Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 8 (Agosto, 1954)
- Date
- 1954-08-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Agosto, 1954 BOLETIN INFORMATIVO I Abba Eban TOURISTIK Von SCHALOM BEN CHORIN Israels Ambassador ln den Vereinigten Staaten von Nord amerika und staendiger Delegierter Israels bei den UN, Abba Eban, ist zweifellos der populaerste Diplomat unseres jungen Staates. Abba Eban eroberte Jerusalem im Sturm. Polizei musste die neugierige Menge zurueckhalten. Hunderte hatten keine Karten mehr zu der Veranstaltung erhalten. Das Zion-Kino war ueberfuellt. Menschen aller Kreise kamen, um den jungen, erfolgreichen Diplomaten zu hoeren. Abba Eban gehoert zu den grossartigsten hebraeischen Sprechern, doch ist kein grosser Redner, Alles Pathetische und Demagogische liegt ihm vollkommen fern. Er „betaeubt” seine Hoerer nicht, aber er fesselt sie mit der Klarheit seiner Diktion—trotz einer etwas monotonen stimme— vom ersten Satz an. Haette ich nicht neben dem Redner gesessen und ¡seine spaerlichen Zettel beobachtet, so waere ich felsenfest davon ueberzeugt gewesen, dass er seine formvollendete hebraeische Rede abgelesen hat. Sie war nicht nur druckreif; sie war klassisch. Dabsi sprach Eban vollkommen frei. ter Araber, da er ein klassisches Hocharabisch spricht, —und, uebrigens auch ein ausgezeichnetes Persisch. Abba Eban ist heute, auf dem Hoehepunkt seiner glanz vollen diplomatischen Karriere, erst 38 Jahre alt. Ein Studiengenosse, des Diplomaten schilderte mir, wie der junge Eban in Cambridge fuer seine grosse Schuechternheit bekannt war. Er sprach wenig und war im Gespraech oft verlegen und zoegernd. Aber als es im Kreise der Studenten einmal zu einer oeffentlichen Aussprache ueber das Palaestina Problem kam, meldete sich der schuechterne Eban zum Worte und... war nicht wieder zu erkennen. Er schlug mit seiner klaren Logik, seinem fundierten Wissen seiner klassischen Beredsamkeit seine Zuhoerer sofort in Bann und beherrschte sein Auditorium souveraen. Diese Souveranietaet zeichnet Eban als Redner aus. Es kam waehrend einer Jerusalemer Rede zu erregten Zwischenrufen von kommunistischer Seite, aber Eban liess sich keinen Augenblick aus der Ruhe bringen. Als Redner beherrscht Eban sein Auditorium, aber als Gespraechspartner hat er die —in unserem Volke besonders seine " hellblonde, reizende Frau, die man auf den ersten Blick fuer eine Englaenderln haelt —um so erstaunter zu erfahren, dass sie einer vornehmen sefardischen Familie aus Kairo, entstammt, einer Familie, die zu den Gruendern von Chedera gehoert. Abba Eban ist aber nicht nur ein blendender Redner und kluger Gespraechspartner, er verfuegt oft auch ueber entwaffnenden Humor. Einst verhandelte er mit Dr. Dov Joseph ueber Ernaehrungsfragen Israels, wobei es sich um die Erschliessung neuer Maerkte fuer den Nahrungsmittelimport handelte. „Der Minister”, meinte Abba Eban, „war eigentlich gegen Ernaehrung, aber er fuegt sich der Majoritaet”. Abba Eban kennt das Land nicht nut mit einer Gründlichkeit, die oft in Erstaunen setzt, er liebt es auch und Insbesondere Jerusalem; es ist sein Wunsch, in Jerusalem ansässig zu werden. Aber vorerst sieht es nicht aus, als ob ihm dieser Wunsch in Erfuellung ginge, denn Medinath Israel bedarf dieses Botschafters, der eine dreifache Aufgabe erfuellt; er ist nicht nur unser diplomatischer Vertreter beim Weissen Hause und unser erfolgreicher Repraesentant in den UN; er ist zugleich auch ein „interner Botschafter”. In hunderten von Kundgebungen der Einheitsgkampagne und der Unabhaengigkeitsanleihe sprach und spricht Abba Eban zu den Millionen Juden Amerikas und hat sie fuer Israel erobert. Ein kuehler Diplomat, mit einem gluehenden juedischen Herzen —das ist Abba Eban, der in wenigen Jahren zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten nicht nur der Medinath Israel und des juedischen Volkes, sondern der internationalen Diplomatie wurde. VORSPIEL ZUM MUSIK FEST Von FRANK PELEG Unter den drei grossen Staedten Jisraels hat Haifa musikalisch bis jetzt die geringste Rolle gespielt Tel-Aviv war der Sitz des Philharmonischen Orchesters, Jerusalem hatte seine Radio-Station und damit ein Zentrum, das auf die allgemeine Musikpflege der Stadt ausstrahlte. Wie kam es, dass die musikalische „Provinzstadt” Haifa ploetzlich nicht nur zum Mittelpunkt im Landesmassstab, sondern zum Rahmen fuer ein musikalisches Ereignis von internationalem Interesse gewaehlt worden ist? Als auf dem vorjaehrlgen Musikfest der „Internationalen Gesellschaft fuer Neue Musik” die Frage eroertert wurde, wo das naechste Musikiost stattfinden solle, fand Die Israel-Vertretung bei der UNO. Von rechts nach links: Abba Eban, Dr. Eliashiv, G. Rafael, M. Toff und E. Nachar. Das Hebraeisch Abba Ebans ist etwas Einzigartiges. Er ist vollkommen frei vom englischen Akzent seiner Muttersprache, die er als in Suedafrika geboren, natürlich in jener Reinheit meistert, wie sie einem Graduierten der Universitaet Cambridge ansteht. Eban spricht das reinste Hebraeisch, frei von jeder Beimengung, das ich je hoerte. Diese Reinheit macht freilich manchmal einen fast kuenstlichen Eindruck. Es ist das Hebraeisch eines gelehrten Orientalisten, der er ja ist, aber zugleich voll elegantester Elastizitaet. Es ist eigentlich raetselhaft, wieso Abba Eban ein so farbenreines Hebraeisch spricht, denn er hatte kaum je Gelegenheit, Hebraeisch zu sprechen. Nur drei Jahre lebte er im Lande, in der Jerusalemer Altstadt, wo er waehrend des zweiten Weltkrieges an einem Seminar fuer englische Offiziere, die orientalische Sprachen erlernten, taetig war Spaeter wurde er in das britische Hauptquartier nach Kairo versetzt und erregte dort das Erstaunen gebildet seltene Gabe— des guten Zuhoerers. Er laesst andere zu Worte kommen und gibt dem Gespraech oft nur durch eine scharf pointierte Bemerkung eine entscheidende Wendung. Als der russische Aussenminister Wischinsky einmal scherzhaft zu Eban sagte: „Wenn wir die Juden der Sowjetunion auch ganz frei auswandern Hessen, sie wuerden gar nicht nach Israel kommen, da sie sich in Russland vollkommen zuhause fuehlen”, meinte Eban nur: „Machen wir einen Versuch —Sie oeffnen die Tore ihres Landes und wir... warten!”. Auf diesen „Versuch” Hessen es die Sowjets aber offenbar „noch” nicht ankommen. Eban wurde von den Zeichnern der UN oft karikaturistisch mit Tryge Lie verglichen. Er wirkt tatsaechUch, korpulent und ruhig wie Lie, fast wie dessen juengerer Bruder. Er ist ein Mann, wie sie Caesar um sich wuenschte. Grazil und ueberaus schlank wirkt neben Ihm TSätfüH J hrt.'iuAl 1&8 '50 51 '51 Wie sit ko.menfigs'Z) tfem 3 ja- " *ts Wo ue h*'kamtn(i9Sl) 9% Wtstl'ibe. J Hznu t pAati Zweik ^Tötsuihäj^/yfiiJ Dauer o(ei Aufenthalts — » e A Touristen H-9% / 20-30 ■1-Z rwgwu der Vorschlag, dafuer Jisrael zu waehlen, solchen Anklang, dass der j israelische Delegierte Dr. P. E. Gradenwitz kaum Zeit hatte, sich das Ausmass des Wagnisses zu vergegenwaertigen, als fuer Jisrael plaediert wurde. Da aber die sofort befragten zustaendigen Stellen in Jerusalem positiv antworteten kehrte er mit einem fertigen Beschluss in der Tasche zurueck, ohne noch recht zu wissen, wo im Lande ein solches Unternehmen durchfuehrbar sein wuerde. Nun war uns die Gastfreundschaft Haifas anlaesslich des seinerzeitigen internationalen Chorfestes in so angenehmer Erinnerung, dass wir beschlossen uns mit unserem Vorhaben an die Haifaer Stadtverwaltung zu wenden. Wir wurden nicht enttaeuscht. Es dauerte nur wenige Minuten, den Bürgermeister davon zu ueberzeugen, dass nur seine Iniciative die Gewaehr dafuer bieten wuerde, dieses Unternehmen zum Erfolg zu fuehren. Bald konnten wir dem Praesidium der “Internationalen Gesellschaft fuer Neue Musik” mitteilen, dass wir fuer das Musikfest den geeigneten Rahmen gefunden haben, und auch den grosszuegigen Gastgeber, dessen Fuersorge den Delegierten nicht nur ein interessantes musikalisches Ereignis sondern auch einen angenehmen Aufenthalt verbuerge. Es blieb nur noch die Zustimmung der Regierung zu. erwirken, und eine Koordinilerung mit dem Weltzentrum fuer juedische Musik herbeizufuehren, um die Welt -Uräuffuehrung von Darius Milhaud’s David-Oper fuer das Musikfest zu sichern. Nachdem auch dies gelungen war und die internationale Jury das auszufuehrende Programm beschlossen hatte, gingen wir an die praktische Vorbereitung. ISRAELISCHE FILMINDUSTRIE In Tel-Aviv Hefen vier israelische Filme, die in HerzUa aufgenommen wurden. Hiervon sind zwei Filme bereits in Europa vor 150 MiUionen Zuschauern gezeigt worden. Margot Klausner von der Leitung des Filmstudios erbat fuer die heimische Filmindustrie Hilfe von Regierung und Oeffentlichkeit. Die Studios im Lande — mit moderner Ausruestung — bewertete sie mit IL 750,000.—. Ferner teilte sie mit, dass ein Vertrag mit einer neuen israelischen Gesellschaft „Ssadoth“ unterzeichet worden sei. Dies ist eine private Gruendung, gemeinsam mit dem Kibbuz Hameuchad. Wie man weiter erfaehrt, wird „Orion-Film“ (USA) im Fruehjahr im Lande Aufnahmen machen.