Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XV (1953)
- Issue
- 4 (Abril, 1953)
- Date
- 1953-04-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 13 >ril, 1953 Prophet auf in Israel wie Mose Auszug der Kinder Israels aus Aegypit Moses verknuepft; er floesste den er- Freiheit ein, er erzwang dann ihre Freidieser Befreiung erst ihren wahren Sinn, olk formte, in ein Volk, das durch sein, :iner neuen religioesen und ethischen die fruehen geistigen Errungenschaften n oder sie durch Vergleiche mit von anu entwerten. In ihrer parteiischen Kurzie Vergleiche die Gestalt Moses und seirgehoben werden: gerade darin, worin :r mosaische Monotheismus ueber den de, Umwaelzende, Einmalige. Andrerwird so gruendlich von den verschiedene so gut mit unseren unabhaengigen;ausendende vor Christus ueberein, dass rundlegende Geschichtlichkeit bezweiewesen ist, tritt rechtmaessig der, der in tasie schnueckte das juedische Volk;alter aus; Legenden und Maerchen er ntstandene Satzungen oder gar Buecher ichtig suchend alles Sagenhafte, das uns;, bleibt noch derselbe imposante Get und ihrer geschichtlichen wirksamkeii hrklichkeit im Bewusstsein der Voelker stwerke, Buecher und Abhandlungen, wiedergegeben, das zwar weit entfernt dessen bunte Splitter aber ein beredtes Zeitalter und Voelker dazu treibt, mit;gne”. -1 B. K Woher er scliocpfte Waere Jahwe ein kenitischer Gott gewesen, wie manchmal behauptet wird, so; haetten sich unserer Meinung j nach die Keniter zur fueh-! renden Nation entwickelt und I Israel waere in ihnen aufgegangen. Denn es war die Religion, der charakteristische Glaube in Gott, der zu einem grossen Teil die nationale Besonderheit der antiken Nationen und Staemme bestimmte . Dass Israel zur fuehrenden Nation wurde, verdankt es seiner Religion. Woher Moses seine Gottesidee und die davon abhaengigen Ideale schoepfte, bleibt das Geheimnis seines religioesen Genius und seiner religioesen Erfahrung. leren h du leine aba) nen, und hes man chzusagen -emuehun-?fe, es zu i uns nicht egen das- SCHILLER Mose und der Berg Sinai Der Berditschewer wufde einst gefragt: “Wie ist es zu verstehen, dass Mose, der in seiner grossen Demut Gott gebeten hatte, einen andern zu Pharao zu entsenden, sich nicht einen Augenblick weigerte, die Thora zu empfangen?”. “Er hatte gesehen —wie der Midrasch erzaehlt—, “antwortete der Rabbi, “wie die hohen Berge vor Gott erschienen und jeder sich die Gunst erflehen.wollte, dass auf ihm die Offenbarung geschehe, wie Gott sich aber den kleinen Sinaiberg erkor. Darum folgte er, als auch er sich auserwaehlt sah, ohne widerstreben dem Ruf”. (Chassidische Erzaehlung) Seine Lehre Tatsaechlich muss jeder, der die w'edergegebenen Meinungen von Moses vorurteilslos betrachtet, klar einsehen, dass es Moses war, der Gott als das Wesen erkannte, das immer existiert hat, das existiert und existieren wird, und darum benennt er Ihn mit dem Namen Jehovah, welcher im Hebraeischen diese drei Phasen der Existenz ausdruecken. Von Seinen Eigenschaften lehrte Moses, dass Er gnaedig, voll des Erbarmens aber ein eifervoller Gott sei. Schliesslich glaubte und lehrte Moses, dass dieses goettliche Wesen so verschieden von allen anderen Wesen sei, dass es durch keinerlei Abbild irgend eines sichtbaren Gegenstandes ausgedrueckt werden koenne; auch, das man Ihn nicht erblicken koenne, und das weniger aus einer bedingten Unmoeglichkeit als aus der menschlichen Unfestigkeit heraus; weiter, dass auf Grund Seiner Macht. Er Einig und Einzig waere. (Spinoza, Tractatus Theologico-Politicus). (Kittel, Scientific Study). Was er wirkte Was erbaute unsere Kathedralen? Betrachte den Kern dieser Sache: es war das goettliche Hebraeische Buch, das Wort teilweise des Mannes Moses, der als Geaechteter seine midianitischen Herden betreut, vor viertausend Jahren, in der Wildnis des Sinai! Es ist eines der seltsamsten Dinge, aber darum nur umso wahrer. (Carlyle, Heroes). Rembrandt: Moses zerschmettert die Tafeln Glaube und Gesetz Vernimm: Ich glaub an Gott, den Ewig-Einen, Der kreisen laesst das All, selbst unbewegt, Durch seiner Liebe Kraft, der selbstlisreinen! Nicht Metaphysik noch Physik erreart Mir diesen Glauben, und er wird vertreten Durch jene Wahrheit, die uns ist belert Durch Moses, ihn, der Gett v»—-neUr>t“ Und sein Gesetz erliess dem Volk zum Frommen. (DANTE, r-OETTLHlHE KOMOEDIE) Th. Mann; So sa&t Amen! Sein Marne ien aegyptischen Namen traegt, gehoert sn Charakter der Situation: es ist antgehend aegyptisierter Volksteil, dem er ihn deshalb zum Aegypter machen will, lung den Boden, auf der sie waechst. Die will den Namen freilich aus hebräischer er (aus dem Nil) Gezogene” erklaeren.; Verbs kann nur bedeuten: der Heraus- Und darauf hinzudeuten, ist. wie mich die heimliche Absicht dieser Etymologie; »n bezeichnen, der Israel aus der Flut gerne solche Tradition bestanden hat, geht isher fast unverstanden gebliebenen— r. In einem merkwuerdigen Hymnus, der 53, 7-19) aufgenommen worden ist, heisst ¡■edachte der Tage der Urzeit” und darauf mosche ammo, was zunaechst kaum et- ¡deuten scheint als: Moses, seines Volkes; einen befriedigenden Zusammnhang! Der f, wenn wir merken, dass hier der Name aufgeschlossen werden soll: Gott gedachte seines Volkes, des Mannes, der das Volk t gezogen hatte. (BUBER) Das Gebluet merkte ba'cl, was es heissen wollte, einem zornig-geduldigen, dem Unsichtbaren verantwortlichen Werkmann gleich Mosen, in die Haende gefa.len zu sein, und merkte, dass jene unnatuerli^he Weisung, es sei jedes Freudengeschrei zu unterlassen, ueber des Feindes Ersaufen, nur ein Anfang gewesen war —und zwar ein vorwegnehmender Anfang, der schon weit im Gebiet der Reinheit und Heiligkeit lag und viele Voraussetzungen hatte, die zu erfuellen waren, ehe man dahin gelangte, eine solche Forderung nicht als voellig uunatuerUh zu empfinden. Wie es aussah in dem Gehudel, und wm sehr es ein blosser Rohstoff war aus Fleisch und Blut dem die Grundbegriffe der Reinheit und Heiligkeit abgingen; wie sehr Mose von vorn anfangen und ihnen das Frueheste beibrinven musste, das merkte man den notduerftigen Vorschriften an, mit denen er daran herumzuwerken, zu meissein und zu sprengen begann nicht zu ihrem Behagen; der Klotz ist nicht auf des Meisters Seite, sondern gegen ihn und gleich das Frueheste, was zu seiner Formung geschieht, komm ihm am allerunnatuerlichsten vor. Immer war Mose unter ihnen, bald hier, bald da bald in diesem und bald in jenem Dorflager, gedrungen, mit seinen stechenden Augen und seiner plattgetriebenen .Vase, „..nuettelte die Faeuste ar o-eiten Han ¿gelenken und i ruettelte maekelte, krittelte I und regelte an ihrem Dasein, ruegte, richtete und sasuber-| r^ ca an herum indem er die Unsichtbarkeit Gottes dabei ■ zum Pruefstein nahm, Jah-I we’s, der sie aus Aegyten ge-1 fuehrt hatte, um sie sich zum Volk zu nehmen, und der heilige Leute an ihnen haben wollte, heilig, wie Er es war. Du sollst sauber sein und dif’h viel mit lebendigem I Wasser baden um der Ge-j sundheit willen: denn ohne die ist keine Reinheit undi Heiligkeit. und Krankheit ist unrein. Denkst du aber, Poebelei ist gesuender denn saubere Sitte so bist du ein B’oedian und sollst geschlagen sein mit Gelbsucht Feigwarzen und Druesen Aegyptens. Uebst du nicht Sa.’iVie*-- keit, so werden boese schwarse Blattern auf fahren und Keime der Pestilenz gehen von Blut zu Blut. Lerne unterscheinden zwischen Reinheit und Unreinheit, sonst bestehst du nicht vor dem Unsichtbaren und bist nur Poebel. Unterscheide! sage ich dir und sei heilig vor Gott, sonst kannst du nicht heilig sein, I wie ich dich haben will. Du j isst ja alles durcheinander, ohne Wahl und Heiligkeit, J wie ich sehen muss, das ist i mir ein Greuel. Du sollst aber das eine essen und das andere nicht und sollst deinen , Stolz haben und deinen Ekel. So machte er ihnen Speisevorschriften und schraenkte sie ein in Dingen der Nahrung, aber nicht nur in diesen Ebenso tat er es in Dingen der Lust und Liebe. Man stelle sich ihre Bestuerzung vor ueber all die Einschraenkungen! Sie hatten zunaechst das Gefuehi, dass ueberhaupt vom lieben Leben beinahe nichts uebrig bleibe, wenn man all dies befolgte. Er sprengte mit dem Meissei an ihnen herum, dass die Stuecke flogen, und das war sehr woertlich zu nehmen, denn mit den Ahndungen, die er auf die schlimmsten Ueberschreitungen der Schranken setzte war es kein Spass. Wie gross war ihre Bestuerzung! Nicht einmal1 Trauerschnitte sollten sie sich machen und sich nicht ein bisschen taetowieren. Sie Pe£^ten> was es auf sich hatte mit der Unsichtbarkeit Ciottes. Haite dein Herz,im Zaum nlnht Ürihnen> und wirf nicht dein Auge auf eines hahfren dass du sie?0£3i!test’ denn leicht brmgt dich das dazu, sie ihm zu nehmen, sei es durch heimliche Entwendung, was eine Feigheit ist, oder indem du ihn totschlaegst, was eine Roheit ist. Jahwe und ich wollen euch weder feig noch roh, sondern die Mitte davon sollt ihr'sein, naemlich anstaendig. Mache ueberhaupt nicht einen so dummdreisten Unterschied zwischen dir und den anderen, dass du denkst, du allein bist wirklich und auf dich kommt’s an der andere aber ist nur ein Schein. Ihr habt das Leben gemeinsam, und es ist nur ein Zufall, dass du nicht er bist. Darum liebe nicht dich allein, sondern liebe ihn gleicherweise und tue mit ihm, wie du wuenschen wuerdest, dass er mit dir taete, wann er du waere! Seid lieblich miteinander und kuesst die Fingerspitzen, wenn ihr einander voruebergeht und neigt euch mit Lebensart und sprecht den Gruss: “Sei heil und gesund!”. Denn es ist ebenso wichtig, dass jener gesund ist, wie dass du es bist. So sagt Amen zu alledem! Und sie sagten Amen. ‘‘Lass mein Volk ziehen!” (Szene aus Fry’s Moses- Drama) Im Bild: Premierauffuehrung in einem Berliner Theater, mit Ernst Deutsch als Moses. Der englische Dichter Christopher Fry, der Shakespeare unserer Tage genannt, hat kuerzlich seine Moses-Tragoedie “Der Erstgeborene” zur erfolgreichen Urauffuehrung gebracht. Moses, aegyptischer Prinz und erfolgreicher Feldherr. kommt nach seiner Flucht tn der Stunde der Gefahr zurueck, um seine Anklage gegen den Frondienst vorzubringen und fuer sein Volk Freiheit zu fordern. Er ist ein Mann des Schicksals, der zum Sprachrohr Gottes geworden ist; es ist die Einsamkeit des Auserwaehlten aber die das eigentliche Problem des Dramas darstellt.