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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1953-06-01 · 6 (Junio, 1953) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XV (1953)
Issue
6 (Junio, 1953)
Date
1953-06-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Jimio, 1953 BOLETIN INFORMATIVO 15 á íáéáátá Fahrt mit der Kuestenpolizei Von M. Y. BEN-GAVRIEL Weit draussen im Meer taucht ploetzlich ein kleiner Punkt auf, der sich mit grosser Schnelligkeit dem Schiff naehert. Der Punkt wird immer groesser und da man ihn schliesslich als das erkennt, was er ist, als Patrouilleboot der israelischen Kuestenpolizei, geht auf seinem Mast eine Flagge hoch, die signalisiert : Anhalten, Polizei kommt an Bord! Dies ist ein kleines Detail aus der alltaeglichen Routinearbeit der Kuestenpolizei, fuer uns aber, die wir auf Einladung des Kommandanten der Hafen —und Kuestenpolizei. Herrn Shefi, auf einem Patrouilleboot von Haifa ausfuh. ren, war es immerhin neu. Wir — der Photograph Herz und ich — oder besser gesagt, dieses, mit zwei Dieselmotoren ausgerüstete Boot, das nicht laenger als dreissig Meter ist, aber ueber alle Bequemlichkeiten fuer die Mannschaft verfuegt, fuhr mit ausserordentlicher Geschwindigkeit ins Meer hinaus. Hinter uns folgten zwei andere Patrouilleboote, mit denen wir in konstanter Radiophonverbindung standen. Kaum hatten wir den Hafen verlassen, als von Ros-Hannigrah eine Radiomeldung kam. dass ein verdaechtiges Fahrzeug vom Libanon her in die israelische Territorialgewaesser eingefahren sei. Sofort gab der Kommandant der Polizeiflotille, Rubinstein, den Befehl, Kurs nach dem Norden zu nehmen, ein Befehl, den der Radiomann den anderen Schiffen weitergab. Unsere Berufsfreude, die Gefangenahme eines Schiffes mit Schmugglerware oder Infiltranten mitzumachen, war aber nur von kurzer Dauer. Nach einer halben Stunde meldete Ras-ennaqurah, dass dem gemeldeten Schiff die Situation im feindlichen Territorialgewaesser anscheinend ungemuetlich wurde und dass es wieder ins libaneisische Gebiet zurueckfahre. Bald darauf aber kamen wir doch ein wenig auf unsere Rechnung, als wir ein Haifaer Schleppschiff anhielten, das eine sehr verdaechtige Holzladung an Bord hatte. Eine radlophonische Meldung brachte schnell ein anderes, ueberaus kleines Patrouilleboot aus Haifa heran, das Hafenbeamte an Bord hatte, die die Angelegenheit uebernahmen und wir fuhren weiter. Waehrend der Fahrt erhielt ich von den beiden Offizieren —der zweite war der Kommandant des Patrouillebootes N.o 12, auf dem wir uns befanden, Alfasi— folgende Details ueber die Arbeit der Kuestenpolizei. Da Israel eine im Verhaeltms zu seinem Umfang ueber aus lange Kueste besitzt, die zum Teil nicht besiedelt ist, besteht stets die erhoehte Moelichkeit illegaler Landung von Sclimugglerwaren und von Infiltranten. Dies zu verhindern, ist die wichtigste Aufgabe unserer Kuesten-und Hafenpolizei — die uebrigens, merkwürdigerweise, nicht nur die Haefen, die Kuesten, den Flughafen und den Kinerethsee, sondern auch — das Mandelbaumtor in Jerusalem und die Station in Ras-ennaqurah (Ros - Hannigrah) kontrolliert. Sie ist fuer alles verantwortlich, was in den israelischen Territorialgewaessern, also in der international festgelegten Dreimeilenzone vor sich geht —und zwar auf einer Laenge von nicht weniger als 220 km. — sodass sie selbstverstaendlich in ihren Stutzpunkten in Haifa und ln Jaffa ueber eine schnell bewegliche und gut bewaffnete Flotille von Patrouillebooten verfuegen muss. Es sind, wie angedeutet, sehr schnelle Schiffe englischen Ursprungs, die — eine Ironie der Geschichte — frueher zur A Tv Bekaempfung der .Illegalen” Einwanderung dienten. Nun fuehren sie die blaue israelische Polizeiflagge und dienen der Sicherheit des juedischen Staates und seiner Kueste. Der Dienst ist schwer, denn die Boote, die stets Vorraete fuer sieben Tage an Bord haben, bleiben oft sehr lange draussen. Ihre Mannschaft kennt daher nicht den Achtstundentag der Landpolizei und muss staendig bereit sein, fuanf Minuten nach Alarm mit dem Schiff unterwegs zu sein. Ihre wichtigste Taetigkeit ist, wie angedeutet, vor allem die Jagd auf Schmuggler und auf Infiltranten, die beide, zumeist bei Nacht entweder aus den libanesischen Gewaessern oder aus Ghaza kommen. Geschmuggelt wird alles, was in Israel verkaufbar ist, von Nylon und Tuch bis Fuellfedern und Autoreifen und Haschisch. Das Letztere ist am schwersten aufzufinden, denn es wird zumeist nicht in, sondern — unter dem Schiff, und zwar in Autoschlaeuchen, die im Wasser nachgezogen werden, versteckt. Da aber der Haupthandel in Rauschgiften nach Ghaza gerichtet ist, gehen diese Schmugglerschiffe zumeist ausserhalb der Territorialgewaesser die Kueste entlang, wo sie unsere Polizei nur dann ergreifen kann, wenn sie sie innerhalb unserer Grenzen festgestellt hat und ins offene Meer hinaus verfolgt. (Aus Israel Ins Ausland wird zumeist Mehl und Petroleum geschmuggelt.)! HABIMAH - PREMIERE.— Dichter in Israel "ICH BIN DER KAPITAEN..." 1. Leah Goldberg. Aus dem Cyklus: In den Bergen von Jerusalem. Alle die Dinge, Die da sind Jenseits der Liebe, Jetzt erscheinen sie mir: Die Landschaft — und ihre uralte Weisheit — Der Wunsch — zu ueberleben _— Noch ein Jahr — und noch eines — Noch eine Generation — noch zwei — drei — Eine ganze Ewigkeit. Das Wachsen der Dornen ohne. Ende — Das Schwanken der toten Steine. Saeuglingen gleich in der Wiege kurz vor dem Schlaf — Die Stille alter Erinnerungen — Einmal — zweimal — dreimal — und mehr. O, wie gross ist der Wille zum Leben, Und jener zum Sterben! Und wie furchtbar ist der Wunsch, Wie hohl und leer — Zu sein — Da zu sein — Noch ein Jahr — und noch eines — Noch eine Generation — zwei Generationen — drei — Eine ganze Ewigkeit. UEBERTRAGEN VON JUSTA.) In diesen Tagen, da wir in der Presse Berichte ueber die junge j israelische Handelsschiffahrt lesen, bringt Habimah ein Seemannsstueck heraus, dessen Schauplatz ein j israelischer Frachtdampfer ist. Die „Snunit”, soeben aus dem Hafen von New York ausgefahren, ist auf dem Rueckweg nach Haifa, mit vorfabrizierten Holzhaeusern an Bord Der Kapitaen des Schiffes, der seit vierzig Jahren die Meere befaehrt, ist nach Gruendung des Staates in den Dienst der hiesigen Schiffsgesellschaft getreten. Die Besatzung, junge jisraeiische Seeleute, laesst sich nicht ganz so leicht kommandieren wie der Kapitaen es gewohnt ist. Er versucht vor allem, den ersten Offizier, Joram, von sich abhaengig zu machen und zu demuetigen, so wie es ihm bei Daphni, dem zweiten Offizier, bereits gelungen ist, der schon einige Zeit mit ihm zusammen reist. Joram kam in New York neu an Bord. Nach schon erfolgter Ablegung aller Pruefungen. erwartet ihn in Haifa das Kapitaen-Diplom. Er merkt sehr bald, dass vieles auf dem Schiff “nicht stimmt”. Die notwendigsten Reparaturen sind nicht ausgefuehrt, obwohl sehr erhebliche Dollar- Ausgaben dafuer verbucht wurden. Der Chef-Ingenieur Polonsky, ein Jugendfreund Jorams, gesteht, dass an seinem Geburtstag Daphni ihn unter Alkohol gesetzt und veranlasst habe, die falschen Belege ueber die angeblich erfolgten Reparaturen zu unterzeichnen. Die Holzhaeuser liegen auf Deck, den Unbilden der Witterung ausgesetzt. Die Magazine hingegen sind mit Schmuggelware angefuellt, an Haeufiger aber sind die Versuche von Infiltranten, von der See aus in Israel einzudringen. Sie verlassen zumeist am spaeten Nachmittag einen libanesischen Hafen, um bei Nacht durch unsere Hoheitsgewaesser zu fahren. Manchmal gelingt es ihnen, in mondlosen Naechten, zu landen. Oefter aber greift sie der maechtige Scheinwerfer eines der Patrouilleboote auf und damit ist das Abenteuer zu Ende. Die Passagiere werden verhaftet und die Boote beschlagnahmt. wie lukrativ das Geschaeft ist, zeigt das Magazin beschlagnahmter Boote hinter der Hafenpolizeistation in Haifa, die allmonatlich fuer 400 bis 500 Pfund das Stueck verkauft werden. Die Seepolizisten sind zwar Mitglieder der regulaeren israelischen Staatspolizei, haben aber neben der gewoehnlichen noch eine Spezialausbildung durchzumachen, die der Eigenart ihres Dienstes entspricht. Sie muessen nicht nur Hebraeisch, sondern auch eine Fremdsprache koennen, muessen mit fremden Reisenden und Matrosen umzugehen wissen, muessen Hilfe in Seenot leisten koennen und auch etwas von See- und Fischereirecht wissen. Das Letztere schon deswegen weil es zu ihren Pflichten gehoert, fremde Fischer nicht in unseren Gewaessern fischen zu lassen. Dies ist die Aufgabe der Kuestenpolizei in allen Laendern der Welt, um zu verhueten, dass die eigene Fischerei geschaedigt wird. Bei uns ist dies aber doppelt wichtig, da die arabischen Fischer haeufig Raubfischerei treiben, das heisst, Brutzonen zerstoeren, indem sie mit Dynamit fischen, was in allen zivilisierten Laendern verboten ist. Es ist natuerlich fast unmoeglich, Dynamitfischer auf frischer Tat zu ertappen, da sie bei Herannahen eines Patrouillebootes das Dynamit sofort ueber Bord werfen. Sie koennen aber nicht verhindern, dass die Polizei nach Indizien sucht, dass heisst darnach, ob die gefangenen Fische aufgeblaehte Baeuche haben, was ein untrueglicher Beweis dafuer ist, dass mit Dynamit gefischt wurde. Wenn auch unsere Kuestenpolizei in erster Linie Routinearbeit zu leisten hat, um Uebertretungen der Seegesetze zu verhueten, ist ihre Arbeit dennoch abwechslungsreich genug, um sie nicht weniger interessant zu machen als, sagen wir, wie sie die des Detektivbueros der Polizei ist. welcher der Kapitaen und Daphni gut zu verdienen hoffen. Waehrend eines Sturmes wird das Schiff leck. Der Kapitaen, die hohe Versicherungssumme der Fracht betonend, will die "Snunit” preisgeben und die Mannschaft zum Verlassen des Dampfers veranlassen. Aber Joram hat die Leute auf seiner Seite. Sie verstopfen das Leck mit Zement und retten das Schiff. Joram selbst bringt die defekten Wasserpumpen wieder in Gang, erhaelt dabei aber eine Kopfwunde und stirbt. Mit der Verlesung eines Glückwunschtelegrammes der Haifaer Gesellschaft, in dem dem Kapitaen zur Rettung des Schiffes Anerkennung und Belobigungen gesandt werden, schliesst das Stueck. Dieses dreiaktige Drama ist ein Erstlingswerk des jungen Seemannes Jehoschua Haievi, der als Autor sich kurz (Schluss S. 17)

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