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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1953-07-01 · 7 (Julio, 1953) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XV (1953)
Issue
7 (Julio, 1953)
Date
1953-07-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Julio, 1953 BOLETIN INFORMATIVO 15 i i i i i i Wfo íe/ren, tálete, EIN GEbPENST SPUKT IN SANTIAGO Herr —tz—, Leitartikler der Zeitung “Voelkiseher Beobachter”, die in Santiago de Chile unter dem Decknamen "Condor”, unbeschadet der Goetterdaemmerung von 1945 in alter Frische und zum Labsal aller alten —pg— weitererscheint, hat sich in der Ausgabe vom 6. Juni mit der Saarfrage befasst. Im Mittelpunkt seiner Betrachtungen steht der franzoesische Botschafter in Saarbruecken, General Grandval, der fuer Herrn —tz— nur ein-“Botschafter” ist, so, in Aniuehrungszeichen, denn er duenkt ihm schier ein Generalstatthalter, Protektor oder Vizekoenig. Nun war Neurath tatsaechlich Protektor von Boehmen und Maehren, wie fuer den Condor die Tschechoslowakei wohl heute noch heisst und Graziani war Vizekoenig von Abessinien und “du gleichst dem Geist, den du begreifst”; dieser Lapsus ist also vollkommen verstaendlich. Grandvals Verdienste um die Widerstandsbewegung werden veraechtlich damit abgetan, dass er zum “Oberst” —immer in Anfuehrungszeichen— derselben degradiert oder befoerdert wird; Oberste ohne Anfuehrungszeichen gab es offensichtlich nur in der “regulaeren” deutschen Armee, trotz der etwas irregulaeren Mordbrennereien, die diese angeblich begangen haben soll. Und im Uebrigen klagt Pg. —tz— darueber, dass General Grandval in der Saar europaeische und franzoesische Belange wahrnimmt und nicht etwa... deutsche. Gut. Wer Laval Patriot nannte, kann natuerlich einen franzoesischen General oder Botschafter, der sich nicht an die Spitze einer “heim ins Reich” Bewegung stellt, nur als Landesverraeter ansehen. Wie absurd dies alles auch scheinen mag;, es ist uns ehrlich gesagt, wurst. Wir haben uns noch nie um die Blueten des braunen Blattes gekuemmert und wir gedenken dies im Allgemeinen, auch weiterhin nicht zu tun. Er ist uns sozusagen zum —tz—. Wenn wir heute einmal eine Ausnahme machen und unsere Leser mit einer Information aus der Geisteswelt des Herrn Claus von Plate, ehedem wie heute Schriftleiter der genannten Zeitung, vetraut machen, so geschieht dies aus einem besonderen Grund. Der Saar-leitartikler spricht von dem “Oberst” (Gradval) und nun zitieren wir: “dessen Herkunft im Dunkeln liegt”. Donnerwetter! Welch sensationelle Enthuellungen muss nicht der wackere Journalist auf Lager haben, wenn er es sich gestattet, unsere Neugierde gleich eingangs derart zu kitzeln! Herkunft im Dunkeln! Zweifellos verblassen die Mordtaten eines Mannstein und neben den unsagbaren Verbrechen, die dieser “Oberst” sozusagen nebenbei, bereits als Jugendsuenden, begangen haben muss. Atemlos lesen wir weiter und, ha! Die Enthuellung laesst nicht auf sich warten, nicht alltzu lantze spantz untz —tz— auf die Folter: “Es darf als bekannt vorausgesetzt werden, dass das urspruengliche Ziel Grandval. Hirschs...” Hirsch heisst der Mann eigentlich! Jetzt liegt natuerlich alles klar zu Tage. Dieser... dieser... Vizekoenig hatte also eine nichtarische Grossmutter und das erklaert eben alles Uebrige. Das Einzige, was es nicht erklaert, ist die Ignoranz eines Journalisten, dem 1935 irgendwie zu Gehoer kam, dass sein Herr und Meister in Nuernberg dieser nichtarischen Grossmutter zum Entsetzen der zivilisierten Welt mit giftigem Odem Leben einhauchte, der aber nichts davon wissen will, dass dieselbe zivilisierte Welt, nach einem blutigen Kriege, den sein Herr und Meister erst entfesselte und dann verlor —man hoere gut: verlor—, zehn Jahre spaeter im gleichen Nuernberg die Urheber, Organisationen und System mitsamt besagter Grossmutter zu Grabe trug. In seinem Hirn spukt sie einfach lustig weiter, wie wenn nichts geschehen waere. Als Gespenst. In Santiago de Chile TUNICHTGUT V ISRAELS KRIEGSFLOTTE Israel hat in den letzten Jahren eine kleine Kriegflotte aufgebaut, mit der sich bereits die Flottenhandbuecher Grossblritanniens, Frankreichs und Schwedens beschaeftigt haben. Sie besteht nach Angabe dieser Handbuecher aus sechs Begleitschiffen von tausend bis zweitausend Tonnen, sechs kleinen Patrouillenbooten, ueber einem Dutzend Motorschnellbooten und einigen Landungsfahrzeugen mit einer Gesamttonnage von etwa 12,000 Tonnen. VATICAN Federico Alessandrini, Herausgeber der Vatikan - Zeitung „Osservatore Romano” und einer der wichtigsten Beamten des Staatsamtes des Vatikans, aeusserte in einer Besprechung mit dem Korrespondenten des „Haarez”, die Kirche saehe im Zionismus das „natuerliche Recht aller Juden in der Welt, das sie zur Auswanderung nach Israel bewegt, um an der Staerkung des Staates teilzuhaben”. Bezueglich der Lage der Juden hinter dem Eisernen Vorhang sagte der Direktor des „Osservatore Romano”, dass „der Zionismus sich jetzt in einer aehnlichen Lage befindet wie die katholische Kirche, die man gleichfalls der Sabotage und des Kosmopolitismus bezichtigt.” (SCHLUSS VON SEITE 1) „Die Fahrt ist dir wohl ziemlich lang vorgekommen?“ bemerkte Baeumerle. „Gar nicht. Und dir? „O, ich langweile mich nie. Ich stelle Betrachtungen, ueber die Mitfahrenden an“. „Wie meinst du das?“ fragte Daeumerle etwas unsicher. Aber der grosse Beobachter hatte wie gewoehnlich nichts gesehen. Er sagte: „Wenn ich mit mehreren Menschen beisammen bin, versuche ich mir vorzustellen, was mit ihnen geschehen wird. Eins ist sicher, und darauf lassen sich die schoensten Kombinationen bauen: dass sie alle sterben werden. Nimm an wir sechs, die soeben in dem Kasten beisammen waren, wie weit voneinander werden wir hegen? Und wo? Fuer mich ist der Tod ein Begleiter aller Stunden. Er ist der Daempfer meiner Freuden, doch auch der Milderer meiner Schmerzen. Du kannst ihm nicht ausweichen, folglich gewoehne dich an ihn. Sieh, wir fuhren vorhin mit einem lieblichen j ungen Maedchen... ”. „Kerl, du hast sie also auch bemerkt?“ „Ob ich sie bemerkte? Ich habe mich damit unterhalten, mir ihre Totenmaske vorzustellen. Wenn sie heute stuerbe, waere sie von idealer Schoenheit. Aber so wundervoll wird sie nicht enden. Sie wird verdorren oder sich verfetten, und ihre letzte Maske wird haesslich sein... “. „Genug!“ schrie der andere. „Hast du mich da herausgelockt, um mich das Gruseln zu lehren?“. „Nein, .nein“, beguetigte Baeumerle; „ich hatte nicht diese Absicht... Etwas anderes. Sieh dich mal um! Was erblickst du hier?“ „Aecker!“ sagte Daeumerle. „Sonst nichts?“ „Sonst nichts... Ja, dort sind die letzten Haeuser der Stadt. Und hier moechte ich nicht allein herumgehen, wenn es finster wird. „Bloede Augen! Ich will dir die Zukunft zeigen“. „Aber bitte, nichts Gruseliges! Das vertrage ich nicht“. „Sei unbesorgt! Ich will dir im Gegenteil das Leben zeigen, wo es am bluehendsten ist. In einigen Jahren werden hier die feinsten Leute wohnen Hier werden reizende Haeuschen stehen, umgeben von Gaerten. Du hast selbst wahrgenommen, wie uebel es in den engen Gassen duftet. Die Menschen hocken zu dicht beisammen. Das bekommt ihnen nicht. Eine Pflanze, ein Tier braucht Luft und Licht. Ein Mensch auch. Die Stadt muss sich ausdehnen, sie muss, sie wird Weisst du, wie ich diese leeren Felder nenne, auf denen sich mancher koestliche Bau erheben wird? Ich nenne sie; die Zukunft Hier wird eine Staette gluecklicher Menschen sein, hier wird man die herrlichsten Anlagen machen, und billig”. „Billig!“ murmelte der Kleine traeumerisch. „Jawohl, spottbillig. In der Stadt muss man erst ein Haus niederreissen, wenn man eins bauen will. Und die Plaetze sind darum furchtbar teuer. Die Felder hier kosten beinahe garnichts. Denk dir, wenn man den ungluecklichen Mietsparteien der Stadt hier prachtvolle Wohnungen fuer desselbe Geld oder billiger anbieten wird, so werden sie doch das Stueckchen Weg nicht scheuen“. ..Die Fahrt im Omnibus ist eher angenehm”, erinnerte sich Daeumerle. Ein Gedanke durchblitzte ihn bei den schwungvollen Worten seines Gefaehrten. Aber als ein praktischer Mann wollte er dessen Vermutungen zunaechst in gute, feste, aufrechte Ziffern umsetzen. Die Berechnungen ergaben einen stattlichen Gewinn. Da erschrak Daeumerle: vielleicht waeren auch schon andere Schlaukoepfe auf den grossartigen Einfall geraten. Man sollte doch der Sache augenblicklich nachgehen. Und das taten sie ohne Saeumnis. Der Bauer, dem die Felder gehoerten, war bald gefunden, und der Handel wurde fertig. Bisher war die Sache verhaeltnismaessig rasch gegangen. Die Zukunft gehoerte ihnen. Daeumerle und Baeumerle hatten in ihrer Begeisterung alles, was sie besassen, an diese prachtvolle Unternehmung gesetzt. Nun galt es, die weiteren Mittel fuer den Ausbau des Gedankens herbeizuschaffen, und da begannen d i e Schwierigkeiten. Daeumerle lief herum und versuchte Genossen zu finden. Da kam er schoen an. Das sei ein hirverbrannter Einfall. Niemand werde sich so weit vom Mittelpunkt entfernen wollen. Die praktischen Leute lachten ihn aus. Er sank in ihrer Achtung. Und in diesen vergeblichen Anstrengungen ergrimmte er allmaehlich wider den Narren, der ihn verfuehrt haette. Baeumerle zuckte hochmuetig die Achseln: der Unverstand der Mittelmaessigen beweise garnichts. Eine Zeit verging. Sie hatten ihre Besitztümer nicht wiedergesehen. Da machte Daeumerle in einer trueben Stunde den Vorschlag, ihre Zukunft zu besichtigen. Wieder fuhren sie in einem solchen Rumpelkasten hinaus. Es war Herbst. Die Schuppen fielen Daeumerle von den Augen. Es war unmoeglich. Die Zukunft verwandelte sich wieder in leere, unbestellbare Felder. Sie suchten den Bauern auf, und der liess sich bewegen, die Felder um die Haelfte des frueheren Preises zurueckzunehmen. Baeumerle behielt sich ein Fleckchen am aeussersten Ende zurueck, weil er dort fuer sich ein kleines Haus errichten wollte. Denn er, er glaubte unverbruechlich an die Zukunft. Er fing auch an, es zu bauen. Als es fertig war, zog er hinaus und hauste in der Einsamkeit. Daeumerle und Baeumerle sahen sich viele Jahre nicht. Indessen erschien im folgenden Jahre am Rande der Stadt ein anderer; legte sich einen Garten an und stellte in diesen hinein die erste Villa. Das Beispiel blieb jahrelang vereinzelt und sah laecherlich aus. Dann kam ein zweiter. Bald nachher tauchte eine Gruppe von Ansiedlern auf. Und als ihrer erst einige waren, nahm sich die Sache nicht mehr so verrueckt aus. Die Mehrheit sagt uns immer, was vernuenftig ist. Zum Schluss waren diejenigen die gescheitesten Leute, die die engen Gassen verliessen, um ln der grueneren Freiheit zu leben. So geschah allmaehlich etwas Wunderbares. Die letzten Haeuser schienen sich in Bewegung zu setzen, denn der Raum zwischen Baeumerles kleinem Haus und der Stadt wurde schmaeler. Die Flut rueckte heran. Und als sie schon nahe war, so nahe, dass Baeumerles armes Haeuschen in einer beginnenden Gasse stand, erhielt er den Besuch eines weisshaarigen Maennchen. Der andere war es, der Rechner, der Praktische, der Be. reuer. Diemal freilich bereute er etwas anderes. Er sprach aber doch scherzend von den alten Zeiten und vorigen Irrtuemern. Und dann: „Ja, wo sind denn unsere Felder gewesen? Ich erinnere mich nicht mehr. Du weisst es gewiss. Du bist ja hier geblieben und hast auf die Stadt gewartet. Welches Stueck hat uns gehoert? War es nicht von dort angefangen, wo das Rokoko-Palaestchen steht, bis hinueber zu der roten Villa? Sag mir, wo die Zukunft jetzt liegt?”. Aber der Hausherr fuehrte ihn an ein Fenster, das auf der anderen, von der Stadt abgekehrten Seite war. Da erblickte man nur leere Felder, bis an den Horizont. Baeumerle reckte d6n Arm aus: „Dort!" HOERT DIE SENDUNG HORAHEBREA SONNTAGS VON 12.30 — 13.45 UND FREITAGS VON 21.30 — 22 b. AUF WELLE CB 130. RADIO AMERICANA Musik — Nachrichten — Kommentare Anfragen tur propaganda; Huérfanos 757. Of. 214. Tel. 31920 Santiago I

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