Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 1 (Enero, 1954)
- Date
- 1954-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Enero, 1954 BOLETIN INFORMATIVO 17 DE LA COLECTIVIDAD ISRAELITA! CASILLA 984 -„VALPARAISO/ Zwei Vertmelaltungsn Gabbe, Anna Kittner, Hanna Kittner, Sita Kaufmann und Sofie Schlesinger gestiftet wurde. Die Rifa, geschmackvoll in einer Vitrine angeordnet, lockte zu lebhafter Beteiligung, die Gewinne, schcen und reichlich, wurden mit Jubel in Empfang genommen. Ein groesserer Gegenstand, ein wertvolles Likoerservice, wurde spaeter amerikanisch versteigert und brachte zur Ueberraschung und Freude der Wizo einen enormen Gewinn. Nach der Once fanden in einem Extra Raum die Darbietungen des Puppentheaters statt, auf die vor allem die kleinen Gaeste schon ungeduldig gewartet hatten. Zunaechst wurde von kuenstlerisch hergestellten Puppen in moderner Form die Clianuca-Geschichte dargestellt. Ein Vater erzaehlt seinem kleinen Sohn die Entstehung des Chanu ca-Festes, und es treten die historischen Gestalten auf. praechtig angetan und von erfahrenen Haenden bewegt Bis auf die Kleinsten, die zwar den Inhalt noch nicht erfassten, sich aber an den Puppen erfreuten, war alles ge spannt und begeistert. Dann folgte -fuer die Grossenein Puppenstueck in deutscher Sprache, in dem sich eine feine Dame, eine Chavera und eine “lustige Person” unterhalten. Auch dieses Stueck. Jeden Freitag abend um 19 Uhr. Jeden Samstag vormitaag um 9 114 Uhr. Ausserdem an Jahrzeiten. Diese Daten muessen jedoch recht zetig an die Casiila 984 mitgeteilt werden. Verkuendung des Neumondes: Samstag, den 30. Januar 1954 ADAR RISCHON. Neumondstag: 1. Tag Mittwoch, den 3. Februar 1954. 2. Tag Donnerstag den 4. Februar 1954. Bericht ueber die Ordentliche Generalversammlung: Am 28. November 1953, fand die Ordentliche General Versammlung statt Der Bericht des Vorstandes sowie der Bericht des Schatzmeisters und der Kassen pruefer wurde von der Versammlung einstimmig angenommen und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die Generalversammlung beschloss den Mitgliedsbeitrag ab 1. Dezember 1953 auf Pesos 150. zu erhoehen. pekuniaeren Erfolg durchfuehrte. Leider konnten nicht mehr alle Festteilnehmer abwarten, bis unsere Kassiererin den Betrag kundgeben konnte, den der Nachmittag gebracht hatte. Wir moechten darum an dieser Stelle mitteilen, dass es ein aussergewoehnlich grosser, naemlich ueber 12,000 pesos, war und noch einmal allen danken, die zur Festfreude und diesem Erfolg beigetragen haben. STATT KARTEN Fuer die mir anlaesslich meines 70ten Geburtstages erwiesenen Aufmerksamkeiten danke ich allen Freunden und Bekannten recht herzlich. JACOB FRIED Holanda 3823 Unserem lieben Mutterle FRAU BERTA HERLINGER GROSS zu ihrem 80. Geburtstag Alles Liebe und Schoene. DIE KINDER STATT KARTEN Fuer die mir anlaesslich meines 83 ten Geburtstages in so grossem Masse erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glueckwuensche, danke ich allen Freunden und Bekannten auf diesem Wege recht herzlich. AUGUST ROTHSCHILD STATT KARTEN Fuer die mir anlaesslich meines 70ten Geburtstages erwiesenen Aufmerksamkeiten sage ich allen Freunden und Bekannten meinen herzlichsten Dank. BETTY WEINSTEIN Catedral 2983 Am 13.11. fand ein gut besuchter und stimmungsn laessig sehr gemuetlicher Tee-Nachmittag im Café City statt. Die Spenderinnen waren: Frau Otty Bechan, Frau Else Maier und Frau Adele Schneider. Hueb'sche Rifa und Erzaehlen von Anekdoten, wobei solche aus Israel am meisten Anklang fanden, erheiterten die Anwesenden. Frau Sommerfeld stiftete einen Cake, der verlost wurde der pekuniaere Erfolg war recht gut. Der Vorschlag von Poly Aufrichtig, eine Chanukah-Feier mit Puppentheater stattfinden zu lassen, wurde mit Begeisterung aufgenommen. Die Veranstaltung soll die letzte vor den Sommerferien werden, und sie wird mit Versteigerung und Rifa nebst Feberraschungen hoffentlich ein gut besuchter erfolgreicher Nachmittag werden. II Am Sonntag, den 13.12. nachmittags, fand im Café City eine Chanuca —Feier statt, die mit Puppentheater und reich ausgestatteter Rifa einen froehiiehen und glanzvollen Abschluss unserer Veranstaltungen im Jahre 1953 bedeutete. Die Feier war gut besucht, Gross und Klein erfrischten sich zunaechst an der guten Once, die von den Damen Betty 84. GEBURTSTAG 2 Februar Frau Johanna Fuchs, José Dom. Cañas 1767. 75. GEBURTSTAGE 19 Janual Hans Burchhardt. Av. República 561, casa 2331. 8 Februar David Weissfeld, Chiloé 1268. 8 Februar Frau Frieda Kaufmann, Llevelyn Jones 1356 c|o., Martin Singer. 11 Februar Frau Amalie Markus, Pedro de Valdivia 3420, Dep. 31. Wir gratulieren den Jubilaren auf das Herzlichste und wuenschen ihnen noch viele glueckliche und segensreiche Jahre. Directorium und Repraesentanten-Kollegium. Kinder von Soshana, 4 Jahre, wurde damit bestraft, dass sie keine Erlaubnis erhielt, ihren Patio in Rehavia zu verlassen. Die Nachbarkinder riefen, sie solle zu ihnen auf die Strasse kommen. “Nein. Ich kann nicht. Ich hab Belagerungszustand, weil ich ungezogen war”, war die Antwort. “drueben” Zu einem Besucher von Rehovat, der ein Zwillingspaar nicht unterscheiden konnte, sagt Nahum: “Ich bin nicht Baruch —ich bin Nahum! Baruch ist naemlich der, der die Hosentasche hinten hat!”. ooOoo Dr. F. KAUFFMANN S. A. Vor einigen Wochen starb in New York, Dr. Félix Kauffmann im Alter von 75 Jahren. Der Verstorbene war der Inhaber und Leiter des J Kauf f mann - Verlages in Frankfurt a. M. der sich bekanntlich grosse Verdienste um die Verbreitung juedischen Schrifttums erwarb. Kauffm&nn selbst galt mit Recht als einer der groessten Kenner auf diesem Gebiet. Er war wiederholt Praesident der B’ne Brith-Loge in Frankfurt und der allseits geachtete Vorsitzende des Reichsbund juedischer Frontsoldaten. In die Staaten kam Dr. Kauffmann erst im Jahre 1941, wurde aber bald in den juedisch - interessierten Kreisen als wertvoller Mitarbeiter geschaetzt. Seine Schwester Frau Thekla Hirsch, lebt in Santiago und ist Mitglied unserer Gemeinde. BIBEL UND BIRMINGHAM (SCHLUSS) dass die juedischen Studenten jeder groesseren Universitaet einmal im Jahre mit Hilfe ihrer Gemeinde die Studenten der andern Universitaet fuer einen Kurs als Gaeste auf nimmt. Der Erfolg des Birmingham-Kurses war ein weiterer Schritt in dieser Richtung. Er begann bei einem Freitagabendessen mit anschliessender Diskussion ueber die Aufgaben der juedischen Studentenfoederation. Zu den vierzig auswaertigen Teilnehmern gesellten sich ebensoviel . einheimische Studenten und die Diskussion, die gleich nach dem Tischgebet einsetzte, war echt englisch, das ifeisst humorvoll und indirekt. Man sprach niemals den Gegner an, sondern wandte sich immer an den Vorsitzenden. Humorlose Redner fanden eine weniger geneigte Aufnahme als Redner, die die Lacher auf ihrer Seite hatten. Es war auffallend, wie viel englischer diese Studentengeneration ist als ihre unstudierten Eltern. Dieser Bildungsgegensatz der Generationen, dessen sich die Studenten selbst voellig bewusst sind, verpflichtet, so fuehrte ein Student aus Manchester in leindrucksvoller Rede aus. Was hat die juedische Studentenschaft bisher ihren Gemeinden gegeben? Nichts. Und doch waere hier noch alles zu tun auf dem Gebiete der Erziehungsfuersorge und Jugendarbeit. Unter den Studenten traf ich einige, die gerade in dieser Jugendarbeit ihr Berufsziel erblicken. Bemerkenswert war bei der Diskussion das voellige Fehlen alles Politischen. Am Schabbatmorgen waren die Studenten Gaeste einer ^“orthodoxen” Synagoge und nahmen an dem Morgengottesdienst aktiven Anteil. Was man allerdings in Birmingham orthodox nennt, das wuerde man in Jerusalem als ketzerisch steinigen Ram, zweijaehrig, beobachtet, wie die Mutter Fleisch durchdreht. Auf die Fleischmaschine zeigend: “Mamis Traktor”. ooOoo Isaac, 6 Jahre alt, lobte seine Kindergartenlehrerin: “Weisst du, Mutti, sie ist so gut... so gut wie... ein zahmer Maulesel”. ooOoo Zwei Kinder liegen abends im Bett und siehen die Dekken ueber den Kopf, um sich vor den Moskitos zu schuetzen. Das eine beugt sich vor, um die Dunkelheit zu spaehen, und sieht da Gluehwuermchen. “Nichts zu machen”, sagt er zu seiner kleinen Freundin. “Die Moskitos haben ihre Laternen mitgebracht”. Zunaechst stehen am Eingang einige uniformierte Briten, welche als eine Art Synagogenpolizei den Eingang in das Gotteshaus regeln. Wenn die Gemeinde steht, ist der Eintritt verboten, und da ein uniformierter Nichtjude von Juden stets respektiert wird, so herrscht aeusserlich strikte Disziplin. Sodann sitzen die Frauen ln der Mitte, und die Maenner sind rings um sie gruppiert, Diese Anordnung mit den Damen im Brennpunkt der Blicke laesst auch am Schabbatmorgen wenig Plaetze bei den Damen leer, deren Toiletten in allen Farben erstrahlen, auf und ab blitzen —ob echt oder unecht konnte ich bei der Entfernung nicht genau fetsteilen, denn ich habe ja auch gelegentlich in mein Gebetbuch gesehen, um dem Gottesdienst folgen zu koennen. Nach dem Gottesdienst gibt es eine Form des gesellschaftlichen Beisammenseins, Kiddusch genannt, bei dem man im Gemeindesaal Wein trinkt, Dies war die Gelegenheit fuer die Gemeinde, die Studenten willkommen zu heissen, waehrend sich die Studehten bei der Gemeinde fuer die Aufnahme bedankten. Es waren mehr Angebote gemacht worden Studenten aufzunehmen, als auswaertige Studenten gekommen waren. Der eigentliche Kurs begann am Sonnabend nachmittag. Es wurde bald klar, dass fuer die meisten Studenten die-Bibel ein mystisches Bluch war, vprkiaert durch Synagogenpredigten und Religionsunterricht in den Tagen der Kindheit. Ein Kurs im Geiste eines historischkritischen Humanismus, der Arnos, Jesaia und Jeremia als Menschen in einer Religioesen und politischen Realitaet plastisch erscheinen liess, der den biblischen Text mit assyrischen und babylonischen Chroniken ergaenzte und eine Menge von Karten und Anschauungsmaterial a u f - wies, war fuer die meisten etwas gaenzlich Neues. Bald ergaben sich viele neue Fragen. Nicht alle waren zu beantworten. Die Bibel erlebt Geschichte als Lohn und Strafe eines in der Welt wirkenden goettlichen Erziehers. Wenn Jisrael suendigt, so wird es bestraft. Koennen wir die Ereignisse der juengsten Vergangenheit noch in diesem Lichte sehen? Sind die Juden Englands oder der Schweiz wirklich besser gewesen als die vergasten Juden Europas? Ist aber einmal eine solche Geschichtsauffassung fuer uns sinnlos geworden, schwankt dann nicht damit die gesamte Konzeption eines in der Welt wirkenden persoenlichen Gottes? Diese Fragen erscheinen vielleicht vermessen, aber es ist das Privileg der studentischen Jugend, neue und vermessene Fragen zu stellen,