Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XV (1953)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1953)
- Date
- 1953-09-01
- Page
- Seite 21 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Septiembre, 1Ô68 BOLETIN INíOEMATIVO" ¿1 r áJkáábáit Alte Staedte noch lebendig Von Al Rosenfeld Das Land Israel hat Staedte, die den Verwuestungen der . Zeit getrotzt haben und fuerderhin widerstehen werden. Einige Namen beschwoeren die magischen Seiten der Bibel herauf: Jerusalem, Beerscheba, A k k o, Nazareth, Jaffa, Beisam und Tiberias. Der Ursprung der meisten dieser Staedte verlaeuft im Dunkel einer Epoche, in der man noch nicht schreiben konnte. TIBERIAS Nur noch eine einzige dieser Staedte ist so “jung” geblieben, dass ihr Geburtsdatum als historische Tatsache auf gezeichnet ist: Tiberias, welches von Herodes Antipas an den Ufern des Sees von Galilaea eroaut wurde. Er be. herrschte diese Stadt um das Jahr 19 v. Chr. und benannte sie nach dem roemischen Tiberius Wenig ist erhalten aus diesen Tagen. Tiberias ist heute eine moderne, schnell gewachsene Stadt, die luxurioesen Hotels am Seeufer und das gepflegte Gepraege eines Heilbades mit radioaktiven heissen Quellen entzueckt Tausende von Besuchern. Doch die Stadt hat etwas von Zeitlosigkeit und Mysterium. Dies kommt von ihrer Lage und ihrer geschichtlichen Mission. Es rollt sich ein Kapitel auf, in dem Tiberias das bedeutende Zentrum des lernenden Judentums gewesen ist. Eine Zeitepoche, in welcher baertige, verhuellte NAZARETH Nazareth, die Stadt, aus der Jesus kam, widerstand aller Veraenderung im Laufe der Zeit erfolgreicher als die anderen biblischen Staedte. Die einzige rein arabische Stadt in Israel zeigt die langsame, vertraeumte, orientalische Le. bensweise, wie sie im ganzen Mittleren Osten daheim ist. Sie hat moderne Bauten, aber sie besitzt auch einen alten Markt mit zahlreichen dunk, len Gassen, Laeden w i e Hoehlen, in denen Handwerker auf dem schmutzigen Pussboden kauern. Dort gibt es auf den Strassen mehr Kamele und Ziegen als Automobile. Der Klang jahrhundertealter Kirchenglocken 1st charakteristisch fue'r diese ehrwuerdige Stadt inmitten der galiliaeischen Huegel. Patriarchen in den dunklen, i geheismnisumwitterten Stadt | teilen umhergingen und meditierten. I,, tfNHkr * Ü8BÉ Üir * "*■ ' , > 's 'f *• *■ ~ * ~ ~Ä ‘; NM* « < lie'll® ’ .; t * ■■ . ‘.¿Lai'S; "«»t BEIS AN In der weiten israelischen Landschaft erhebt sich in ei. ner natürlichen Senkung, ueber 400 Fuss unter dem Meeresspiegel, eine Stadt, die zureuckgeht bis auf die frueheste Antike! Diese Stadt Beisan liegt an einer der wichtigsten Strassen der alten Welt, der Via Maris, die sich von Aegypten bis nach Babylon erstreckte. Wenn man das ehrwuerdige Alter der Stadt beruecksichtigt, nimmt es nicht Wunder, dass man ausserhalb der Stadt die Ueberreste von 18 verschiede, nen Kulturen finden kann dass die oeffentlichen Gaerten im Stadtzentrum mit Granitsaeulen geziert sind, Ueberbleibseln aus den Tagen der Roemer und Griechen. Auch wundern wir uns nicht darueber, dass dieses Gebiet bedeckt ist mit den wohlerhaltenen Resten reemischer Amphitheater und heidnischer Tempel. BEERSHEBA Unter all diesen erwaehnten Staedten ist Beersheba wahrscheinlich die aelteste. Das Buch der Genesis berichtet, dass der Patriarch Abraham hier einmal Rast hielt, und der Tamariskenbaum, den er gepflanzt haben soll, gedeiht immer noch. Merkwürdigerweise ist Beersheba tatsaechlich die modernste Stadt, denn sie ist in juengster Zeit wiedergeboren werden. Vor fuenf Jahren war sie ■—mitten in der israelischen Wueste gelegen, die man den Negev nennt— eine kleine, unwichtige Ortschaft am Kreuzungspunkte verlassener Strassen. Heute ist diese Ein. oede erschlossen, durch die Arbeit von Siedlern und Beamten, von Bergleuten und Ingenieuren, welche Hunderte von Bewaesserungsroehren gelegt haben. Safed, wo sich die Weisen lm 16. Jahrhundert unter dem Schutz wohlwollender Drusenemire sammelten, ist Stadt der Kabbala, des Sohar. Es ist noch immer ein Platz fuer Traeumer, “guenstig”, wie der grosse Ari sagte, “den tiefsten Geheimnissen nachzusinnen”. Heute ist eine neue Art von Traeumern nach Safed gezogen. Eine Gasse im verlassenen arabischen Viertel wurde Kuenstlern ueberlassen, die bereit sind, sich in Safed niederzulassen. Diese “Strasse der Kuenstler” ist eine recht verrueckte Gasse, wie so viele Strassen in Safed: Sie schlaengelt sich am Hang entlang, den die Haeuser Safeds in kubischen Terrassen erklettern. Kein Auto koennte in ihre Engen und steil ge. treppten Abhaenge eindringen. JAFFA Plinius, der roemische Historiker, behauptete, Jaffa sei noch vor der grossen Flut, die in der Genesis beschrieben ist, gegruendet worden. Er war vielleicht falsch unterrichtet, Immerhin kann die Geschichte dieser mittellaendischen Hafenstadt wenigstens 3500 Jahre zurueckverfolgt werden. In Jaffa landeten die Zedern aus Libanon, von seinem Hafen aus begann Jonas seine verhaengnisvolle Seereise, Richard Loewenherz und Napoleón I. nahmen Jaffa nach blutigen Kaempfen ein. Heutzutage ist Jaffa ein friedlicher Ort, ganz in der Naehe der Hauptstadt Tel-Aviv gelegen. Die Stadt besitzt eine bunt zusammengewuerfelte Bevoelkerung. Araber, juedische Einwanderer aus Europa, Afrika und Asien, aber auch aus Amerika finden wir hier. Junger Kibbutz bei Baisan A K K O Fuer Richard Loewenherz war der Hafen von Akko, weiter oben an der palaestinensi. sehen Kueste, wichtiger, und grossartigen Spuren seiner Akko zeigt deshalb auch die Bauten. Eine maechtige Festung,“ 'ein' ' starker” Hafendamm, steinerne Stallungen, eine Burg. In edlen Bauten, von den Kreuzrittern sorgfaeltig errichtet, sind heute Restaurants und Geschaefte untergebracht. Doch die um. mauerte Stadt Akko gehoert der Vergangenheit an. Gehen wir ueber die Zugbruecke den geschwungenen Torweg entlang, so treten wir mitten in da« islamisch« Mittelalter. mßm Mlsiill JERUSALEM Natuerlich kann sich weder Beisan, noch Akko, noch irgendeine andere alte Stadt des Heiligen Landes messen mit Jerusalem an geschichtli. eher und religioeser Ueber lieferung und anderen wichtigen Kennzeichen. Ueber 1000 Jahre und mehr hatte Jerusalem schon bestanden, als David die Stadt von den Jebusiten nahm. Und Jerusalem ist immer schon eine schicksalhaft bestimmte Stadt gewesen. Hier lebten die meisten der hebraeischen Propheten, von hier aus verbreitete sich das Christentum ueber die ganze Welt. Heute ist der israelische Teil dieser Stadt eine moderne Huegelstadt mit ca. 140.000 Einwohnen, Maennern und Frauen aus allen Erdteilen. Hier ist der Sitz der Regierung des jungen Staates,