Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 10 (Octubre, 1954)
- Date
- 1954-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Octobre, 1954 BOLETIN INFORMATIVO 7 KATHEDERANTISEMIT MUSS GEHEN Es mag Menschen geben, die ein kindischen Vergnuegen dabei empfinden, wenn sie grunzen duerfen wie die Schweine oder sich' ruelpsen, Solange sie ihrem perversen Trieb im Stillen froenen, bei sich zu Hause, hat kein Mensch ein Recht, ihnen dies zu verbieten. Es gibt Menschen, weiche sich einen tierischen Spass daraus machen, antisemitische Gehaessigkeiten zu aeussern- Unternehmen sie solches nun in ihrer Stube, ist ihr Benehmen abstossend, aber nicht gefaehrlich. Setzen sie es auf der Strasse fort, so wird ihr Treiben gefaehrlich. wenn auch nicht strafbar. Versnritzen sie nun gar ihr nazistisches Gift in den Spalten einer Zeitung, ueber die Wellen des Aethers oder von einer Kanzel der Religion oder Wissenschaft, so ist ein solches Aufre’zen zum Grunpenha^s verbrecherisch und strafbar. Od°r sollte es dies zumindest sein. An der Valparaiso-Universitaet lehrte ein gewisser Oscar Guzmän Escobar Verfassungsrecht. Es muss sich um ein Individuum handeln,—wir entnehmen unsere Information dem ERCILLA— dem das -NTachspionieren und gehaessige Bereden vcn anderen Menschen zu einer Lebensnot wendigkeit geworden war, denn es trennte ihn eine jahre ange Feindschaft von seinem Direktor und den Kollegen, auch war er durch einen ächuelerstreik vcn dem Unterricht in den Gymnasien entfernt worden, nachdem er vergeblich versucht hatte, Kollegen durch Verleumdungen aus dem Dienst zu treiben. Es nimmt keinen Wunder, dass ein Mensch mit derart verkruemmten Seelenleben noch mit einem anderen Schoenheitsfehler behaftet ist: Guzmän Escobar ist strammer Antisemit. Ali einem der ersten Septembertage unterbricht er seine Vorlesung und greift einen juedischen Schueler unvermittelt, an. “Kommunisten... Juden... gescheiterte Individuen... Menschen ohne Gesetz und ohne Vaterland... Der juedische Schueler erhob sich, protestierte gegen die Ausdruecke und erklaerte, sich von dem Unterricht zurueckzu ziehen, da man seine Menschenwuerde absichtlich verletzt habe. Das hoehnische Lachen Guzmans, begleitete ihn. der ihm nachrief, er sei Herr seiner Worte und koenne sagen, was er lustig sei... Herr Guzmän hatte sich aber geirrt. Er hatte die ihm 'wahrscheinlich verhassten demokratischen Eigenschaften der aufrechten Chilenen unterschaetzt. Mit dem Juden verliessen noch eine Reihe junger Studenten den Saal; spaeter beschloss der gesamte Jahrgang, fuerderhin nicht mehr zu den Vorlesungen des Rassehetzers zu gehen. Die gesamte Studentenschaft trat daraufhin in einen 24-stuendigen Solidaritaets-treik und verlangte die Abberufung des Kathederantisemiten. Dem vereinten Druck der demokratischen Kraefte mus- 'te Herr Guzmän weichen und wird nun —sollte er eines besseren nicht belehrt werden— -eine antisemitische Pronavända zwischen den vier Waenden seines Hauses fort- ¿etzen muessen. Das Gebaeude der UNO ist aus Zement gebaut. Boese Zungen mcegen zur Bemerkung neicen, dass dies das einzige Solide sei, was die Organisation der Vereinten Nationen besitze oder das kleine Staaten, von Aden bis Zentralamerika, die sich auf sie verlassen, letzten Endes auf Sand gebaut haben. Jedenfalls aber ist die offensichtliche Ungerechtigkeit verletzend, mit der der Sicher heitsrat der UNO (oder ihre anderen Ausschuesse) hier gebieterisch einschreitet und dort 'ich hinter einem Aktenbuendel verstekt wenn sich ein Hillfesuchender an ihn wehdet. Israel hat auch seine enttaeuschenden Erfahrungen mit dieser internationalen Organisation, weiche seinerzeit die Gruendung des ,Tudenstaates beschlossen hatte, einige Monate SDaeter aber keinen Finger ruehrte, um die Bestrebungen zur Verwirklichung dieses Beschlusses gegen die Angriffe hasserfuellter Nachbarn zu schuetzen. Die snaeteren Versager sind gleichfalls notorisch: es ist der UNO bis heute nicht gelungen, den Frieden im Mittleren Osten zu erzwingen, noch den Suez-Kanal frei zu bekommen, noch auch nur den Waffenstillstand erfolgreich zu beaufsichtigen. Als jetzt vom Landwirtschafts Ausschuss ein Treffen veranstaltet wurde, in dem ueber die Bekaemnfung der Heuschreckenplage beraten werden sollte, ergingen Einladungen an 21 Laender, unter ihnen die arabischen Staaten, aber keine an Israel, das an dieser Frage brennendes Interesse hat. Man hat es also unterlassen, gerade dasjenige Land zum Tisch zu bitten, welches bereits hervorragende Leistung in der wissenschaftlichen Bekaempfung der Plage aufzuweisen hat. Man soll Jedoch hieraus nicht voreilig folgern, dass die HNO sich nicht fuer uns im gleichen Masse wie fuer andere interessiere. Im Gegenteil. Fuer manche unserer Angelegenheiten interessiert man sich ganz besonders. So erging der Ruf des Sicherheitsrates an Israel die Herbstmanoever nicht in der Naehe der Grenzen zu veranstalten. Die Englaender schiessen bei ihren Uebungen die deutsche Insel Helgoland in Grund und Boden, die Amerikaner vergiften belehren Atomversuchen japanische Fischer in der Naehe ihrer heimatlichen Kueste, — ohne da's die UNO auch nur eines ihrer kostbaren Worte darueber verloren h a e 11 e. Wenn aber die Juden im Bereich ihres Hoheitsgebietes Manoever abzuhalten sich gezwungen sehen, um fuer den Fall vorbereitet zu sein, dass sieben Mitgliedsstaaten der UNO ihre wiederholt ungeruegt ausgesprochene Drohung eines Revanchekrieges in die Tat umsetzen, so moechte der Sicherheitsrat sein Veto einlegen. Mit vollem Recht hat Ben-Guriön auf einer Tagung in Tel-Aviv eine scharfe Erklaerung gegen diesen Einmischungsversuch abgegeben. Das Gebaeude der UNO ist, wie gesagt, aus Zement gebaut. Ausserdem aber hat es riesige Glassfronten. Es ist also sehr durchsichtig! Stimmung und Stimme Israel steht oft vor einem schweren Dilemma, wenn es in der Vollversammlung der UNO zur Abstimmung kommt. Soll die Freundschaft zu einem Land, die Ruecksichtnahme auf die in ihm lebenden Juden den Ausschlag bei Israels Stimmabgabe geben oder soll diese nach weitsichtigeren Prinzipien entschieden werden: Indonesien, mit 90% mohammedanischer Bevoelkerung, verlangte eine Ausprache ueber seinen Vorschlag, Holland aus West-Guinea zu vertreiben; Griechenland fordert, dass eine Volksabstimmung in dem strategisch wichtigen Cypern darueber entscheide, ob die Insel unter englischer Herrschaft bleiben oder an Griechenland fallen soll. In beiden Faellen stimmte Israel, im Verein mit den lateinamerikanischen Staaten, den Arabern und dem kommunistischen Block, fuer die Vorschlaege. Im Gegensatz zu zeitbedingten Interessen und Sympathien war es das mutige Bekenntnis, zum antikolonialistiacnen Freiheitsdrang der Voelker, welches Israel so abstimmen liess. Der historische Weitblick seiner Staatslenker war damit erneut unter Beweis gestellt. Sieg, Schwarz auf Weiss In Holland kam es in unseren Tagen zu Bauernkriegen, Koenigsstreitigkeiten und Damenrivalitaeten: es fand ein mit allgemeiner Spannung beobachtetes internationales Schachtournier statt! Die Russen nahmen, wie im vergangenen Jahre, den Hamilton-Russel-Pokal zurueck in ihre Heimat. Ihre schon enrichwoertliche Spieltuech- Mgkeit lie's sie in saemtlichen Partien den Sieg davon tragen, ausser in denen gegen die Vertreter Israels. Der jungen israelischen Mannschaft (Gzerniak, Aloni, Dr. Orni und Porath), war es zur allgemeinen Ueberrasehupg gelungen, ln die Meisterrunde zu kommen. Dann gelang es gar dem israelischen Spitzenspieler Porath gegen Grossmeister Botvlnnik (Russland) ein ehrehvolles Remis zu erzwingen. (Er verlor dann allerdings gegen Ex-Weltmelster Dr. Euwe ^-Holland). Fuer Israel bedeutete dieses Schachtournier einen grossen Achtungserfolg. die Spieler der anderen Staaten betrachtet, Bronstein, Botvinik, Naidorf usw., so muss man zugeben, dass noch besser als die Israelis —die Juden abgeschnitten haben. Zweierlei Mass Unter den arabischen Anschuldigungen gegen den jueaischen öiaat zeichnet sich aiej enige aurch besondere Aosuraitaet aus, weiche behauptet, dass die “Zionisten” Angehcerige nichtjuedischer Religionen feindselig behandelten. Es gibt genug ehrliche Zeugen, mohammedanische wie christliche, die das Gegenteil bezeugen koennen. Unter den letzteren sei nur an die Rektoren der hiesigen Univeriitaeten erinnert sowie an den argentinischen Geistlichen Monseñor Franceschi, der seine lobende Anerkennung ueber die Sorgfalt aussnrach, mit der Israel die Heiligen Staetten betreue, und die Freundlichkeit," mit der es den Pilgern entgegen komme. Es sind aber darueber hinaus Zeugen vorhanden, die erzaehien, dass gerade Transjordanien den Christen, die die am Mandelbaum Tor in Jerusalem gelegenen Heiligen Staetten besuchen wollen, den Zutritt verwehrt. Weiter geht aber noch Aegy itens Alleinherrscher von eigenen Gnaden: General Nasser schxaenkt gar die Bewegungsfreiheit der eigenen Gläeubigen ein. Die mohammedanischen Geistlichen in Aegypten, die Imam, duerfen kuenftighin nur noch das in den Freitag - Gottesdiensten von der Kanzel verkuenden, was ihnen wortwoertlich von der Regierung Vorgeschrieben wird. Die Idee als solche ist gar nicht so uebel. Israel koennte sie auf die palaestinensischen Imam anwenden, die von der Kanzel gegen den juedischen Staat zu Felde ziehen. Aber wie wir Israel mit seinen demokratischen V or u r t e i 1 en kennen, wird es davon keinen Gebrauch machen. Sitten im Seebad Was so ein anstaendiger, deutscher Antisemit war, dachte nicht an ein Ausschalten der Juden aus dem Kultur oder Wirtschaftsleben Deutschlands, geschweige denn an noch brutalere Massnahmen. Er begnuegte sich damit, die Juden unsympathisch zu finden und sie gesellschaftlich zu meiden. In seinen Ferien fuhr er in gewisse Baeder an die Ostsee wo “man unter sich war”, denn das laute Gehaben und auffaellige Benehmen der Gaeste im Judenbad Norderney missfiel ihm... Seit einiger Zeit fahren wieder deutsche Touristen ins Ausland. Ihre Ueberheblichkeit und anmassende Unverschaemtheit sind so gross, dass sich schon der aussenpolitische Ausschuss des Bundes tages mit der Frage zu beschaeftigen genoetigt sah. Viele Hotels und Ortschaften in Italien, und Frankreich haben bereits erklaert, dass sie keine reichsdeutschen Gaeste mehr beherbergen wollen... Quod licet jovi, non licet bovi, oder in freier Uebersetzung: was man Jupiter verbot, nahmen sich die Ochsen raus... Liga de Damas HAUSSAMMLUNG Die naechste monatliche Haussammlung zu Gunsten des “Hilfswerk fuer die Judennot in der Welt “findet am Sonntag, den 24. Oktober 1954 statt. Wir verausgabten im vorigen Monat fuer Kinderfuersorge und Betreuung alter und kranker Frauen und Maedchen, ausschliesslich der laufenden Buerounkosten $ 187,427,60 ICHUD HACHALUTZI Wenn wir einen Blick auf die Vergangenheit werfen, sehen wir, dass, obwohl einige der chaluzischen Bewegungen erst einige Jahre existieren, diese sich durch " ihren Willen zur Verwirklichung und durch ihre grosse Expansionskraft sowie auch ihren chaluzischen und zionistischen Charakter auszeichen. Unter diesen Bewegungen, von denen es leider unter uns nicht zu viele gibt, nimmt auch der Ichud Hanoar Hachalutzi seinen Platz ein. Aus einer urspruenglich sozialen Vereinigung fanden die juengeren Elemente dieses Clubs ihren Weg, indem sie sich mit der Gordonia, d. h. mit der Mapai in Israel identifizierten. Nach kaum zweijaehriger Existenz gruendete ein kleiner aber entschlossener Kreis von Chawerim, die von den ohaluzischen Gedankengaengen der Ideologen der Bewegung inspiriert waren die Hachschara “A. D. Gordon” in der Naehe von Santiago. Auf einem Gut bereiteten sich die kuenftigen Chaluzim fuer ihr kommendes Leben als Arbeiter in Israel und fuer das Leben im Kibuz vor. Das bedeutet physische Arbeit und Gemeinschaftsleben. Etwa ein Jahr lang war diese Gruppe auf Hachschara, um sich vorzuberelten, Waehrend dieser Zeit zeigten sie, dass sie faehig sind, ihren konstruktiven Weg fortzusetzen. Die Hachschara zeichnete sich durch ihren enormen Fortschritt aus und die Mitarbeiter der Federación Sionista” waren mit der Verwaltung dieser Hachschara in jeder Beziehung zufrieden. Und nachdem die Chawerim diese beendet hatten, nahmen die Chawerim nunmehr ihre Alija vor. Aber nicht nur sie reisten nach der Medina ab — in der Sicherheit, dass dies der einzige Weg eines jungen Juden in unseren Tagen ist, sondern eine zahlreiche Gruppe von Kindern der Jugendalija, begleitet sie die ihre Schule in Israel, beenden werden. Dem Ichud Hanoar Hajalutzi und seinen Chaluzim die herzlichsten Glueckwuensche! ' I. C. BALL Am 6. November findet unser traditioneller Geme'nde- Ball statt, der wie uebllch mit viel Hingabe vorbereitet wird und ein > reichhaltiges Programm bietet. Bel Sketch, Musik und Tanz und in angenehmer Gesellschaft verspricht dieser Abend das grosse Ereignis des Jahresendes zu werden. Wir rechnen mit ihwiw Kommen!