Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XV (1953)
- Issue
- 1 (Enero, 1953)
- Date
- 1953-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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0 I REDACCION» S.C. I. B'NE JISROEL AV. PORTUGAL 810. TEL. 83096 CASILLA 2487. SANTIAGO »CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT SOCIEDAD C U LfU R A L IS RAE LITA "B'NE J I S R Q|L" Año XV — N.o 1 SANTIAGO DE CHILE Enero, 1953. Neujah rsfest der Baeume Tu BiShvat, der 15. im Monat Shvat, ist Israels Naturfest. Noch herrscht der Winter ueberall; die Regenguesse dauern an. Und doch scheint ihre kalte Wut gebrochen und besiegt. Man spuert schon die Frische des kommenden Fruehlings. Einige Baeume zeigen schon ihre ersten Blaetter und des Mand.elbaums kahle Zweige sind eines Morgens mit rosig-weissen ¡Blueten bedeckt. So wurde dieses Datum fuer unsere Vorfahren, die mit liebevoller Aufmerksamkeit den rmmerwiederkehrenden Zyklus der Natur belauschten, zum Festtag, zum Neujahr der Pflanzen und Baeume. 1*N: WM Eine Zeit zum Pflanzen (Eccl. 3,2). ) Und so ihr in das Land kommt, sollt ihr Baeume jeglicher Art pflanzen... (Lev. 19,23). Und das verwuestete Land soll wieder bearbeitet werden,, und man wird sagen: Verwuestet lag dieses Land, jetzt gleicht es dem Garten Eden... (Ezech. 36,34-6). Wie ein Baum, am Wasser gepflanzt und bis zum Bach erstreckt er seine Wurzeln. Er fuerchtet nicht die Tage der Hitze, seine Blaetter bleiben gruen; und sorgt nicht vor einem Jahr der Duerre, stetig bringt er Fruechte... (Jer. 17,8). Rabbi Jochanan ben Sakkai pflegte zu sagen: “Wenn du gerade einen Setzling in der Hand haeltst und man verkuendet dir ploetzlich, der Messias sei gekommen, so pflanze den Setzling erst und dann gehe dem Erloeser entgegen”. (Ta’anit 5). ‘Lasset die Baeume auf den Gipfeln unserer Berge rauschen und an den Abhaengen unserer Taeler; lasset sie die Strassen elnsaeumen und dem Wanderer Schatten schenken und dem mueden Arbeiter einen Ruheplatz. (Ch. N. Bialik). Ein Idyll aus Israel Die Familie Jisreel, die vor einem Jahr hierher gezogen ist, sitzt an dem weissgedeckten Tisch. Die grosse Petroleumlampe verbreitet ein trauliches Licht, d,er blanke Teekessel eine angenehme Waerme. Sie mildert das kuehle Lueftchen, das vom Meer herueberweht, den herannahenden Regen ankuendi. gend. Von draussen vernimmt man Hufschlaege und das Wiehern eines Pferdes. Die Tuer geht auC und herein kommt ein hochgewachsener junger Mann, in der Hand einen Korb voll Fruechte. “Fuer ein gutes neues Jahr, meine Lieben!” ruft er. “Habt ihr vergessen, dass heute Neujahr der Baeume ist?” Er nimmt sein Gewehr von der Schulter und stellt es in eine Ecke. zieht weiter seines Wegs, pfeift, schnalzt und schiebt seinen stoerrischen Esel. “Wahrlich”, sagt Jisreel, «dieser Tag ist ein Fest, und Freudentag. Im Midrasch wird erzaehlt: ein Nichtjude fragte einst Rabbi Jehoschua ben Karcha: Ihr habt Festtag und wir haben Festtag, aber nie zur gleichen Zeit. Wann werden wir und ihr gemeinsame Freude haben? ‘Wenn Regen kommt’, war seine Afltwort. Darum freut sich heute d,er arabische Scheich, der sephardische Haendler — und, dass es ein Festtag fuer unsere Brueder ist, die unsere Erde bearbeiten, brauche ich ja nicht zu erwaehnen”. Ein flinkes junges Maedchen auf Holzsandalen kommt auf die Hausfrau zu. “Heute ist doch der 15. Sch’wat, und darum bringe ich euch von meinen Erstlingsfruechten, von denen euer Gast kosten soll”, laechelt es schalkhaft. “Du bist ein kluges Maedchen”, sagt die Hausfrau freundlich, “und, dein Geschenk wollen wir damit vergelten. dass wir unseren Gast in dein Gaertchen fuehren, damit er deinen Fleiss bewundert. Und wenn er wieder in seiner nordischen Heimat ist, wird er dich und deine Taetigkeit als Gaertnerin ruehmen”. TSus dem Hebraeisehen uebersetzt) VAELDEB DES K.K.L. “Richtig”, sagte der Haus, herr vergnuegt, “,d,u bist gross und starK wie ein Baum, darum hast du deine Artgenossen nicht vergessen”. “Und fuer euch, verehrte Herrschaften”, sagt der Jueng. ling, “habe ich etwas mitge. bracht, ein Geschenk meiner Brueder von den Fruechten des Landes: Datteln, Feigen, Mandeln, Apfelsinen und allerlei suesse Fruechte”. Die Hausfrau dankt mit laecheln. dem Gesicht. Die Zentren der Aufforstung Die grossen Waelder Yaar Herzl (Herzl-Wald) Yaar Balfour - Yaar Bialik Yaar Masarik Yaar Henrietta Szold Yaar Hayeled (Wald, des Kindes) Yaar Hanizachon (Siegeswald,) Yaar Hachajal (Soldaten.Wald) Kfar Hachoresch Kiriat Anavim Maale Hachamischa Genigar Mischmar Haemek Schaar Haamakin Ramat Jochanan Ben Schemen Jetzt pflanzt man den Yaar Ha’Kdoschim, den Maertyrer.Wald. Nun prasselt stuermisch der Regen hernieder. “Ich wollte eigentlich noch bei euch bleiben”, spricht der junge Mann, “aber ich habe noch drei Stunden Wache, und, besonders bei einem solchen Sturm und Regen in dieser finsteren Nacht finden sich schnell Diebe ein, um auf unseren Feldern zu stehlen”. Er verabschiedet sich, legt sein Gewehr um und reitet davon. 'Gegen Mitternacht hoert der Regen auf, und am Morgen laechelt eine liebliche Sonne dem Segen zu, den der Regen gebracht hatte. Die Kinder, als haetten sie vergessen, ihre Schuhe anzuziehen, stuermten barfuss aus den Haeusern, verschwanden in den Graesern und kommen jubelnd und singend, mit Blumenkraenzen und Straeussen wieder. In wenigen Augenblik. ken schmuecken Blumen alle weitgeoeifneten Fenster, und im Hause Jisreel holt man einen Tisch, um draussen in der wuerzigen Morgenluft das Fruehstueck einzunehmen. Je. der, der an dem Tisch der Familie Jisreel voruebergeht, gibt seiner Freude ueber den Regen Ausdruck. “Frohes Fest”, ruft lae. chelnd ein vorbeiziehender sephardischer Haendler, d,er hinter seinem vollbeladenen Esel hergeht, und der Hausherr erwidert den frohen Feiertagsgruss. Der Haendler r \V X'f 'S S isfeilS