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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-05-01 · 5 (Mayo, 1952) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
5 (Mayo, 1952)
Date
1952-05-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 Mayo, 1952 BOLETIN INFORMATIVO i r ERDOELSUCHE IN ISRAEL DIE Suche nach Erdoel in Israel, die jahrelang unterbrochen war, soll in Kuerze wieder aufge. nommen werden, und erneut taucht die Hoffnung auf, dass es gelingen kann, durch Entdeckung von Oelquellen die gesamten wirtschaftspolitischen Bedingungen unseres Landes zu aendern. Der Traum vom Oel in unserem Lande ist alt, und schon in der Tuerkenzeit bemuehten sich internationale Gesellschaften, die im Nahen Osten Qel suchten, auch Palestina in den Kreis der Forschungslaender einzubeziehen. D i e amerikanische Standard Oil Co. erhielt 1913 vom tuerkischen Sultan eine Konzession fuer Oelbohrungen in der Naehe des Toten Meeres, und sie begann mit den ersten Vorarbeiten — aber der erste Weltkrieg machte allen Bemuehungen ein Ende. Von E. LIN Energie betrieben. Mehrfach wurden sie durch Schlamm- und Wassereinbrueche gestoert, diese konnten aber durch massenweisen Einsatz von Zement und Sand aufge. naiten werden, und die Bohrarbeiten konnten weiter geuehrt werden. Die Bohrmaschinen erreichten am 7. Fe bruar 1948 eine Tiefe von 1039 Metern — und dann wurden die Arbeiten wegen der zugespitzten politischen Situation im Lande abgebro. chen. Die Leiter der Irak Oil Co hatten mit ihrem Beschluss nicht Unrecht, denn gerade die Gegend der Bohrversuche wurde zu einem der wichtig sten Kriegssehauolaetze. Tn der Naehe von Huleikat verlief die aegyptische Frontlinie. die den Negew vom ue~ brigen Israel absperrte, und bei Huleikat erfolgte im Oktober 1948 der entscheidende Durchbruch, der die Wieder- 'y‘,£: Selbst in der Wueste des Negew ist das Land von imposanter Schoenheit Nach dem Weltkrieg gründeten der Pottash-Geseil- , Schaft nahestehende Persoen. lichkeiten und Bankfachleute ein Oelforschungssyndikat, das aber keine besondere Aktivitaet entfaltete. Diese ging vielmehr von der britischen Irak Oil Co. aus, die sich angesichts der amerikanischen Oelerfolge in Saudiarabien bemuehte, soviel Konzessionen wie moeglich in den Gebieten zu erhalten, in denen hoch der britische Einfluss Wirksam war. 1937 und 1939 bekam sie Konzessionen von der Mandatsregierung Palestinas verliehen, und sie uebernahm auch einen Teil der Konzessionsflaechen. die an sich dem Oelsyndikat der Pottash - Gesellschaft zustanden. Am 25. September 1947 begannen nach jahrelangen Vorbereitungen die ersten praktischen Bohrungsversuche in der Naehe des arabischen Dorfes Huleikat an der Hauptstrasse nach dem Negew. Die Bohrarbeiten, die der amerikanische Expert Conner leitete, wurden mit Vereinigung des Negew mit dem Staatsgebiet brachte und mit der voelligen Vertreibung der Aegypter aus Israel endete. Die Regierung Israels, die ueber das Schicksal der Oelbohrungskonzessionen zu ent. . scheiden hatte und die in den Archiven der Mandatsregierung eine noch nicht veroeffentlichte Nummer der Palestine Gazette von Anfang Mai 1948 vorfand, in der der Irak Oil Co. von der Mandatsregierung im letzten Moment weitere umfangreiche Rechte emgeraeumt wurden, beschloss, alle diese Konzessionen und Bohrungsrechte nicht anzuerkennen. Die Irak Oil Co. legte auf diese auch nicht entscheidenden wert, und liess schliesslich ihre .Anlagen bei Huleikat abmontieren. ■ Damit war aber die Frage der Oelsuche nicht ad acta gelegt, und die Regierung Is. raels suchte neue Wege und Mittel, um die Oelbohrungen wieder aufzunehmen. Es war Idar, dass Israel allein nicht die Mittel besitzen wuerde, um Oelbohrungen anzusteL len. Fremdes Kapital musste fuer diesen Zweck herangezogen werden, und Minister. praesident Ben Gurion begann anlaesslich seines Besuchs in den USA im Mal 1951 in Chicago Verhandlungen mit Interessentengruppen. Diese basierten auf einem Bericht, den die Geologen Max und Douglas Ball erstattet hatten und die die Aussichten fuer Oelsuche als guenstig beurteilten. Der Bericht schaetzte die erforderlichen Ausgaben fuer die Bohrarbeiten auf 30 bis 50 Millionen Dollars ein. Waehrend die Verhandlungen mit den Interessenten in Chicago aufgrund des Ball- Berichts keine konkreten Ergebnisse zeitigten, scheint jetzt eine andere Gruppe zur praktischen Aufnahme der Bohrungsarbeiten entschlossen zu sein. Fuer diese Gruppe erstattete der Schweizer Geologe Dr. Fehr einen Bericht, und dieser sieht fuer Bohrungsarbeiten am Toten Meer und im' noerdlichen Negew guenstige Aussichten. Die neue Gruppe besteht aus Finanzleuten aus den USA und der Schweiz unter Beteiligung einheimischen Kapitals, und diese will sofort nach Annahme des neuen Oelgesetzes durch die Knesset und nach Erteilung der Konzession mit den Arbeiten beginnen. Die Regierung will im Gegensatz zur Mandatsregierung nicht einer fremden Gesellschaft eine umfassende Konzession erteilen, sondern nach dem Entwurf fuer ein Oelge. setz wird das Land in neun “Konzessionsbezirke” aufgeteilt. Jeder Bezirk. besteht aus drei Distrikten, und Konzessionsgesellschaften werden immer nur fuer einige Bezirke bzw. Distrikte zugelassen werden. Die Maximalflaeche fuer eine Gesellschaft wird 500.000 Dunam betragen. Die neue Oelböhrungsgesellschaft wird nach Annahme des Oelgesetzes durch die Knesst ihre Arbeiten vorerst auf zwei Bezirke im Negew konzentrie¬ FAHRT UEBER LAND Von MASCHA KALEKO Und wieder Wueste, Sand und Felsruine, Im Fellgezelt der hagre Beduine, Und magre Zicklein kaun am magern Grase, Dann gelb und streng ein schwankendes Kamel, Und hoch zu Haeupten der Fellachin Vase Aus rotem Ton. Und dann, gleich der Oase — Deine Wohnungen, Jisrael... Und wieder saftig Gruen und Bluehn und Reifen, Und Arme, die in goldne Aehren greifen, Und Wasserturm und Stall und blanke Weiden, Und Ochs und Kuh, und Laemmer ohne Fehl. Dann Burschen, braun und stark und stumm im [Leiden, Und Mann und Pferd und Schwert, bereit zu schneL tden — Deine Waechter, Land Jisrael... Und wieder Bild und Traum, Klang und Gebaerde, Und dreier Goetter Ruf und heilige Erde, Die Himmelsleiter und das Wort des EIN E N, Der einst die Engel sandte zu Beth.El, Des Awram Gaeste in geweihten Hainen, . Res Jaakow Ringen und der Rachel Weinen — [Jerusalem, 1938. Deine Kindheit, Volk Jisrael. ren, sie behaelt sich aber vor, in einem Bezirk in einem anderen Landesteil weitere Versuche zu unternehmen. Die neue Gesellschaft besteht aus Schweizer Finanzleuten, ferner aus amerikanischen Kapitalisten und zwar insbesondere aus Vertretern der Miämi-Gruppe, die auch am neuen Hotel Dan in Tel Aviv Anteile hat. Im Lande selbst beteiligen sich an der Gesellschaft Solei Bone (mit 25%), die Wassergesellschaft Mekorot und andere Gruppen. Die treibende Kraft des ganzen Unternehmens ist der Inhaber des Hotels Kaete Dan und verschiedener grosser Unternehmungen in Haifa Xiel Federmann, der selbst erhebliches Kapital in die neue Oelgesellschaft investiert. Ohne die intensive Vor. bereitungsarbeit Federmanns waere das ganze Konsortium nicht zustande gekommen. X. Federmann, der noch keine 40 Jahre alt ist, ist eine der bemerkenswertesten Erscheinungen in unserem Wirtschaftsleben. Er ist einer IMPORT UND EXPORT Der Import kommt (in %) von: U. S. A. . . . . . ■ 36,7 Argentinien . . V 7 i,i Britisches Comm. . . 8,8 Polen .... 2.5 Italien. 5.4 U. d. S. S. R. . 0 06 Sued-Afrika . . 4.0 Rumaenien . . . 0,9 Kanada . . 4,2 Ungarn . . . . . 0,8 Deutschland . 1.3 Daenema*-k. . 14 Tschechoslowakei . 0,9 Oesterreich . . . 13,6 Tuerkei. 1,0 Schweiz . . . . . 1,6 Belgien ...... 2,4 Zypern. . . 1.0 Australien . . 0.9 Brasilien .... . . 1,0 Schweden . 1,6 West-Indien . . ■ 3.2 Niederlande .... . 2,0 Andere Laender . . 1,44 Frankreich . . . 2,2 Der Export geht (in %) nach: Britisches Comm. . . 31,1 Daenemark . . . 8.3 U. S. A. . 23.7 Rumaenien . . . . 0,9 Niederlande .... . 3,6 Norwegen . . . . 2,4 Schweden. -4,5 Finnland . . . . . . 3,5 Tschechoslowakei . 1,6 Ungarn. . . 1,3 Schweiz. 3,0 Oesterreich . . . . . 1,3 Eire. . 1,2 Belgien. Kanada . 1,3 Andere Laender . . . 5,8 Polen. 3,7 der wenigen, die nach dem ötil der amerikanischen “seif made men” innerhalb von wenigen Jahren im Lande eL nen ueberaus schnellen, nach amerikanischen Verhaeltniä. sen anmutenden Aufstieg genommen haben. Als Federmann 1939 aus Deutschland nach Israel einwanderte, war er einer der Fuehrer des Hechalutz , und der Jugendalija. Er beabsichtigte damals, in einen Kibbuz einzutreten. Im zweiten Weltkriege wurde er zuerst als Flieger ausgebildet. Spaeter fuehrte Inn sein weg in die “private Wirtschaft”, und er war eine Zeitlang Inhaber eines Cafes in Haifa, Aber sein Unternehmungsgeist ging weit ueber dieses kleine “Unternehmen” hinaus. Es gelang ihm, eine Reihe von Heereslieferungen fuer die britische Armee zu taetigen, und mit Hilfe der duch seine Arbeit erzielten Gewinne begann er einen ganzen Konzern von Unternehmungen aufzubauen, der u.a. grosse Buerohaeuser in Haifa, mehrere Einzelhandels. geschaefte, Fabriken, Hotels (Kaethe Dan in Tel-Aviv) und andere Betriebe umfasst. Die Regierung und die nationalen Institutionen bedienten sich mehrfach der Initiative und der Verbindungen Federmanns und dieser konn. te ihnen — z. B. auch waehrend, des Befreiungskrieges — seh wichtige Dienste leisten. Jetzt widmet er seine Kraft einem Unternehmen, das ganz ausserordentliche Anstrengungen und grossen Einsatz von Kapital erfordert, und bei dem sich nicht sagen laesst, ob es Erfolg haben wird. Die Geologen der neuen Gesellschaft sagen selbst fuer fruehestens in zwei Jahren praktische Ergebnisse der Bohrungsarbeiten voraus, aber das Werk soll dennoch begonnen werden — und wenn es gelingt, kann es zu einer voelligen UmwaeL tg unserer wirtschaftlichen iition fuehren. (“Jedioth Hajom”)

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