgehend ist. Selbst eine gewisse Aehn. lichkeit im Ausdruck duerfte bei Einstein und Schweitzer festzustellen sein, vor allem dann, wenn man hinter beider patriarchalischer Stirn und dunkler Augen die er- T3ocf <■> —— brauchte. Und dieser Impuls, diese Guete, waren von einer solch leuchtenden Intensitaet, dass sein moralischer Einfluss auf die Mitweit nur mit dem eines Albert Schweitzer gleichgesetzt werden kann. Diese Parallele _ weiterzufuehren auf das Geuass wahre Weisheit biet der Philosophie, an dem Immer auftritt im Verein mit beide gleichermassen toteres-1 Guete und Bescheidenheit. Nachstehenden Brief sandte Professor Albert Einstein s. A. an unser Gemeindemitglied Herrn Hans Kaufmann, nach, dem dieser sich waehrend der kritischen Kriegsiahre, an den Ist unmoeglich, eine Ehenlichkeit ^daniitf^abztn beruehmten Gelehrten mit dem Vorschlag gewandt hatte, schllessen, ihn nur unter drei Asneifron --" ' ' sich an die Spitze einer alljuedischen Zentralinstanz Es rung _, .......ui uüocr arej Aspekten, naemlich als Forscher, als Mensch und als Juden gewuerdigt zu haben. Das vielleicht wesentlichste Moment,- am schwersten zu definieren, aber sein innerstes Wesen am schaerfsten kenn, zeichnend wuerde fehlen: Einsteins private vierte Dimension zu stellen. Bestaetigung sucht, dass wahre^ WEIZMANN - EINSTEIN Dieselbe besteht einerseits f | in der Einmaligkeit seiner - e i Erscheinung, ln dieser Mystik, die sie seit vielen Jahren umspann und seitdem sein Leben selbst zu einer Legende machte. Ja, Einstein war schon Legende noch lebte. Wie EIN BRIEF EINSTEINS Diese che auch sprichwoertli- Bescheidenheit war der damalige Premier RPn ' weiser war als erster Pr«rai. ( aent des jungen Staates gestorben und Einstein schien dazu Derufen, die Nachfolge Phai™ Weizmanns anzutre- <*es Ma?nesmit dem ihn ffilrewn|e 50echste gegensei. Wertschaetzimg, Zusam- “®”arbeit und Identitaet der politischen und menschlichen Ideale verbunden hatte. Einsteins national - j UCUI sehe und zionistische Einstellung kam bereits in jungen Jahren, lange vor dem Triumph nationalsozialistischer Brutalitaet und Stumpf Sinns, zum Ausdruck. Er interessierte sich besonders fuer die Gruendung der Hebraeischen Universitaet, zu deren Gunsten er im Jahre 1921 gemeinsam mit Weizmann einf Werbexampagne in den Vereinigten Staaten durchfuehr te und der er auch das Origlnalmanuskript seiner “Speziellen Relativitaetstheorie“ vermachte. Auch an der Gruendung der Jewish Agency for Palestine war ei fuehrend beteiligt, wie er ueberhaupt das ganze Gewicht seiner Meinung und Persoenlichkeit bei ungezaehlten Gelegenheit^ zugunsten der zionistischen Sache in die Wagschale warf. Zum Ueberfluss war sein Zionismus sehr weit davon entfernt, ein schales oder oberflaechliehes Lippenbekenntnis zu bleiben: er be. fasste sich sehr ernsthaft mit der Problematik der Bewegung und erkannte mit groesster Schaerfe bereits vor vielen Jahren die entscheidende Bedeutung des arabi. sehen Problems, dessen Loesung er in einer voelkerversoehnenden Verstaendigung anstrebte, wie dies etwa im Sinne der intellektuellen und fortschrittlichen Gruppe lag. die sich in Erez Israel um Dr. Magnus gebildet hatte. In diesem Sinne erklaerte er auch vor der AnglQ-Amerikanischen Palaestina-Kommisslon im Jahre 1946. als er auch sonsi waere es zu erklaeren, dass man diesen Menschen auf so verschiedenen Gebieten nur mit den Groessten in einem Atemzug zu nennen wagte? _ . ganzen Tiefe zu ermessen, ist _Andererseits liegt der Kern rfir...5 es gut, die Umstaende etwas dieser Offenbarung seiner mann, irrinpt --- Persoenlichkeit darin, dass pr J!- * - ' den 12. September 1942. Herrn Hans Kaufman Av. Las Palmas 2259 Santiago de Chile. — .»Mvuuiiui; geordnet aufzuzaehlen. Die Aufklaerung leistet bekanntlich der Assimilation Vorschub und Einstein war ein aufgeklaerter MensO ,7. folff }.cfc cusche Millieu eine zentrifugal e Kraft (manche brauchen ihn gar nicht erst zu haben, sondern nur zu suchen) und Einstein war erfolgreich. Schliesslich und endlich wirkt auch ein un- ] Herr Kauf- . w„ dann, dass er die gewaltige Harmonie der ewigen Naturgesetze--trenn, zu intuitivcft'-P-vermochte, weil in den Gesetzen seiner eigenen Natur ein Teil jener Harmonie erklang. Unter den unzaehligen Trau erbotschaften, die am Tage, nach seinem Tode formuliert wurden, fiel die von David Ben Guriön auf, der Einstein Ich stimme Die Geschichte unseres Volkes hat es mit sich gebracht, dass wir unter bestimmten Umstaenden der Zugehoerigkeit gewisser Gruppen und Individuen verlustig gehen. Im Fall Albert Einsteins waren diese Umstaende gegeben. Ihnen zum Trotz, bewahrte er seinem Volke die Treue. Um diese Haltung in ihrer a&rf vSlÄA. als er ihnen zurief: “Sonne, steh still in Gibeon und Mond im Tale Askalon“? Oder von Koenig Salomon, dessen Ruhm ob seiner Weisheit bis an das Ende der Welt gelangt war? Und wenn nicht das ihre, draengte sich nicht das Gleichnis Ezechiel auf, des Propheten, der seinem Volk Ins Exil gefolgt war? Wenn Ben Guriön aber an Mose dachte, so muss er dass Bibelwort im Sinn gehabt ha. ben; “Nicht aber erstand hinfort ein Kuender ln Israel, Mose gleich, den ER von Angesicht zu Angesicht erkannte”. Denn Einstein erfuellte sein Leben im Zwiegespraech mit der Unendlichkeit. Verkehr in der mit Mose verglich. Ein Gleich' dlrf ei nipht bems aus der Bibel leuchtete Einstein warben Koenige und Presidenten. Aber mit all dem ist noch wenig gesagt. Wenngleich es auch schmerzlich fuer uns ist, dass viele erfolgreiche Juden als Franzosen, Deutsche oder Amerikaner in die Geschichte eingegangen sind, so haetten wir fuer ihn in dieser Beziehung Verstaendnis aufbringen muessen. Denn wo gibt es noch einen Zweiten, der so wie er der ganzen Menschheit gehoerte und darueber hinaus, der Mensch, heit Geist in seinem universalsten Ausdruck, in der Verschmelzung mit dem Universum selbst?! Und wo einen Juden, dem drei Staaten Buergerrechte verliehen, um gezaehlte Universitaeten Lehrstuehle angetragen, zu dessen Ehren der Kaiser von Japan Staatsfeiertag, Praesident Roosevelt einen Empfang und wissenschaftliche Akademien feierliche Sitzungen veranstaltet?! Und wer wie Einstein hat lange Jahre hindurch mit Energie und Konsequenz das Ideal einer “Weltregierung” g e p r e d igt und engstirnigen Nationalismus verdammt?! Und trotz alledem hat er verstanden, wieder im Gegensatz zu manchen, die auf dem Altar ihrer kosmopolitischen Traeume die juedische Nation zum Opfer bringen, waehrend sie alle anderen leben lassen, dass das juedische Volk um seine elementare nationale Gleichberechtigung kaempfen muss, solange die Menschheit in einem Nebeneinander von Nationen organisiert ist. Waere er nicht das Genie gewesen, das er war, so muesste man hervorheben, dass er auch auf diesem Gebiet ein psychologischer Sonderfall war ein Einzelgaenger in dieser Zeit der Massenbewegungen und ein erzieherisches Vorbild fuer alle Jugend, SCHLUSS DES RECHEN- SCHAFTSBERICHTS MITARBEITER Bevor ich meinen Bericht schliesse, moechte ich meinen besonderen Dank allen ehren amtlichen Mitarbeitern, be. sonders meinen Kollegen im Direktorium und der Repraesentanz unter dem Vorsitz unseres Freundes Alfred Feldmann, der anlaesslich seines 70. Geburtstages in Wuerdigung seiner grossen Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt wurde, aussprechen, die mich tatkraeftig bei der Fuehrung der Gemelndegeschaefte unterstuetzt haben und ohne deren Mithilfe es mir nicht moeglich gewesen waere, die wirklich nicht geringe Arbeit zu bewaeltigen. Meinen Dank erstrecke ich gleicher Weise auf alle Beamte der Gemeinde, die Herren des Kultus und die Herren und Damen der Administration, die alle ihre bes. ten Kraefte zur Verfuegung gestellt haben, um eine;el. durch»»»'—'» ^5? Nahrung aer juedischen Interessen geschaffen werden muesste. Dieser Gedanke ist mir laengst vertraut, er war es schon zu einer Zeit als unsere Situation noch weit weniger prekaer war als heute. Was nun meine Person anlangt so bin ich politisch unbegabt, unfaehig andere zu ueberreden (kurz, kein “Fueh rer”). Ich muss Ihnen auch zu so einem Unternehmen zu bringen, in dem sich die verschiedenen Gruppen unversoehnlich geaem’*der (nach .Kernt#’Ansicht unberechtig-■ ten) Furcht, dass eine uebernationale Bindung ihre Position als Buerger prekaer machen wuerde. Ich habe es des. halb leider aufgeben muessen, an die Realisierbarkeit dieses Lieblingsgedankens zu glau. ben. Jedenfalls aber waere ich trotzdem bereit, mich fuer dessen Realisierung einzusetzen, wenn sich eine ernstzunehmenden Moeglichkeit bieten wuerde. Ihr A. Einstein. bungsiose Abwicklung aller notwendigen Arbeiten zu gewaehrleisten. Sie alle haben keine Muehe gescheut, um zu helfen, die umfangreiche Arbeit zu bewaeltigen, sie rasch und gut und besonders mit Liebe zu erledigen. Dafuer danke ich Ihnen herzlichst. Meine verehrten Damen und Herren, ich glaube Ihnen so einen Ueberblick ueber die Taetigkeit unserer Gemeinde im verflossenen Geschaeftsjahr gegeben zu haben. Wir haben uns waehrend der abgelaufenen Wahlperiode bemueht, wie ich mir eingangs zu sagen erlaubte, fuer den Weiteraufbau, fuer die Ver. groesserung und die Zukunft unserer Gemeinde zu arbeiten und Erfolge auf juedisch religioesem und nationalem Gebiete zu erzielen, wie es der Struktur unserer Gemeinde entspricht. Es sollte fuer uns eine grosse Befriedigung sein, Ihre Zufriedenheit wenigstens In den wesentlichsten Punkten erweckt zu haben. Meiste Damen und Herren, wir stehen vor der Neuwahl zur Repraesentanz. Helfen Sie den neu zu waehlenden Gemeindekoerperschaften durch Ihr Interesse. Denken Sie bitte daran, dass diese Gemeinde Ihre Gemeinde ist, dass wir alle Cha. werim,- wahre Freunde sein wollen, die fuer ein gemeinsames Ziel, fuer die Weiterentwicklung unserer Gemeinde arbeiten, Nur das Interesse jedes einzelnen Mitglieds, nur positive Kritiken helfen hierzu. Bleiben Sie nicht passiv, sondern arbeiten Sie aktiv mit, jeder nach seinen Moeg. lichkeiten, auf welchem Gebiete es auch immer sei. Frieden: JA. Interesselosigkeit; NEIN. Denken Sie daran, wie das Verhaeltnis der Mitglieder unserer frueheren europaei. sehen Gemeinden zu diesen Gemeinden gewesen ist, dass sie auf sozialem, kulturellem, reiigoesem, nationalem und last not least finan^ellem Gebiete ihr zur Verfuegung standen. Denken Sie daran, dass frueher ueblich war, in letztwilligen Verfuegungen die Gemeinden nicht zu vergessen, damit diese ihren so grossen Aufgaben gerecht werden konnten. Denken Sie bitte, daran dass wir Juden den Begriff des Maasser Gebens kennen, und dass eine Schenkung eines kleinen Tei. les von glücklicherweise wiedererhaltenem Vermoegen eine Gemeinde in die Lage-versetzt, sehr viel Gutes zu tun. So wollen wir uns jeder einzeln mit unserer Gemeinde identifizieren, um durch Einstehen des Einen fuer den Anderen und insbesondere fuer unsere Gemeinde das zu erhalten, was wir erworben haben und durch Intensive Zusammenarbeit fuer eine weitere glueckllche Zukunft unserer Gemeinde, unseres Volkes und unseres Staates wirken.