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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-06-01 · 6 (6.1972) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
6 (6.1972)
Date
1972-06-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Deutschprachiger Teil des INFORMATIVO Zur Problematik der sowjetischen Alijah Das Wunder des Elischa Am 3. Juli feiert GOLDEN AGE Geburtstag. Wir sehen auf 13 Jahre des Bestehens von GOLDEN AGE zurück, 13 Jahre die vielen Menschen jeden Monat einen angenehmen und vergnüglichen Nachmittag geschenkt haben. Während wir in den vergangenen Jahren zahlreiche Gäste begrüssen durften, hat leider im letzten Jahr der Besuch stark nachgelassen. Gründe dafür gibt es einige, aber der Hauptgrund scheint uns darin zu liegen, dass viele Freunde uns vergessen haben. Und diese Tatsache bedauern wir sehr. Deshalb richten wir diese Zeilen an Alle, die es angeht. Wir bitten Sie: Kommen Sie wieder regelmässig an jedem 1. Montag im Monat zu uns. Es kommt auf jeden Einzelnen an, um den Fortbestand von GOLDEN AGE zu sichern. Um gewissen Schwierigkeiten Rechnung zu tragen, haben wir beschlossen, den Nachmittag bereis um 3%h zu beginnen, so haben Sie die Gewissheit, dass Sie rechtzeitig heimkehren können. Wir erwarten Sie am 3. Juli zahlreich, wir wünschen uns an diesem Tage einen vollen Saal, damit wir gemeinsam die “Barmizwah” von GOLDEN AGE festlich und heiter begehen können und weiter, Monat um Monat, Jahr um Jahr, Gelegenheit haben, unseren Freunden angenehme und abwechslungsreiche Stunden zu bereiten. Staatspräsident Salman Schasar erinnerte bei einem Empfang in seinem Hause an die wunderbare Geschichte von Elischa, der das öl der Witwe mehrte: “Und ein Weib von den Weibern der Propheten-Jünger schrie zu Elischa, und sprach: “Dein Knecht, mein Mann, ist gestorben, und du weisst, dass dein Knecht den Ewigen fürchtet; nun ist der Schuldherr gekommen, sich meine beiden Kinder als Knecht zu nehmen. Und Elischa sprach zu ihr: ‘Was soll ich für dich tun? Sage mir, was hast du im Hause?’ Und sie sprach: ‘Deine Magd hat nichts im Hause, nur eine Salbenflasche mit öl-’ Und er sprach: ‘Gehe, borge dir draussen Gefässe, spare nicht. Und gehe hinein, und verschliesse die Türe hinter dir, und hinter deinen Söhnen, und giesse in all diese Gefässe, und was voll ist, rücke hinweg.’ Und sie ging von ihm und verschloss die Türe hinter sich, und hinter ihren Söhnen, die reichten ihr zu, und sie goss. Und es geschah, wie die Gefässe voll waren, da sprach sie zu ihrem Sohne: ‘Reiche mir noch ein Gefäss; und er sprach zu ihr: ‘Es ist kein Gefäss mehr da.’ Da stand das öl. Und sie ging hinein, und berichtete dem Manne Gottes, und er sprach: ‘Geh’, verkaufe das öl, und bezahle dein Darlehen, und du mit deinen Söhnen lebe von dem übrigen.’ (2. Könige 4, 1-7)” Der israelische Staatspräsident ist ein Maggid, ein Prediger, und er baute auf dieser Geschichte vom ölwunder des Elischa eine Analyse der Problematik auf, die sich aus der Alijah aus der Sowjetunion ergibt. Israel hatte geschrien, wie diese arme Frau, und mm ergiesst sich ein Strom kostbaren öls in das Land. Es müssen aber die Gefässe herbeigeschafft werden, um diesen Strom aufzufangen, denn wie das Gleichnis der Geschichte aus dem 2. Buch der Könige zeigt, steht das öl still, wenn es keine Gefässe mehr gibt, die es aufnehmen können. *■ Der Begriff der Gefässe ist hier in einem doppelten Sinn zu fassen: Materiell und spirituell. Materiell muss zunächst für entsprechende Wohnungen gesorgt werden, was angesichts der drückenden Wohnungsnot im Lande ein besonders schwieriges Problem ist. Schon haben die Schwarzen Panther ihre Ansprüche auf menschenwürdige Behausung angemeldet. Sie wollen nicht mehr in Slums wohnen, während Neueinwanderem bessere Behausungen zugewiesen werden. Schon reagieren Einwanderer aus der Sowjetunion bereits auf dem Flugplatz in Lod mit Sitzstreiks, wenn ihnen nicht diejenige Wohnung angewiesen wird, an dem von ihnen erkorenen Platz, die ihnen allein passend scheint. Schon ist die erste Abwanderung junger Intellektueller aus der Sowjetunion von Israel in die USA zu verzeichnen. Es müssen also, in dem vom Präsidenten gewählten Gleichnis, die richtigen Gefässe in einem materiellen Sinne bereitgestellt werden. Die Wiedereinführung der Maabarah, des Ubergangslagers, dürfte da nicht glücklich sein, denn diese Neueinwanderer kommen nicht als Flüchtlinge aus dürftigen Verhältnissen, sondern aufgrund einer Lebensentscheidung für Israel. Der Zusammenstoss von Von Schcdom Ben-Chorin Idealbild und Wirklichkeit macht sich sofort bemerkbar. Die frommen Georgier wollen nicht in Israel in einer weltlich-freisinnigen Umgebung leben, sondern streben eine Art Ghetto an. Sollte das zu einer Vergrösserung von Mea Schearim führen? Sie verlangen stürmisch den Bau von Synagogen in ihren neuen Wohnvierteln. Der Religionsminister hat ihnen die Einrichtung von Gebetsstätten in Wohnungen zugesagt. Das genügt ihnen aber nicht, und sie bestehen auf der Errichtung eigener Gotteshäuser. Es ist zu hoffen, dass der sogenannte zweite Weltkongress der Synagogen, der in Jerusalem dieser Tage abgehalten wurde, diesen nicht unberechtigten Wünschen entgegenkommt. Dr. M. Jaffe, der Direktor des Hechal Schlomo, betonte ausdrücklich, dass die Errichtung von Synagogen in neuen Wohnvierteln wichtiger sei als die Errichtung von Kulturzentren. (Darüber kann nicht debattiert werden; beides ist wichtig, wenn es gewünscht wird — und es wird gewünscht.) Aber selbst die Lösung der Wohnfrage und der Synagogenfrage bedeutet noch nicht die Schaffung der rechten Gefässe. Es geht hier um mehr, um eine soziale und kulturelle, eine gefühlsmässige Integratüfti. Die bestehende Gesellschaft muss sich als das Gefäss auffassen, das dieses neue Öl aufnehmen oll. Das ist ausserordentlich schwierig, aber hier ergeht nun ein Appell an eine Schicht in unserer Gesellschaft, die besonders integriert und konsolidiert ist: an das russische Judentum in Israel. Veteranen der zweiten und dritten Alijah kamen aus Russland, vom Staatspräsidenten bis zur Ministerpräsidentin. Das Establishment ist in Israel durch das russische Judentum weitgehend geprägt. Jetzt müssen diese Kreise, die führenden im Lande, zeigen, dass sie es sind, die das Beispiel der Nachbarn jener armen Witwe aus der Wundergeschichte des Elischa geben. Es steht nicht da, dass sich jemand geweigert hat Krüge und Töpfe, Schüsseln und Schalen zur Verfügung zu stellen, und es müssen wieder solche Nachbarn sein, die ihre Häuser und ihre Herzen öffnen. Der Präsident erklärte, dass bisher mehr das sowjetische Randjudentum in Erscheinung trete, eben jene frommen Georgier, die oft auch als arbeitsscheu gelten. Jetzt aber könne man auch mit litauischen Juden rechnen und mit Juden aus anderen Zentren der Sowetunion, in denen es noch immer Kräfte gibt, die den Zusammenhang mit Israel gewahrt haben. Kaum einer hat das für möglich gehalten, so wie auch bezweifelt wurde, dass Juden aus den Wohlstandsländem Amerikas und Europas den Weg nach Israel finden würden. Und doch ist auch das geschehen. Es darf aber nicht vergessen werden, dass für diese Juden ein Rückweg offen bleibt und daher in besonderem Masse die nachbarliche Geste gepflegt werden muss. Diese Einwanderer finden keine Führungsschicht vor, wie es etwa bei den russischen Juden der Fall ist, aber natürlich sind ihre sozialen Verhältnisse weit günstiger. Es wäre allerdings falsch anzunehmen, dass Einwanderer aus England und Amerika nur in hochbezahlte akademische Posten gehen. Ein schönes Beigspiel gab der junge Philip Michaelson aus England, der dem Staatspräsidenten dieser Tage gemeinsam mit einem jungen Israeli, namens der jüngsten Siedler der Golanhöhen, ein Zertifikat über die Eintragung des Präsidenten in das Goldene Buch des KKL überreichte. Wer wusste schon, das junge Juden aus England unter den schwierigsten Verhältnissen, im harten Winter, auf den Golanhöhen siedeln? Und doch' wurde es ihnen leicht, denn sie finden in diesen jungen Pioniersiedlungen die Gefässe vor, in denen das neue öl bewahrt werden kann, um im biblischen Gleichnis des Präsidenten zu sprechen. Max Wetzstein & Sohn Av. M. Montt 2656 Fono 43379 Neubeziehen und Umarbeitungen Modernste importierte Besugsstoffe u. Inletts Parkas Acolchadas de Nylon Schiafsaecke Komme einmal im Monat nach Vifia u. nehme Auftraege entgegen. Aegypten ZENSURAUFHEBUNG GEFORDERT Der Verband der ägyptischen Journalisten hat die Abschaffung der Zensur für alle lokalen Zeitungen des Landes gefordert. Nach Meinung der Journalisten soll die Zensur nur dort aufrechterhalten werden, wo Sicherheitsbelange und militärische Geheimnisse berührt werden. In ihrer Erklärung unterstützen die ägyptischen Journalisten Präsident Sadat und die Studentenbewegung, die als eine “ernste patriotische Bewegung” beschrieben wird. Der Verband setzt sich weiter dafür ein, die Forderungen der Studenten zu diskutieren. WIEDER FELDARBEIT AM SUEZKANAL Seit einiger Zeit bearbeiten ägyptische Bauern wieder die Felder am Westufer des Suezkanals, berichteten israelische Militärkorrespondenten nach der Rückkehr von einem Besuch der israelischen Stellungen am Ostufer. Auch bewegten sich wieder zahlreiche Zivilisten seit ein paar Wochen frei in den zum Teil zerstörten Städten auf der ägyptischen Seite. Bis Dezember seien ausser einigen Zivilangestellten der Streit- . kräfte kaum Privatpersonen dort zu sehen gewesen. KAIRO FÜR FRAUEN¬ MILITÄRDIENST Ägypten wird möglicherweise bald Frauen zum Militärdienst einziehen. Wie die halbamtliche Kairoer Tageszeitung “Al Ahram” berichtete, soll eine Gesetzesvorlage, nach der sowohl ledige als auch verheiratete Frauen eingezogen werden können, in Kürze vom ägyptischen Kabinett beraten werden. Das einzige weibliche Kabinettsmitglied, die Ministerin für soziale Angelegenheiten, Frau Aisha Rateb, auf deren Initiative die Gesetzesvorlage zurückgeht, erklärte laut “Al Ahram”, dass auch Frauen jetzt die Möglichkeit hätten, Seite an Seite mit ihren Männern die Heimat zu verteidigen. Einwanderer aus Russland beantworten Fragen der Beamten des Ministeriums für Eingliederung bei der Ankunft in Lod.

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