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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-12-01 · 12 (Diciembre, 1952) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
12 (Diciembre, 1952)
Date
1952-12-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Diciembre, 1952 "BOLETIN INFORMATIVO” & Chanukkah und Judenslaat Am 29. November sind fuenf Jahre vergangen, seit die “Vereinten Nationen” in einer denkwuerdigen Sitzung jenen Beschluss fassten, durch den die Errichtung eines unabhaengigen juedischen Staates ermoeglicht worden ist. Es war die Erf uellung eines Traumes, nachdem dreissig Jahre zuvor die “Balfour - Deklaration” eine Verheissung fuer das juedische Volk bedeutet hatte, noch nicht viel mehr als ein Rechtstitel, dessen Inhalt in schwerem Kampfe und durch unerhoerte Leistungen errungen werden musste. In Lake Success ist unser Recht auf das eigene 'souveraene Territorium anerkannt worden, auf welchem das juedische Volk “Herr im eigenen Hause” sein duerfe, um sein Leben nach seinen Gesetzen und seinen Auffassungen zu gestalten. Dieser Augenblick der Verwirklichug der zionistischen Idee bildete einen Wendepunkt in der Geschichte: Eine juedische Generation begann, ein neues Kapitel ihres Daseins selbst zu schrei, ben, ein Kapitel der juedischen Geschichte, in deren dunkelsten und traurigsten Epochen niemals Glaube und Hoffnung an eine glücklichere Zukunft erloschen waren. Es waere jedoch keine juedische Geschichte, wenn sie nicht auf den Traditionen unseres Volkes beruhte. Ein solcher Ausdruck lebendigen juedischen Volkstums ist Chanukkah, das an eine Zeit erinnert, in der um die Rettung von Volk, Land und Geist heroisch gekaempft worden ist. Damals, um das Jahr 165 vor der ueblichen Zeitrechnung, ist zum letzten Male aktiv juedische Geschichte gemacht und ein unabhaengiger juedischer Staat wiederhergestellt worden, welchem aber keine sehr lange Lebensdauer beschieden war. Heute, an der Schwelle eines neuen Zeitabschnittes, ersteht vor uns die Frage, was jene Geschehnisse einem juedischen Geschlecht zu sagen haben, das sich seinen Judenstaat neugestaltet. i Die Fackel von Modin Von Dr. MANFRED REIFER Die Legende erzaehlt: Nach der Vertreibung des Feindes aus Jerusalem, wurde der Tempel gereinigt und das ewige Licht angezuendet. Der kleine Vorrat an geweihtem Oel reichte kaum fuer einen Tag. Und siehe da, es genuegte, um die Lampe acht Tage zu speisen. Zum Andenken an dieses Wunder werden am Chanukkafest acht Tage Lichter gezuendet, in die Fensternischen gestellt und dass „Al Hanissim-Gebet” verrichtet. So weit die Legende. Die Geschichte berichtigt. Sie erzaehlt von einem erbitterten Kampf, den die Priesterdynastie der Hasmonaeer aus dem Staedtchen Modin gegen den heidnischen Glauben fuehrte. Sie erzaehlt, dass unter Fuehrung Juda Makkabis ein Volksaufstand ausbrach, dass die Heere der Seleukiden geschlagen und aus dem Lande vertrieben wurden. Sie erzaehlt von den inneren Kaempfen im Judentum, vom Ringen des juedischen Geistes mit dem hellenischen und von der Ueberwindung der Fremden. Das Andenken an diese heroische Epoche in der Geschichte Israels wurde in den Makkabaerbuechern fest gehalten. Doch daran sollten kommende Geschlechter nicht erinnert werden. Und das geschah bewusst und in den besten Intentionen in der Zeit des Falles von Bethar, in den Jahren, die auf die Niederlage Bar Kochbas folgten. Die Lehrer und Fuehrer in Erez Israel kannten den Freiheitsdrang ihres Volkes und befuerchteten, dass die andauernde Revolution auf israelischer Erde, das ewige Ankaempfen gegen das maechtige Rom die letzten Reste der Nation aufreiben wuerde. Sie vewandelten deshalb historische Geschehen in Legenden Juedische Menschen der letzten Jahrzehnte fuehlten sich mehr als fruehere Generationen deshalb so tief den Makkabaeern verbunden, weil sie in ihnen die Verkoerperung von sehr selbstlosen, j ganz von der national-reli- > gioesen Idee erfuellten Juden erblickten. Unsere Jugend in Israel und die vom chaluzischen Willen beseelte, nach Erez Jisrael strebende, Diasporajugend sieht die makkabaeischen Helden vor ihrem geistigen Auge in heiligem Eifer fuer ihr Volk und dessen Idee kaempfen und leiden. Der Kampf des Juda Makkabi und seiner Getreuen —so hat man gesagt— war ein Kampf, der mit profanen Mitteln fuer einen heiligen Zweck ausgefochten wurde. Das Makkabaeertum ist die harmonische Verbindung von Geist und Materie gewesen und der hasmonaische Staat der ideale juedische Volksstaat, der die Heilige Schrift und ihre Realisierung im Dasein des einzelnen als hoechsten Lebenszweck der juedischen Nation ansah. Und da jene Ereignisse, die Siege “der Schwachen ueber die Starken, der Wenigen ueber die Vielen, der Gerechten ueber Frevler”, ein vielleicht noch groesseres Wunder bildeten als das seltsame Geschehen Der junge Staat zum jahrtausend-alten Volk. Israel: “...und jetzt, Opa; werde ICH dir mal ‘ne Geschichte erzaehlen... ”. um das aufgefundene Oelkrueglein, welches fuer acht Tage ausreichte statt nur fuer einen einzigen, deshalb konnten die Buecher von den heroischen Taten der Makkabaeer, ohne, in den bibli. sehen Kanon aufgenommen worden zu sein, alle Zeiten ueberdauern, musste die Ueberlieferung im Herzen des Volkes lebendig bleiben. Sie wirkte tief auf juedische Menschen, die sich seit den Tagen Theodor Herzls nach einer neuen geschichtsbildenden Kraft sehnten. Die Schaffung eines modernen juedischen Staates, an dessen Wiege die in New York versammelten Vertreter der nicht juedischen Menschheit standen, war, dessen sind wir sicher, eine Lebensnotwendigkeit fuer unser Volk wie fuer die Welt, die ein altes historisches Unrecht wiedergutzumachen hatte. In diesem jungen juedischen Staate hofft das juedische Volk, den Geist eines Juda Makkabi wiederzuerkennen, eines ausserordentlichen Menschen, der auf dem realen Boden des juedischen Volkstums stand, jedoch Ausschau hielt nach dem Ewigen, Goettlichen, Ueberzeitlichen, Messianischen, dem grossen Chanukkah der Zukunft. CURT WILK und nur deshalb setzten sie an die Stelle der Wirklichkeit die Mystik. Sie gingen noch einen Schritt weiter. Sie nahmen die Makkabaeerbuecher nicht in den Kanon der Heiligen Schrift auf, sie profanierten diese und entzogen sie der Volkserinnerung. Die Lehrer und Fuehrer von Jawne schufen jene kuehne Fiktion, die die Geschichte der Golah kennzeichnet: die Heimat des juedischen Volkes im Schrifttum, in der Bibel zu suchen. Als Endziel wurde der messianische Erloesungsgedanke gesetzt. Sie hatten mit ihrer Konzeption vollen Erfolg. Das Andenken an die Makkabaeer schwand im Laufe von Jahrhunderten aus dem Völksbewusstsein. Nathan Birnbaum zerrissden Schleier der Legende und rueckte die Makkabaeergeschichte ins Licht des wirklich Geschehenen. Der Erneuerungsgedanke des juedischen Volkes durch das politische Instrument des Zionismus brachte auch eine Wandlung in der Geschichtsauffassung. Das Andenken an die Makkabaeer bekam historischen Sinn und wurde zu einem nationalen Feiertag, Juedische Studentenverbindungen legten sich die Namen der Hasmonaer u. Makkabaeer bei und die juedische Sportbewegung fuehrt den stolzen Namen „Makkabi”, Die nicht juedische Welt hat etwas frueher als wir die Groesse Juda Makkabis erkannt. Otto Ludwig schrieb seine ,,Makkabaer” und Haen del Oratorien, die diesen stolzen Namen fuehren, Christliche Forscher haben in dieses interessante Kapitel juedischer Geschichte Licht gebracht. Ihm den urspruenglichen Sinn gegeben zu hahen. war und beibt das Verdienst der zionistischen Bewegung. Unser Freiheitskrieg, die glaenzenden Waffentaten unserer jungen Armee, die Siege bei Negba, die Erobenlng Berschewas, des Galil, der Sturm auf Ramie und Ludd, — alles Waffentaten, die sich ruehmlich an Emmaus und B e t h Zur anschliessen. Die Laempchen in den Fensternischen zur Zeit der Makkabaer gaben das Zeichen zum Aufbruch, zur Revolution, zum Befreiungskrieg. Sie leuchten auch heute in unseren Fensternischen, schmuecken unsere Haeuser, die oeffentlichen Gebaeude. Sie mahnen uns zur heroischen Tat, zum inneren Frieden und zur aeusseren Geschlossenheit. Die Fackel von Modin leuchtet wieder! Makkabaeer haben sie entfacht, tragen sie mit Stolz und nationalem Bewusstsein. Sie symbolisiert Erinnerungen und Hoffnung zugleich. Bagger <* Gedroehn am Huleh » Sumpf Wenn man bei den Ruinen von Mischmar Haemek die Schranken passiert, die den Eingang zur demilitarisierten Zone bilden, dann aendert sich die Landschaft ploetzlich, Nichts ist mehr da von der Teil der Suempfe, wenn auch scharf umgrenzt, notwendig ist, um die grossen Torfvorkommen in der Huleh unter Wasser zu halten. Eine zu schnelle Trocknung des Torfes koennte zu seiner Verstei¬ $$&**&* '. ',‘ ™ -ft» i ‘JÉ IBIS p® ■ ■" y 7* *>'. Pastoralen Idylle, die diesen Teil des Jordantales einst kennzeichnete. Eher glaubt man in ein Industriegebiet zu kommen. Der Laerm von Motoren und Maschinen fuellt die Luft, Traktoren und Bulldazer wirbeln Staubwolken auf, und das Westufer, einst der Weidegrund von Schafen ist in eine Art gewaltigen Steinbruchs verwandelt worden durch die 300.000 Tonnen von aufgestapelter Erde, die aus dem Flussbett ausgegraben wurden. Es ist eine unwirkliche Szenerie: auf der anderen Seite des Jordan grasen Ziegenherden und die syrischen Hirten schauen unglaeubig auf die Baggers, die ihre langen Haelse wie Monster aus der Vorzeit ueber den Fluss strecken. Menschen aus fuenfzehn verschiedenen Laendern sind am Werk, die nicht einmal die hebraeische Sprache eint, sondern die Sprache der Arbeit. Die tropische Hitze des Jordantales, die Beobachtung durch syrische Soldaten von den Huegeln im Osten, die Kontrolle der Vereinigten Nationen, deren weisse Jeeps hin und herflitzen — alles erscheint bedeutungslos gegenueber der Groesse der technischen Schwierigkeiten und der Groesse des pionierhaften Projektes. Der Drainageplan hat aber im Laufe des Jahres auch sonst noch Veraenderungen erfahren. Man ist davon abgekommen, den Hulehsee trocken zu legen, und duren kuenstliche Teiche zu ersetzen, sondern man wird sich damit begnuegen, seinen Wasserspiegel um 50% zu senken. Es hat sich naemlich her. ausgestellt, dass auch ein nerung fuehren und die wertvollen Bestandteile als Fertilisator zerstoeren. In anderen Laendern haben solche Massnahmen dazu gefuehrt wertvolle Torfbestaende zu ruinieren. Ausserdem besteht die Gefahr, dass ein trockenes Torfbett leicht Feuer fangen kann und das Torfbett des Huleh dehnt sich viele Kilometer unter der Erde aus. Was spaeter mit dem Torf geschehen wird, ist noch nicht entschieden. Er hat zwar einen hoeheren Aschengehalt als der irische und russische Torf, dafuer ist er aber leichter abzubauen. Es steht aber fest, dass er gerade die Stoffe enthaelt, die notwendig sind fuer die Kultivierung des Bodens im Negev, Seine Nutzbarmachung hangt deshalb von der Schnelligkeit und Billigkeit des Transportes ab. (YEDIOTH HAYOM). Hulehfauija bleibt erhalten Nach dem Programm der Drainage der Hulehsuempfe bleibt ein Teil des Hulehgebietes in seiner jetzigen Form weiter bestehen. Diese “Reservation” wird zur Erhaltung der dort vorkommenden Fauna dienen. In der Huleh befindet sich ein Papyrusdschungel, dessen Gegenstueck wir nur noch im Sudan antreffen koennen. Zahlreiche Wildschweine, Bueffel, seltene Fischarten, exotische Voegel hausen in dieser Gegend. So gibt es zum Beisoiel dort Vogelarten, die fast ausgestorben sind. Die “Reservation” wird von Daemmen und Graeben umgeben werden, um die Ausbreitung der Suempfe zu verhindern.

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