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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-05-01 · 5 (Mayo, 1952) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
5 (Mayo, 1952)
Date
1952-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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REDACCION: S.C. I. B'NE JISROEL AV. PORTUGAL 810. TEL. 33096 BOLETIN INFORMATIVO CASILLA 2487. SANTIAGO * CHILE M 1 T T E 1 L U N G S B L A T T ■ SO C 1 E D AD C ULT U RA L IS RAE LI T A "B'NE J 1 S R OE t" 1 Año XIV — N.o 5 SANTIAGO DE CHILE Mayo, 1952 Schluss-Ansprache des ausscheidenden Gemeindepraesidenten, Dr. Joseph Hirschberg: Der Weá der “B’ne Jisroel 99 Zielsetzung und Verwirklichung — Schaffung einer “inneren Heimat” — Wiederaufrichtung verlorener Werte — Die religioese Wurzel — Kulturelles Leben und Erziehung der Jugend — Das Sprachenproblem — Das Schiedsgericht — Gesellschaftliches Zentrum — Eigenleben und Beziehungen zu anderen Organisationen — Bedeutung der Einheitsgemeinde — Dank an Mitarbeiter und Rabbinat — Bewahrt die Jugend dem Judentum! — Chaluziuth und Staat Israel — Worte an Dr. Landau — Ausblick. Zum Jom Haatzmauth 5712 ÜÉÉ , i : '.rtfÄsSS? ^5g|§-; . .* <« . __i 8ÜÉS? Éffl ÄiStMil Mit freiem Blick — im freien Land I Ein Jahr Gemeindearbeit. 5 Israel-Umschau. 9 Vier Jahre Medinath Israel. 11 Betrachtungen zur Staatsangehörigkeit. 15 Wenn ich um die Ecke geboren waere. 15 Hundert Jahre Reformbewegung. 17 In den Fusstapfen Mussolinis. 19 Meine Damen und Herren: In der Stunde, in der ich mich nach 14-jaehriger Mitarbeit von der Leitung der Gemeinde zurueckziehe und mich der beruflichen und technischen Vorher e i t u n g meiner Alijah widmen werde, ist es mir ein Beduerfnis, Ihnen und mir noch einmal kurz Rechenschaft abzulegen ueber die Ziele, die wir uns bei der Gruendung der Ge. meinde gesteckt haben, ueber den Weg, den die Gemeinde genommen und darueber, ob dieser Weg zur Verwirklichung dieser Ziele gefuehrt hat. Ich danke dem Direktorium dafuer, dass es mit Gelegenheit gibt eine Rueckschau zu halten in der Hoffnung, dass die Erkenntnisse sowohl ueber die Erfolge wie ueber die Maengel unserer Arbeit auch fuer die Zukunft unserer Gemeinde von Nutzen sein werden. Am 8. Juni 1938 ist unsere Gemeinde ins Leben gerufen worden. Nur ein relativ kleiner Kreis juedischer Familien aus Zentral-Europa war bis dahin eingewandert und hatte sich von Fall zu Fall zu religioesen Aufgaben zusammengefunden, ohne ein stabiles Gebilde zu sein und ohne mit dem eingesessenen Jischuw Kontakt gefunden zu haben. Indessen spitzten sich die seelischen und materiellen Schwierigkeiten in unserer alten Heimat immer mehr zu, die Auswanderung wurde von Tag zu Tag mehr zum einzigen Ausweg der physischen Existenz der Juden und die Aussichten auf Erwerb in einem Land, das uns auf nehmen wollte, durch die harten Bestimmungen ueber die Enteignung des Vermoegens immer geringer. Wir Gluecklichen, die wir den Hafen der Freiheit erreicht hatten, durften nicht gedanken. und gefuehllos von den grauenvollen Berichten Kenntnis nehmen, die trop: fenweise eintreffende Einwanderer uns brachten, sondern. hatten die moralische Pflicht, fuer den Augenblick vorzusorgen, der logischerweise in absehbarer Zeit eintreffen musste: Fuer den Moment einer Massenauswanderung aus Deutschland —damals noch das einzige unter dem Nazismus leidende Land- und der sich hieraus ergeben. d e n Masseneinwanderung nach Chile, wir selbst schon litten naturgemaess unter der Trennung von all dem Seelischen und Traditionellen, das wir auf unserer noch mehr oder weniger freiwilligen Auswanderung aufgeben mussten. Um wieviel staerker mussten die inneren und aeusseren Schwierigkeiten aller derer sein, die, aus der Heimat herausgerissen, mit ihren Familien auf einen neuen Kontinent verschlagen wurden, ohne zunaechst einen Weg zum Neuaufbau in jeglicher Hinsicht zu sehen. So ging es bei der Schaffung dieser Gemeinde deutsch. sprechender Juden darum, den neuen Menschen wieder eine innere Heimat zu bieten, Anschluss an das Judentum und an das juedische Volk und vor allem Anschluss an diejenigen Juden zu finden, die die gleichen Traditionen und das gleiche Schicksal hatten wie sie selbst. Es ging darum, diesen seelisch zermuerbten Menschen ein Plaetzehen zu bieten, an dem sie ausruhen durften vom Lebenskampf und von den Schwierigkeiten der Einwanderung in einem Lande fremder S p r ac h e, fremder Rasse und fremder Mentalitaet. Eine nicht minder wichtige Aufgabe bei der Zusammenfassung neu immigrierter Menschen unseres Kulturkreises musste es sein, zu versuchen, wenigstens einen bescheidenen Teil dessen wieder aufzurichten, was durch den Zusammenbruch des mit. teleuropaeischen Judentums an geistigen und gefuehls-i maessigen Werten verloren gegangen ist und somit dazu beizutragen, dass die Kette, die unsere Generation mit der Geschichte unseres Volke s zusammengeschmiedet hat, mit uns nicht abreisse, sondern weiterfuehre in eine starke juedische Zukunft. Wer also in den denkwürdigen Jahren der systematischen Zerstoerung des deutschen Judentums irgendwo in einer Welt der Freiheit und Demokratie Fuss gefasst hatte, hatte die moralische Verpflichtung, sich zur Mitarbeit an der Erreichung dieser Ziele zur Verfuegung zu stellen. Diese Erkenntnis teilten auch bei uns gluecklicherweise einige Maenner, die sich ueber die Idee einer Gemeindegruendung auf Grund der genannten Ziele einig waren und die Realisierung dieses Programms in die Hand nahmen. Wie Immer in der Geschichte unseres Volkes musste dieser Weg ueber die religioese Wurzel unserer juedischen Existenz fuehren: ueber unsere Gottesdienste und die Bestattung unserer Verstorbenen. Auch in unserer alten Heimat gab es gewiss viele Schattierungen unseres Ritus, und doch hatte er etwas Einheitliches, das die neue hiesige Gemeinde erhalten hat. Und trotz der Verschiedenheiten von Frankfurter und Breslauer Minhagim bleibt, wenn ich mich nicht taeusche, genug Gemeinsames, was den Teilnehmern unserer Gottesdienste die Erinnerung an die Stunden wachruft, die sie mit Eltern und Grosseltern auf den von Generation zu Generation ueuebernommenen Synagogen. plaetzen verbrachten. Und ob der Eine an liberalen und der Andere an konservativen Gottesdienst gewoehnt war _ wichtiger als die eigene religioese Richtung beim Gottesdienst vorzufinden, musste das Einende, musste das sein, was die Juden gleichen Schicksals bindet, die Einigkeit, die die im Beginn kleine Gemeinde allein stark machen konnte. So kamen wir zu der Gestaltung unserer Gottesdienste nach altem Ritus in gemaessigt konservativem Sinne. Noch wesentlicher konnte zur seelischen Einordnung in der neuen Heimat die Beibehaltung des uns bekannten Rituals bei der wuerdigen Bestattung unserer Verstorbenen beitragen. Auf diesem Gebiet gab es ja nur den einen Wunsch: Die Pietaet zu wahren und die Tradition zu erfuellen. Das machte sich die neue Gemeinde zu eigen. Auf dem Gebiet des kulturellen Lebens war das Programm schwierig und umfangreich, besonders deshalb, weil die Sprache der gegebene Dolmetscher kultureller Werte ist. Vortraege, Film. vorfuehrungen und vor allem das Mitteilungsblatt sollten und konnten unsere Gemeindemitglieder mit der Kultur unseres Volkes verbinden. Und wenn unser heutiger Redakteur ueber die Schwierigkeiten klagt, die er beim Druck des “Boletín Informativo” in deutscher Sprache zu ueberwinden hat, so moege es ihm ein wenn auch schwacher Trost sein, dass unsere Sorgen bei der Eroeff. nung unseres Blattes viel groesser gewesen sind. Seit den ersten Schritten unserer Gemeinde haben wir (Schluss auf Seite 18)

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