Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XV (1953)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1953)
- Date
- 1953-09-01
- Page
- Seite 23 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Septiembre, 1358 “BOLETIN IKFORMATIVO” 23 Nach Jerusalem •Metamorphose Haeuser haben ihre Schick, sale wie Menschen. Das Leben formt sie. Kriege hinterlassen ihre Spuren. In Jisrael «rzaehlen sie uns, trotz ihrer Jugend, Zeitgeschichte eben, so deutlich wie die Jahrhunderte alten Gebaeude Europas. Das Haus, ueber das berich. tet werden soll, wurde im Jahre 1936 von einem der Gruender und Planer Nahariya’s als vornehmer Landsitz gebaut. In zwei Stockwerken enthaelt es Gesellschaftsraeume, Wohn und Schlafzimmer mit Zentral heizung und Linoleumbelag. Leider konnte sich der Be. sitzer seines schoenen Heims nicht lange erfreuen. Nach seinem viel zu fruehen Tode wurde es in ein Hotel-Restaueines Hauses rant umgewandelt, Englische Soldaten waren waehrend des Weltkrieges die Hauptbesucher, Jazz-Musik erfuellte geraeuschvoll Haus und Garten. Vom Alkohol beschwingte Ge. saenge stoerten die Ruhe des schlafenden Dorfes. Australier staerkten sich hier mit einem letzten Trunk vor ihrem Marsch zur Eroberung des Libanon. Nach Abzug der Englaender blieb der kriegerische Charakter des Hauses gewahrt, wenn auch in anderer Form. In den schicksalsschwe. ren Monaten des Jahres 1948 diente das leerstehende Ge. baeude als Uebungslokal der Haganah. Buerger Nahariya’s wurden in Eile in die Geheimnisse der Verteidigungswaffen eingeweiht. Auch nach der Staatsgruendung blieb der Geist des Hauses ein militae. rischer. Die erste jisraelische Polizeistation hisste die Flagge des neuen Staates. Das kleine Licht in der Halle gab der Bevoelkerung des noch verdunkelten Ortes beruhigende Gewissheit, dass das Auge des Gesetzes wacht. Wer sich gegen die Sicherheit verging, konnte Bekanntschaft mit der eingebauten Gefaengniszelle machen. Vor einigen Wochen wurde hier nun das Kulturhaus Nahariyas feierlich eingeweiht. Seine Entstehung aber hat eine interessante Vorgeschichte. Vor ungefaehr drei Jahren entschloss sich ein in New- York wohnender juedischer Arzt Doctor Boorstein, einen Grossteil seiner umfangreichen und wertvollen Bibliothek einem dazu geeigneten Ort in Jisrael zu schenken. Dreissig Staedte und Siedlungen bewarben sich um diese grosszuegige Stiftung. Dr. Boorstein besuchte alle Orte. Nach langer Pruefung fie seine Wahl auf Nahariya, das den von ihm gestellten Bedingungen am besten entsprach. In Dr. Joel, dem tatkraeftigen Gruender und Lei. ter der bestehenden kleinen Ortsbibliothek, fand er den Mann den er suchte. Die jetzt eroeffnete Bibliothek, die den Namen der Eltern des Spenders traegt, um fasst ungefaehr 12,000 Buecher aller Wissensgebiete, insbesondere Judaica, davon ungefaehr 9.000 in hebraeischer Sprache. Die Werke sind nach dem internationalen Dewey-System geordnet, Mehrstellige Ziffern auf dem Ruecken jedes Buches verraten dem Kundigen die Sparte. Im oberen Stockwerk befindet sich ein Lesesaal mit allen inlaendischen und vielen auslaendischen Zeitungen und Zeitschriften. Ein Spielzimmer wird eifrig von Schach spielender Jugend benutzt. Ein kleines Ortsmuseum zeigt ausser guten Bildern einheimischer Kuenstler interessante Ausgrabungen aus der Zeit v. Ch. , Der gute Besuch des Lesesaals und der starke Andrang in den Ausgabestunden der Leihbibliothek durch Be- Zwei schwedische Buecher tragen den Titel: "Jerusalem”. Das eine von Selma Lagerloef, schilderte die Heilige Stadt als Stadt der Sehnsucht glaeubiger schwedischer Bau. ern, die dorthin aufbrachen, um in Jerusalem ihrem Gott dienen zu koennen. Das andere ist vom Grafen Folke Bernadotte verfasst und ist vor wenigen Wochen, am Tage seiner Ermordung in Jerusalem vor nunmehr fuenf Jahren posthum erschienen und schildert die Heilige Stadt und das Heilige Land als Aufgabe einer Mission. Der Verfasser wollte der Wiederherstellung des Friedens in Palaestina dienen. Der Titel des Buches: “Nach Jerusalem” stammt nicht von Bernadotte selbst. Er hat einen Torso von Aufzeichnungen und Tagebuchblaettern hinterlassen, die von Gen. Lundstroem, Bernadottes Attachée und unmittelbarem Zeugen der Ermordung, zusammen gestellt wurden. i — * "| T ’S’i Ti"*"' rr ■ Bernadotte war vor allem eine starke religioese Persoen. lickeit. Seine Schilderungen sind sachlich, fast nuechtern, aber wenn er glaubt, es sei ihm ein kleines Stueck Erfolg in seiner Mission beschieden oder wenn er hofft, sein Unternehmen inoege ihm gelingen, dann aendert sich der Ton seiner Diktate, und ein demuetiger Mensch dankt aus glaeubigem Herzen seinem Gott oder wendet sich zu seinem Lenker um Beistand. Er nimmt die Mission auf sich mit der naiv-kindlichen Hoffnung, Gott werde ihm beiste. hen. Diese kleinen Bekenntnisse, die Bernadotte ablegt, sind weit entfernt von jeder Froemmelei; sie sind so echt empfunden und so schlicht ausgesprochen, dass sie nur Sympathie fuer den fuer unsere Welt beinahe allzu naiven Menschenfreund, weil Gottes Freund, hervorrufen. Dass er eine politische Aufgabe angetreten hat, kommt voelkerung und Gaeste beweist, wie gross das Beduerfnis nach einem “Kulturzentrum” war. ihm kaum zum Bewusstsein. Er sieht sich in einer humanitaeren Mission, die, das weiss er, unendlich schwerer ist als die, die er im Mai 1945 zu einem guten Ende gefuehrt hat, als er die vielen KZ - Gefangenen, darunter 10,000 Juden, befreien konnte. Aber gerade weil ihm damals die Aufgabe gelungen ist, glaubt er auch diesmal an eine Moeglichkeit. Mit Glaeubigkeit und Menschenliebe fuehrte er einen Don Quichotte-Kampf gegen wirbelnde politische Windmuehlenfluegel. Von den Juden machen auf Bernardotte den besten Eindruck Leo Kohn und Bernhard Joseph, in dessen Hause er wenige Tage vor der Ermordung die Platte “Finlandia” von Sibelius anhoert. Die gleichen Toene erklingen wenige Wochen spaeter in Stock, holm bei der Beisetzungsfeier fuer Bernadotte, der diese Musik selbst fuer seine Beerdigung bestimmt hatte. Bernadotte klagt weniger ueber Unzulaenglichkeiten von seiten der Araber oder Juden als ueber das Versagen der Vereinten Nationen und der Grossmaechte bei der Unterstuetzung seiner Mission. Grotesk mutet ihn der Vorschlag an, er solle die Demilitarisierung Jerusalems mit juedischer und arabischer Polizei durchfuehren. Fuer die Durch fuehrung des Waffenstillstandes schickt man ihm zu wenig Offiziere, und sie treffen reichlich spaet ein. Nur seine schwedischen Landsleute sind sofort zur Stelle. Oft kommen ihm Zweifel, ob unter diesem Umstaenden seine Mission ueberhaupt sinnvoll ist. Er weiss, dass seine Arbeit eine gefahrvolle ist. Bei der Einfahrt nach Jerusalem am 17. September ruft ein amerikanischer Journalist am Mandelbaum - Tor Bernadotte zu: “Good luck to you!” Bernadotte erwidert: “Thank you, I shall need it!” Die letzten Tage seines Lebens und seiner Arbeit hat Bernardotte nicht mehr selbst schildern koennen. Der Epilog des Buches stammt von General Lundstroem. Die Todesfahrt mit allen Begleiterscheinungen, mit allem, was nachtraeglich Lundstroem, dem ja die zweite Kugel selbst galt, dazu aufgefallen ist, wird dem Leser in einer voel. üg affektfreien Sprache vorgetragen, eine erschuetternde Anklage fuer jeden, der sie vernehmen will. Das letzte Wort Bernadottes in der Oef. fentlichkeit wird aus einer Pressekonferenz am Tage vor dem Mord in Damaskus mitgeteilt. Nach Abschlusss dieser Konferenz wurde Bernadotte von einem Journalisten gefragt: "Sind Sie noch immer ein Optimist?” Und Bernadotte antwortete: “Ich will Ihnen antworten, wie ich vor wenigen Tagen in Tel-Aviv auf die gleiche Frage geantwortet habe. Glauben Sie, dass ein Pessimist meinen Job uebernommen haette?” “Nach Jerusalem” ist das Tagebuch eines Optimisten, eines grossen und edlen Menschenfreundes, der seinen Glauben an Menschlichkeit und an die Menschheit in Jerusalem mit. seinem Leben be. zahlt hat. Wird sein Tod und sein Buch und sein Werk dennoch einen Weg “nach Jerusalem” weisen? KURT WILHELM Fuer die uns anlaesslich unserer Vermaehlung so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir auch im Namen unserer Eltern, allen Freunden und Bekannten unseren herzUchsten Dank. Max Feige — Renate Schwenk de Feige Santiago, August. 1933 in so zahlreichem Masse erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir auf diesem Wege herzllchst. HANS JONAS und FRAU URSULA geh. KOHN. Padre Orellana 1612 STATT KARTEN Fuer die uns anlaesslich der Barmizwah unseres Sohne« Die glueckliche Geburt unserer Tochter Susana Yvonne zeigen hocherfreut an und danken gleichzeitig allen Verwandten und Freunden fuer die erwiesenen Aufmerksamkeiten. ALFREDO MENDEL u. Frau EVA geh. MUNK Marrueeos, August 1953. Unserem lieben Valenznela Castillo 1170 gratulieren herzlichst zn seinem 60ten Geburtstag am 12ten September Seine besten Freunde ZU FAMILIEN - FESTLICHKEITEN Telefonische Bestellungen: 33096 (Gemeinde) oder 87707 (Federación Sionista, Depto. del K.K.L.) KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Telegramme, Blumen-Abloesungsspenden, Baeume, Goldenes Buch, Bar-Mlzwah-Buch, Klnder-Buch des Allen unseren Freunden und Bekannten teilen wir hierdurch mit, dass die Barmizwah unseres Sohnes CARLOS am 10. Oktober 1953 in der Synagoge der B’ne Jisroel, Portugal 810 stattfindet. _ ALFRED BERLINER and Frau HANNA geb. MENDEL. Empfang 5-7 Uhr Av. Holanda 3536 STATT KARTEN Unseren Verwandten und Freunden geben wli hierdurch die Verlobung unserer Kinder INGE und GERT bekannt. MAX und ILSE TICHAUER RICHARD und POLLY KRAKOWIAK Irarräzaval 5052 Empfang Sonntag den 20. September ln CONCEPCION, Barros Arana 281 von 11-1 Uhr. , STATT KARTEN Fuer die mir anlaesslich meines 75. Geburtstages erwiesenen Auf. merksamkelten und Gratulationen danke ich allen Freunden, Bekannten und Verwandten recht herzlich. KARL NATHAN Chile-Espafta 745, Casa D. J. KATZ-NAHARIA L. Goldlberg: Einem Steine gleich Wie ein Stein zwischen diesen Furchen, So liege ich •—im trockenen gelblichen Vom Sommer versengten Gras— Stumm und ohne Lust. Bleiche Himmel senken sich auf die Felsen herab. Wie kam jener helle, buntbeschwingte Schmetterling [hierher? Ein Stein zwischen Steinen —ach, ich weiss nicht, Wie uralt schon mein Leben ist, Noch wessen Fuss des Weges kommen mag, Mich anzustossen, Sodass ich diesen Berg hinunterrolle, Kraft —und sinnlos. Vielleicht ist diese Schoenheit immer kalt— Die Ewigkeit— Vielleicht so langsam schleichend und so alt Oder Ein Traum des Todes Und der einsamen Liebe. Wie ein Stein zwischen diesen Furchen, So liege ich — in sommerhelssem Distelkraut, Den Blick gerichtet auf den Weg, der niederfuehrt Izur Stadt. Und ein Wind kommt auf, der alles segnet. Er streichelt' die Spitzen der Foehren. Er streichelt die stillen Steine. (UEBERTRAGEN VON JUSTA)