Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIV (1952)
- Issue
- 8 (Agosto, 1925)
- Date
- 1952-08-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Agosto, 1952 BOLETIN INFORMATIVO f 16. AUGUST 1942 - 16. AUGUST 1952 Ein Dezennium ist verflossen, seit die Sonntagssammlung unseres “Hilfswerk fuer die Judennot in der Welt” als Nachfolgerin der “Gurs-Lublin-Hilfe” ihren Weg in die Welt angetreten hat. Aus Anlass dieses Jubilaeums bringen wir nachstehend aus dem von Herrn Dr. Max Gruenbaum verfassten Artikel “Bild einer Aufbaugemeinde”, der im Rahmen des von der “Asociación Filantrópica Israelita” en Buenos Aires im Jahre 1944 herausgegebenen Werkes ueber “Aufbauarbeit in Suedamerika” erschienen ist, die Zeilen, die er der Entstehungsgeschichte eines wichtigen Stueckes juedischer Sozialarbeit gewidmet hat. DIE RED. “E i n selbstverstaendliches Gebot taetiger Naechstenliebe war es, die Hilfe fuer unsere ungluecklichen Schwestern und Brueder jenseits des Meeres zu einem der vordring, lichsten Aufgabengebiete der Gemeinde zu machen. Seit Januar 1941 war bei der Gemeinde, und zwar zunaechst unter dem Zeichen “Gurs. Lublin.Hilfe”, eine Sammelstelle eingerichtet worden, die den Zweck verfolgt, Spenden fuer diese Hilfstaetigkeit zu sammeln und entgegenzunehmen. Keine Gelegenheit wurde verabsaeumt;, unsere Menschen zum Spenden zu veranlassen. Zahlreiche Wohltaetig. keitsveranstaltungen der ver. schiedensten Art, Sammlungen an gewoehnlichen Vortrags— und Konzertabenden, bei Familienfeiern, bei geselligen Zusammenkuenften, Abloesungstelegramme u s w. dienten diesem Zweck. In Verbindung mit der Sammelstelle wurden Sprechstunden eingerichtet, in denen Rat erteilt wurde ueber die Moeglichkeit von Geld— und Paketsendungen an die Opfer der Verfolgung in besetzten und unbesetzten Gebieten Europas. Auch die Durchfuehrung solcher Sendungen wurde im Rahmen des Moeglichen unterstuetzt. Aus der “Gurs.Lublinhilfe” wurde ein “Hilfswerk der B’ne Jisroel fuer die Judennot in der Welt” (Colecta Emergen. cia Judia en el Mundo). Erstmalig am Sonntag den 16. August 1942 wurde in ganz Santiago eine Haussammlung durchgefuehrt, fuer die sich die der Gemeinde nahestehenden Jugendverbaende — Brith Hanoar Shel Hamisraji, Centro Juvenil Sionista Kidma und Club Deportivo Mac. cabi — sowie Jugend-Arbeitsgemeinschaften zur Verfügung gestellt hatten. Seitdem gehen 100-120 Jungens und Maedels regelmaessig an einem Sonntag in jedem Monat in die juedischen Haeuser, um die Mindestspende eines Mittagsmahles zu erbitten. Diese monatlichen Haussammlungen bilden das Rueckgrat des Hilfswerkes; ihre Organisation bedurfte einer Vorbereitung, die viele i Wochen in Anspruch nahm] und einer laufenden weiteren Bearbeitung bedarf. Einteilung der Bezirke in dem breit am Fusse der Kordilleren hingelagerten Santiago, Aufstellung des Adressenmaterials, das einem dauernden, ungemein starken Wechsel unterworfen ist, Propaganda, Entwurf und Anfertigung von Quittungsblocks, Einrichtung bezirksweiser Sammelstellen, Instrulerung der Sammler usw. erforderten die Anspannung aller Kraefte. Ausgehend von dem Gedanken, dass die zentralen grossen juedischen Hilfsorganisa. tionen am besten darueber unterrichtet sind, wo die Ver. Wendung der Sammelgelder nach der Augenblickslage jeweils am meisten not tut und am besten gesichert ist, sind die betraechtlichen Sammlungen der “Gurs-Lublin-Hilfe“ und des spaeteren “Hilfswerkes fuer die Judennot in der Welt” nicht unmittelbar von Santiago aus den Hilfsbeduerftigen zugeleitet, sondern an Organisationen wie den United Jewish Appeal for Re. fugees, Overseas Needs and Palestine, das American Joint Distribution Committee, den World Jewish Congress, saemt. lich in New York, das Comité de Socorro para Gurs in Buenos Aires und den Keren Ha. jessod abgefuehrt worden. Auf Grund eines regen Schriftwechsels mit diesen Organisationen war die Gemeinde laufend ueber die jeweiligen Hilfsmoeglichkeiten unterrichtet und dadurch auch in der Lage, hinsichtlich der Moeglichkeiten von individuellen Geld— und Paketsendungen zutreffende Beratung erteilen zu koennen. Wenn heute das Werk steht und die Raeder laufen, so bedeutet dies nicht nur eine ungemeine innere Befriedigung fuer die Maenner, die das Werk geschaffen haben, sondern auch Segen und Rettung fuer viele. In der Geschichte der Sociedad Cultural Israelita B’ne Jisroel wird diesem Hilfswerk ein Ehrenplatz zukommen”. Suchanzeige Das Sekretariat des '‘Comité Representativo de la. Colectividad Israelita de Chile, Santiago, Ta- ] rapacft 868, Piso 2.o, Tel. 74496' bittet um Angabe der Anschrift von Anna und Scliave Kaplan Die gesuchten Personen sind im Jahre 1939 nach Chile gekommen und verheiratet, jedoch ist der Name der Ehemaenner nicht bekannt. Sie sind Toeeliter von Ester Scheine Kaplan und Schwestern von Jsaak Kaplan aus Oslo (Norwegen) und Israel Ber Kaplan aus Dresden. Die Anschrift von Anna und Srhaye Kaplan wird vom '‘Juedischen Weltkongress” aus Oslo (Norwegen) im Interesse der Gesuchten dringendst erbeten. Herz-Bialik Feier Am Dienstag, den 20. Juli fand die nun schon traditionell gewordene Herzl-Bialik Feier —von unserer Gemeinde mit der Unión Sionista gemeinsam veranstaltet— statt. Das leider nicht allzu zahlreich erschienene Publikum! erlebte eine Feierstunde, die j das Gedenken dieser beiden ' hervorragenden Gestalten des modernen J u d, e n t u m s in schoenster Weise ins Ge_ daechtnis rief. Nach dem klangvollen Spiel der Ouvertüre zu “Iphigenie in Aulis” von Gluck durch das juedische Orchester begruesste Herr Nebenschoss die Anwesenden und gedachte des in der vergangenen Woche dahingeschiedenen V i z e p r e. miers der Medinath Israel, Eliezer Kaplan. Er uebergab Herrn Jehuda Elkin aus Israel das Wort, der mit bewegten Worten ein Bild vom Leben und der Bedeutung des Dahingeschiedenen gab. Nachdem durch das Orchester gespielten Arioso von Haendel sprach Herr Matías Schapiro ueber Theodor Herzl und Bialik. Er kennzeichnete die Entwicklung, die zu Herzl fuehr. te und gab dabei eine Darstellung der messianischen Bewegungen des Mittelalters. Er charakterisierte die Bedeutung Herzls und Bialiks fuer unser modernes juedisches Leben. Nach dem Spiel des Liedes “Bearwot Hanegew” durch unser Orchester dankte Herr Rabbiner Loewenstein denten, die an dieser Gedenkstunde mitgewirkt haben und brachte zum Ausdruck, dass diie Begeisterung fuer die jue. dische Sache, die diese hervorragenden Maenner charak. terisierte, auch fuer uns Masstab und Ansporn in unserer juedischen Arbeit sein muss. Mit dem Gesang der Hatikwah schloss diese besonders schoene Feier. Sonntag, den 13. Juli veranstaltete die Religionsschule fuer unsere Kinder eine Herzl- Bialik Feier, an d,er diese mit besonderer Begeisterung Teilnahmen. Die Lehrerin der juedischen Schule, Mora Pe. nina erzaehlte von dem Leben Herzls und Bialiks und ihrer Bedeutung. Durch einen Lichtbild-Apparat wurden Bilder aus dem Leben Herzls gezeigt. Der Schuieler Marcus Wisch spielte Lieder auf dem Akkordeon und die Schuelerin Silvia Timar auf dem Klavier. Nach Uebergabe der Zeugnisse fuer diie erste Haelfte des Schuljahres sangen alle gemeinsam die Hatikwah und damit gelangte die schoene Feier an ihr Ende. Redaktionsschluss am GAESTE DER K0LLEKT1VITAET Kurz vor Redaktionsschluss traf Herr Dr. Arieh Tar. takower fuer einen kurzen Aufenthalt in Santiago ein. Dr. Tartakower, der uns noch von frueheren Besuchen her in bester Erinnerung ist, konnte waehrend seines Hierseins Gelegenheit nehmen, den Kongress des Zionistischen Landesverbands (“Federación Sionista de Chile”) zu eroeffnen und sprach auch in unserer Gemeinde am Dienstag, den 29. Juli. Wir werden in unserer naechsten Ausgabe Gelegenheit nehmen, auf seinen Besuch naeher einzugehen. Fuer August ist die Ankunft des Mitglieds der Exekutive der Jewish Agency und des Keren Hajessod, Eiiahu Dobkin, angekuendigt. Herr Dobkin wird die Acción Unida 1952 proklamieren. Die Persoenlichkeit und bedeutende Stellung des Gastes duerften ohne Zweifel von positivster Bedeutung fuer den guenstigen Start der Kampagne sein. DEBUT DER CHORYEREINIGUNG HAS0M1R" Jede praktisch kulturelle Betaetigung einer Gemeinschaft und jede darauf abzielende Aktivierung seiner Mitglieder, ist nicht nur be. gruessenswert, sondern eine Tat, die die breiteste Foerde. rung aller kulturliebenden Menschen verdient. Wie oft sind diesbezügliche Versuche von unserer Seite unternommen worden und jeder Aufruf ist letztlich resultatlos geblieben. Es ist die Kul. tur der wahrhaft Kulturlosen unter uns, die da ach selzuckend und recht ueber. heblich meinen: “Ein Un. sinn, in eine Chorvereinigung singen zu gehen”. Sind es nicht dieselben Kritikaster, die selbstverstaendlich bei keinem Konzert eines weit beruehmten Stars fehlen duerfen und mit kennerischer Miene ihre vernichtenden Urteile von sich geben? Die ersten Enthusiasten, die nicht darauf achten, was auch ihre Freunde und Nach, barn ueber sie sprechen; die ersten Enthusiasten, die sich bereit erklaeren, kulturelle Pionierarbeit zu leisten, die ersten Enthusiasten, die nicht skeptisch wie alle andern ab. warten ob dieses Werk gelin. gen wird oder nicht, ihnen gebuehrt dies Lob. Eine juedische Chorvereini gung hat hohe Aufgaben zu erfuellen, neben den rein er. zieherischen. Wir besitzen ei. ne aeusserst vielseitige Volks, lieder .Literatur; wunderbare hebraeische Chorwerke und vielfach bewaehrte Versuche einer Erneuerung der Sab. bath-Liturgie, Werke von ein zigartiger Schoenheit, die be. reits wiederholte Male mit Erfolg ihre Auffuehrung er. lebten. Die Anregung zu dieser Be. taetigung ging diesmal vom einheimischen Sektor aus und gestuetzt von der Leitung des Waad Hachinuch, wurde ein Werk verwirklicht, welches hoffentlich noch weitere Krei. se erfassen wird. So war auch der erste Ein. druck, den das Chorkonzert am 29. Juni im Salón des “Circulo Israelita” hinterliess, ein durchaus befriedigender. Zieht man die kurze Proben, zeit in Betracht, so ist sogar Erstaunliches geleistet wor. den. Sowohl der Kinderchor, als auch der gemischte vierstimmige Erwachsenen.Chor, zeigten eine disziplinierte Schulung. Der Dirigent des Konzertes, Herr Bernardo Feuer, ein eminent strebsamer und gebildeter Chorlei. ter, wusste bereits durch sei. ne Interpretation dem Chor eine persoenliche Note zu verleihen. Seit Jahren warten wir in Chile darauf, die juedische und israelische Folklore in weitestem Sinne dargebracht zu erhalten, wie wir ehemals deutschen Juden es noch in Erinnerung haben vorh Juedischen Singkreis oder von Chemjo Winaver und seinen Saengern. Hoffentlich wissen Alle solche kulturellen Bestrebungen Zu schaetzen. Herr Bernardo Feuer hat bereits Fuehlung mit der “Asociación Musical Israelita” genommen., um noch in dieser Saison ein Oratorium fuer Chor und Orchester zur Auffuehrung zu bringen, welches den Titel traegt: “Zerstoerung, Sammlung und Aufbau”; ein h o e c h s t beachtenswertes Chorwerk, dessen Thema die Tragoedie des europaeischen Judentums behandelt. Erwin Herper 25. Vorirags-Abend Wir weisen auf die an anderer Stelle dieses Blattes fuer Dienstag, den 19. August abends 20.30 Uhr angekuendigte Kultur-Veranstaltung hin, in der Frau Dr Sofia Mayanz de Zahler und Herr Dr. Boris Levy ueber das Thema: “Das neue Steuergesetz vom 28. Mai 1952” sprechen werden. Da beide Redner in diesem Vartrag Fragen behandeln werden, die von groesstem Interesse sind, erwarten wir einen recht zahlreiclien Besuch dieser Veranstaltung. ...von Seile 1 Hungersnot unü KraiuüieL ten wueteten unter ihnen. Andere fanden den Tod in den Meereswogen, waehrend mancher wiederum in Sklaverei geriet. Doch die Geretteten, die Ueberlebenden, wohin sie auch kamen, bewahrten dem Lande ihres Gluek. kes und ihres Elends die Liebe und Anhaenglichkeit, welche juedische Menschen so oft im Laufe ihrer Leidensgeschichte bewiesen haben, und vor allem die Sprache der Heimat blieb ihnen kost, barer Besitz. Vierhundertsechzig Jahre sind seither verflossen, und an jedem 9. Aw, wenn Juden ihres nationalen Unglueckes gedenken, erinnern sie sich auch der Tragoedie jenes Jahres, in dem sie Spanien hatten verlassen mu essen.