Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-06-01 · 6 (Junio, 1954) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
6 (Junio, 1954)
Date
1954-06-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8553624-8556560-9194045--1367-8556653
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Junio, 1954 BOLETIN INFORMATIVO 7 Josei Hirschberg, der Zionist UN MODELO PARA NOSOTROS COMITE REPRESENTATIVO DE LA COLECTIVIDAD ISRAELITA DE CHILE Santiago de Chile, 19 de Abril de 1954. Señor Dr. Siegfried Landau Presidente de la Sociedad Cultural Israelita “B’NE JISROEL” Portugal 810 Santiago. Distinguido correligionario: Es con sorpresa y dolor que hemos tenido conocimiento del reciente fallecimiento del Miembro-Fundador, ex Presidente Honorario de la Sociedad que Ud. tan dignamente preside, Dr. JOSE HIRSCHBERG, ocurrido en Israel, país al cual se había trasladado con su familia, realizando asi su tan soñada Aliyá. El Dr. HIRSCHBERG era para nosotros y para este COMITE REPRESENTATIVO en general, un amigo de muchos años y un eficiente colaborador de las actividades colectivas. Su obra organizacional de la nueva inmigración 1939-40 y de los años anteriores será siempre señalada como un modelo para las generaciones venideras y su celo por todas las obras de bien público de nuestro conglomerado, perdurará en todos los corazones de los miembros del Yichuv chileno. Es por ello que sentimos hondamente la desaparición del ilustre fallecido y comprendemos cuán profunda es la pena que embarga a Ud., distinguidos colaboradores de la II. Directiva y socios en general, frente a esta inesperada desgracia. Reciba Ud., distinguido Señor Presidente, la manifestación muy sincera del pésame de sus muy affmos. Ss. Ss. y correligionarios. ROBERT LEVY LEON ROSENTHAL Secretario General Presidente en Ejercicio Seit ihrer Geburtsstunde ¡hat (die zionistische Bewegung um fundamentale Prinzipien gekaempft und um deren Durchsetzung im Leben des juedischen Volkes gerungen. Es ist daher ein natürlicher Prozess, dass die zionistische Bewegung in ihren Kampftagen dem denkenden juedischen Menschen nur eine Alternative offen liess: Ihre Bejahung oder ihre Verneinung. In den 5& Jahren ihrer Existenz hat die zionistische Bewegung ihre Gegner immer wieder zum Kampfe herausgefordert. Es versteht sich, dass ein Mensch wie Josef Hirschberg, der eine Kaempfernatur war, und dabei tief erfuellt war von den Werten juedischer Tradition und dem Glauben an eine juedische Zukunft, einmal in seinem Leben zu dieser zionistischen Bewegung finden musste. So gehoert Josef Hirschberg zu denen, die kurze Zeit nach ihrer Gruendung in der Union Sionista den ihm gebuehrenden Platz einnahm. Ja, man kann sagen, er wurde ihre bewegende Kraft. Wenn wird heute, trotzdem mehrere Wochen seit seinem Hinscheiden verflossen sind, immer noch auf das Tiefste er'chuettert, endgueltig von ihm Abschied nehmen muessen, so verbinden wir —die Chawerim—, die in all den Jahren aktiv mit ihm zusammen gearbeitet haben, mit Josef Hirschberg die Erinnerung, an manchen Moment heisser Debatten und erregender Auseinandersetzungen um fundamentale Prinzipien unserer zionistischen Auffassungen. Er hatte verstanden um das, wass er einmal als das Richtige erkannt, zu kaempfen. Man konnte manches Mal anderer Meinung sein, aber immer wieder musste man den absoluten Willen zur Verwirklichung anerkennen und sich sogar manch mal vor seiner Dynamik beugen. Das, was seine zionistische Auffassung charakterisiert, war seine Faehigkeit nicht im theoretischen stekken zu bleiben. Wurde etwas einmal als richtig erkannt, war er bereit auch unter persoenlichen Opfern fuer die Durchsetzung seiner Auffassung einzutreten. Wie oft war er mit den Meinungen seiner Chawerim nicht einverstanden, wie oft hielt er andere Wege fuer angebrachter, wie oft schmerzte es ihn, weichen zu muessen. Und dennoch fand er immer wieder in den Kreis der Chawerim zurueck, rang er immer wieder um die uns gemeinsamen Prinzipien, denn im Grunde fuehlte er sich in dem Kreis der Union Sionista wie in seiner geistigen Heimat und alle Differenzen, die auftreten konnten, waren fuer ihn immer wieder Differenzen unter Chawerim. Die Alija von Josef Hirschberg nach Israel war eine Konsequenz, die sich aus seinem Charakter und seiner Ueberzeugung naturnotwendig ergab. Der Abschied von uns fiel ihm, wie auch uns, besonders schwer, weil wir mit ihm eine dynamische und nie wieder zu ersetzende Kraft verloren. Dennoch hatten wir Vertrauen in die Zukunft. Denn wir glaubten, dass Josef Hirschberg noch fuer lange Jahre aus der Ferne Mentor in unserer Arbeit sein koennte, dasswir von ihm auch weiterhin Inspiration und Rat erhalten koennten, dass er zwischen uns und der Medinath Israel einen lebendigen Kontakt herstellen koennte, der uns in unserer Arbeit fuer die Medinath Israel persoenlich verbinden wuerde. Er war fuer uns der Exponent alles dessen, was wir als Zionisten anstreben und was letztes Ziel der zionistischen Bewegung ist: Hagschama Verwirklichung. Die Vorsehung hat es anders bestimmt, der lebende Josef Hirschberg kann uns nicht mehr mit der Medinath Israel verbinden. Um so schmerzlicher ist es fuer uns zu wissen, dass in der Naehe des Kibuz Maabaraoth ein Beth Hachajim ist, in dem das, was koerperlich war an Josef Hirschberg, zur ewigen Ruhe bestattet ist. Dorthin werden sich in mancher Stunde der Arbeit und vielleicht auch des Ringens um zionistische Prinzipien unsere Gedanken lenken, und wir werden inspiriert werden von dem, was nicht in die koerperliche Huelle eines Menschen eingeschlossen werden kann von dem unsterblichen Geist. Ob wir am Tisch unserer Union Sionista oder an dem der Gemeinde, oder an dem der Federación Sionista sitzen werden, immer werden wir daran denken, dass fuer den Zionisten Josef Hirschberg vier Dinge heilig waren: Der lebende Kontakt mit der Medinath Israel, die Erfassung und Erfuellung der juedischen Massen insbesondere der Mitglieder unserer Gemeinde mit dem zionistischen Ideal, die Erziehung unserer Jugend in dem Geiste unseres Volkes, und last not least das Werk, fuer das er seine besten Kraefte geopfert, die Magbit. Der lebende Josef Hirschberg hinterliess uns ein Aufgabe. Sein Hinscheiden uebergibt uns ein Testament. Was auch immer kommen mag und wohin uns auch der Weg fuehrt, fest und unverrueckt fuer die Prinzipien der zionistischen Bewegung einzutreten und im Geiste treue Buerger unserer Medinath Israel zu sein. Wir hoffen, dass wir dieses Testament werden erfuellen koennen und so wird das Andenken an das Ehrenmitglied der Union Sionista Josef Hirschberg in unserer Mitte fuer immer bleiben. LOEWENSTEIN Zur ewigen Ruhe Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf uns die Trauerkunde in der Abgeschiedenheit unseres Kibbuzes: Josef Hirschberg ist nicht mehr! Wir ruesteten sofort, um ihn zur Fahrt an die Staette seiner letzten Ruhe zu begleiten. Es ist ein wetterwendischer Vorfruehlingstag, an dem wir durch das Land fahren, aber Israel praesentiert sich uns in seiner ganzen Pracht, mit bluehenden Baeumen und frischem Gruen. Gegen Mittag kommen wir im Kibbuz Maabaroth an, in dem seine aeltesten Kinder, leben und in dem der Verstorbene selbst mit seiner Gattin die ersten Monate nach seiner Alijah verbrachte. Auf dem gepflegten Vorplatz versammelt sich eine kleine Gruppe. Aber schon innerhalb weniger Minuten schwillt die Zahl auf fast 200 Personen an, die das Beduerfnis fuehlen, diesen aussergewoehnlichen Mann auf seinem letzten Wege zu begleiten. Es sind vor allem die “Chilenen”, die nach Israel aus Chile gekommenen Chawerim in den Kibbuzim Maabaroth, Ramot Menasche und Saad und ihre einst der “B’ne Jisroel” angehoerenden Eltern Aber nicht nur Santiago, auch Valparaiso und Concepción sind vertreten. Auf allen Gesichtern drueckt sich die tiefe Bestuerzung ueber das tragische Ereignis aus, in allen Gespraechen kommt die aufrichtige, schmerzliche Trauer ueber das so jaehe und unerwartete Hinscheiden dieser grossen Persoenlichkeit, die so Vielen ein Freund, Vertrauter, Ratgeber und Wegweiser war, zum Ausdruck. Keiner will es glauben, dass dieses Herz, das so stark und warm schlug, seinen letzten Schlag getan, diese Lippen, die so beredt und ueberzeugend zu sprechen wussten, fuer immer verstummt sind. Eine Bewegung geht durch die Menge und dann herrscht ehrfurchtsvolles Schweigen, als die greise Mutter Dr. Hirschbergs mit ihrer Tochter und deren Kindern aus dem Kibbuz, Saad eintrifft Ihre Ankunft hat man abgewartet. Der Schlichtheit detc Feier, und des Kibbuzlebens entspricht es, dass die sterblichen Ueberreste des Dahingeschiedenen auf einem einfachen, grossen Auto zu dem nahen Friedhof des Kibbuzes gebracht werden. Es ist die Lafette der Arbeit, auf der hierzu lande die Chaluzim ihren letzten Weg antreten. Dem Sarg folgt Frau Lotte Hirschberg mit ihren Kindern und Schwiegerkindern, sowie die grosse Zahl der Trauernden. Langsam bewegt sich der Zug die vielbefahrene Strasse entlang. Jedes entgegenkommende Gefaehrt haelt, um dem Toten Ehre zu erweisen. Nach einer Viertelstunde ist der kleine, auf einem Huegel gelegene Friedhof erreicht, der von schattigen Baeumen umgeben einen friedlichen Blick auf das naturschoene, fruchtbare Land mit seinen Ackern und Siedlungen bietet. Die letzte Etappe der Wanderung ist erreicht. Tiefbewegt singt am offenen Grabe Martin Tichauer, der alte Kantor und Weggenosse aus der “B’ne Jisrcel” das traditionelle “El mole rachamim”. Dann ergreift Walter Baron, der einstige Redakteur des “Boletín Informativo” das Wort, um zunaechst in Ivrit und dann in deutsch seine Gefuehle zum Ausdruck zu bringen. Danach sorach Dr. Ginsburg, ein Arzt aus Ramat Haschawim, dem letzten Wohnsitz und Arbeitsplatz Dr. Hirschbergs. Er hob die kollegiale Verbundenheit, die Wertschaetzung der medizinischen und wissenschaftlichen Faehigkeiten des Verstorbenen hervor, der sich in seinem neuen Wirkunskreis allgemeiner Anerkennung erfreute. Ein Vertreter der Krankenkasse (Kupath Cholim) brachte die Achtung des Personals dieser Institution gegenueber ihrem Chef und Berater zum Ausdruck, und fuer die Patienten legte ein anderer Chawer Zeugnis ab von der Verehrung und Zuneigung, die sich Dr. Hirschberg bei der Ausuebung seiner Praxis allgemein erworben hat. Schliesslich sprach als legitimierter Vertreter der B’ne Jisroel und perscenlicher Freund Artur Roesler, der mit seiner Gattin zwei Tage zuvor in Eretz Israel eingetroffen war, nicht zuletzt in der Absicht, Dr. Hirschberg hier zu besuchen. In seinen, von tiefster Bewegung getragenen Worten schilderte er die dynamische Kraft mit der der Verblichene stets einen grossen und wertvollen Kreis juedischer Menschen um sich zu scharen und zu begeistern wusste, wie in Chile so auch hier an seinem neuen Wohnsitz. Der jaehe Tod hat zwar seinem Leben ein. Ende gesetzt, aber sein Werk wird weiter bestehen. Die Erde des heiligen Landes, nach der er sich so gesehnt, wird ihn jetzt aufnehmen zur ewigen Ruhe. Nach einem Psalm, den Martin Tichauer zum Abschluss vortrug, sprach der Sohn Werner Hirschberg das Kaddischgebet. Die Sonnenstrahlen eines Fruehlingsnachmittags beschienen den frischen Huegel, der sich ueber den sterblichen Resten des Mannes woelbte, der in die Geschichte der, wechselvollen juedischen Wanderungsjahre eingehen wird als einer der grossen und mutigen Vorkaempfer juedischer Wuerde und Tatkraft. Curt Schulvater Kibbuz Ramot Menasche. ^■gs^ja——iawwgawb———— Letzte Begegnung Es ist ein schoener Spaetnachmittag, eine Woche nach Purim. Mit meiner Frau komme ich von einem erfrischenden Spaziergang durch die gruenen Felder in das Wohnzentrum unseres Kibbuzes zurueck. Da sehen wir, langsam auf uns zukommend, zwei Gestalten. “Das sind doch Josef Hirsehberg und seine Frau” rufe ich verwundert aus. In der Tat sind sie auf einen Sorung aus Zichron Jaacov heruebergekommen, wo, wie wir wissen, die Beiden einen zehntaegigen Rekonvaleszenten-Urlaub verbringen. Die Begruessung ist herzlich wie stets, und sie sind des Lobes voll ueber die ausgezeichnete Unterbringung und Pflege in idem neuen, modernen Erholungsheim (Beth Abraa), in dem man sie zur Auffrischung ihrer Kraefte einlogiert hat. Auf die Frage, warum sie die beschauliche Ruhe durch einen so anstrengenden Ausflug unterbrochen, antwortet mir Dr. Hirschberg: “Wenn ich so in der Naehe bin, werde ich mir doch die Gelegenheit nicht entgehen lassen, meine Kinder und mein kleines Enkelchen im Kibbuz zu besuchen. Seine Erwiderung ist prompt, die kurze Unterhaltung mit ihm, wie immer, angeregt und interessant. Aber seine Gesichtszuege scheinen mir weniger straffals sonst, sein Gang nicht so elastisch, seine Gesten weniger lebhaft. Und, wie zur ßestaetigung meines Eindrucks, weist er unaufgefordert auf die Weite seines Jacketts hin, die deutlich die erhebliche Gewichtsabnahme illustriert. Noch eine Woche werde ich zur Nachbehandlung ins Krankenhaus gehen sagt er, und ich erwidere. “Und dann werden Sie sich hoffentlich noch etwas Ruhe goennen. Kommen Sie ein paar Wochen hierher in unseren schoenen Kibbuz, da werden Sie sich tuechtig erholen. “Freundlich, aber mit aller Bestimmtheit kommt die Antwort: “Nein, lieber Freund, wo denken Sie hin? Wenn ich aus dem Krankenhaus zurueck bin, werde ich mich mit aller Kraft in die Arbeit stuerzen. Ich habe viel nachzuholen. ..”. Er und ich ahnten nicht, dass die Vorsehung es anders bestimmt hatte. CURT SCHULVATER Kibbuz Ramot Menasche

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.