Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 8 (Agosto, 1954)
- Date
- 1954-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- fe REDACCION) S.C. I. B'NE JISROEL 1 AV. PORTUGAL 810. TEL. 33096 CASILLA 2487. SANTIAGO CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA "B'NE JISROEL" Año XVI — N.o 8 SANTIAGO DE CHILE Agosto 1954 Er rettete J mutend Die Jugend-Alijah hat verschiedene Epochen durchgemacht. Sie begann ihre Taetigkeit mit der Rettung von Jugendlichen aus dem Hitlerregime und verwandelte sich in der Zeit des Zweiten Weltkrieges in ein Werk, das die Aufgabe hatte. Waisenkinder aufzunehmen, deren Eltern oft vor den Augen dieser Kinder ermordet worden waren. Diesen Kindern musste man wieder Vertrauen zu den Menschen und ein Gefuehl der Sicherheit einfloessen. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Jugendinstitutionen in verschiedenen Laendern Europas alle die Kinder und Jugendlichen aufgenommen, die am Leben geblieben waren. Es entstand damals bei uns jener besondere Typ eines Lehrer-Erziehers, der zusammen mit den Kindern lebt und sein Schicksal mit dem ihrigen verbindet, der ihnen alles gibt, was ein Mensch imstande ist zu geben, um sie zu einem normalen. Leben zurueckzubringen und sie ihre finstere Ver¬ Probleme gestellt, und es war J nicht immer leicht, eine ge- 1 meinsame Sprache mit den neuen Elementen zu finden. In bezug auf die Alijah von Zehntausenden von Kindern und Jugendlichen ist es uns gelungen, eine vollstaendige Zusammenarbeit von allen Teilen des juedischen Volkes zu schaffen. Das heilige Ziel dieser Sache hat Religioese und Nichtreligioese vereinigt. Linke und Rechte. Etwa 2,000 Erzieher, Pflegerinnen und Angestellte arbeiten in den 250 Punkten der Jugend-Alijah, die ueber das ganze Land verstreut sind, und widmen diesem Werk ihre beste Kraft. Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Wir beabsichtigen, Kinder aus Nordafrika, von den arabischen Laendern, aus Südamerika und aus dem Fernen Osten ins Land zu holen. Wir warten auf Alijah aus Osteuropa. Wir werden diese Aufgabe erfuellen koennen, wenn uns das ganze juedische Volk bei dieser Arbeit hilft und die juedischen Muetter diesen Bei Tanz und Spiel vergessen sie die finstere Vergangenheit 9. AB: GOTT ZERBRICHT UND BAUT Der 9. Tag des Monats Ab erinnert Israel jedes Jahr wieder an den furchtbaren, traurigen Tag, an dem Jerusalem zerstoert wurde. Dass der Herr im Himmel selbst dies getan hat, daran hat Israel keinen Zweifel. Doch es bleibt das erschuettemde „Warum? und Wie lange?”, Israel betet aber auch jeden Tag den 147. Psalm, in dem es heisst: Der Herr baut Jerusalem u. bringt zusammen die Verjagten Israels. Noch heute nach 1900 Jahren klammert sich Israel an diese > Verheissung. Die Kraft dieser Hoffnung hat es stark gemacht, durchzuhalten u. schliesslich die grossen Opfer zu bringen, die zur Gruendung des Staates Israels noetig waren. GRILLBERGER FUENFUNDZWANZIG JAHRE “JEWISH AGENCY’’ REGIERUNG AUF DEM WEG Henrietta Szoid besucht ihre Zoeglinge LEISTUNG UND VERPFLICHTUNG Von Moshe Kol, Leiter der Jugend-Alijah Vor 20 Jahren, als die Lage des juedischen Volkes in Europa sehr schwer war, dunkle Wolken den Himmel des juedischen Europas bedeckten und ernste Gefahren das juedische Volk bedrohten, entstand die glueckliche Idee zu einem grossen Werk: Juedische Kinder und Jugendliche aus Deutschland herauszuholen, um sie nach Israel zu bringen. Dort, in ihrer alten Heimat, sollten sie ein neues Leben beginnen. Diese Initiative verdanken wir Recha Freier, welche das zukünftige Unglueck dieser Jugend in Deutschland voraussah. Als der Nazismus die Vernichtung der Juden begann, war es das menschlichste Werk des juedischen Volkes in dieser Zeit und vielleicht der Welt ueberhaupt, das Werk der Jugend-Alijah zu schaffen. Viele von denen, die diese heilige Arbeit, juedische Kinder zu retten, auf sich nahmen, sind inzwischen von uns gegangen. Wir wollen uns heute ihrer erinnern. An erster Stelle steht Henriette Szoid, die die letzten zwoelf Jahre ihres Lebens dieser Arbeit gab. Die Kinder in Israel nannten sie die Mutter der Jugend, und als diese ist sie auch in unserer Erinnerung geblieben. Heute setzen wir den Weg und die Werke fort, 4ie sie begann. gangenheit vergessen zu lassen. Eine grosse Epoche begann fuer die Jugend-Alijah mit der Gruendung des Staates Israel. In den 14 Jahren bis zu dieser Gruendung haben wir 29.000 Jugendliche nach Israel gebracht. In den 6 Jahren seit der Entstehung des Staates sind in diesem Rahmen 36.000 Kinder zu uns gekommen. Ein bedeutendes Kapitel in unserer Geschichte ist das Hereinbringen juedischer Kinder vom Femen und vom Nahen Osten. Unsere Erzieher wurden vor neue Kindern weiter ihre Liebe schenken werden, wie es bisher die zionistischen Frauenorganisationen taten. Wir erneuern unaufhoerlich unsere Arbeit und Initiative, und diese Erneuerung ist der Inhalt unseres Werkes. Mit der Hilfe der Aufopferung unserer Erzieher und mit der Unterstüetzung von unseren treuen Freunden und Helfern im Ausland werden wir unseren Weg fortsetzen, Tausende von Kindern aus allen Laendern zu einem chaluzischen Leben in Israel zu erziehen. Der lange 16. Zionistische Weltkongress war zu Ende gegangen. Mit grosser Mehrheit war das Statut der kuenftigen erweiterten “Jewish Agency” angenommen worden. Nun, wenige Tage spaeter, am 11. August des Jahres 1929 versammelten sich in Zuerich etwa 200 Delegierte, waehrend mehr als 1500 Gaeste die Tribuenen fuellten, um der Eroeffnungssitzung des Council, dieser neuen oder neuerstandenen Organisation beizuwohnen, die auf dem “Fifty-Fifty” Prinzip aufgebaut worden war. Zionisten und nichtzionistische jPalaestinafreunde (“Noch-nicht-Zionisten”, wie diese von Weizmann scherzweise genannt wurden) hatten sich zu gemeinsamen Werke zusammengefunden. Schwere innere Kaempfe waren diesem historischen Ereignisse vorausgegangen, innerhalb der zionistischen Weltbewegung, aber auch komplizierte Verhandlungen mit juedischen Verbaenden, Gemeinden, Institutionen in aller Welt, die sich bis auf das Jahr 1921 zurueckfuehren lassen. Die wichtigsten Verhandlungspartner, welche die zionistische Weltexekutive, an deren Spitze damals Chaim Weizmann und Nahum Sokolow standen, zu ueberzeugen, zu gewinnen hatte, waren zweifellos die grossen juedischamerikanischen Organisationen, geleitet von Louis Marshall und Félix M. Warburg, der “Board of Deputies” in England sowie die nichtzionistischen Verbaende in Deutschland, unter ihnen die “B’ne Brlth”, der Allgemeine Deutsche Rabbinerverband, mehrere Grossgemeinden. In Deutschland war zu Anfang des Jahres 1929 ein Tnitiativcomité der “Jewish Agency” zustandegekommen, das aus 100 Persoenlichkeitten zusammengesetzt war; zu ihnen gehoerten, fuer den nichtzionistischen Teil, Maenner wie Rabb. Dr. Leo Baeck, Direktor Oscar Wassermann, der Praesident des “Neutralen Keren Kajessod”, Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer (Muenchen), Justizrat Blau (Frankf. a. M.) u. a., die seit Jahren fuer den Gedanken konstruktiver Mitarbeit am Aufbau von Erez Jisrael eingetreten waren. Und nun war die Einigung erzielt worden, und sie kamen “von den vier Enden der Erde”, Wassermann und Baeck fuer die deutschen Palaestinafreunde, Lord Herbert Samuel fuer die englischen, Leon. Blub seitens der franzoesischen und die bedeutende Repraesentanz der amerikanischen Nichtzionisten. Unter den beruehmten Gaesten war auch der Dichter Schalom Asch. Sie alle waren von dem Bewusstsein der Verantwortung vor der juedischen Geschichte getragen und wussten, dass von jetzt an die Rechte der zionistischen Organisation gegenueber der britischen Mandatsregierung in allen Angelegenheiten des “Jewish National Home” von der gemeinsamen Koerperschaft wahrgenommen werden sollten, deren jeweiliger Praesident immer der Praesident der Zionistischen Weltorganisation sein sollte. Und es war dies einer der schoenste n Augenblicke irrt Leben von Prof. Ch. Weizmann, der jahrelang, gegen heftigen Widerstand im eigenen Lager, fuer diesen Augenblick gekaempft hatte und dessen Begruessungsrede ein Dokument menschlicher und juedischer Groesse gewesen ist. Unvergessen sind auch die Worte, die Prof. Dr. Albert Einstein, dort in Zuerich unter dem Jubel des Kongresses sprach: “Ich sehe die Tragik des modernen Juden darin, dass er wohl eine Nation repraesentiert, aber eine, welche atomisiert ist. Der ¡einzelne Jude leidet die Not der Vereinsamten. Nur, wenn sich ein Volk selbst die Gemeinschaft schafft, welche die Vereinsamung des Individuums aufhebt, kann ein gemeinsames Werk moeglich sein, wir duerfen nicht ver- (SCHLUSS AUF SEITE 3)