Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XV (1953)
- Issue
- 6 (Junio, 1953)
- Date
- 1953-06-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Junio, 1968 BOLITIN INFORMATIVO 1 Fortsetzung vom Rechenschaftsbericht III. Kult urar beit Unsere kulturellen Veranstaltungen standen auf einem beachtlichen Niveau, wir haben uns bemueht, allen unseren Mitgliedern etwas zu bieten. das sie interessiert. Leider war die Beteiligung meist nicht so zahlreich, wie es die Redner und die Themen verdient haetten. Es wurden folgende Vortraege gehalten: Dr. Nahum Lewin: “Die Rolle der Juden aus Deutschland beim Aufbau der Medinath Iisrael”. Legationsrat Goren: “Bericht ueber meine Reiseeindruecke in Israel”. Prof. Alexander Rosenfeld: “Die Rolle Israels im mittleren Orient”. Sofia Mayanz de Zäher: “Neues Recht der Frau in Ehe und Erbschaft”. Dr. Erich Lion: “Wiedergutmachung und Entschaedigung durch Deutschland”. Dr. Arieh Tartakower: “Ost und West in Israel”. Sofia Mayanz de Zahler und Dr. Boris Levy: “Das Neue Steuergesetz vom 28. May 1952”. Dr. Babe Deputierter der Knesset: “Israel und seine Zukunft”. Kulturveranstaltung, gemeinsam mit der Extensión Cultural de la Universidad de Chile: Profesor Leopoldo Castedo; “Música, Teatro y Balet en Chile”. Profesor Hugo Goldsack: “Los premios nacionales de Literatura”. Profesor Moisés Mussa: “Educación en Chile”. Die Feier des Staatsfeiertags am 3. Mai in Verbindung mit einer Feststunde fuer die Jugend am 4. Mai, die Herzl Bialek Feier am 15. Juni und die Gedenkstunden anlaesslich der Synagogenbraende am 9. November wurden in der bei uns ueblichen Form von Gottesdiensten und Kulturveranstaltungen durchgefuehrt. Die Gedenkstunde des 9. November hat uns alle im vergangenen Jahre in besondere Trauer versetzt, ist doch an diesem Tage der erste Praesident des Staates Israel, Prof. Dr. Chajim Weizman fuer immer von uns gegangen. Wir haben dieses grossen Staatesmannes, dieses Verkaempfers fuer unsere zionistischen Ideale, die. ses international geehrten Gelehrten in einer Trauerfeier gedacht, bei der ihm ueber 500 unserer Mitgliéder die letzte Ehre erwiesen haben und ergriffen der Ansprache lauschten, die unser Gemeinde-Rabbiner Lubliner hielt. Am 16. November fand in unseren Raeumen die Trauerfeier der Legación von Israel fuer das Diplomatische Corps und Vertreter der chilenischen Regierung statt. Das Haus war bis auf den letzten Platz gefuellt. Es war eine schlichte, ueberaus wuerdige Feier, die den tiefsten Eindruck bei allen Anwesenden hinterliess. Der Name Chajim : Weitzmann wird von jedem : Juden immer in Ehren gehalten werden; er soll uns ein Ansporn sein, in seinem Sinne fuer unser Judentum weiter zu wirken. Das Datum des 9. November, diesen tragischen Tag fuer unser juedisches Schicksal, hatten die beiden juedischen Gemeinden in Valparaiso auserwaehlt, um den Grundstein fuer den juedischen Friedhof in El Bellote zu legen. Nach langer aufopfernder Vorbereitungstaetigkelt ist ihnen gelungen, die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten und einen langgehegten Wunsch in Erfuellung gehen zu sehen, die Dahingegangenen nach unserem altgewohnten juedischen Ritus der Erde uebergeben zu koennen. An der Einweihungsfeier nahmen Vertreter der Gemeinde und Herr Rabbiner Loewenstein teil. IV. Xeitesaugelegenlieitejn Auf dem Gebiete des Kultus glaube ich von einer erfolgreichen Taetigkeit berichten zu duerfen. Unsere Gottesdienste sind in der bei uns traditionellen Fo(rm durchgefuehrt worden. Auch im vergangenen Jahre haben wir zu den Hohen Feiertagen wieder an 3 Stellen Andacht abgehalten, um unseren Mitgliedern je nach ihrem Wohnsitz die Beteiligung zu erleichtern. Im Anschluss an den Sonnabend Morgengottes, dienst fand fast regelmaessig ein Oneg Schabat statt, bei dem sich eine groessere Anzahl Gottesdienstbesucher zusammenfand, um sich dem Studium unserer Lehre zu widmen. Im Anschluss an den Freitag - Abendgottesdienst haben wir waehrend der Schulperiode jeden Monat einen Oneg Schabbat fuer die Kinder unserer Gemeinde abgehalten. Es waere nur zu wuenschen, dass unsere Eltern mit groesserer Regelmaessigkeit ihre Kinder an diesen fuer sie bestimmten Veranstaltungen ausserhalb der Religionsschule teilnehmen lassen. Wir sprechen den Jugendlichen der Jugend-Organisation “B’ne Akika” fuer ihre Mitarbeit unseren Dank aus. Es ist erfreulicherweise festzustellen, dass ein staendiger Maennerchor, der an den Abend-Gottesdiensten am Schabbat und Feiertagen fungieren soll, unter Leitung unseres Kantors Ruschin im Entstehen ist. Wir hoffen im Interesse unserer Gemeinde, dass er durch rege Teilnahme unserer Mitglieder den gewuenschten Aufschwung nehmen wird. Unsere Herren Rabbiner haben woechentlich einen Schiur abgehalten, dem bei dem hohen Niveau der Vortraege fin weit groesserer Besuch zu wuenschen gewesen waere. Wir werden unsere Bemuehungen auf diesem Gebiete fortsetzen und hoffen. von den interessierten Kreisen in Zukunft mehr unterstuetzt zu werden. Unser taegliches Minjan, das insbesondere Gelegenheit bieten soll, im Trauerjahr und an Jahrzeiten Kaddisch sagen zu koennen, ist zu unserer Freude trotz nicht unerheblicher Schwierigkeiten waehrend der Sommermonate niemals unterbrochen worden. Es entspricht der Groesse unserer Gemeinde und ihrer Natur als Religionsgemeinde, dass stets ein derartiges Minjan aufrecht erhalten bleibt. Wir haben auch im vergangenen Jahre am 1. Tage Pessach einen Gemeindeseder veranstaltet, der sich ausserordentlich grossen Zuspruchs erfreute und von ueber 120 Personen besucht war. Die allgemeine Anerkennung, die diese Veranstaltung bei allen Beteiligten fand, war die beste Belohnung fuer alle -diejenigen, die sich um die Vorbereitung und Durchfuehrung dieses Abends bemueht haben. Nicht unerwaehnt soll bleiben, dass wir den Teilnahmepreis durch eine Subvention aus dem Gemeindeetat so gestaltet haben, dass die Kosten erschwinglich waren und keinen Hinderungsgrund fuer eine Teilnahme bieten konnten, zumal wenn man in Ruecksicht zieht, dass, wie es bei uns von jeher Brauch ist, alle Antraege auf Preisermaessigung oder voelligen Preiserlass ohne Diskussion berücksichtigt worden sind. Unsere Beziehungen zu der Jevra Kadischa sind nach wie vor besonders freundschaftliche. Bei den leider so zahlreichen Beerdigungen, die wir Im vergangenen Geschaeftsjahre durchfuehren mussten, sind die Verhandlungen ohne jede Schwierigkeit verlaufen. Fuer das Verstaendnis, das wir bei den Dozernenten der Jevra Kadischa stets gefunden haben, soll an dieser Stelle unser Dank ausgesprochen sein. Wir haben im abgelaufenen Geschaeftsjahre 7 Grab, steine fuer Verstorbene gesetzt, deren Hinterbliebene zur Erfuellung dieser Ehrenpflicht nicht in der Lage gewesen sind. NEUES PRAESIDIUM Laut Beschluss des Repraesentanten - Kollegiums vom 30. April 1953 setzt sich das neue Praesidium unserer Gemeinde wie folgt zusammen: Praesident: Herr Dr. Siegfried Landau. Vicepraesident: Herr León Rosenthal. Schriftfuehrer: Herr Alejandro Landé. stellv. Schriftfuehrer: Herr Kurt A. Hofmann. Schatzmeister : Herr Dr. Boris Levy. stellv. Schatzmeister: Herr Nota Nebenschoss. Beisitzer: Herr Heimann Abramczyk. V, Wie weit ensere Stimme reicht Auf unser Boletín Informativo koennen wir mit Recht stolz sein. Selten wohl hat sich ein Nachrichtenblatt in relativ so kurzer Zeit aus so kleinen Anfaengen zu einer so beachtlichen Hoehe emporgearbeitet, wie es bei unserem Boletin der Fall ist. Und unsere Mitglieder wissen dies zu unserer Freude zu .schaetzen. Von allen Reclamos, die bei einer Verwaltung nun einmal nicht ausbleiben koennen sind uns diejenigen die liebsten, die das Nichteintreffen oder das nicht ganz puenktliche Eintreffen unserer Zeitung zum Gegenstände haben. Ist uns dies doch ein Beweis dafuer, wie unsere Freunde an dieses Blatt gewoehnt sind und auf sein Erscheinen warten. Wir tauschen dieses Blatt mit fast allen juedischen Gemeinden Suedamerikas aus und senden zahlreiche Exemplare auf besonderen Wunsch nach Israel. Es wird Sie sicher interessieren zu hoeren, dass es kaum ein Mitglied unserer Gemeinde gibt, das seinen Wohnsitz von Santiago verlegt, das nicht den Wunsch aeussert, unser Mitteilungsblatt nach wie vor zugesandt zu erhalten. Unser bisheriger langjaehriger Redakteur, Herr Hans Kaufmann, hat leider seine Taetigkeit aus persoenlichen Gruenden Ende des vorigen Jahres einstellen muessen. Wir wissen, dass es seiner Intelligenz seiner Energie und seiner Liebe zur Sache zu verdanken ist, dass unser Blatt sein jetztiges kulturelles Niveau erreicht hat. Auch an dieser Stelle sei ihm fuer seine Taetigkeit unser waermster Dank ausgesprochen. An seiner Stelle hat am 1 Januar ds. Js. Ben Kopfstein die Leitung des Boletin uebernommen. Wir glauben, schon nach den ersten Proben feststellen zu koennen, dass unsere Wahl eine gute war. Eia ebenfalls jugendlicher Redakteur, mit grossen Kenntnissen und viel Temperament, wird er unser Boletin in bisherigem Sinne weiterfuehren und sich bemuehen, den so guten Ruf, den es geniesst, noch zu vergroessern. Ein grosser Erfolg —wir duerfen es offen sagen— ist die Kinderbeilage unserer Zeitung. Die rege Mitarbeit der Kinder wird am deutlichsten durch die zahlreich eingehende Korrespondenz bewiesen, in der die Kinder sich nicht nur an der Loesung der Raetsel beteiligen, sondern selbst sich zu Jugendlichen Schriftstellern ausbilden wollen. Die Mehrkosten fuer unser Boleein, die uns durch diese Kinderbeilage entstehen, sind nach unserer Auffassung gut angewandt, da sie dazu dienen, das Interesse unserer Kinder zu wecken. VI. Unsere Verpflichtung innerhalb des chilenischen Jischev Entsprechend dem Umfang unserer Gemeinde und dem Ansehen, das sie zu unserer Freude bei dem gesamten Jishuw Chiles geniesst, arbeiten wir mit den uebrigen juedischen Institutionen der Stadt in voller Harmonie zusammen und sind in der Federación Sionista de Chile durch den Praesidenten der Gemeinde, Herrn doctor Emilio Weintraub und Herrn Rabbiner Loewenstein und im Comité Representativo durch die Herren León Rosenthal und Kurt Ermann vertreten. Wir arbeiten interessevoll mit dem Vaad Hajinuj, in der Vereinigung der Amigos de la Universidad Hebrea, in dem Comité pro Coro Folklórico, in dem neugegruendeten Consejo des Hospital Israel, im Estadio Israelita und dem Instituto Chileno Israelí de Cultura. Fuer die Werbung und Propaganda fuer das juedische Blindenheim in Jerusalem, deren technische Durchfuehrung uns von der gesamten Colectivitaet uebertragen worden ist, wurde ein besonderes Comité'geschaffen, das beachtliche Erfolge aufzuweisen hat. Diesen Aermsten der Armen zu helfen, sollte fuer Alle von uns eine Selbstverstaendlichkeit sein. In diesem Zusammenhang ein Wort zur Campaña. Die ueberwiegende Mehrzahl aller unserer Mitglieder hat auch im verflossenen Jahre wiederum volles Verstaendnis fuer die Aufgaben der Campaña Unificada bewiesen. Fast alle unsere Freunde wissen, dass es fuer uns eine Ehrenpflicht bedeutet, dieser Aktion den Erfolg zu sichern, der ihr zukommt, wissen Sie doch, dass noch Tausende und Abertausende unserer Brueder und Schwestern in Israel und der ganzen Welt auf unsere Hilfe angewiesen sind und den Anspruch an uns haben, dass wir ihnen gern und grosszuegig helfen. Wissen Sie doch, dass aus dieser Campaña unser Altersheim, der Cisroco, das Kinderheim wesentlich gespeist werden, um in der Lage zu sein, ihre so dankenswerten Aufgaben erfuellen zu koennen. Nicht Bitten sind es, die man an uns zu richten braucht, sondern berechtigte Forderungen an uns, die wir in der Lage sind, zu helfen. So hat auch die Campaña Unificada 1951 ein Ergebnis gehabt auf das unsere Gemeinschaft stolz sein darf und auch von der gesamten Colectivitaet anerkannt worden ist. Der bisherige Verlauf der Campaña Magbit 1952 ist ebensfalls bei allen denen als erfolgreich zu bezeichnen, die ihye Beitragspflicht erfuellt haben. Es fehlen aber immer noch 20% derjenigen unserer Mitglieder, die sich nach ihrer wirtschaftlichen Situation beteiligen koennen, aber es noch nicht getan haben. Dies, obwohl wir bereits 3 oder 4 Aufforderungen an die Betreffenden haben ergehen lassen. Wie viel Kosten, wie viele Muehe, wie viel unoetige Schreibarbeit koennten erspart werden, wenn das Interesse aller unserer Mitglieder an dieser so lebenswichtigen Aktion groesser waere. Muss es denn wirklich sein, dass die Herren der Campaña Kommission monatelang mittags und abends, wochentags sowohl wie an Sonn —und Feiertagen auf die Zeichner warten? Ist nicht diejenige Zeichnung im juedischen Sinne ethisch viel hoeher zu bewerten, die schnell und mit Selbstverstaendlichkeit bewirkt wird? Und wir haben, meine Damen und Herren, kein Recht, irgend einen auszulassen, der in der Lage ist, sich zu beteiligen. Wir haben kein Recht, eine Zeichnung entgegen zu nehmen, die der Wirtschaftslage des Zeichners in keiner Weise entspricht. Diese Campaña soll eine Selbsteinschaetzung sein, bei der wir von allen unseren Mitgliedern erwarten, dass sie ehrlich mit sich und der Cam paña sind. Wenn wir hoffentlich so weit sein werden, dass unsere Freunde nicht zu uns (Schluss S. 9)