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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-01-01 · 1 (Enero, 1952) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
1 (Enero, 1952)
Date
1952-01-01
Page
Seite 13 (sequence 19)
Language
German
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Enero, 1952 BOLETIN INPOBMATIVO 13 »m Wh te/ren, át¿u*e, r BRIEF AUS ISRAEL .es ist noch kein einziger aber auch wieder die Unh r Mensch im Lande vor Hunger gestorben! Ein Lebensminimum hat jeder; wir waren alle verwoehnt, und gerade in den Jahren, als waehrend des Weltkrieges die Menschen ln Deutschland hungerten und in England in aeusserster Sparsamkeit und Rationierung sich einzuschraenken hattenauch nicht zu reden von den Zustaenden in Frankreich und anderen Laendern. ja, da haben wir hier gelebt, als ob wir auf Gottes rechter Hand saessen! ungefaehrdet, ungestoert, und gut ernaehrt. Jetzt ist eben mal die Reihe an uns. Aber ln unserm Volk fehlt die innere Haltung, die z. B. Engiaender haben und die sie waehrend des Krieges und in den ersten schweren Sanierungsjahren danach bewiesen haben. Unsere Menschen schreien gleich... Gewiss: ich beschoenige nicht, dass Vieles wohl anders gemacht haette werden koennen. mehr Planwirtschaft, weniger eie. gante amerikanische Autos sowohl der Regierungsbeamten als auch j ede einzige Taxi, droschke, (waehrend noch heute in London und Paris hunderte altmodischer Modelle als Taxis herumfahren) es ist auch die Frage aufzuwerfen, ob wir uns eine so unbeschraenkte Neu.Einwan. derung aller Altersstufen. Mittellose und vor allen Dingen Scharen von Kranken darunter, haetten leisten koennen?, obwohl ich das Prinzip der offenen Tuere in dem endlich gewonnenen Heimatland verstehe, obwohl ich weiss, dass gerade in den arabischen Laendern die dort ansaessigen Juden jeden Tag vor der Gefahr von Messer und Pogrom zu zittern hatten. Aber, so schnell, wie man Menschen, per Schiff oder Flugzeug ins Land bringt, so schnell kann man weder fuer die Alle Haeuser bauen, noch mehr Boden so schnell erschlossen, dass die Eigenpro duktion des Landes Schritt halten kann. Zu unsern eige nen Problemen kommt die allgemeine Weltlage —ueberall wird das Geld in Aufrue stungen gesteckt— ueberali werden Rohmaterialien fuer Kriegsbedarf haushoch auf Lager gelegt— d. h. Teuerung aller Lebensmittel, aller Klei dungsbedarfs— und aller Bauartikel— ueberali in der Welt. Man kennt also die Ursachen! was nuetzt also das Geschrei? Gewiss, vom Ken nen der Ursachen wird kein Magen satt und kein Dach ue berm Kopf regenfest. Aber durch das Geschrei wird eine Panik erzeugt, eine Depression geschaffen, die den Menschen die Energien nimmt ruhig durchzuhalten. Und u&s beklage ich tnchr, weh mehr als die tatsächliche Schwere unseres Wirtschaft liehen Ringens. Es waere eben so viel Erziehungsarbeit z:u leisten. Und noch niemals habe ich so sehr beklagt als eben, dass ich nicht von Anfang an den Kampf mit der hebraeischen Sprache aufge nommen habe Amerika tut viel fuer uns. aber bisher nur auf dem privaten Wege von Familie und Freundschaft, mit Paketen und Dollarscrips. Das schafft gleichheit der Verhaeltnisseeinige werden gestopft, die viele Beziehungen draussen habenandere stehen mit leeren Haenden da. So ist der Sache nicht beizukommen. Es muesste bewusst in offizielle Kanaele geleitet werden. so, wie z. B. die Quaeker. hilfe nach dem 1. Weltkrieg fuer Deutschland einsetzte. Eine Rolle, die fuer mein Gefuehl vielleicht die Bnei Brith - Logen uebernehmen koennten, mit Sammlungen und Versenden und einem kontrollierten Verteilungssystemdas zwei Voraussetzungen haben muesste: 1) dass nicht nur Logen-Mitglieder oder Angehoerige von solchen die Empfaenger sind — sondern wirklich die breiten Massen; 2) dass auf solchen Sendungen keine “Abgaben” liegen, wie sie jetzt unser Government macht, sowohl vom Wert der Dollarscrips als auch bei Paketen von Privaten an Private. Das schafft Erbitterung- und das System Private an Private schafft Missgunst und Neid. Und es kommen Dinge an manche Menschen, die sie garnicht selber verwenden und diese Dinge spei sen den schwarzen Markt. .Nur wenn die Hilfsorganisationen auf breiter, nicht privater Basis arrangiert wuerden, koennte breiten Massen geholfen werden und koennte die Regierung vielleicht? veranlasst werden, diese enormen Taxen von den Liebesgabensendungen zu streichen. Und es ist gerade wieder der sogenannte Mittelstand, der in dieser Wirtschaftskrise am meisten leidet (mit Ausnahme derjenigen, die eben private Spender draussen haben). Genauso wie es eine Olej Germaniah gibt, so ist ein Zusammenschluss der aus England Gekommenen, aus Ungarn, aus Oesterreich, etc., etc. jetzt hat sich auch schon, wie ich aus einem Inserat In der engl. Tageszeitung sah, eine Wirtschaftsvereinigung der aus USA Gekommenen gebildetsolche Stellen koennten z. B. einen Rahmen bilden fuer gerechte Verteilung unter dem Kreis ihrer Mitglieder—. und durch diese wuerde gerade der notleidende Mittelstand erreicht werden. Soviel ich weiss, bekommen die Neukommer in den Ma’abaroth (die Laeger, teils in Zelten, teils in Huetten) sehr viel Hilfssendungen aus dem Ausland, und der Inhalt solcher Kisten wird dann von der Lagerleitung verteilt. Auch die Jeschiwoth bekommen Pakete von amerikanischen Talmudschulen, etc. etcetc.— aber fuer den bürgerlichen Mittelstand ist noch nichts auf breiterer Basis geschaffen worden. Ferien und Gottesdienst Unsere Kinder sind gluecklich. Fuer sie ha. ben die Ferien wieder ihren Anfang gehommen, fuer fast 3 Monate duerfen sie ihre Buechermappe in den Schrank legen und die Buecher im Buecherschrank stehen lassen. Die Zeit des Badens und Spielens ist gekommen. 7 Tage hat die Woche und alle 7 Tage der Wochen der Ferienzeit duerfen sie ihre Kindheit in vollen Zuegen gemessen. Wir goennen ihnen diese Erholung von ganzem Herzen. Wir haben waehrend des Jahres beobachtet, wie intensiv die Meisten fuer die Schule zu arbeiten haben. Sie konnten daher auch an unserem religioesen Leben wenig teilnehmen und vor allem am Schabbat nicht in die Synagoge kommen. Aber waehrend der Ferien ist die Zeit gekommen, in der unsere Jungen und Maedchen am Schab, bat den Weg in die Synagoge finden koennen, Die Meisten von ihnen verreisen nicht fuer die ganze Zeit. Wir hoffen, dass wir sie im Gottesdienst am Schabbat Abend und Morgen sehen und sie so wenigstens die Ferien benutzen, um sich mit unserem synagogalen Leben vertraut zu machen. An unseren Eltern liegt es, sie darauf hinzuweisen. Von OBSERVADOR Medikamente und Polidinico In einem Gespraech mit einem Arzt wurde mir kuerzlich eine sehr schoene und interessante Anregung gegeben. In vielen Haeusern bleiben, wenn sich der Patient zur Freude seiner Familienmitglieder wieder von seiner Krankheit erholt hat, Medikamente zurueck, die keine Verwendung mehr finden. Anstatt diese wegzuwerfen oder unbrauchbar werden zu lassen, sollten diese Medikamente dem Polidinico Israelita zur Verfuegung gestellt werden. Dort koennen sie segensreiche Hilfe leisten und Kranken helfen, auch ihrerseits gesund zu werden. Ich halte diese Anregung fuer so schoeu. dass ich deren Verwirklichung auf diesem Wege unseren Mitgliedern waermstens empfehle. Die Adresse des Polidinico ist: Nataniel 1558. Waad Hachinuch Am Sonntag, den 23. Dezember d. a. feiert der Waad Hachinuch die Grundsteinlegung des eigenen Hauses des “Primer Colegio Modelo” in Macul 1242. Dieses Ereignis ist fuer das juedische Leben unserer Kollektivitaet so bedeutsam, dass es auch in unserem “Bo. letin Informativo” festgehalten zu werden verdient. Damit beginnt ein neues Kapitel im juedischen Schulwesen. Wir naehern uns jener Etappe, die jedem verantwortungsbewussten Juden als Ziel fuer unsere Kinder vorschweben muss: Ein Netz juedischer Schulen, in denen unsere Kinder in einer schoenen Umgebung die modernen paeda gogischen Anspruechen genuegen, erzogen werden. Wir beglueckwuenschen das Praesi- Blumenspenden und Abloesung Wer Gelegenheit hat, bei freudigen An. laessen Freunde und Bekannte zu besuchen, wird schon oft die Ueberfuelle von Blumen beobachtet haben, mit denen die Gefeierten oft ueberschwemmt werden. Es soll ihnen eine Freude gemacht werden, die aber in dieser Form ihren Zweck nicht erfuellen kann. Warum loesen wir die Blumen nicht ab, sei es zu Gunsten einer Baumspende des K.K.L. oder der Judennot in der Welt? Der Zweck wird in gleicher Weise erfuellt. Der Empfaenger freut sich, wir helfen dabei an. deren notleidenden Menschen und wir selbst haben dabei eine innere Genugtuung. dium des Vaad Hajinuj auch von dieser Stelle aus. Die Maenner, die unser Erziehungswerk leiten, haben in wenigen Jahren durch ihre Begeisterung und Hingabe ein Werk geschaf. fen, auf das wir alle stolz sein koennen. Wir wuenschen ihnen, dass auch ihre kuenftige Arbeit segensreich fuer das juedische Volk sein moege. Zum Problem der Nationalisierung Ich glaube sicher, dass die Quaeker, die die langjaehrigsten Erfahrungen haben, bereit waeren, einer zu schaffenden juedischen Hilfsorganisation mit Rat ueber Methoden der Sammlung, der Verteilung und dessen, was am Notwendigsten ist in Laendern, die durch Wirtschaftskrisen gehen,?[ur Sei- Die ungeheuren Schwierigkeiten, die hierzulande der Auslaender vorfindet, der willens ist, die chilenische Staatsbürgerschaft zu erwerben, wurden kuerzlich in der Kammer (“Camara de Diputados”) zur Sprache gebracht. Die Initiative geht von dem liberalen Abgeordneten fuer Valdivia, don Carlos Acharän Arce aus, der j wahrscheinlich speziell an' einer rascheren Naturalisiej rung deutscher Siedler aus: seiner Provinz interessiert ist.; Der Abgeordnete stellte meh- 1 rere offensichtliche Misstaende bloss und wies u. a. auf die Intervention professioneller Vermittler hin, welche durch den offiziellen Widerstand gegen die Einbuergerung der ansaessigen Auslaender hochgezuechtet wird. Als Resultat seiner Intervention hat die Kammer vom Innenministerium die fuer eine weitere Diskussion erforderlichen Unterlagen angefordert, darunter vor allem eine Aufstellung der augenblicklich schwebenden Gesuche. K. te zu stehen. Es muessten nur die richtigen Menschen draussen gefunden werden, die sowohl die Organisation schaffen, als den Rat einholen... MEIN ZIONISMUS ... Ich hab nicht zu Herzls Puessen gesessen, Hab nicht Zionismus sophistisch studiert. Ich nahm nicht teil an Basler Kongressen Und war nicht “drueben” schon organisiert. Man hat als Student mich eifrig umworben, Doch hielt ich mich fern vom V. J. St. Ich habs sogar gruendlich mit allen verdorben: Man keilte mich nicht mal fuer den K. C. Und Jenen, die “alte Kaempfer” sich nennen Und auf mich herabsehn, stolz wie ein Pfau, Muss ich zu meiner Schande bekennen, Ich war noch nicht mal wie sie im C. V. Ich haette, so koennt es demnach fast scheinen, Ein indifferentes Leben gelebt, Doch war ich weit mehr als Jene wohl meinen. Mit wirklichem Zionismus verwebt. Ich pflegte ihn intensiver im Stillen, Mein Lehrer und Meister war Emil Cohn. Er lehrte mich Kampfgeist und eisernen Willen Und Mut ohne Furcht um die eigne Person. Sein Streben erschien mir immer symbolisch. Er tat nur, was er fuer richtig erkannte, Und nahms enthusiastisch und nicht melancholisch. Als ihn Berlin als Rabbiner verbannte. Sein selbstloses Handeln bewies mir eben, Dass Wirtschaftsprobleme und Transferfragen, Dem Zionisten nicht Anrecht geben, Die “Realisierung” stets neu zu vertagen. Von meinem einzigen Kind mich zu trennen, Es schmerzte mich bitter, als es geschah. Doch heute kann ich befriedigt bekennen, Ich foerderte stets seine Alijah. Prueft meine Gesinnung nur mikroskopisch: Ich schick nicht die Andern, geb Geld und geb Rat! Ich seh Zionismus nicht philantropisch, Mein Zionismus heisst: eigene Tat! CURT SCHULVATER

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