Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIV (1952)
- Issue
- 8 (Agosto, 1925)
- Date
- 1952-08-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Agosto, 1952 Elieser Kaplan Wenn ein Minister aus po. litischen timenden zurueck tritt, die man der Oeffentlich. keit nicht bekanntgeben whl, so wird seine Demission oit m i t ‘ G-esundheitsruecksichten” bemaentelt. Diese konventionelle Luege ist derart verbreitet, dass —w.e bei der Warnung vor dem boesen Wolf— selbst wahre Gesundheitsruecks.chben nur selten geg'aubt werden. Und *o mag auch mancher Skeptiker an. læssùcn ecS Rue«.A.«..iii/u,5 £nt. ser Kaplans von seinem Amt als Finanzminister im Monat Mai seine Zweifel gehegt haben. Wie schoen waere es, wenn er auch heute noch Grund zum Zweifeln haette! Leider hac Kapian nur a.xzu rasch d.ie Dinglichkeit seines Rueck. tritts unter Beweis gestellt. Israel trauert um ihn ebenso wie die Aufopferung, mit der er —gegen den Rat seiner Familie und Aerzbe— dem aufreibenden Finanzministerium auch noch Vorstand, als dies nur noch auf Kosten seiner Lebensenergien selbst moeglich war. Es war ihm nicht mehr veigoennt, von dem ruhigeren Rosten ‘eines Vice-Premiers aus dem Werk zu dienen, in dessen Dienst er sein ganzes Leben gestellt hatte: als Student in der Zeire.Zion-Bewe. gu-ng, als Delegierter der russischen Juden auf der Versailler Friedenskonferenz, als Stadtrat von Tel Awiw, Exekutivmitglied der Histadruth. des Waad Leumi, der Mapai und schliesslich als Finanzminister des “Staates unterwegs” sowie des Staates Israel selbst. Es war ganz besonders seine Leistung als Architekt des Finanzgebaeudes des jun. gen Staates, die ihm die Achtung sowohl seiner Partei wie aüch deren Widersacher einbrachte. Von herrvorragender Intelligenz und Fachkenntnissen auf dem Gebiet der Finanzen verstand es Elieser Kaplan —von Beruf eigentlich Ingenieur—, visionaere Planung mit kuehler und sparsamer Berechnung zu paaren. Seine Bedeutung in der Leitung der Regierungsgeschaef. te wird vielleicht am besten dadurch gekennzeichnet, dass er im Bewusstsein des Publikums zu dem Triumvirat gezaehlt wurde, dessen andere Stuetzen Ben Guriön und Sharett sind und das allgemein als Kraeftezentrum des Kabinetts angesehen wurde. Und damit wird auch die Lupcke sichtbar, die sein vorzeitiges Ableben zur schmerzlichen Ueberraschung des Jischuw und der gesamten Weltj udenheit gerissen hat. BOLETIN INFORMATIVO ♦ ti!1 Zitterndes Zepter der Pharaonen Der schwarze Vorhang Um mit C. V. Gheorghiu zu sprechen, hat es in Nordamerika 25 Uhr geschlagen. Der dortige Kongress hat beschlossen, ein unglaublich . oaiiomnaeres, antidemokratisches und rassisch.religioes -i.Lkriminierendes Einwanderungsgesetz zu verabschieden. unu er hac es mcnc nur verabschiedet, sondern sogar .ertig gebracht, das vom Prae. identen Truman eingelegte Jeto durch die erforder.iche .constitutioneile Mehrheit zu irechen. Die Einwanderungsgesetze ier U.S.A. hatten schon s'eit inigen Jahrzehnten auf geleert, zeitgemaess oder gar ortschrittlich zu sein. Wir n Deutschland verfolgten Ju- .en wissen ein trauriges Lied /on ungenuegenden, nicht usgenuetzten od-er nicht ue. ertragbaren Quoten zu sinken. Eine Reform war faellig, aber freilich von anderem Jchnitt als die von Senator Mac Carran und Congress. man Walter ausgeheckte. Das neue Einwanderungsgesetz ist die Ausgeburt einer rntikommunistischen Hyste. r.e gefaehrlichster Praegung. Es richtet sich gegen die Fluechtiinge eines halben Kontinents, gegen alle jene die zu ihrem Unglueck “um die Ecke geboren sind”, gegen, die juedische und katholische Minderheit, gegen Linke und gegen Liberale, die im Kampf gegen Hitler und Faschismus mit Linken gemeinsame Sache machten und, vor allem... gegen Verdaechtige. Subalterne Funktionaere erhalten Vollmachten, ihnen missliebige oder “verdaechtige” Aus. laender auszusperm. einzusperren, des Landes zu verweisen, zu deportieren, ohne Gruende anzugeben, ohne dass der Betroffene sich verteidigen kann oder ein Or. dentliches Gericht eingreifen duerfte. Der behoerdllchen Willkuer sind Tuer und, Tor geoeffnet. Bereits eingebuergerte Auslaender werden zu Amerikanern zweiter Ordnung degradiert, indem die Mac Carran-Walter-Bill ihnen das Damoklesschwert der Ausbuergerung ueber das Haupt haengt. Um es fallen zu lassen genuegt der Nach. eines verjaehrten Delikts im Herkunftsland, so. dass ein Autounfall oder eine Verurteilung vor einem Nazigericht fatal werden kann. Giancarlo Menottis Phantasieprodukte erblassen vor d;pr gespenstischen Wirklichkeit. Dem rasselnden eisernen Vörie a n g gsgenueber ist ein schwerer schwarzer heruntergerauscht und tiefe Nacht umhuellt Amerika. Moege es Maennern wie Praesident Truman. Senator Lehman und Congressman RooseveJt Jr., die ein liberales menschliches, demokratisches Einwanderungsgesetz verteidig ten gelingen, diesen Vorhang in Brand zu stecken. Die Fak. kel der Freiheits-Statue mag dazu dienen — oder sie erstickt. Arthur Schnitzler haette seine heue Freude am “Reigen” aer aegyptiscnen Minister gehabt: seit dem “schwarzen Sonntag” und dem Sturz des Waia-Kabinetts von Nahas Pascha tanzten in wenigen Wochen drei Premiers in fuenf Posen ueber die aegyp. bj-iK-ue jbucnne: Aiy Mauer, Achmed Hnaii, Achmed, Suri, Achmed Hilali und Aiy Ma her. Bekanntlich wurde es dem Nachiolger Pharaos auch schwind-ig bei dem Tanz. Er dankte ab. Die 16 Regierungsjahre Fa. rouks I. sind kein Ruhmesblatt in der Geschichte Miz. rajims. Sie stehen im Zeichen zuegelloser Korruption, Verwahrlosung und moralischen Niedergangs, schaerfster so. zialer Gegensaetze undGewis. senlosigxeit. Die Reaktion gegen die vorherrschenden Zu. staende kirstal.isierte, wie in den meisten Laendern des Vorderen Orients, in einer fanatischen religioes-nationali. stischen Bewegung mit stark faschistischem Anstrich. Fa. rouk ist in zweiter Linie ein Opfer dieser Bewegung, deren Fuehrung im Moment der General Nagib und sein Stroh, mann Aiy Mäher uebernom. men haben. In erster Linie ist er ein Opfer seiner selbst. Sein Sturz ist die gerechte Folge einer zuegellosen Pras. serei, Schwelgerei und Spie, ’erei. der er seinem Volke zum Hohn hemmungslos froehnte. Gleich Carol von Rumaenien und Zogu von Albanien hat er den Weg ins Exil angetreten. Allerdings a’s fuenfzig. facher Dollarmillionaer, in ein goldenes Exil. Mit ihm reist Seine Majestaet Achmed Fuad II., den sein hohes Amt etwas unvorbereitet antrifft, in den Win dein. Bis er entwoehnt sein wird, koennen wir noch des oefteren die Gelegenheit wahrnehmen, auf die kaleidoskopartig wechselnde Situation in Aegypten einzugehen, sowie auf die Hoffnungen und Befürchtungen, die Israel an die dortige Entwicklung knuepft._ Ich verstehe nicht viel von Musik. Diese Erklaerung halte ich notfalls auch aufrecht, w'enn man mir unglaeubigmitleidig - ermunternd - schadenfroh antwortet: “Aber nein, Sie verstehen doch sicher u. s. w.’. aus diesem Grunde kann ich auch absolut nicht beurteilen, wer in den Besprechungen der kuerzlich stattgefundenen WeLsenberg. Konzerte recht hatte: ob die sehr entzueckten oder die mehr oder weniger entzueckten Kritiker. Vielleicht hatten sie alle recht. Was ich aber noch weniger Unruhen in Tunis i Unsere “JADLA” - Agentur kommentiert die kuerzlich stattgefundenen Unruhen im franzoesischen Protektorat Tunis wie folgt: “Das Aussenministerium von Israel hat angekuendigt, dass es sich einer- Stellungnahme gegenueber den Zielen der Neo-Destour-Bewegung, welche die nationalistischen Kiaefte in Tunis repraesenuiert, vorerst enthaelt. Das Ministerium unterstreicht dabei, dass die antij uedischen Ausschreitungen nur dazu dienen, Zweifel an aer Faehigkeit der Bewegung aufkommen zu lassen, die Verantwortung der Machtaus. uebung tragen zu koennen. falls sie dazu gelangen sollte. Die Angriffe gegen juedische Leben und juedisches Eigentum deuten auf ethnische und religioese Verfo.gungen zum Zwecke politischer Machenschaften hin und erinnern an die Taktik, welche die arabischen Laender des Nahen Ostens gegen ihre juedische Bevoelkerung anwenden. Mit Nachdruck unterstrich das Ministerium die Ver pflichtung der Behoerden. diesen Ausschreitungen sofort, ein Ende zu bereiten. Die Vertreter fast aller Parteien in der Knesset verlangten eine sofortige Debatte ueber den Fall Tunis und eine sraelische offizielle Stellungnahme vor den Vereinigten Nationen, bei der die tunesischen Unabhaengigkeitsbe. strebungen im Lichte der kuerzlichen Vorkommnisse be. nandeit werden. In Tunis selbst, wo mehrere Juden von Arabern getoe. tet und verletzt wurden, er. klaerte ein Sprecher der Neo- Destour-Partei. dass diese die Angriffe verurteile und ihre Urheber bei den Feinden der Bewegung zu suchen seien In Frankreich hingegen be schuldigte das Aussenministerium die nationalistischen Extremisten fuer die Angriffe verantwortlich zu sein und sie als ein Mittel zu gebrau chen. die oeffentliche Aufmerksamkeit auf ihre Forderungen zu lenken”. verstehe, ist eine Sache, die ich eigentlich ganz gut verstehe. Lassen Sie mich diesen Paradox erk.aeren. In den langen Jahren vor der Errichtung aes Judenstaaces gab es ein immer wiederkehrendes. Bild in unseren Traeu. men: das von den beruehmten Juden —Kuenst-ler. Wissenschaftler, Sportler, Schachspieler, Schriftsteller, Politiker, Aerzte, Dichter—, die der Menschheit nicht mehr nur zu Ehren ihrer Adoptionshek mat dienten, sondern auch zu Ehren des juedischen Namens. Und als der ganze Wunsch- Ein tapferer Mann Vor wenigen Tagen meldete die Tagespresse das Ableben aes muenchener Kardinals Faulhaber. Der Kardinal ge. hoerte zu jener Gruppe kirchlicher Wuerdentraeger, die bereits gegen die nazistische Barbarei Front maebten, be vor d.ese offen die katholL sehe Kirche angriff. Er zeich. nete sich durch seinen her vorragenden Mut aus und seL ne flammenden Kanzelreden waren lange Jahre hindurch die einzig hoerbare Stimme einer totgetrampelten Opposition. .So wurde sein Wort nicht nur zum Trost seiner grossen Gemeinde, sondern von Degionen von Verfolgten und Gedemuetigten aller Konfessionen. Er bewies mit seiner Haftung, dass ein wahrer und tiefer Glaube sich nicht in weltfernen Spekulationen verwirklicht, sondern im Wohltun auf Erden. Und so wagten selbst die Schergen des braunen Regimes nicht, ihn anzutasten. Ein Gerechter ist dahinga. gangen. ATSCHEKA träum vom Judenstaat all« maenüch Ges tan annanin, da negann aucn aie ReaLsierung a i e s e s Traumbildes. Prof. Weizmann, djer Staatsmann und Wissenschaftler, Max Brod, die israelische Delegation bei den O.ympischen Spielen von Helsinki sind drei zufaellig aneinandergereihte Beispiele von Juden, die ais solche vor der Welt auftreten. Und nicht nur Buerger Israels handeln im Namen ihres Staates vor den Augen der Mitwelt; auch Juden anderer Laender, wie Jascha Heifeta tragen zu dessen Ehre bei und selbst ein dem Judentum einst so entfremdeter Kuenstler wie Jehudi Menuhin identifiziert sich heute in eindeutigen Erklaerungen mit den- Geschicken des Staates. Jetzt wissen Sie, worauf ich hinaus will. Wie ist e» moeglich, dass ein junget Kuenstler wie Sigi Weissenberg, der alles, was er ist und kann, israelischen Lehrern, Publikum, Milieu, KulturnL veau zu verdanken hat, als Renegat — Verzeihung fuer das harte Wort—, als Renegat durch die Welt reist? Vor vier Jahren —Israel war eben proklamiert worden und seine Altersgenossen kaempften und starben um die Existenz von Staat und Volk— weilte er unter uns als... Palaestlnenser. Unter Palaestinenser stellt sich das hiesige Publls kum zwar Araber vor, aber das wusste er oder sein Manager vielleicht nicht und die Nachrichten von der Ausrufung des Staates Israel hat. ten sie vielleicht unterwegs nicht erreicht. Inzwischen aber muss er einiges davon erfahren haben und auch der Name Palaestina ist nur noch eine historische Reminiszenz. Bereit zu verzeihen erwarteten wir also seinen Besuch; Und wer kam an? Der Bulgare Sigi Weissenberg! Der “F.uropaeer” Sigi Weissenberg! Und jetzt verstehen Sie, was ich nicht verstehe. Tunichtgut mlMiatheHdeHZeÜetdj SIGI WEISSENBERG