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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1953-06-01 · 6 (Junio, 1953) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XV (1953)
Issue
6 (Junio, 1953)
Date
1953-06-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Junio, 1953 BOLETIN INFORMATIVO (Schluss von S. 7) , kommen, um mit uns darueber zu verhandeln, dass sie! weniger geben wollen als man ■ von ihnen erwarten kann,; sondern wenn sie mit sich j selbst kaempfen, um mehr zu geben als sie selbst vorhatten, dann werden wird das moralische Niveau erreicht haben, das uns allen Ehre machen wird. j Unsere Taetigkeit fuer den K.K.L. ist fuer uns alle bei allen in Frage kommenden Qelgenheiten etwas Selbstverständliches geworden. Dass beim Gottesdienst, bei Festlichkeiten, bei Kulturveranstaltungen, Spenden fuer den K.K.L. gegeben werden, bedarf keiner besonderen Erwaehnung. Die Freude, die wir selbst gemessen, wird dadurch vergroessert, dass wir zum Erwerb von Grund und Boden in Israel beitragen. Die im vorigen Jahre eingeleitete Aktion des jaar Hakedoschim ist von Erfolg gekroent worden. Jeder von uns hat Verstaendnis dafuer, dass an geheiligter Stelle in besonders gepflanzten Waeldern Israels die die Nachwelt an die grauenvollen Morde einer unmenschlichen Regierung erinnern soll, die Namen der Maertyrer verzeichnet werden. Vergessen Sie bitte me j an diesen Maertyrerwald und tragen Sie dazu bei, dass er in dem vorgesehenen Umfange | angelegt werden kann. Von der Sozialarbeit unserer Gemeinde moechte ich kurz erwaehnen, dass wir, wie stets unseren Cisroco, das Wohlfahrtsamt der Gemeinde, nicht nur etatmaessig unterstuetzen, sondern dass wir ihm ebenso wie dem Altersheim und Kinderheim —auch aus dem Ergebnis der Campana Magbit sehr nennenswerte Betraege zuweisen koennen, und dass wir uns bemuehen, dass auch beim Gottesdienst fuer diese Institutionen immer Betraege zur Verfuegung gestellt werden. Wir erkennen die Arbeit dieser Organisationen auf das Dankbarste an, wissen wir doch, welche segensreiche Taetigkeit sie entfalten und wie ihre berufenen Vertreter bemueht sind, die leider vorhandene Not zu lindern. Aus dem Fond fuer verschaemte Arme haben wir in vielen Faellen solchen Menschen Hilfe leisten koennen, die insbesondere durch Krank' heiten in Schwierigkeiten geraten sind. Wir warten nicht, bis man sich an uns wendet. Wenn wir erfahren, dass in irgendeinem derartigen Falle Hilfe geboten ist, sind wir zur Stelle. Denken Sie an diesen Fond bei freudigen und festlichen Anlaessen. Unsere Sonntagssammlung wird nach wie vor durchgefuehrt. Sie leidet darunter, dass wir nicht genuegead Jugendliche zur Verfuegung haben, die bereit waeren, 2 bis 3 Stunden an einem Sonntag im Monat, fuer dieses Sammelwerk zur Verfuegung zu stehen. Sie leidet auch darunter, dass immer noch einige unserer Mitglieder den gleichen Betrag fuer ein Mittagbrot zur Verfuegung stellen, den sie vor 10 Jahren gegeben haben. Bitte denken Sie hierueber nach und Sie werden sicher bei der naechsten Sammlung Ihren Beitrag erhoehen. Wirken Sie auch bitte auf unsere Kinder ein, dass sie uns beim Sammeln helfen. So erziehen Sie Ihre Kinder im Sinne juedischer Zusammengehoerigkeit. 9 VIII. Schiedst X. Anerkennung und Kritik ’ religionsschule gerückt Das Schiedsgericht hat in diesem Jahr wieder seine segensreiche Taetigkeit entfaltet. Es sind im Laufe des Jahres 19 Faelle anhaengig gemacht worden. Erfreulicherweise konnte der groesste Teil der Streitigkeiten, von denen einige fuer die Parteien von weitgehender wirtschaftlicher j Bedeutung waren, durch Vergleiche erledigt werden. Nur Ln! einem einzigen Falle musste ' ein Urteil gefaellt werden. Bei einigen Streitfaellen genuegte die Klagezustellung, um eine aussergerichtliche Erledigung der Sache durch das Sekretariat herbeizufuehren. Den Obmaennern und Schiedsrichtern spreche ich fuer ihre zeitraubende, aber ausserordentlich segensreiche Taetigkeit den Dank der Gemeinde aus. In unserem Gemeindehause nimmt das juedische Leben zu unserer Freude mehr und mehr zu. Wir geben uns die groesste Muehe, unseren Mietern, den beiden Logen B’ne Brith, dem Cisroco und der Wizo bis an die Grenzen des Moeglichen entgegenzukommen und ihnen den Aufenthalt in unserem, in ihrem Hause so angenehm wie moeglich zu gestalten. Und wenn hier und da einmal vielleicht ganz berechtigte Wuensche nicht so erfuellt werden koennen wie wir selbst es gern moechten, so liegt es bestimmt nicht an mangelndem guten Willen unsererseits. Aber das pulsierende Leben in einem juedischen Gemeindezentrum wird sicher ueber manche kleine Untraeglichkeiten hinweghelfen koennen. Bevor ich meinen Bericht scbüesse, moechte ich meinen besonderen Dank allen unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern, besonders meinen Kollegen im Direktorium ausprechen, die mich tatkraeftig bei der Fuehrung der Gemeindegeschafte unterstuetzt haben und ohne deren Mithilfe es mir nicht moegiich gewesen waere, die wirklich nicht geringe Arbeit zu bewaeltigen. Meinen Dank erstrecke ich in gleicher weise auf alle Beamte der Gemeinde, die, wie stets, ihre Kraefte zur Verfuegung gestellt haben, um eine reibungslose Abwicklung aller notwendigen Arbeiten zu gewaehrleisten. Es gibt im Gemeindebetrieb ruhige und sehr stuermische Zeiten. Gerade waehrend dieser letzteren haben alle Beamten bewiesen, dass sie keine Muehe scheuen, um zu helfen, die Arbeit zu bewaeltigen und sie rasch und gut zu bewaeltigen. Noch ein letztes Wort des Dankes an ein Comité, von dessen Taetigkeit vielleicht Viele von Ihnen ueberhaupt nichts wissen oder nur eine geringe Vorstellung haben. Es ist dies das von der gesamten Colectivitaet zusammengestellte Comité zur Bekaempfung des Antisemitismus, in welchem fuer unsere Gemeinde Herr Dr. Hermann Lehmann taetig ist und dort eine Arbeit geleistet hat, fuer die kein Wort des Dankes ausdrucksvoll genug ist. Meine Damen und Herren! Ich glaube, Ihnen einen Ueberblick ueber die Taetigkeit der Gemeinde im verflossenen Geschaeftsjahr gegeben zu haben, wir haben uns bemueht, die Gemeinde vorwaerts zu bringen und Arbeit ini juedisch religioesen und nationalen Sinne zu leisten, wie es der Struktur unserer Gemeinde entspricht. Es sollte fuer uns eine grosse Befriedigung sein, Ihre Zufriedenheit wenigstens in den wesentlichsten Punkten erweckt zu haben. Anerkennung spornt bekanntlich an, mit Liebe weiter zu arbeiten. Aber auch Kritiken sind nuetzlich und fruchtbar, denn aus ihnen kann man lernen. Kein Mensch ist unfehlbar, und aus Fehlern zu lernen dient der Gemeinschaft. Worum wir Sie aber bitten, meine Damen und Herren, ist eins: Wenn Sie etwas an der Gemeindearbeit zu kritisieren haben, wenn Sie Vorschlaege fuer Verbesserungen zu machen haben: Jeder Mitarbeiter der Gemeindevertretung wird sie gern entgegennehmen. Aber solche Kritiken muessen offen, Mann gegenueber Mann, sein. Wer glaubt kritisieren zu muessen, muss auch den Mut haben, es persoenlich zu tun. Wir sind stolz genug als Menschen und Juden, anonyme Kritiken, Angriffe gegen Menschen, die sich nicht verteidigen koennen, als unter unserer Wuerde zu bezeichnen. Optimismes ie die Veranstaltungen und Trauungen, zum grossen Teil auch von dem anderen Sektor der Colectividad werden mehr und mehr in unserem Saale durch, gefuehrt. Die architektonische Schoenheit des Raumes wird [ von allen interessierten Kreii sen anerkannt. Die in unsej rem Hause stattfindenden j Baelle haben zu unserer Freu- . de nicht nur den Charakter eines gesellschaftlichen Ereignisses, sondern sind auch die Quelle finanziellen Ergebnisses fuer die veranstaltenden Organisationen, die so die Moeglichkeit haben, ihre Aufgaben erfuellen zu koennen. Auch unser Gemeindeball war nach beiden Richtungen hin ein Erfolg. Er brachte unseren Mitgliedern angenehme heitere Stunden, insbesondere durch das in dankenswerter Weise von Herrn Walter Schueftan geleitete Kabarett, und unserer Gemeinde einen wirtschaftlich sehr beachtlichen Erfolg. Wir danken auch an dieser Stelle allen Damen und Herren, die in muehevoller Arbeit diesen Ball vorbereitet hatten, fuer ihre gej meinnuetzige Taetigkeit.! Der effektive Mitglieder- | bestand war am 1. April ds. | Js. 1486 Mitglieder-Familien, 40 Mitglieder sind im Laufe des Geschaeftsjahres neu eingetreten, 38 durch Ableben oder Austritt aus der Mitgliederliste gestrichen worden. Die Austritte beruhen fast ausschliesslich auf Auswanderungen oder Wohnungswechsel innerhalb des Landes. Die Zahl der Geburten im verflossenen Jahre betrug 25, die der Sterbefaelle 45. Es fanden 25 Trauungen statt und es wurden 8 Barmizwah l feiern abgehalten Meine Damen und Herren! Wir stehen vor der Neuwahl zur Repraesentanz. Helfen Sie den Gemeindekoerperschaften auch weiterhin durch Ihr Interesse. Es ist noch viel Arbeit zu leisten. Nur mit Glauben und Optimismus kann man an diese Aufgaben herangehen, sowie nur der Optimismus und der Lebenswille unser Volk durch Jahrtausende aufrecht erhalten haben. Arbeiten Sie bitte, jeder nach seinen Moeglichkeiten, an dem juedischen Problem mit. Verfallen wir nicht in eine Lethargie. Nehmen wir nicht das Bestehen unseres Staates Israel als etwas Selbstverstaendlisches hin, denken wir immer daran, wie wir um ihn gekaempft und wie wir ihn erkaempft haben. Nur durch Kampf nur durch Arbeit kann man das erhalten, was man erworben hat. Denken wir daran, wie gern wir bereit sind, Opfer zu bringen und Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen, wenn es sich um unsere privaten und geschaeftlichen Angelegenheiten handelt. Ehren wir uns selbst dadurch, dass wir bereit sind, Jeder fuer Jeden und insbesondere, Jeder fuer die Allgemeinheit Opfer zu bringen. So wollen wir gemeinsam Weiterarbeiten fuer unsere Gemeinde, fuer unser Volk, fuer unseren Staat. Pee uftOtl m AENDERUNGEN IM MITGLIEDERBESTAND Neu auf genommen Enrique Amster, Heinrich Awner, Mexander Galstuch, Nathan Gerstner, Gerhard Guthmann, Ludwig Kychenthal, Manfred Linder, Dr. Wilhelm Loewenstein, Jose Rosenberg, Herbert Schneider, Dr. Hans Albert Tobias y Otto Tobias. TRAUERFEIER Am Sonntag, den i.o Mai, fand in unserer Synagoge die Trauerfeier fuer den verstorbenen Mitbegruender und langjaehrigen Mitarbeiter unserer Gemeinde, Herrn Dr. Alfred May, statt. Im Mittelpunkt der Feier stand die Gedenkrede des Vorsitzenden des Repraesentanten - Kollegiums, Herrn Alfred Feldmann, deren Wortlaut wir an anderer Stelle veroeffentlichen. Herr Kantor Ruschin sang das El Mole Rachamim mit anschliessendem Kaddisch, Herr Adolf Hirschmann und Frau umrahmten die Feier musikalisch mit Cello und Klavier. Die zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder standen sichtlich unter dem Eindruck dieser wuerdigen Gedenkfeier. Der Unterricht in unserer Religionsschule ist in vollem Umfange wieder aufgenom, men worden. Es war auch in diesem Jahre nicht leicht, allen Wuenschen unserer Eltern und Kinder gerecht zu werden und die Einteilung so vorzunehmen, dass nur ein Mindestmass an Opfern erforderlich ist. Es ist uns gelungen, ein neues Unterrichtslokal zu erhalten, in dem die Kinder aus der Gegend Golf und Los Leones unterrichtet werden, in dem Lokal, das der Vaad Hajinuj fuer seinen Kindergarten in der Av. fcota 2858 gemietet hat, werden jeden Mittwoch nachmittag etwa 10 Bänder. (1. Kurs) Unterricht erhalten, Die uebrigen Lokale sind die gleichen wie im Vorjahre geblieben. Ausserdem ist es uns gelungen, fuer den Kursus in Macul ei- ,z,usaetzliche Lehrerin des Vadd Hajinuj zu gewinnen, da Frau Kwiakowska am Sonntag vormittag nur zwei r^{^unterrichten kann und Notwendigkeit ei- 5S5n+Irl^?n Kursus herausgesteilt hat. Noch sind nicht “lle Kinder unserer Gemeinde, .die im schulpflichtigen ,s.ind-’ bei uns angemeldet und wir richten auch von dieser Stelle aus an alle Eltern den Aufruf, dafuer zu sorgen, dass kein Junge und kein Maedel ohne einen juedischen Unterricht bleibt. Es K5dn nicht genuegend unterstrichen werden, dass, wenn ntsere Kurse leider nur ein Mmimum an Wissen vermitteln koennen, dennoch ih- ^,Bedeutung fuer die jueditrrmwEnt^li$lun? unserer , Wlchtig Ist. Anmeldungen koennen bei den Herren Rabbinern und im Sekre- U%naLa * , ^serer Gemeinde (33096) erfolgen. Der Unterrichtsplan ist wie folgt: Q in 8/o0: 6onntag von 9,10.30 Uhr (3. und 4. Kurs). Sonntag von 10.30. 12 Uhr (1. und 2. Kurs). n 512; Sonntag von 9.30. H Uhr (3. Kurs). Sonntag von li, 12.30 Uhr (1. und 2. Kurs). 4 ff*?™ 2®“: Mittwoch von 4.15, 5,15 Uhr (1. Kurs). Ausserdem wird auch in diesem Jahr der Kursus fuer Jungens und Maedels ueber , Jahre fortgesetzt und wir erfreulicherweise feststellen, dass an diesem eihe besonders grosse Anzahl Jugendlicher teilnehmen Bei dieser Gelegenheit bitten wir unsere Eltern, fuer eine regelmaessige Teilnahme ihrer Kinder in den Kursen zu sorgen und auch darum, dass “i gm ngeö, Schulaufgaben erfuellt werden. Von beson- T^f^™tigkeIt ist auch di« 1 eiinahme unserer Schueler d®“ Feiern und Onege Schabbat, die im Anschluss an den Freitag-Abend-Gottesdienst stattfinden und wie vorher im Gemeindeblatt mitgeteil werden. Vor allem: Judentum kann nicht nur gelehrt. sondern muss auch eesehen und gelebt werden. Und SS?» SÄ Ln. AUSGESCHIEDEN (Infolge Wegzugs) Anni Abrahamsohn, y Dora Schoenowltz, HAUSSAMMLUNG 1 Die naechste monatliche Haussammlung zu Gunsten des “Hilfswerk fuer die Judennot in der Welt“ findet am Sonntag, 14. Juni 1953, statt.

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