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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-09-01 · 9 (Septiembre, 1952) · p. Seite 21

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
9 (Septiembre, 1952)
Date
1952-09-01
Page
Seite 21 (sequence 19)
Language
German
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Septiembre, 1952 BOLETIN INFORMATIVO 21 ., J ^fjT » -?»¿v r ** í* Vi ' rW *■ *'*>v ¿i* ' 4**> a* ' *¿* *****'’, í*?iK « ííV:í:r. ¿Vví'<Y'^: ■&M »¡jí: S«18lÄSI .r:í-;;í?V'‘'-; g|S¡S§¡¡¡ L * _ :i»;: »MÍí iíiildjMÍfo ^í^síV K 5&SS •:MsÍ:?-;:#':'¡- ^/;;r V -• j*V '^N ^<^Vvy HglS éiáÉSl iâj'iVîtÿ'v :.V^.; $gfÉti?<jfV. ísV'.'y:"' Ä; *' *.**A * J <-*¿25<ií Vor wenigen Wochen begannen in Israel die Dreharbeiten zu dem historischen Film „Salome“ Die ersten Aufnahmen wurden in Cäsared und Akko am Jordanufer und bei Menachemia und Nazareth gemacht Es hondelte sich" um Massenszenen, bei denen j insgesamt über tausend Komparsen mitwirkten. 800 arabische Tscherkessen, 200 jüdische Siedler und Kinder und 20 jüdische Schauspieler stellten die Komparserie für einen Uebertall berittener Aufständischer auf eine von römischer Kavallerie eskortierte Korawane Rita Hayworth wird bei den Aufnahmen in Israel von der Haifaer Tänzerin Tomara Rappaport vertreten. Dieterle dreht „Salome" < „??•' i v:Vfk, Mi SÎÆ'V . : Die Regie des Filme' der von der Columbia-Pictures Co hergestellt wird, leitet der bekannte Regisseur Wilhelm Dieterle. Dem Film liegt nicht Oscar Wildes bekanntes Drama zugrunde, das als Libretto für die gleichnamige Oper von Richard Strauß gedient hat iForoi. R. Notoni M.Í *ï«S* SÄ? <> Einige Figuren des Filmes „Salome" In der Rolle des Pontius Pilatus der Habimah-Schauspieler Schräga Friedmann loben); Azaria Rappaport, gleichfalls von der Tel Aviver Hobimah, verkörpert den Johann Hyrkanos (rechts) (‘‘Allgemeine Juedische Illustrierte”) ZWEIMAL DAVID “El Rey David”, Salmo Sinfónico de Arthur Honegger David y Absalón”, Obra dramática de R. B. Guiser. Biblische Gestalten haben eine gewaltige Anziehungskraft fuer Kuenstler. Und deswegen ist es kein reiner Zufall, wenn man Gelegenheit hatte, in einer Woche zwei kuenstlerische Ereignisse ueber dasselbe Thema zu sehen resp. zu hoeren. Das erste war d,as letzte Konzert der ‘‘Orquesta Sinfónica” dieser Saison und das zweite eine Aufiuehrung unter den Auspizien des “Círculo Israe. lita”, welche im Teatro Lux stattfand. Es ist interessant, bei der Besprechung beide Geschehnisse zu verknuepfen, auch wenn man vieles unterscheiden muss und die beiden Sachen nicht, nur weil sie da. selbe Thema behandeln, in einen Topf werfen kann. Wer war dieser Koenig Da vid eigentlich? Wieso erregt er dermassen die Phantasie vieler Generationen von Kuenstlern und Menschen ueberhaupt? Wir alle haben einmal biblische Geschichte gelernt, aber— geben wir es freimuetig zu— viel mehr als einige chronologische Tatsachen sind nicht haengen geblieben. Zu der Zeit, da Bibel gelehrt wird, ist man auch noch nicht reif, Hintergründe und wirkliche Charaktere zu verstehen. Und spaeter holt man das selten nach. Erst dann daemmert es uns auf, dass wir in .David den Prototyp des ersten volkstümlichen Helden vor uns haben: Ein kraftstrotzender, respektheischender, verwege. ner Mensch, herrlich in seinen richtigen Entschluessen wie in seinen Fehlern, recht so ein Koenig der Wueste, der sein Reich selbst aus dem Boden stampft, — und das alles erzaehlt in der Sprache der Bibel. Und das ist auch das Bild, welches uns Arthur Honegger in seinen Werk zeigt. In einer sehr geschickten Kombination zwischen einem Sprecher, Chor und Orchester versteht er, die Atmosphaere der Bibel einzufangen. Ja, an der Stelle: “Marcha de los- Hebreos” wird die Musik direkt plastisch, man “sieht” das Heer vorbeimarschieren, mit seiner plumpen Ruestung im Wuestenstaub, schmutzig, von der Sonne ausgedoerrt aber siegreich. Und so verfolgen wir das Elend und den Glanz Davids, seine Zerknirschung, seine Vergeistigung, seinen endlichen Ruhm und sein Ende, welches nur der Anfang ist fuer einen Groesseren: Salomon. Man moechte behaupten, dass gerade diese oratorienhafte Form die beste ist, die Bibel heraufzu. beschwoeren. Die moderne Form der Musik ist die rechte Umrahmung zu diesem Werk, und auch Menschen, die instinktiv noch eine Abneigung vor moderner Musik haben, werden dies empfinden. \ Die Ausfuehrung steht auf dem selben Niveau: unter Tevahs immer korrekter Leitung hat sowohl Orchester wie der Chor der “Universidad de Chile” eine abgerundete Leistung zustande gebracht, Roberto Parada als Speaker ist an manchen Stel len zu pathetisch, man moechte den Text, der sich an die Bibel anlehnt, einfacher und staerker gebracht haben. Aber alles in allem war es ein glaenzender Abschluss der diesjaehrigen “temporada”. Ganz verschieden ist leider der Eindruck, welches das Theäterstueck im “Lux” hinterlaesst. Gewiss ist R. B. Guiser noch ein junger Schriftsteller; trotzdem sollte im Dramatischen bereits ein Ansatz vorhanden sein, der irgendetwas verspricht. Umsomehr, als er wagt, sein Werk in freien Versen zu praesentieren, also in einem Stil, den kein Geringerer als Christopher Fry zum Erfolg in heutiger Zeit verholfen hat. Wenn bei Honegger die. Persoenlichkeit Davids einen majestaetischen, koeniglichen Charakter hinterlaesst, trotz all seiner Schwaechen, so kommt dies bei “David y Absalón” nicht zum Ausdruck. Vor uns steht ein Greis, der ueber seine Fehler weint, und der nicht faehig ist, sich ueber seine per. soenlichen Schwierigkeiten hinwegzusetzen, der auch nicht versteht, Respekt zu verschaffen." Konnte so jemand ein Koenigreich aufbauen, einen Tempel bauen, innere Feinde besiegen? Wohl schwerlich. Das ganze kann nicht ueberzeugen. Es ueber. zeugt nicht, wenn ein Priester einen Dolch gegen den Koenig erhebt (waere es wenigstens ein Soldat!), es ueberzeugt nicht, dass ein Bettler einen minutenlangen beleidigenden Monolog im Thronsaal haelt und der ganze dramatische Aufbau ueberzeugt auch nicht. Hie und da blitzt ein Satz von poetischer Schoenheit; jedoch das genuegt nicht, um dem Ganzen eine harmonische Abrundung zu geben. Die ganze Sprache ist einheitlich pathetisch, nicht ein einziges Mal ist ein Spur von Humor, eine Lockerung der Situation zu verspueren. Der Tod von Absalón verwandelt sich in eine persoenliche Affaire. Der Koenig kommt nicht darueber hinweg, er bricht fast zusammen, er denkt nicht an die Folgen, die ein Triumph seines Sohnes gehabt haette. Bei Honegger ist mit mehr Sinn fuer Realitaet diese Szene folgendermassen beschrieben: Nachdem er seinen Sohn beweint hat, richtet er sich an sein Heer und sagt: “Mis gue. rreros de Israel: El Rey os da las gracias. Habéis restablecido la paz en Israel. Y todo el pueblo respondió: David, bendito seas”. Da ist David, jeder Zoll ein Staatsmann, der ueber seinen Kummer hinaus das Volk sieht, ueber das er gestellt ist. Das kommt bei “David y Absalón” nicht zum Vorschein. Alle diese Maengel konnte selbst die sehr gelungene Buehne und Kostuemierung von Guillermo Núñez nicht verbergen. Auch die Regie schien wenig gluecklich; manchmal unterstrich sie die Fehler des Stuecks. Trotz allem ist viel Arbeit und Muehe nicht zu verkennen. Vielleicht kann diese Energie in Zukunft besser verwendet werden durch bessere Auswahl des aufzufueh. renden Theaterstuecks. HB.

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