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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-03-01 · 3 (Marzo, 1955) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
3 (Marzo, 1955)
Date
1955-03-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Marso, 1055 BOLETIN INFORMATIVO 5 ) i i i 1!; I i i t f ‘ { < I '•'fe -, Ausgeschlittert, reingeschlittert Die Weltpresse hat ausfuehrlich darueber berichtet, wie die Frau des Botschaftsrates Dr. Oskar Schiitter bei einer Internen Weihnachtsfeier in London “ausrutschte” indem sie die Anwesenden bat, doch ja zusammen zu halten, wo sie non alle mal im “feindlichen Ausland” saessen Das Echo war so stark, dass das Bonner Auswaertige Amt sich genoetigt sah; Botschaftsrat Schütter von seinem Posten abzuberufen. Wir hegen keinerlei Befuerchtungen fuer die Karriere des Herrn Rats, die bisher so reibungslos verlief durch 1933 und 1945 hindurch: Tatsaechlich verteidigte ihn bald darauf das Bonner Communiqué, “welches seine Haltung waehrend des nationalsozialistischen Régimes ueber allen Zweifel erhaben” und daher alle “Rueckschlaege aus diesem bedauerlichen Vorfall gegenstandslos” findet. Schon der Umstand allein, dass Dr. Schütter im Auswaertigen Amt —welches neuüch den in Judendeportationen verwickelten Gesandten von Bargen rehabilitierte! — weiter arbeitet, nahm auch uns jeden Zeifel ueber seine Haltung waehrend der Hitlerdiktatur und wir waren also nicht verwundert, bei naeherer Untersuchung feststellen zu koennen, dass Schütter bereits an der Gesandtschaft in London arbeitete. Fuer den Botschaftsrat hat sich wie bisher auch jetzt nichts geaendert. Seine Freunde im Auswaertigen Amt werden ihn bald wieder zur Arbeit schicken. Ins feindüche Ausland. Trotz alledem scheint uns der Laerm um die Dame, die ihre Gedanken nicht in das diplomatische Unterbewusstsein zu bannen verstand, reichüch uebertrieben. Da gibt es Kesselring und Oberlaender, da wird ein amnestierter Kriegsverbrecher beglueckwuenscht, da ist ein zackiger Grenzschutz wieder einsatzbereit wie auch der im Aufbau begriffene Blank-Generalstab—, und dies aües erweckt weitaus weniger Reaktion als die weinselige Bemerkung einer Blonden?! Da scheint uns viel weniger bedeutsam, dass eine Nazistin diplomatisch ausgeschüttert ist, als dass schon wieder so viel nazistische Ex- Groessen in die wichtigen Stellungen “relngeschlittert sind. Darueber soüte man berichten. In Schlagzeilen. Auf der ganzen Welt. Vor aüem aber: im feindlichen Ausland! Irak steigt aus Die Arabische Liga erwies sich vom ersten Moment an als verkehrsuntaugüches Fahrzeug. Soviel auch die englischen Diplomaten an ihm herumbastelteten, und die eifrigen Chauffeure den Ersatzbrennstoff des Zionistenhasses in seinen Kuehler schuetteten, —die Karre kam nicht in Schwung. Immerhin konnte man unter den verschiedenen Fahrgaesten, so lange man sie nur zwingen konnte, beisammen zu bleiben, mehr oder weniger eindrucksvolle Sprech choere organisieren und der Umwelt somit die eigene Existenz und sich selbst die eigene Wichtigkeit ins Gedaechtnis rufen. So setzte erst kuerzüch Aegypten, das sein Krokodilsherz an die Liga gehaengt hat, einen Be- Ueberflodene Schluss durch, wonach die Mitgüedsstaaten der Liga keinerlei Abkommen treffen duerften, welches sie ausserhalb dieses Rahmens verpflichte. Nun geschah das Fuerchterliche: Der Irak, im vollen Bewusstsein dass dies einer Herausforderung gegen die uebrigen arabischen Staaten —und vor aüem Aegypten!— gleichkommt, Unterzeichnete ein Verteidigungsabkommen mit Pakistan und dem Erzfeind Tuerkei. Die Tragweite der irakischen Unterschrift (und ihre Aufrichtigkeit!) kann man schwer voraussehen; doch als Praezedenzfall verheisst dies nichts Gutes fuer die Arabische Liga: Irak stieg —de facto— aus, als Erster. Wann kommt der Naechste, bitte?! Vergangenhei t Drei Faktoren Der israeüsche Finanzminister Levi Eschkol hat zum ersten Mal einen ueberaus optimistischen Bericht ueber die Wirtschaftslage abgeben koen nen, als er das Budget dem Parlament vorlegte. Die Handelsbilanz konnte verbessert die Waehrung stabilisiert, das individuelle Einkommen gehoben, (Israel kommt jetzt bereits vor Irland, Itaüen, Oesterreich usw.) dabei die Lebenskosten festgehalten werden. Drei wesentliche Gruende waren ausschlaggebend fuer diese ueberraschend schnelle Aenderung zum Guten: der Israel-Export stieg in einem Jahr um 37,6%, waehrend der Import beim alten Umfang belassen werden konnte; die nordamerikanischen Juden leisteten weiterhin wertvolle Unterstuetzung (die Gesamtsumme der verkauften Wertbriefe belaeuft sich bereits auf 180 Millionen Doüarü); und die deutschen Reparationszahlungen, welche bisher schon knappe 200 Millionen Dollar oder ihren entsprechenden Gegenwert einbrachten. Wenn man an die vielen Angriffe denkt, welche im extremzionistischen Lager gegen die Galutjuden und —1’- havdil!— gegen Deutschland und seine Wiedergutmachungsbestrebungen erhoben wurden, so draengt sich einem die Erkenntnis auf, dass Minister Eschkol keine so erfreuliche Beurteilung der Lage haette geben koennen, haette man diesen Extremisten —was da3 Schicksal fuer alle Zeiten verhindern moege!— die Leitung Israels anvertraut. Ein Volk leitet man am besten, nicht mit lauten Worten, sondern ruhigen Taten . UNTER DER L UPE Wenn ein hoher nordamerikanischer Funktionaer Er. klaerungen ueber die politisch-strategische Lage in einem Winkel der Welt abgibt, so verdient dies unsere groesste Beachtung: man lernt mitunter neue Tatbestaende kennen, auf jeden Fall aber erfaehrt man, wie diese von den massgebenden Maennern in Washington beurteilt werden. Der Assistent des Aussensekretaers, Richard H. Sänger, nahm kuerzüch den Mittleren Osten unter seine aussenamtüche Lupe und analysierte die augenblickliche Situation und Entwicklungsmoeglichkeiten einiger Mittelmeerlaender. Aegypten, so hiess es, sei zu beglueckwuenschen, dass es in den letzten Jahren “seine franzoesische und amerikanische Revolution” durchgemacht haette und dort heute fuer das Wohlergehen der Massen Sorge getragen werden wuerde. Ueber das letztere duerfte es nicht schwer faüen, gegenteüige Meinungen bei den Betroffenen selbst einzuholen, waere das Régime Nasser nicht so erfolgreich bemueht, jegliche freie Meinungsauesserung zu unterdruecken. Was aber die schmeichelhafte Parallele anbetrifft, welche der Funktionaer glaubte zwischen den armseligen Palastrebellen Aegyptens und den Weltumgestaltern Frankreichs und Amerikas ziehen zu duerfen, so schienen ihm selbst wohl nachher recht begruendete Zweifel ueber die Berechtigung dazu aufzutauchen, als er naemlich eingestand, “dass sich das Bild durch einige Kugeln (!) aUerdings stark aendem koenne. Eine tiefgreifende Umwaelzung kann durch ein Attentat nicht aufgehalten, wohl aber dadurch eine programmlose Machtcüque beseitigt werden,,. Die Spannung zwischen den! arabischen Staaten und iS' rael habe etwas nachgelassen. Immerhin seien in Israel, dem er empfehle, auf einen vorderasiatischen Lebensstandard hinabzusteigen (!), die kriegerischen Stimmen neben den friedliebenden genau so vertreten wie in den arabischen Laendern. Wobei Mr. Sanger nur vergisst, dass im demokratischen Israel Aussenseiterparteien, denen ihren Kriegsgeluesten Ausdruck zu verleihen niemand verwehren kann, die saebelrasselnden Elemente darstellen, waehrend es bei den Arabern die Regierungen selbst sind, welche bei jeder Gelegenheit ihren pathologischen Israelhass zur Schau stellen. Zwar versichert man dem Judenstaat, dass die Kriegsdrohungen def Muselmaenner gegen ihn nur “fuer den internen Gebrauch” ausgestossen wuerden, jedoch kann man sich von der Befuerchtung nicht frei machen, dass die arabischen Herrscher sich ihren Voelkern gegenueber in eine Lage hineinmanoevrieren, aus der sie dann keinen anderen Ausweg als den eines militaerischen Abenteuers sehen werden. Die Meinung des Funktionaers im State - Departments ist uebrigens, dass “Israel die Nachbarstaaten i n einem Kriege besiegen koenne und wuerde”... Deutschland muss wieder aufruesten, findet die Welt (so man unter “Welt” das nordamerikanische Aussenministerium, deutsche beschaeftigungslose Offiziere usw. verstehen wiü). Zu einer Armee gehoeren aber heutzutage Luftstreitkraefte und um deren Aufbau bemueht sich nun das als Blank-Buero getarnte bundesdeutsche Kriegsministerium. Nun traf in diesen Tagen in Deutschland, aus Argentinien z u r u e ckgekehrt, Adolf Galland ein, seinerzeit General der Luftwaffe und ausgezeichneter Kampfflieger. Das Geruecht behauptet nun hartnaeckig, dass Galland zum Inspekor der zukünftigen deutschen Luftarmee ernannt werden soll und seine Rueckkehr aus Argentinien, wo er offizieller Berater General Perons in Luftruestungsfragen war, damit in Zusammenhang stehe. Bezeichnenderweise wird in Zeitungsberichten ueber den Ex-General der “Widerstand” gewuerdigt, den dieser seinem Fuehrer geleistet haben soü. Tatsaechüch sind diese Berichte das Papier nicht wert, auf das sie geschrieben werden; Galland war kein Anti- Nazi und der einzige Widerstand, den er waehrend des Krieges leistetet, duerfte der gegen die alliierten Flugzeuge gewesen sein. Aber schliesslich verlangt man von einem erstklassigen Fachmann nicht mehr. Doch interessiert uns brennend etwas anderes: wir halten ja nicht mehr bei 1945...!! Wie benahm sich Galland in den zehn darauffolgenden Jahren? In Argentinien, das voll von unverbesserlichen Nazis ist, befindet sich u. a. Gallands Waffengefaehrte Rudel, der seinerseits den neo-nazistischen, widerliche Zeitschriften “Der Weg” und “Freie Presse”, die in Buenos Aires erscheinen, seine Unterstuetzung angedeihen laesst. Unterhielt Galland Verbindungen zu jenen Kreisen?! Das ist eine Frage, die zu untersuchen wert ist und daher wahrscheinlich ununtersucht bleiben wird. BEN Besuch in Chile Am 15. vergangenen Monats kam aus Buenos Aires der Untersekretaer der VN, Dr. Ralph Bunche, an, der eine Inspektionsreise auf diesem Kontinent unternimmt. Dr. Ralph Bunche, der nach dem Tod des Grafen Bernadotte die Vermittleraufgabe in Palaestina uebernahm und dafuer spaeter mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, verdient unsere besondere Anerkennung und Sympathie fuer die vorurteilsfreie Gerechsclilichten sich bemuehte. Club Juvenil Apolítico Deguel Israel Situado en Vicuña Mackenna 175 En el Programa: Tradiciones de Israel, Historia Sionista, Deportes, Juegos, Paseos, Excursiones, Canto Hebreo, etc. Aperturat 16 de Abril Comité Organizador: S. Hanff, J. Will, B. Kopfstein. Havssammlung am 27 2*»

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