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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-03-01 · 3 (Marzo, 1955) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
3 (Marzo, 1955)
Date
1955-03-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 11 Marzo, 1955 Der erste Schu ltaè Schulbeginn ist in Israel am 4. Oktober. So stand es m der Zeitung, und so hofften die Eltern, Endlich nach 3 Monaten Ferien. Der Lehrerstreik ist .nicht zur Durchfuehrung gekommen. Kommissionen machten Konzes - sionen, und allen Gewalten zum Trotz hat der Unterricht begonnen, — hat vielen 6 Jaehrigen das Erlebnis des ersten Schultages gebracht. Mit der funkelnagelneuen Schulmappe auf dem Ruekken, der Fruehstueckstasche umgehaengt, und der Nylonflasche am roten Riemen ziehen sie an der Hand der Mutter, dem Schulhaus zu. Noch einmal werden sie ermahnt: Sitz schoen ruhig, sonst wirst Du bestraft. Sprich nicht und lach nicht, sonst wirst Du bestraft. Pass gut auf, sonst wirts Du bestraft, Stoere nicht den Unterricht, sonst wirst Du bestraft. Und im Kopf des Kindes rotiert der Satz. Sonst wirst Du bestraft, und vervielfaeltigt sich. Noch geht alles glatt. Viele Muetter mit ihren Kleinen kommen von allen Seiten. Am Tor staut sich die Menge, denn auch dieser Eintritt hat seine buerokratischen Flaschenhaeise, durch die man sich mittels vieler Papiere hindurch schleusen muss. Man muss noch einmal nachweisen, dass man geboren wurde, dass man von der Iriah - Schwester untersucht, und fuer tauglich befunden wurde, und dass man an vielen stellen fuer viele Stellen viel Geld bezahlt hat. Und dann ist man in dem Klassenraum, an dessen Tuer ein grosses Aleph steht. Eine junge Lehrerin begruesst die Kleinen mit ihrem Vornamen, den sie sich eben von der Mutter zufluestern liess, Jedes Kind bekommt einen Hatz angewiesen und muss nun die Hand d. Mutter loslassen. Und nun zeigen sich die Temperamente, und jeder Psychologe koennte seine Studien machen. Aber die Morah Lea hat Anderes zu tun. Sie muss zwei kleine Streithaehne auseinander bringen einen Frechdachs vom Tisch herunterholen, und zwei kleine Maedchen bitten, aus dem Schrank herauszukommen. In der Zwischenzeit sind ein paar Lausbuben auf das Fensterbrett geklettert, u. versuchen mit Brachialgewalt, diesen Platz zu behaupten. In der Klasse herrscht heilloses Durcheinander. Bei 3b Kindern hat man das Gefuehl. von hunderten von Armen u. Beinen bedroht zu sein. Das Geschrei schwillt derartig an. dass sich die Muetter nicht mehr miteinander verstaendigen koennen. Die Braunen und die Blonden die noch vor wenigen Minuten so sorgfaeltig gekaemmt waren, sind jetzt zerrauft, erhitzt und verschwitzt Haarschleifen liegen zertreten am Boden, und Federkaesten werden als Waffen benuetzt. Und die Lehrerin steht ruhig an ihrem Tisch, sieht dem Treiben zu, und laechelt. Und man glaubt, dass es niemehr anders werden kann. Ploetzlich aber entwirrt sich der Haufen und im Laufe weniger Minuten sitzen alle an den ihnen zugewiesenen Plaetzen, sperren ihre kleinen Muender und grossen Augen auf Von MARIANNE WMm í« v.íwítí-: und singen. Man weiss nicht, wie diese Verwandlung vor sich gegangen ist. Keine Faust hat auf den Tisch geschlagen, keine preussische Kommando-Stimme hat gebruellt. Das hat mit ihrem Singen die Loreley getan. Ganz leise hat die Morah angefangen, die Hatikwah zu singen, und man hat sie gehoert, und man hat auf sie gehoert. Und sie hat den Finger auf den Mund gehalten, zum Zeichen, dass man schweigen soll. Und mit der andren Hand hat sie den Kindern bedeutet, sich hinzusetzen. Und nun singen sie alle, und die Muetter haben Traenen in den Augen, —das haben die Muetter so oft, wenn man nicht weiss, warum — und sie sind versucht, mitzusingen. Und sie haben nur Augen fuer ihr Kind, denn das ist das weitaus schoenste von der ganzen Kollektion der 35. Und auch die Hatikwah geht einmal zu Ende. Jetzt fragt die Morah Leah den Fensterbretthelden, was er jetzt am liebsten singen moechte. Und ohne nachzudenken, schreit er, dioh, und der ganze Chor singt vielstimmig, jedes Kind singt fuer sich, dioh, dioh. Und nun bekommen die Muetter ein Zeichen, dass sie die Klasse verlassen sollen. Und sie gehorchen, u. schleichen davon, und sie werfen noch einen Blick auf ihr gluecklich singendes Kind, und wischen energisch mit dem Taschentuch die letzte Traene weg. Und nachdem sie aus diesem Paradies verjagt wurden, stehen sie auf der Strasse, in der gluehenden Sonne, und sind schon wieder mitten im Alltag. nen und auf das Besondere im Besonderen zu sprechen, und ein Klagelied auf die fehlende Margarine eint die Muetter. Und mit Indianergeheul kommen 35 kleine Jungens und Maedchen aus dem Gebaeude herausgestuerzt. Jedes Kind sucht und findet seine Mutter und kann die Erlebnisse des ersten Schultages nicht schnell genug berichten. Jeder hat schon einen Chawer oder eine Chawerah und Papier zum Malen und Buntstifte. Und die Schule ist wunderbar, und niemand wird bestraft. Und man muss Geld mitbringen fuer die blaue Buechse, und Blumen fuer die Klasse. Und uebermorgen ist frei, weil die Grossen nach Jeruschulayim zur Ausstellung fahren, und wenn wir gross sind, dann fahren wir auch. Und wir machen einen Tiyul und eine Hazagah. Und wir haben gar keine Schularbeiten auf, und wir werden Baeume pflanzen, und zu dem Grab von Weizmann und zu den Affen im Gan-Chajoth fahren. Und ich moechte, dass es ganz schnell morgen ist, dass ich wieder in die Schule gehen kann! Und die Mutter denkt an ihren ersten Schultag, an ein Matrosenkleid, in dem ein kleines schuechternes Maedchen steckte, das nur unter Traenen die Hand der Mutter losliess. Und eine ganz grosse Schultuete versuesste den ersten, den schwersten Schritt ins Leben Aber diese riesige Zaubertuete war, wie so vieles spaeter, nicht ganz; echt, denn nur die Haelfte des Inhalts war Naschwerk, der Rest war Atrappe. Und sie tauschen ihre Sorgen aus, und sind miteinander schon so bekannt, wie ihre Kinder es sind. Und sie fangen sofort an, zu schim. p f e n denn gemeinsames Schimpfen vereint. Zuerst auf die Iriah, die den Schulunterricht auf die Zeit von 1|2 1 bis 1 ¡2 4 Uhr gelegt hat. Und statt dass es jetz leichter wird, wo das Kind zur Schule geht, wird es noch viel schwerer. Und man muss extra kochen, und das Kind wegbringen, grade wenn das Essen auf dem Herd steht, und das Kind abholen, grade, wenn man sich ein bisschen ausruhen will. Und dafka in der Mittagszeit, wo das Kind immer geschlafen hat, soll es nun arbeiten. - Und man schimpft ueber die teueren Preise, und man kommt auf das Allgemeine im Aügemei- Defizit verringert Um fast 3. Millionen Pfund konnte das Defizit fuer das Budgetjahr 1954155 gegenueber dem Vormonat im Oktober 1954 verkleinert werden, wie aus Ziffern hervor geht, die vom Finanzministerium in Jerusalem veroeffentlich wurden. Die Einahmen im Monate Oktober betrugen rund 53 Millionen Pfund (fuer die sieben Monate des Budgetjahres insgesamt 326 Mill. Pfund, die Ausgaben 50 Mill. Pfund (ingesamt 336 Mill. Pfund). Das Defizit sank somit auf 2*2 Mill. Pfund Defizit die aus dem Jahre 1953;54 kommen, sodass das Gesamtdefizit 22'/a Mill. pfund gegenueber rund 25.5 Mill. Pfund im Vormonat betraegt. NORMENSYSTEM Etwa 226,000 Personen arbeiten gegenwaertig im Lande nach dem Prinzip der Normen und Praemien unter der Aufsicht von 131 Produktionsraeten. Diese Ziffer wurde vor der 4. Landeskonferenz der Arbeitervertreter in den Produktionsraeten veroeffentlicht, die in Tel-Aviv eroeffnet wurde. An der Eroeffnung der Konferenz beteiligten sich auch Ministerpraesident Scha ret und Arbeitsminister Meiersohn. Das Prinzip der Normen gilt in Kooperativen und Kibbuz- Betrieben mit 200,000 Arbeitern und in Privatbetrieben mit 26,000 Arbeitern. Durchschnittlich verdienen die Arbeiter in diesen Betrieben um 25% mehr. In etwa 100 Produktionsraeten werden 120 Produktionstechn iker beschaeftigt. Der Generalsekretaer der Histadurt, Mordechai Namir verteilte gestern 20 Preise an Vertreter verschiedener Produktionszweige fuer hervorragende Arbeitsleistungen. Die Preise bestehen aus einem Zeugnis und 250.— IL in bar. (YH).— Seit Staatsgruendung bis Oktober 1954 wanderten 27.231 Olim aus Westeuropa in Israel ein, davon 433 in den 10 Monaten von Januar bis Oktober 1954. Die Gesamteinwanderung seit Staatsgrue ndung betrug 729,038 Olim, zu denen nocü 5202 Touristen kommen, die sich im Lande niederliessen, wie aus einem Bericht des Keren Hayessod hervorgeht. Die Olim aus Westeuropa verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Laender: Deutschland 9179, Frankreich 4440, Oesterreich 3146, Griechenland 2158, England 2585. Italien 1568, Belgien 1221, Holland 1371, Spanien 421, Schweden 454, Schweiz 499, Portugal 43, Daenemark 27, Norwegen 12, Irland 21, Finnland 5, Luxemburg 17, weitere 64 Olim kamen aus verschiedenen Laendern. Aus Amerika wanderten seit Staatsgruendung bis Oktober 1954 insgesamt 6658 Olim nach Israel ein, unter ihnen 521 in den 10 Monaten von Januar bis Oktober 1954. Aus den USA kamen 2262, aus Kanada 324, Argentinien 2110, Brasilien .712 Olim. Die uebrigen wanderten aus Mittel-und Suedafrica ein, Zusammenfassend wird festgestellt, dass in der Gesamtzahl der westlichen Alija 651 Olim aus Suedafrika ins Land einwanderten. “Rueekkehr von Flueehtlingen Unerwuenscht” Korrespondenten gegenueber erklaerte Erzbischof Hakim, das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche in Israel, dass die Zurueckfuehrung eines groesseren Teils der arabischen Fluechtlinge ins Land unnoetig und unerwuenscht sei. Es waere unnoetig, Fluechtlinge, von denen sich ein grosser Teil bereits in den arabischen Laendern eingeordnet hat, nach Israel zurueckzubringen, Vielmehr waere es jedoch erwuenscht, sagte der Erzbischof, dass sich das Benehmen der Behoerden gegenuebeT den hier lebenden Arabern verbessert. Auf eine einschlaegige Frage gab Erzlbschof Hakim zu, dass seine Situation, als Oberhaupt der Kirche in Israel, viel besser ist, als sie in jedwedem arabischen Land waere. Er fuegte hinzu, Israel werde sich der Sympathien vieler Christen im Mittleren Osten erfreuen, wenn es seine Beziehungen zu der christlichen Minderheit verbessert. Der Erzbischof hofft, dass die Reorganisierung der Regierung auch zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Israel und der arabischen Minderheit beitragen wird. Die BNE JISROEL teilt mit MELDUNGEN ZUM Damenehor Stimmbegabte Damen, die bereit sind in unserem Damenchor mitzuwirken, werden gebeten, sich im Sekretariat der Gemeinde zu melden. (Casilla 2487. Telefon: 330961. Uhrenfabrik Die Besitzer einer schwel zerischen Uhrenfabrik beab sichtigen die Errichtung einer Fabrik fuer Uhrenhuelsen in Jerusalem. Ausgaben des CIROSCO Wir verausgabten im vorigen Monat fuer Barunterßtuetzungen, Barzahlungen, Arzt—, Arznei— und Krankenhauskosten, Schul —und Berufsausbildungsbeilagen, sowie fuer die Unterhaltung unseres Altersheimes, ausschliesslich. der laufenden Buerounkosten. $ 520.750.—

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