Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXII (1970)
- Issue
- 10 (Octubre, 1970)
- Date
- 1970-10-01
- Page
- Seite 9 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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OCTUBRE 1970 BOLETIN INFOMATIVO 9 Deutschsprachiger Teil des ENRIQUE HIRSCH INFORMATIVO DAS BAND DES LULOW (Eine Sukkotbetrachtung) So schreibt das juedische Religionsgesetz vor: Die Zweige des Feststrausses am Sukkotfeste, ein Palmen—, zwei Weiden-und drei Myrthenzweige, muessen durch ein Band zu einer Einheit zusammengeschlossen wer den, weil man sonst nicht das den Feststrauss betreffende Gebot erfuellt habe. Nach allgemeiner Deutung liegt darin ein Hinweis, dass auch unter den Menschen jeder einzelne gewiss sich seine Eigenart bewahren duerfe, so wie die Teile des Feststrausses verschieden sind, dass aber die Menschen nicht vergessen sollten, zum Ganzen zu streben nach dem talmudischen Grundsätze: “Sondere dich nicht ab von der Gemeinschaft”. Seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts etwa nahm der Individualismus innerhalb der Weltjudenheit immer be drohlichere Formen an, um heute vielleicht noch da und dort ueberboten zu werden. Viele Juden lassen sich durch zuweilen absolut berechtigte Kritik an Einzelheiten zu der masslosen Uebertreibung verleiten, dass das Ganze schlecht, unbrauchbar, sei. Ein Jeder glaubt, wie ein Scherzwort sagt, sich einen eigenen “Schulchan Aruch”, ja, Sein eigenes Lebens-und Religionsgesetz, schaffen zu duerf en. Gruende hierfuer finden sich immer: Z. B. sagt man, “dass die Religion, als feinster Extrakt des Seelischen im Menschen —Privatsachen sein muesse, u. a. m. So bedeutet Judentum einem jeden, wenn man so sagen darf, etwas anderes. Parteizerklueftung a b s o r biert Zeit, Geld und Kraefte, die fuer sehr wichtige Gemeinschaftsaufgaben noetig waeren und laesst Dinge verkuemmern, die nur von der Gesamtheit getragen werden koennen. Deshalb lautet die Frage: Was ist allen Juden gemeinsam? Nun, die Antwort hierauf kann nicht schwierig sein: Gemeinsam muss Allen vor allem der Wille zum Judentum sein, zu dieser Menschheitsgruppe, die “Juedisches Volk” heisst. Hierzu gehoeren freilich auch die sogenannten “Auch-Juden” und “Noch-Juden”, wie man frueher zu sagen pflegte. Diese lassen uns daran erinnern, dass der Wille zum Judesein das Mindestmass allen juedischen Denkens und Tuns sein muss. Deshalb sollte man diesen heute noch Abseitsstehenden, keineswegs immer Boeswilligen, mit Toleranz und vernuenftigen Argumenten beizukommen suchen. Der Midrasch, die fromme Legende, erzaehlt: Als unser Lehrer Mosche vom Berge Sinai herabstieg, waehrend das Volk in freverlhafter Weise das “Goldene Kalb” umtanzte, sprach der Ewige zu ihm: “Das Volk verdient die Zehn - Gebote - Tafeln” nicht; du hast die Wahl: Das Volk oder die Tafeln. Und Mosche zerbrach die Tafeln und sprach: Das Volk wird die Zehn Gebote wiederum schaffen, aber die Zehn Gebote schaffen niemals ein Volk. Die menschliche Gemeinschaft ist notwendigerweise das Primaere, und der Wille zum Judentum und zur Judenheit, das einigende Band des Lulow, ist Vorbedingung und Garantie der Dauer fuer den juedischen Koerper und die juedische Seele. In einer Zeit, in der es keine einheitliche religioes-geistige Auffassung mehr gibt, in der zahlreiche “Richtungen” bestehen und selbst in deren Mitte noch die verschiedensten Nueancen, ist das Bekenntnis der Zugehoerigkeit zum juedischen Volke grundlegende Voraussetzung fuer die Erhaltung der juedischen Substanz. Das schoene Symbol des Feststrausses mit seinen diversen Arten mag uns daran erinnern, dass wir uns trotz aller Meinungsverschiedenheiten das Gefuehl fuer die Einheit und Einigkeit bewahren sollten. KREUZZUS FUER ISRAEL” Der bekannte Schriftsteller Hans Habe hielt sich Anfang dieses Jahres in Israel auf. Er war von all dem, was er im Lande der Bibel gesehen und gehoert hat, so beeindruckt, dass er nach seiner Rueckkehr in Ascona den Entschluss fasste, sich nach Kraeften fuer Israel einzusetzen. “Ich habe — sagte Habe — ein neues Lebensziel gefunden: die bedingungslose Verteidigung Israels. Ich habe mit dem Kreuzzug fuer Israel begonnen!” Habe hat seinen “Kreuzzug fuer Israel” mit einem “Offenen Brief” an den Chefredakteur Steinitz eingeleitet, im welcher er ihm schwere Vorwuerfe dafuer machte, dass er antiisraelische Aeusserungen des Schriftstellers Guenther Grass kritiklos in seinem Blatt wiedergegeben hatte. Aber sein Kreuzzug weist auch positive Leistungen auf. So wurde von ihm in der Schweizer Illustrierten ein groesserer Aufsatz, “Die fuenf Wunder Israels”, veroeffent.- licht. Am. 13. Juni schreibt Habe: “Obwohl mich der israeliche Botschafter in Bern immer wieder beruhigt, denken wir sozusagen stuendlich in grosser Sorge an Israel. Wie ist die Stimmung, wie ist sie wirklich? Wenn ich dreissig Jahre juenger waere, stuende ich am Suez-Kanal. Wir koennen nur hoffen und beten, dass der “spirit of Israel” nicht erlahmt”. Die Zuericher “Praesens Film” drehte einen Israel- Streifen nach Angaben Hans Habes. Die Zuericher “Tur nus AG” dreht gleichfalls einen Film ueber Israel nach einem “treatment” von Habe Alle Honorare aus diesen Unternehmungen werden Israel zufliessen. Aeusserdem schreibt Hans Habe ein Buch ueber Israel, das den Titel “Gott ist bekannt” traegt und Anfang 1971 im Walter Verlag, Olten, erscheinen wird. Es handelt sich um den gleichen Verlag, der Habes erfolgreichen Ro man “Das Netz” herausbrach te. In den naechsten Tagen naehert sich der 1. Todestag unseres unvergesslichen Mitarbeiters Enrique Hirsch, ein Name, der aufs Engste verbunden ist mit unserer Arbeit im Altersheim, im Cisroco und in der Gemeinde. Don Enrique war mit seiner Familie schon bevor die groesste Einwanderung nach Chile erfolgte, hierher gekommen, Er hatte, wie nur wenige in dieser Zeit, das Herz, sich fuer juedische Belange zu interessieren, und war sofort im Cisroco und in der Repraesen tanz der Gemeinde ein eifriges und wertvolles Mitglied. Lange Jahre war er in der Finanz - Kommission der B’ne Jisroel, und sein Rat und seine Mitarbeit waren hochge schaetzt. Besonderes Interesse aber hatte er fuer die Juden, die ohne Mittel aus Europa ins Land kamen. An allen Sitzungen im Cisroco nahm er teil; man kann sagen, Tag und Nacht war Don Enrique taetig, um den Eingewanderten das Leben zu erleichtern; ein Mann mit juedischem Herzen, wie es nur wenige gibt. Als vor etwa 25 Jahren die Errichtung eines Altersheims geplant wurde, war Don Enrique mit Feuer und Flamme dabei: Er sah als erster, dass ein solches Heim eine Not Wendigkeit fuer die aelteren Juden aus Mitteleuropa sein muesste, denn die juengeren Menschen, die mit ihren Eltern hier ankamen, waren nicht in der Lage, auch diese zu unterhalten, und hatten damit zu tun, sich selbst eine Existenz zu gruenden. So wurde er zum 1. Praesidenten dieses Altersheims gewaehlt, und man haette keinen Besseren und Geeigneteren mit diesem Amt beauftragen koennen. Das Heim nahm seinen Ausgang in gemieteten Raeumen, mit kleinsten Mitteln. Dann erwarb Cisroco das Grundstueck als Eigentum. Was es bedeutete, in der damaligen Zeit ein solches kaeuflich zu erwerben, die Sorgen seiner Bezahlung und die der gesamten Auschaffungen, kann nur der beurteilen, der mit dabei war, und der gesehen hat, mit welcher Ruhe, Liebe zur Sache und Aufbietung aller Kraefte Don Enrique sich dieser enormen Aufgabe gewachsen zeigte. Der 1. und 2. Neubau wurden unter seiner Leitung vollendet, und sein Werk steht heute noch so da, wie er es geschaffen hat. Unzaehlige Menschen haben die Wohltat unseres Altersheims genossen und geniessen es weiter, und von Don Enrique Hirsch haben wir gelernt, unseren Alten, Hilfsbeduerftigen und Kranken die Liebe und Guete zu geben, die ihn selbst auszeichneten. Sein Wirken und sein Leben galt unserer gemeinsamen juedischen Arbeit und wird fuer uns alle unvergesslich sein. Im Andenken an ihn ist ein Zimmer auf den Namen Enrique Hirsch mit einer Widmung fuer seine uns so wertvolle Arbeit benannt worden. CISROCO - ALTERSHEIM r « ■i» Der israelische Zeitungsleser kam zwischen den taeglichen Bulletins des Gesundheitsministeriums und den Nachrichten aus Washington waehlen: beides bringt ihn gleichermassen in schlechte Laune. Hier wie da handelt es sich um eine politische Krankheit — in einem Fall um die von Arabern eingeschleppte Cholera, im anderen um einen galoppierenden Vertrauenschwund. Die Opposition weist auf folgendes Versagen der israe lischen Behoerden hin: in ih rer liberalen Haltung gegenueber der in dem besetzten Gebieten lebenden Bevoelkerung hatten sie den Besuch von etwa 50.000 Familien-Angehoerigen aus den benachbarten arabischen Laendern gestattet. Sie brachten nicht nur hier und da Sprengstoffe, sondern —weit gefaehrlicher— d i e Cholera. Keines dieser Laender hatte seine Seuchenfaelle der Welt - Gesundheitsorganisation in Genf gemeldet, sei es aus Nationalstolz, Levantinismus oder nur um die Touristik nicht zu beeintraechtigen. Tatsache ist, dass die Cholera in Israel Fuss gefasst hat, wenn auch die Behoerden behaupten, es bestehe kein Anlass zur Panik. Einige Fluechtlingslager und Doerfer in den besetzten Gebieten sind in Quarantaene gelegt werden, aber viele ihrer Menschen hatten in Israel gearbeitet und noch ist nicht abzusehen, welche Kontakte sie gehabt haben. Die Gesundheitsbehoerden sehen vorlaeufig von einer Massen - Inokkulierung ab, und immunisieren nur be stimmte Berufs- und Bevoelkerungsgruppen. Sie hoffen, mit einem rigorosen System der Vorbeugung, wie verstaerkter Kontrolle des Wassers, zusaetzlichen hygienischen Massnahmen und allgemeiner Vorischt der Seuche Herr zu werden. VERTRAÜENSPERSON 43 Jahre, aktiv, mit langjae briger Erfahrung in hiesigem Handel und Industrie, sucht Posten als Geschaeftsleiter in Unternehmen, welches waerend evtl. Abwesenheit des Besitzers weiter geleitet werden soll. Anschriften gebeten unter: Gerente - Casilla 1233 - Stgo.