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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-12-01 · 12 (Diciembre, 1954) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
12 (Diciembre, 1954)
Date
1954-12-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Diciembre, 1954 BOLETIN INFORMATIVO 13 FÄLSCHE ROUTE Primus des Mittelmeers Als vor drei Jahren einer der internationalen Friedenskongresse in Berlin sein Ende fand, fuhren die israelischen Teilnehmer —alle natuerlich aus kommunistischem oder linkssozialistischem Lager— auf verschiedenen Wegen nach Haus. Die Meisten waehlten ihren Weg ueber das kapitalistische Wien Mordechai Oren, Wortfuehrer des linken Fluegels im Haschomer Hatzair, fuhr ueber Prag. Er hatte dort viele Freunde in hoechsten stellen, wollte sich aber auch um das Schicksal seines Neffen kuemmern, der dort verhaftet worden war. Die ueber Wien Reisenden kamen bei diesem freundschaftlichen Wettlauf als Erste in Israel an. Genauer gesagt, Mordechai Oren kam ueberhaupt nie an. Monatelang war sein Verbleib ein Mysterium, denn die tschechische Polizei hatte, wie sie erklaerte, keinerlei Kenntnis von ihm. Kurz vor dem Beginn des Prozesses gegen Slansky und Genossen erhielt die Israel- Gesandtschaft M i 11 e i 1 ung, dass der israelische Staatsbuerger Mordechai Oren, der sich in Haft befaende, als Zeuge erscheinen wuerde. Das tat er auch und bekannte mit den Angeklagten, Ben- Guricn, Tito, Bevan und vielen anderen Prominenten den Umsturz der Volksdemokratie geplant zu haben. Er, Oren —vom Anklaeger als typischer Semit und internationaler Apache beschrieben— habe dies aus Geldgier getan. Er, Zeuge!, wurde dann gleichfalls zu 15 Jahren Gefaengnis verurteilt. Inzwischen haben sich verschiedene Geschehnisse weltpolitischen Ausmasses ereignet. In Ungarn wird bereits erklaert, dass die politischen Sprueche der letzten Jahre Fehlurteile waren und auf Grund gewaltsam erpresster Gestaendnisse gefaellt worden seien. Einige der politischen Gefangenen werden frei gelassen. Und so stellte sich auch in Prag eines Tages der Neffe Orens auf dem israelischen Konsulat ein und bat um Pass, Visum und Fahrkarte. Mordechai Oren aber, der ihn befreien wollte, buesst weiter seine Schuld, die in nichts anderem besteht, als dass er die Idee von sozialistischer Bruederschaft ernst genommen hatte. Gerade dass kann ihm naemlich ein kommunistisches Gewaltregime nicht verzeihen! Liebe, heisst es, macht blind. Hass muss also wohl die Sicht schaerfen. Demnach ist es nicht weiter verwunderlich, dass zu einem Zeitpunkt, wo Freunde Israels noch ueber dessen Schwierigkeiten seufzen, die feindlichen Araberstaaten bereits auf die sie beaengstigende Dynamik hinweisen, mit der das junge Land mit seinen Problemen fertig wird. Tatsaechlich soll man die Zukunft eines Landes nicht auf Grund einer Notlage, die es ueberall gelegentlich gibt, prophezeien, sondern nach dem beurteilen, was und wie schnell es unternommen wird. Und darin nun ist Israel beispielhaft, zur Freude jedes fortschrittliebenden Menschen, zum Aerger der arabischen Feudalherren: die Juden, ein Ameisenvoelkchen in der Sandkiste des Mittleren Osten, graben und schleppen, pflanzen und bauen, legen Suempfe trocken, bewaessern Wuesten, reissen Fluesse aus ihren jahrtausendalten Betten, sprengen Berge in die Luft und stoeren die mittagsschlaeferische Lethargie einer ganzen Region. Die junge Republik, kaum trocken hinter ihren weltpolitischen Ohren, hat aber nicht nur einen gewaltigen, Fortschritt auf kulturellem, politischem und wirtschaftlichem Gebiet gemacht, sondern sie ueberrascht auch durch unerwartete Leistungen: Israel hat nicht nur bereits Waffenpatente sondern auch Waffen eigener Produktion vorteilhaft verkaufen koennen. Im letzten Monat gab es ein Patent zur Herstellung schweren Wassers an Frankreich ab. Mit diesem Land unterhaelt es, wie Ministerpraesident Schareth berichtete, auch sonst wertvolle Beziehungen u. a. im Hinblick auf das Benutzen von Atomenergie fuer Industriezwecke. Alle Andeutungen ueber Israels Bemuehungen und Erfolge auf diesem Gebiet sind verstaendlicherweise spaerlich und zurueckhaltend. Doch hat es den Anschein, dass als ob Israel, im Gegensatz zu seinen sitzengebliebenen Nachbarn, als Musterschueler seine Lehrjahre durchmachen wolle. Verkaufsartikel: HASS ¿Freie Bahn-wem? Auch wer dem aegyptischen Freiheitsstreben ausgesprochen sympathisch gegenueber stand, musste sich manchmal wundern, wieso die Bemuehungen der Machthaber, die Ernaehrungs— und Gesundheitslage der Bevoelkerung zu bessern, so unbetraechtlich im Vergleich zu jenen waren, die Englaender vom Suez —Gebiet zu vertreiben. Immerhin schien es ruehrend, dass die Aegypter weniger an ihre eigene Freiheit vom Mangel alb an die Freiheit der Meere zu denken schienen. Nachdem die Englaender den Kanal und den anliegenden Landstrich geraeumt haben, zeigt es sich, wie ernst es die Aegypter mit der Freiheit fuer den Suezkanal meinen. Sie naemlich sperren ihn—ent gegen den voelkerrechtlichen Abmachungen und Gebrauchfuer die Schiffe, welche Waren oder Passagiere nach Israel fuehren. So wurde im September das iraelische Schiff “Bat-Galim” angehalten und beschlagnahmt, —unter dem fadenscheinigen Vorwand, dass Schiff haette Fischerboote beschossen. Der W af f enstillstandsausschuss der UNO konnte bisher noch zu keinem Entschluss gelangen, da die Aegypter erfolgreich bei den Sitzungen Verzoegerungstaktiken anwenden. Recht und Unrecht liegen klar zu Tage, doch die internationale Schlichtungsinstanz schleicht mal wieder auf diplomatischen Katzenfuessen um einen heissen Brei. Der Elternausschuss der Schulen des Vaad Hachinuch organisiert wieder die Ferienkolonie "Nofesch" Quilpue in schoen gelegenem Haus, mit eigenem Schwimmbad Leitung: BENJAMIN KOPFSTEIN Turnus A: Vom 2 Januar bis 21 Januar Turnus B: Vom 23 Januar bis 11 Februar Turnus C: Vom 13 Februar bis 2 Maerz NUR NOCH WENIG PLAETZEI Informationen und Anmeldungen: Serrano 871 Tel. 86714 Der Druck und Vertrieb von antisemitischen Hetzschriften muss ein eintraegliches Geschaeft sein; nicht, weil es so viel Kaeufer fuer den Artikel gibt sondern da unbegrenzt scheinende Fonds offensichtlich existieren, mit denen dies finanziert werden kann. Wenn man an die riesigen Schaetze denkt, welche von den Nazi - Grcessen geraubt und nach dem Krieg “untergrund’’ gerettet werden konnten, so kommt einem dies nicht mehr so geheimnisvoll vor. Jedenfalls fliesst aus Spanien, Suedamerika und anderen Gegenden ein reichlicher Geldstrom an allerlei unsauberes Gelichter, dass sich mit antijuedischer Hetze zu befassen geneigt ist. Schweden, das Land, das uns auf so edle Weise waehrend des Weltkriegs half, muss zu seiner Scham und Bestuerzung fetstellen, dass sich darunter einer seiner Landsleute befindet. Einar Aberg druckt und verschickt seit einer Reihe von Jahren vielsprachige Prospekte, die die abgeschmacktesten Verleumdungen gegen Juden enthalten.. Seine Propaganda wird zweifellos von versteckten Nazis finanziert und von Neo- Nazis auf die raffinierteste Art und Weise unter die Leute gebracht. So druckte seinerzeit die deutsche Illustrierte “Stern”, die sich oft unabsichtlich (?) eines Nazi-Jargons bedient (“der aus Galizien eingewanderte..., alias Hans Habe...), das deutlich lesbare Faksimile eines Aberg’schen Flugblattes ab unter der harmlos-scheinheiligen Ueberschrift “Er hat noch nichts gelernt! Obwohl die freiheitslieben-, den Schweden keine Gesetze zur Unterbindung dieser Schmutzliteratur haben, verurteilten sie kuerzlich Aberg zu einer Geldbusse und hielten nunmehr gar eine Freiheitsstrafe fuer angezeigt. Womit sie ihr sauberes Empfinden erneut unter Beweis stellten. BEN A. J. I. AVISA La Asociación de Jóvenes rios para satisfacer sus reales Israelitas pone en conocimiento de todos los jóvenes de nuestra colectividad que continúan desarrollándose las charlas culturales sobre tópicos generales de cultura y sobre problemas judíos locales en las cuales los compañeros asistentes pueden hacer oír su voz, dando a conocer impresiones personales, que por otra parte nos permiten conocer el pensamiento actual de nuestra generación y enmendar los rumbos necesaexigencias. Además continuando en e plan de estrechar lazos entre los jóvenes de ambos sexos, ponemos en su conocimiento que las reuniones bailables de los días sábados y domingos de 18 a 21 horas continúan desarrollándose en nuestra sede social. Reiterando nuestro ofrecimiento, hacemos extensiva.' nuestras charlas y avisamos que ellas se realizan los día: jueves en la noche a las 21.3C horas. Churchill und die Juden (Schluss) konsolidierte, herzliche Sympathie entgegenbrachte, ist bekannt, auch sein seitheriges wiederholtes Bekenntnis zur zionistischen Idee, die er immer unterstuetzen wird, solange juedisch-zionistische und britische Interessen nicht gegeneinanderstehen. Da er “100% iger Engländer” ist, wird er den britischen Vorteil ueber alles setzen; er tat dies stets, und die zionistischen Politiker hatten damit zu rechnen. So hatte er den ungluecklichen “Peelplan”, der eine Aufteilung des Landes in eine juedische, eine arabische und eine britische Zone vorsah, gutgeheissen. Auch war die juedische Welt enttaeuscht, als er waehrend der schlimmsten Judenausrottungen von 1942 bis 1945 nicht noch staerkere Worte fand, als die von ihm benutzten. Dass die juedische Lage noch verzweifelter war als diejenige von Belgiern, Hollaendern, Norwegern, etc., kam in seinen Reden jener Epoche nicht zum Ausdruck. Fuer ihn sollte alles vom Endsieg abhaengen, und die Frage, ob ueberhaupt noch Juden in der europaeischen Hoelle vorhanden sein wuerden am Tage des Sieges der Alliierten, diese Frage duerfte in seinem Denken damals keine entscheidende Rolle gespielt haben. Zusammenfassend duerfen wir Juden von Churchill sagen, dass er unsere Sorgen wohl verstand, dass er keine ueberschwaengliche Gefuehle fuer das juedische Volk hatte und hat, ihm aber Gerechtigkeit widerfahren laesst Als Staatsmann und Schriftsteller, a 1 s Denker und Kuenstler ragt er so sehr ueber fast alle anderen Erscheinungen im oeffentlichen Leben hinaus, dass er vielleicht mit besonderem Masstabe gemessen werden muss. Dass er die Begabungen und Faehigkeiten juedischer Manschen aller Zeiten hoch zu werten und einzusetzen weiss, hat er bewiesen. Da er der ganzen zivilisierten Welt unendliche Dienste erwiesen hat, kamen diese auch uns Juden zugute. Darueber hinaus bleibt er immer ein Befuerworter jeder grossen und erhabenen Sache und somit auch ein Freund des Zionismus. Dem Dank aller freiheitliebenden Menschen schliessen sich die Juden der ganzen Welt an, wenn sie Sir Winston an seinem 80 Geburtstage ihre innigsten Segenswuensche fuer noch viele Jahre gluecklichen Lebens darbringen. Der naechste Lehrvortrag der Kultus-Kommission findet in Verbindung mit einer Chanuka-Feier am Sonntag, 19. Dezember, abends 7,30 Uhr, stattt. Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen. Haussammlung Die naechste monatliche Haussammlung zu Gunsten des “Hilfswerks fuer die Judennot in der Welt” findet am Sonntag, den 19. Dezember 1954 statt.

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