Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XV (1953)
- Issue
- 10 (Octubre, 1953)
- Date
- 1953-10-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 5 v STERNWARTE IN JERUSALEM;íí?Wc.: In Jerusalem wurde eine Sternwarte eroeffnet, die Sich in der Universitaet. befindet. Or. Seitschlik, der Vorsitzende der astronomischen Gesellschaft, gab Einzelheiten ueber die Sternwarte bei einer Pressekonferenz in Jerusalem bekannt. Die Gesellschaft, die 200 Mitglieder zaehlt, hat aus eigenen Mitteln ein Teleskop, das 400 Mal vergroessert, aus einem Nachlass erworben. Tor der Zukunft (fortgesetzt) Einwanderung IM LETZTEN JAHRE kamen nur insgesamt ,17,000 Olim ins Land, aber die Bevoelkerung wuchs dennoch an: SO,000 Kinder wurden geboren und die innere Alija ueberstieg weit die von jenseits des Meeres. Diese Tatsache ergibt sich aus den Feststellungen des Jahrbuches der Regierung, das eine ganze Reihe weiterer Einzelheiten ueber Leben Im Jahr 5713 enthaelt: Wohnungen *Jeder sechste Buerger in Israel zog um. So ergibt es sich wenigstens aus den Ummeldungen bei den Meldeaemtern, Da ohne Ummeldungen keine Lebensmittelkarten abgegeben werden, ist diese Zahl ziemlich zuverlaessig. Mission *1171 Personen gingen in offiziellem Auftrag ins Ausland. In diese Zahl sind Beauftragte und Schlichim der Regierung, der Sochnut, der Fonds und vieler anderer {Institutionen einbegriffen. Unterricht *Der chronische Lehrermangel fand sein Ende, Dies zeigt die Tatsache, dass keine weiteren Lehrer ohne Diplom eingestellt wurden. Viel, mehr erhielten inzwischen viele Lehrer dieser Kategorie (insgesamt sind es 4500) ihr Diplom. Durch die Einführung der staatlichen Ein. heitsschule wird eine Ersparnis an Lehrkraeften eintreten. Verbindung mit der Welt *Wir unterhalten eine lebhafte Verbindung mit der Welt. Ueber 8,8 Millionen Briefe gingen aus dem Auslande ein, dagegen antworte, ten die Buerger des Landes nur mit 6,8 Millionen Briefen. Die wirtschaftliche Lage Israels spiegelt sich in der Bilanz der Pakete wieder: Es trafen 771,000 Pakete im Lande (ein, und nur 20,000 wurden abgeschickt. Unter den (771,000 Paketen diente ein grosser Teil der Versorgung der schwarzen und grauen Maerkte. Versorgung *Wir assen besser im letzten Jahre als vorher. Die j Durchschnittszahl der Kalo. : rien pro Tag stieg von 2500 auf 2618 Kalorien. Dabei sank , allerdings die tierische Ei. i weissnahrung. Doch, wurde der Rueckgang an tierischer Eiweissnahrung durch viele Vitamine aus Gemuesen wieder wett gemacht. Verbrechen *Nachkriegskrise, Einwanderung und Deflation finden ihr Spiegelbild auch in den : Ziffern ueber Kriminalitaet, i Die Zahl der Verbrechen stieg ' um 14 Prozent, die der leich- , teren Vergehen um 50 Prozent. Die Zahl von Familien- ' und Nachbarnstreitigkeiten, i bei denen die Polizei EingreL; fen ablehnte, wuchs um 37 j Prozent an. Beamte *501 Beschwerden' gingen beim Beamten Disziplinargericht gegen Beamte ein. In 88 Faellen wurden die Angeklagten freigesprochen. 8C Beamte wurden als schuldig befunden und entlassen, 13 schieden freiwillig waehrend der Untersuchung aus. 21 Faelle wurden der Polizei zur Verfolgung uebergeben. In den uebrigen verhaengte das Gericht Disziplinarstrafen, und 30 Faelle waren am Jahresende noch anhaengig. Ehen *Die Zahl der Eheschliessungen; ist betraechtlich . 12,600 Ehen wurden geschlos. sen, 2554 Scheidungen wur. den ausgesprochen, die Regierung gewaehrte 294 Preise an kinderreiche Familien, Lohnpolitik *Die Zahl der Arbeitskonflikte ging auf ein Minimum zurueck, Die Arbeiter geben sich im allgemeinen mit Ein. frierung der Grundloehne und alleiniger Gewaehrung der Teuerungszulage zufrieden. Geldumlauf *Die Deflation fand ihren Ausdruck imi Vierkehr. Die Zahl der Autobuspassagiere ging um 8,6 Prozent zurueck, dagegen stieg die der Reisenden in der Eisenbahn. me Schicksal, haben sie befaehigt zu beweisen, wofuer wir geboren und was wir Menschen auszurichten ver. moegen. Am Tage steht jeder an seinem Platz, arbeiten sie weit ueber ihre Kraefte. Aber am Abend sitzen sie zusammen als die edelsten Repraesentanten der europaeischen Kultur, finden sie sich im Geiste und in einer Freundschaft, die zu erleben Kraft, Hoffnung und Segen ausbrei. tet. Aber was entscheidend ist —sie alle wissen, das Leben ist nur wertvoll, wenn man es in Freiheit beweisen und durch die Tat ausweisen koenne. Es ist ergreifend, in das Gesicht des frueheren Rechtsgelehrten zu sehen, die Klugheit seiner Augen zu bewundern und zu hoeren — “Ich habe keine Sehnsucht mehr nach einer Kanzlei. Erst hier habe ich die Werte des Lebens gefunden, hier bin ich frei. Nie war ich in meinem Leben so gluecklich!” Oder ein anderer sagt— Handelsbilanz *Zum erstenmal konnte Is. rael im Rahmen der bestehenden Handelsvertraege ein Saldo zu seinen Gunsten erzielen. In den Monaten Januar bis Juli diesen Jahres wurden auf Grund der bestehen den Handelsvertraege, die wir mit 11 Laendenrn haben, fuer 8,6 Millionen Dollar Waren importiert und dagegen fuer 11,6 Millionen Waren geliefert. “Wie es uns geht? Wenn es uns nur einfallen wuerde, an der naechsten Strassenecke zu beten —es wuerte keinem auffallen!’’ Die Freude der selbsterwaehlten Freiheit der Menschen zu erleben, gehoert mit zu den schoensten Gesehen, ken, die mir das Leben nach den Jahren der Pruefungen und der Leiden geschenkt hat. Die Menschen haben so viel erlitten, dass sie alle und immer wieder das Fest des Lebens mit der Glut der Freude zu feiern vermoegen. Alle ihre Feste sind Resultate ihrer Arbeit, nicht nur mit der Erde, sondern mit sich selbst und mit ihren Naechsten. Diese Siedler in Beth Jitz. chak, sie haben ihre Vaeter, die sie leiten, ihre Onkels, die sie beschuetzen, und ihre Kameraden, die ihnen hilfreich zur Seite stehen. Es ist wunderbar zu erleben, wie die Fuehrung hier nur durch die Leistung und die Persoenlieh. keit des Eizeinen bestimmt wird. Es sind immer nur die Einzelnen, die eine Atmosphaere schaffen und die den Geist ihrer Vorfahren zu erneuern vermoegen. Die meisten haben hier im heiligen Lande ihre Opfer gebracht. Sie haben im Krieg ihre Kinder verloren. Aber sie klagen nicht. Sie arbeiten fuer eine Zukunft, in der die Ehrfurcht vor dem Menschen wieder erneuert werden muss, in der die sozialen und staatlichen Einrichtungen in diesem Geiste der Ehrfurcht vor dem Leben erneuert werden. WAS HABEN WIR FUER DAS NAECHSTE JAHR ZU ERWARTEN? 47 Millionen IL sollen fuer die Landwirtschaft avisgegeben werden. In diesem Jahre werden drei neue Strassen (Kischon. Ein Kerem. Mischmar Ajalon) gebaut werden. 45 Km. der Yarkon—Neguew Wasserleitung sollen gelegt werden. 30,000 Tonnen Phosphat werden in diesem Jahr erzeugt. Die Reading.Station wird eine fuenfte Turbine mit 50,000 Kw Leistungsfaehigkeit erhalten. 120 Siedlungen bekommen Telefonnanschluss. 5,000 neue Telefone werden gelegt. 9780 Wohnungen fuer Olim werden gebaut. 8,5 Millionen IL werden fuer die Entwicklung Jerusalems ausgegeben. sodass der Mensch wieder zu seiner Wuerde gelangt und zu Anerkennung des Mitmenschen erzogen wird. Ein jeder, der das Glueck hatte, Beth Jitzchak zu erleben, zu sehen, wie Bruederschaft noch lebendig und wie Verwandtschaft noch die Kraft der Liebe ist, der vermag nicht ohne Hoffnung von neuem seine Arbeit zu beginnen. Wie viele sagen es taeglich, und wie viele haben es schon frueher gesagt — es nuetzt nichts! Beth Jitzhak und seine Siedler zeigen uns— nichts ist vergebens. Alles kommt zurueck, alle guten Kraefte tragen unsichtbare Fruechte. Die Menschen hier sind nicht nur froh. Sie sind hilfsbereit, sie sind offen, sie sind stolz auf ihr Land. Wie kann i c h meinem Freunde Willy danken, den ich nicht kannte, als ich nach Jisrael kam, und der mir in seinem Jeep alles zeigte und erklaerte und dazu beitrug, dass die Angst, mit der ich kam, sich in Freude und der Schmerz sich in eine neue Kraft verwandelte. Er fuehrte mich durch den Kib. butz, er fuehrte mich in das Innere Jisraels ein. Durch seine Reisefuehrung erlebte ich eine der entscheidendsten Einsichten —keine Ideologie, kein Plan vermag das Leben ganz zu erreichen. Das Leben korrigiert alles, was der Mensch auszurechnen ver. sucht. Frueher nahm man die Kinder von den Eltern. Heute baut man Haeuser, wo die Kinder mit den Eltern Zusammenleben, wo die Waerme, die die Eltern ihren Kindern geschenkt haben, durch die Kinder wieder zu ihnen zu. rueckkommt. So vermag der jisraelische Geist auszugleichen, was das ideologische Dogma nur zu fordern vermag. Nach anderen Laendern kann man gehen, um Geld zu verdienen. Aber in Jisrael vermag man nur zu leben, wenn man aufbauen will. Ist es nicht ein fast unbeschreib, liches Geschenk, dies ueberall in dem neuen Staat erlebt zu haben? Wenn man von aussen sieht, dann kann man von der Textilindustrie, von der Glasindustrie, von den neuen Fabriken, von den grossartigen Neubauten der Hotels ueberwaeltigt werden. Aber dies hat Jisrael mit allen anderen Laendern, die aufbauen, gemeinsam. Was es aber auszeichnet, ist die Frei, heit, die jeder Einwanderergruppe geschenkt wird, und die es zulaesst, den Bildungs¬ und Kulturkreis, den sie mitbringen, weiter zu entfalten. In der ersten Generation leben sie noch alle in den gleichen Gebraeuchen, mit den gleichen Sitten, wie sie es gewoehnt waren. Aber ein je. der bringt den Beitrag mit* der kulturschaffend ist Noch vermag er sieh nicht in der Sprache Jisraels auszudrueeken. Aber fuer seine Kinder ist die Sprache bereits der Mutterboden, aus dem die Kultur erwachsen kann. Es gibt nur eine Kultur. Jisrael ist dazu berufen, einen grossen Beitrag dafuer zu leisten. Es gibt Landschaften, die wir aus der Bibel kennen. Wir sehen in sie hinein, alles ist unveraendert. Wenn man vom Kamel herunter nach Haifa blickt, der Stadt, wo kein Haus dem anderen gleicht, wenn man in Jerusalem die historische Gewalt (SCHLUSS S. 7)