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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-03-01 · 3 (Marzo, 1954) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
3 (Marzo, 1954)
Date
1954-03-01
Page
Seite 7 (sequence 12)
Language
German
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Marso, 1964 BOLETIN INFORMATIVO WIR GEDENKEN HERMANN STRÜCK (1876—1944) Hermann Struck, ln Berlin geboren, schloss sich in jungen Jahren der zionistischen Bewegung an. Aus einer orthodoxen Familie stammend, wurde er Mitglied des Misrachi; dabei blieb er stets anderen gegenueber tolerant. Ri seiner fcuenstlerischen Laufbahn wandte er sich vor allem der Radierkunst zu. Zu seiner Zeit einer der bekanntesten Portraetisten — dem Zionisten mag sein Herzl- Bild am besten bekannt sein — hat sein Radierstift viele grosse Maenner im Bilde festgehalten: u. a. Hermann Cohen, Josef Israels, Nansen, Freud — und in Erez Israel entstand das bekannte Portrait von Einstein, mit dem er auch persoenlich befreundet war. Der Zeit des ersten Weltkrieges, als er Leutnant im deutschen Heere war — er konnte als solcher das Los der Juden in den besetzten Gebieten oft erleichtern — verdanken wir die Ausbeute an schcenen Landschaften aus Litauen, Weissrussland und Kurland und das Sammelwerk „Das ostjuedische Antlitz”. Struck siedelte 1922 nach Haifa ueber, und hier brachten ihn die wundervollen Farben der Natur auch dazu, farbige Landschaftsbilder zu malen. Sein besonderes Interesse galt aber nach wie vor dem menschlichen Angesicht, und der Milchmann, der Strassenverkaeufer, der Lasttraeger — all die verschiedenen Typen der heimgekehrten juedischen Staemme hielt er mit seinem Zeichenstift fest. Doch muessen wir neben dem Kuenstler Struck auch des warmherzigen Menschen gedenken: In jenen Jahren der spaerlichen Einwanderung gab es kaum einen Neuankoemmling aus den europaeischen Laendern. der mit seinen Sorgen der ersten Niederlassung im Lande nicht Struck aufgesucht haette. Sein Haus stand allen offen, die neben der wohltuend herzlichen Atmosphaere, die er und seine Frau zu verbreiten verstanden, auch Rat und Hilfe suchten — und erhielten. Bei aller Zurueckhaltung, die dem Kuenstler Struck eigen war, beriet, half und foerderte er, wo und wie er nur konnte. Doch auch Touristen — nicht zuletzt solche aus Amerika, wo er waehrend seiner mehrfachen Aufenthalte viele Beziehungen angeknuepft hatte — verfehlten nicht, das Haus Struck in Haifa aufzusuchen. Sie fanden dort Belehrung und An- GESETZ ZUR WIEDERGUT¬ MACHUNG NATIONAL - SO¬ ZIALISTISCHEN UNRECHTS IN DER KRIFGSOPFERSOR- GUNG 1 Die Fristen fuer die Geltendmachung von Ansprachen aus der Kriegsopferversorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz vom 20. Dezember 1950 sind fuer Be* schaedigte, Witwen, Witwcvr und Waisen sowie Eltern teil* weise abgelaufen. Sofern Antragsberechtigte von dem Ablauf der Fristen bisher keine Kenntnis hatten, wird diesen geraten, sich zur Vermeidung des endgueltigen Verlustes jeglicher Ansprueche moeglichst umgehend bei der Botschaft der Bundesre* DR. GEORG LANDAUER Ist am 5. Februar in New York nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Wir verlieren in Georg Landauer einen unserer Besten. Er war ein Mann von universaler Bildung und ungewoehnlichen Gaben, die er seit seinen jungen Jahren in den Dienst der Verwirklichung der zionistischen Ideale stellte. Seit 1921 nahm er fuehrende Stellungen in dem damaligen Palaestina ein und wurde in den Jahren nach 1933 der Mittelpunkt fuer Menschen unseres Kreises. Als Beauftragter der Jewish Agency widmete er seine ungewoehnliche Arbeitskraft der Fuersorge fuer die Auswanderer aus Deutschland, und seiner Initiative sind zahlreiche Plaene zu danken wie die Gruendung der Youth Aliyah und des United Restitution Office. Georg Landauer wurzelte in der Tradition des deutschen Judentums, und mit der gleichen Klarheit, Waerme und Leidenschaft, mit der dieser unbeugsame Charakter seine Ideen im juedisch-poltischen Leben vertrat, suchte er, dem deutschen Judentum und den ueberlebenden deutschen Juden die Achtung und die Rechte zu sichern, die ihnen kraft ihrer juedisch geschichtlichen Leistung und ihrer ruhmvollen Vergangenheit gebuehren. Unser “Council” ist ihm fuer •einen Rat und seine Fuehrung zu grossem Dank veroiiichtet. Sein letzter Brief an ms galt der Sorge um die Bewahrung des kulturellen Erbes der deutschen Juden. Das juedische Volk hat in Teorg Landauer eine seiner -taerksten und liebenswertesten Persoenlichkeiten, wir haben einen grossen Freund verloren. H. REICHMANN egung mannigfacher Art fuer die Besichtigung des Landes. Strucks zionistisch-oeffent-!iche Laufbahn entsprach lern ganzen Wesen des Menschen: er war bereit, mitzutun, wo immer seine Arbeit noetig war, aber er gehoerte nicht zu jenen, welche sich hervortun wollen. Zeitweise war er Mitglied des zionistischen Aktions-Comit&s; doch eine Funktion, die er mit besonderer Hingabe ausuebte, war die als Mitglied des KKL- Direktoriums. Nachdem der Keren Kayemeth sein Hauptbuero vom Haag nach Jerusalem verlegt hatte, wurde er 1923 in das Direktorium gewaehlt, und blieb bis zu seinem Tode Mitglied desselben. publik Deutschland in Santiago, Casilla 9949, zu melden. Fuer die Nordprovinzen Chiles muesste eine solche Meldung beim Generalkonsuln t der Bundesrepublik Deutschland in Valparaiso, Casilla 167—V, erfolgen. Es wird ferner darauf hingewiesen, dass Antraege nach dem Gesetz zur Wiedergutmachung national — sozialischen Unrechts in der Kriegsopferversorgung fuer Berechtigte im Ausland vom S August 1953 binnen einer Ausschlussfrist von einem Jahr nach Verkuendigung dieses Gesetzes (d. h. also bis zum 10. August 1954), bei der zustaendigen Auslandsvertretung zu steilen sind. Einbalmstrasse Jedes Land hat eine gewisse Abwanderung. Das auch aus Israel, das in kurzer Zeitspanne so viele Tausende auf genommen hat, ein —uebrigeas sehr niedriger— Prozentsatz wieder weiterzieht, ist eine vollkommen natürliche Erscheinung, die von nuechternen Beobachtern vorausgesagt worden war. Der “Emeth” schreibt dazu, dass “die -e Emigranten sowohl unter praktischen wie moralischen Gesichtspunkten das gleiche Anrecht auf juedische Sclidaritaet und praktische Hilfe wie alle anderen Glieder des juedische “Wanderungsstromes' haetten, man aber wahrscheinlich durch rechtzeitige Sozialberatung einen Teil der Auswanderer von ihrem Schritt abbringen koennte. Wieviel seelische Unausgeglichenheit manchmal die Ursache von diesen Emigrationsbewegungen sein kann, geht nicht nur aus dem Beispiel der nach Indien zurueckgekehrten Olim hervor, die jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, um wieder nach Israel zu kommen, sondern noch deutlicher aus den armen Ex DP, die von den Vernichtungslaegern nach Foehrenwald, von c^ort nach Israel gingen sich wieder illegal nach Deutschland begaben, um von dort nach Uebersee auszuwandern. Eine dieser Grunnen, die be- -eits nach Brasilien gelangte, demonstrierte jetzt dort vor nach Rumaenien den juedischen Behoerden um eine neue Alijamoegliehkeit fuer sich durchzusetzen. Neulich bemaechtigte sich die “hohe Politik’ dieser Rueckw anderungstendenz. Die rumaenische Regierung erbot sich ihre Landsleute in Israel auf Regierungskosten von Israels Kueste “nach Hause” zu befoerdern wie auch deren saemtliche Schulden an Israel zu tilgen. Von den 120,000 aus Rumaenieri eingewanderten Juden, nahmen 2000 (Keine 2%!) das ünerbieten an. Von diesen bestiegen die ersten Gruppen letzten Monat das Schiff. Die meisten waren aeltere Menschen Angehoerige des Mittelstandes, die wie sie erklaerten, sich fuer die schwere kcerperliche Arbeit nicht eigneten. Leider besteht aber groesste Wahrscheinlichkeit, dass diese Menschen von der rumaenischen Regierung dazu benutzt werden, der jungen juedischen Generation das ‘Scheitern des Zionismus” vor Augen zu fuehren! Die- Maenner, die andrerseits den jungen Israelis ueber die Zustaende in Osteuropa erzabhien moechten —Zionisten, Gemefindefunktionaere, aber auch juedische Kommunisten und Ex-Groessenwerden das vorerst nicht tun koennen: Sie sitzen weiter in den Gefaengnissen. (Siehe nebenstehende Notiz aus Ungarn! ). ihn von der Anwaltkammer ausschliessenj) die Gesundheit dieses Mannes untergraben zu haben. Sein Tod lenkte auch erneut die Aufmerksamkeit auf das Schicksal der Rosenberg-Kinder. Nachdem diese unschuldigen Wesen auf der Strasse und in der Schule so gehaessig verfolgt wurden, dass man sie jetzt irgendwo incongnito aufwachsen lassen muss, hat jetzt der groesste Buehnenkuenstler unserer Zeit, Charlie Chaplin, den Wunsch geaeussert, sie zu adoptieren. Es ist wie in seinen Filmen der Einzige mit dem Verstaendnis fuer Tragik ist der Komiker! der Heimat dank eines Sohnes, den es schmaehlich vertrieben hat”. Soweit der Englaender. In der. deutschen Fresse wurde mit einer einzigen Ausnahme —wenn die Angabe der “Allgemeinen Zeitung der Juden in Deutschland zutrifft— in diesem Fall wie auch jetzt bei der Auszeichnung des Nobelpreistraegers Dr. E.' B. Chain mit dem Paul-Ehrlich- Preis nur der Umstand betont, dass es sich um ehemalige deutsche Staatsbürger handelt. Die ihrer rücksichtsvollen Maessigung bekannten deutschen Zeitungen enthielten sich, ihre zartemofindenden Leser an die Begleitumstaende der Auswanderung von diesen Gelehrten zu erinnern. Wer Jude ist, bestimmen —nach altem Brauch— mal wieder sie. BEN r AMERIKA BELOHNT NAZIS Laut einer im AUFBAU veroeffentlichten Nachricht, koennen die amerikanischen Stellen Einreisegesuche nach den Staaten von Deutschen nur dann eigenmaechtig positiv entscheiden, wenn diese die Frage auf fruehere Zugehoerigkeit zur Nazi-Partei bejahen. Gesuche von Personen, die nie der nationalsozialistischen Partei angehoert haben, muessen erst ueber Washington geleitet werden, da der Verdacht besteht, dass sie Kommunisten seien. UNGARN BESTRAFT JUDEN Das Gefuehl der Furcht und Unsicherheit wird dadurch wachgehalten, dass ueber das Schicksal der im Verlauf der Moskauer Aerzteprozesse verhafteten juedischen Funktionaere noch immer nichts Gewisses in Erfahrung gebracht werden kann. Die Tagesblaetter brachten seinerzeit nur in lakonischer Kuerze die Mitteilung, dass der Praesident der Budapester Kultusgemeinde verhaftet wurde. Man verschwieg aber die gleichzeitige Verhaftung des Presidenten der Kultusgemeinde in Debrecen, Leo Csengery. Auch dass das gleiche Schicksal Geza Kornitzer und Slomo Grossberg, fuehrenden Mitgliedern der juedischen Gemeinde, beschieden war und dass selbst Dr. Laszlo Beaedek, ehemaliger Direktor des juedischen Spitals, nicht verschont blieb, obwohl er ein fanatischer Anhaenger des kommunistischen Regimes ist, wurde amtlich nie mitgeteilt, AUmaehlich sickerte aber durch, dass die Verhaftungswelle etwa zwanzig prominente juedische Persoenlichkeiten erfasste. darunter Aerzte, Angestellte usw. Unter den Verhafteten befand sich Jozsef Andrass (Adolf Fisch), Leiter der Kultusgemeindeabteilung fuer Schulwe'en und derart regierungstreu, dass er die ganze Bibel dem Geiste des neuen Regimes entsprechend um zuschreiben gedachte! Von den Gefangenen selbst hoert man nichts, doch weiss man, dass sie am Leben sind. Trotz mehrmonatiger Haft wird kein Gerichtsverfahren gegen sie erceffnet. Wie man sich erzaehlt, sollen Dr. Benedek und Lajos Stoeckler unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit verheert und zu acht und zehn Jahren Gefaengnisstrafe verurteilt worden sein. Dieses Geruecht blieb jedoch unbestaetigt. Auf freien Fuss gesetzt wurde die ehemalige Angestellte des Juedischen Weltkongresses Ilus Beneschofsky und der Hebraeischlehrer Eugen Racz. Von den im Jahr 1949 Verurteilten des sogenannten „Zionistischen Hochverratsprozessess“, der in der Weltoeffentlichkeit starke Beachtung gefunden hatte, befinden sich Dr. Bela Denes, Expraesident der Zionistischen Arbeiterpartei in Ungarn, sowie Heinrich Galos, ehemaliger Erster Sekretaer des Ungarischen Zionistenverbandes, noch in Gefangenschaft. Die den beiden auferlegte Strafzeit ist schon seit zwei Jahren verbuesst; doch werden sie weiter in Haft behalten, da ein neues Verfahren gegen sie laeuft; dieses gruendet sich auf die gleiche Beschuldigung, die im Hauptprozess gegen sie erhoben wurde, naemlich der „titoistischzionistischen Spionage" und des Hochverrats. (Aus Zuercher Zeitung) Der Dank In einer englischen Zeitung erschien der entzueckende Bericht eines freundlich beobachtenden Nachbarn ueber das Privatleben des Nobelpreistraegers Dr. Krebs. Wir leiinen einen der forschenden Wissenschaft eitrigst dienenden Menschen kennen der es aber doch verstanden hat, ein inniges Familienleben zu gestalten. (Ueber seine kleinen Kinder soll er allerdings so manchesmal gestolpert sein, wenn er ins Arbeitszimmer hastete!) Vor allem aber ist sein Haus immer seinen guten Freunden offen, von denen eine groessere Anzahl, wie der Gelehrte selbst, (aus Hildesheim stammende deutsche Juden sind. “Hildesheim”, fuegt der Bericht hinzu, “ist ein kleines Staedtchen in Deutschland, welches in die Weltpresse gelangt Herz, das nickt traege ist Das tragische Schicksal der Rosenberg, die unbestreitbar gegen ihr Land gefehlt hatten, aber auf Grund eines anerhoert harten Urteils ihr Leben lassen mussten, ist einem in diesen Tagen durch den Dloetzlichen Tod ihres Verteidigers Emanuel H. Bloch wieder ins Gedaechtnis gerufen worden Nicht als ob Gruende dafuer spraechen, dass Blech eines andern als natuerlichen Todes gestorben sei, (wie die kommunistische Presse aus analogen Faellen in den eigenen Laendern zu schliessen geneigt war) vielmehr scheint die Anspannung waehrend des Prozesses und die Anfeindung nachher (man wollte

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