Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1954)
- Date
- 1954-09-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Septiembre, 1954 BOLETIN INFORMATIVO 5 i Beratungen, AUSZUNG AUS DEM PRO¬ TOKOLL DER SITZUNG DES REPRAESENTANTEN - KOL¬ LEGIUMS VOM 5.VIII. 1954. 1.) Bericht des Vorstands: Herr Landé berichtet, dass seit der letzten ordentlichen Repraesentanten - Versammlung vom 8. Julio 8 Neuaufnahmen erfolgt und 5 Todesfaelle zu beklagen sind. Er berichtet weiterhin, dass als Delegierte zum lokalen Zionistenkongress die Herren Abramczyk, Hollaender, Landé, Nossen und Rosenthal und als Ersatzdelegierte die Herren Hofmann und Boris Levy ernannt wurden. Als Delegierte zum 11. Kinus des Vaad Hajinuj werden die Herren Nebenschoss, Ermann, Walter Levy, Reich und Dr. Sklarz gewaehlt, waehrend zu Delegierten zum Yad Vaschem die Herren Abramczyk und Rosenthal bestimmt wurden. Dieses Comité befasst sich mit der Errichtung eines Erinnerungsmales in Israel fuer die sechs Millionen Maertyrer, denen post mortem zufolge eines Gesetzes der Knesseth d i e israelische Staatsangehoerigkeit verliehen werden wird. In der vorbereitenden Kommission zur Gruendung eine chilenischisraelischen Handeskammer arbeiten als Vertreter des deutschpxachigen Sektors die Herren Fernando O. Friedman und Erich Markus mit. Herr Landé teilt weiterhin mit, dass vom 1. bis zum 5. September in unserem Hause der Clali-Kongress stattfindet, an dem fuehrende Persoenlichkeiten des allgemeinen Zionismus und zahlreiche Delegierte aus Israel und Sued amerika teilnehmen werden. Im Rahmen unserer Kulturveranstaltungen begann am 15. Juli die Vostragsreihe “Der moderne Jude”. An diesem Abend sprach Herr Rabbiner Loewenstein ueber das Thema: “Der askenasische und sefardische Jude “und Herr Rabbiner Lubliner ueber das Thema: “Der Jude der Emanzipazion”. Diese Vortragsreihe wird am 19. August fortgesetzt, an welchem Abend Herr Dr., Reichmann ueber das Thema: “Der liberale Jude” und Herr Rabbiner Loewenstein ueber das Thema: “Der orthodoxe Jude” sprechen wird. Am 22. Juli fand gemeinsam mit der Unión Sionista die alljaehrliche Herzl-Bialik-Feier statt, bei der die Herren Dr. Aron Kahan und Isaac Drapkin zu uns sprachen. Auserdem wirkten das juedische Orchester und der argentinische Tenor David Hickopf bei der Veranstaltung mit Am Sonntag, den 15. August findet ein Wohltaetigkeitskonzert zu Gunsten des Juedischen Blindenheims in Jerusalem statt, an dem bekannte juedische und chilenische Kuenstler mitwirken. Schliesslich gibt Herr Landé noch von einem Schreiben des Instituto Chileno-Israelí Kenntnis, in dem ganz besonders die kulturelle Arbeit unserer Gemeinde hervorgehoben wird. 2.) Bericht der Kommissionen: a) Herr Rabbiner Loewen- •tiin berichtet ueber den Ver- Besehluesse lauf des lokalen Zionisten- Kongresses und die auf diesem erfolgten Anregungen, insbesondere zu dem ausführlich behandelten Erziehungsproblem. Er berichtet in diesem Zusammenhang, in welch lobenden Worten die Arbeit der SCI und ihres Praesidenten Dr. Landau auf dem Kongress erwähnt worden ist. b) Herr Abramczyk berichtet ueber die letzte Sitzung der Kultus-Kommission, in der insbesondere die Frage der Lehrvortraege und der Jugend-Gottesdienste behandelt wurde. Er teilt mit, dass der letzte der einmal im Monat stattfindenden Lehrvortraege, den Herr Rabbiner Loewenstein gehalten hat, recht gut besucht war und dass der Oneg Schabbat mit Lehrvortrag am letzten Schab bat eine Besucherzahl von 77 Personen aufzuweisen hatte, Er weist darauf hin, dass der naechste Lehrvortrag von Herrn Rabbiner Lubliner am 23. August und der naechste Jugend-Gottesdienst am 28. August stattfinden wird. 3.) Hohe-Feiertage: Herr Dr. Landau berichtet eingehend ueber die Vorbereitungen fuer die Hohen-Feiertage und ueber die Beschluesse des Vorstands betreffend der Eintrittspreise zu den Gottesdiensten. Unter Beruecksichtigung der stark fortgeschrittenen Geldentwertung und der grossen Unkosten, die auch dieses Jahr mit den Hohen-Feiertagen verbunden sind, schlaegt er namens des Direktoriums vor, die Eintrittspreise wie folgt festzusetzen: 1. Karte.$ 600 2. Karte. 400 3. Karte. 150 4. und jede weitere Karte. 100 Jugendliche (12-16 Jahren) . 50 Nichtmitglieder jede Karte. 2,000 Jugendliche (12-16 Jahren) . 300 Nach ausfuehrlicher Aussprache erklaeren sich die Anwesenden mit dieser Preisfestsetzung einverstanden. 4.) Magbit 5714: Herr Dr. Landau berichtet, dass die Magbit 5714 nunmehr abgeschlossen sei und dankt allen seinen Mitarbeitern erzlichst fuer die Arbeit, die sie bei Durchfuehrung der Magbit geleistet haben. ERSTER VORTRAG DER VORTRAGSREIHE “Der juedische Mensch” Am 1, Abend der von der Kultus-Kommission der SCI “B’ne Jisroel” veranstalteten Vortragsreihe “Der juedische Mensch”, der von dem Vorsitzenden der Kultur - Kommission Herrn Leon Rosenthal geleitet wurde, sprachen Herren Rabbiner E. Loewenstein ueber das Thema “Der askenasische und der sefardische Jude” und Herr Rabbiner Lubliner ueber das Thema” Der emanzipatorische Jude”. Rabbiner Loewenstein versuchte die beiden Wege im Judentum zu charakterisieren und ihre Verschiedenheit aus dem andersartigen Schick sal, das jede der beiden Gruppen durchlebt hat zu deuten. Waehrend das sefardische J udentum in seiner Bluetezeit den Einfluessen der Umwelt ausgesetzt war und seine Denker sich mit den Problemen der Welt auseinandersetzen musste, lebte das askenasische Judentum im wesentlichen abgeschlossen von der Aussenwelt und konnte sich darum mehr nach innen entwickeln. Das sefardische Judentum das jene Epoche hervorgebracht hat, die als goldenes Zeitalter in unserer Geschichte betrachtet wird, ist in der Hauptsache das Werk einiger weniger Geistesaristokraten. Da gegen entwickelten sich die Werte des askenasischen Juden zu Kraeften, die fuer die Masse des juedischen Volkes von ungeheuerer Bedeutung geworden sind und an denen mehr oder weniger alle teilnahmen. Der Weg in die Zukunft duerfte in dem Versuch einer echten Synthese zwischen diesen beiden Wegen liegen. Rabbines Lubliner ging von dem Gedanken aus, das Geschichte Dialog d. h. Gespraech zwischen Volk und Volk bedeutet. Dieses Gespraech seitens des juedischen Volkes erfuhr seine Unterbrechung im Jahre 70 und wurde erst auf’s Neue im Jahre 1948 vom juedischen Volk und anderen Voelkern aufgenommen. Die Epoche der Emanzipation stellt daher nur eine Vorstufe zu dieser Neuaufnahme des Gespraeches dar. Am Typus des emanzipierten Juden zeigte der Redner den grossen Substanzverlust des Judentums auf, der in der Renaissance — Bewegung verkoerperte durch den politischen Zionismus das Judentum vor seinem endgueltigen Zerfall bewahrt hat. Alles in allem standen beide Vortraege auf einer beachtlichen Hoehe und es ist nur zu bedauern, das nur ein Kreis von ca. 50 Zuhoerern bei diesen Beiden Vortraegen anwesend gewesen ist. Wir weisen darauf hin, dass im Gottesdienst am 2. Abend Rosch Haschana im Gemeindehaus und zu Musaf am Jom Kipur (ausser der Predigt ln deutscher Sprache) im Gemeindahaus und im Betsaal Marconi von unseren Rabbinern eine Ansprache in spanischer Sprache fuer unsere Jugend gehalten werden wird. KULTUSKOMMISSION PREDIGT FUER DIE JUGEND Zionismus und Orthodoxie Seit der Gruendung der zionistischen Weltorganisation im Jahre 1897 wurde sie bekaempft von assimilatorischer, von liberaler, und auch unverstaendlicherweise von orthodoxer Seite. Denn gerade die orthodoxen Juden betonen ihre Zionsliebe mindestens 3MaI taeglich in ihren regelmaessigen Gebeten. Bei ihnen war naemlich die Auffassung vertreten, dass der Zeitpunkt, da der Ewige sein Volk erloesen werde, noch nicht gekommen sei, und wir Juden nicht das Recht haetten, in das goettliche Walten einzugreifen. Es gab aber auch strengglaeubige Juden, auch Rabbinen, die der Ansicht waren, der Mensch muss alles tun, was in seiner Macht steht, um die Erloesung die Geulah, aus der Zerstreuung zu beschleunigen. Diese vertraten die Ansicht, dass nationales und religioeses Judentum eine unloesbare Einheit bilden muss, und dieser. Ansicht huldigten auch die liberalsten Zionisten, sodass auf einem Congress feierlich beschlossen wurde, dass die Heiligung des Sabbaths in allen Aemtern und Bueros durchgefuehrt, und in allen Kuechen, die zionistischen Organisationen unterstehen, die Speisegesetze unbedingt beobachtet werden muessen. Das aber genuegte vielen Zionisten nicht, und so wurde nach 4 Jahren, 1902, die Misrachifoederation gegruendet. Sie forderte Durchfuehrung des Baseler Programms auf der Grundlage des gesetzestreuen Judentums. Die Foederation gewann in Erez Israel grosse Bedeutung, sowohl culturell, als auch colonisatorisch, und stellte hervor ragende Persoenlichkeiten der zionistischen. Bewegung. Nur innerhalb der Trennungsorthodoxie, wie z. B. in der Frankfurter Religionsgesellschaft, und in der Berliner Adass Jisroel konnte sie keinen Einfluss gewinnen. Als 10 Jahre spaeter, 1912, in Kattowitz die Weltorganisation Agudas Jisroel gegruendet wurde, ergab sich eine neue Situation. Die Aguda verlangte von der Misrachifoederation dass sie sich von dem religioes indifferenten Zionismus, wie die Aguda Von ADOLF SEIDEMANN ihn nannte, trenne, und die Aguda als die alleinige Vertreterin des strengglaeubigen Judentums betrachte. In Frankfurt und Wien unter Fuehrung von Jacob Rosenheim und Rabbiner Pinchas Cohn hatte die Aguda ihre Zentren, von wo aus sie einen heftigen Kampf gegen die zionistische Bewegung im Allgemeinen, und den Misrachi im Besonderen entfachte. Das Frankfurter Organ “Israelit” diente als Plattform fuer diesen Bruderkrieg, der das juedische Leben bis 1933 beschattete. Der Kampf, der teilweise in gehaessigster Weise gefuehrt wurde, verstieg sich sogar so weit, man moechte es nicht fuer moeglich halten, dass die Weltexecutive bei der britischen Regierung einen Schritt unternahm, der bezwecken sollte, dass alle Rechte der geplanten “Jewish Agency for Palestina” im zu erwarten Palaestinamandat verankert, nicht auf die zionistische Weltorganisation, sondern auf die Agudas Jisroel uebertragen wuerde. Mit anderen Worten: Die Fruechte der vom Zionismus, insbesondere, von Weizmann erkaempften Balfourdeclaration wollte die Aguda ernten, die nichts fuer die politische Befreiung des juedischen Volkes getan hatte. Zum Glueck scheiterte dieser Versuch an der Haltung Englands und der Alliierten. Die europaeische Katastrophe 1933-1945 hat dem Kampf viel von seiner Schaerfe genommen. Das gemeinsame Unglueck hatte, wie oft im Leben, alles Trennende beiseite geschoben. Auch die Staatsgruendung wurde von der Aguda anerkannt, und ihre Vertreter nahmen an der Regierung Ben Gurion teil. Aber nichtsdestoweniger kommt es heute wieder vor, dass in Israel die Aguda sich bemueht, ueber andere Gruppen die Vormundschaft auf religioesem Gebiete auszuueben, und Menschen wie Herzl, Weizmann und viele andere zu verunglimpfen, weil sie nicht fromm im Sinne der Aguda waren. Fuer uns gilt nach wie vor Nordau’s Wort: Das Judentum der Zukunft ist ein zionistisches, oder es ist ueberhaupt nicht. Wer schrieb das Gedicht? “...gefiel mir besonders gut das Gedicht “Von den Worten”. Wissen Sie etwas naeheres ueber die Dichterin, die es schrieb? . Poesiefreundin” / HILDE MARX Hilde Marx hatte sich, kaum der Bay^euther Schulbank entronheii und 1929 mit dem Jean-Paul-Preis ausgezeichnet, schon in der Zeit zwischen 1933 und 1938 in Berlin und darueber hinaus als Autorin einen Namen gemacht: sie schrieb Prosa und Reportagen, war Mitarbeiterin juedischer Zeitungen und Zeit Schriften und brillierte vor allem durch feine, gefuehlvolle Lyrik. Vor Kriegsausbruch fand Hilde Marx ihren Weg in die Vereinigten Staaten, schlug sich durch, heiratete einen Stuttgarter Arzt und ist heute glueckliche Mutter dreier Maedchen. Das Erleben ihrer persoenlichen und zugleich der grossen Welt in den vergangenen 18 Jahren findet seinen Niederschlag in einer Anzahl deutsch geschriebener Gedichte, die, in einem kleinen Band mit dem ebenso nuechternen wie zutreffenden Titel „Bericht“ vereinigt, in New York erschienen sind. '