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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1970-08-01 · 8 (Agosto, 1970) · p. Seite 25

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXII (1970)
Issue
8 (Agosto, 1970)
Date
1970-08-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German
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AGOSTO 1970 BOLETIN INFORMATIVO 25 Wichtiger Teilerfolg: Zum Thema Religion und Politik in Israel: Kurl R. Grossmann Vorbericht unseres Korrespondenten Nach langjaehrigem Kampfe, der 1962 um die Anhebung der Rententabellen unter dem Bundesentschaedigungsgesetz auf die wirklichen gesetzmaessigen Normen begann, hat der Bundesrat die Achte und Neunte Verordnung zur Aenderung der ersten bis dritten Verordnung zur Durchfuehrung des Bundesentschaedigungsgesetzes verabschiedet — und Bundeskanzler Willy Brandt hat, als eine besondere sichtbare Geste gegenueber den Naziverfolgten die verfassungsmaessig notwendige Gegenzeichnung vorgenommen. Sowie diese umfangreiche Verordnung im Bundesgeseitzblatt verkuendet wird, tritt sie rueckwirkend vom 1. April 1969 in Kraft. Obwohl der verfassungsmaessige Kampf um die zurückliegende Periode 1953 bis Maerz 1969, wie wir hoeren, fortgesetzt werden wird, bedeuten die verkuendeten Verordnungen fuer alle, die unter dem BEG Renten beziehen, wie Lebens—, Gesundheits— und Berufsschadensrente, eine Angleichung an die vergleichbaren Bezuege nach den Besoldungsuebersichten der Bundesrepublik. Entsprechende Nachzahlungen in den veschiedenen Gruppen werdn stattfinden. Die Verordnungen sind auch fuer das Land Berlin gueltig. Auf die Unstimmigkeiten der verschiedenen Tabellen der Verfolgtenrenten im BEG kam im Jahre 1962 ein im Verteidigungsministerium bescnaeftigter Verfolgter, Hans Rainer Beer, der sich in diese Materie vertiefte und nicht nur durch den Bund der Naziverfolgten Bonn-Duesseldorf, sondern vor allem durch den unermuedlichen Bundestagsabgeordneten Martin Hirsch und andere unterstuetzt wurde. Nach Verkuendüng der Verordnung kommen wir ausfuehrlich auf diese zurueck und werden in einem spaeteren Artikel den Kampf eines Mannes ums Recht schildern. W. I. Z. 0. Liebe Chaveroth, wie schwer mir diesmal dieser Bericht wird, koennen Sie sicher alle verstehen, denn was soll man sagen um unsere liebe Gretl Ackermann in ihrem grossen Schmerz zu troesten. Nur die Zeit und vielleicht in geringem Mass unsere Zuneigung und Freundschaft koennen ihr helfen. Nicht nur unsere Gretl, auch Willy Ackermann war uns allen lieb geworden; seine immer liebenswuerdige Ruhe, sein Humor und die Hilfsbereitschaft, mit der er, in seiner gewohnten Genauigkeit, jahrelang unsere Buchhaltung gefuehrt hat, werden ihn uns immer unvergesslich machen. Aber auch erfreuliche Dinge gibt es zu berichten. Der Bingo-Abend der Gruppe Kalanioth war in jeder Weise ein grosser Erfolg. Ein ausverkaufter Saal im Ungarischen Klub, viel Stimmung, viel Jugend, ja, unsere jungen Frauen leisten gute Arbeit. Die am 19. August, wie alljaehrlich stattfindende Kindermodenschau im Hotel Carrera, die die Gruppe Emunah veranstaltet, wird den naechsten Beweis fuer die aufopfernde Arbeit der jungen Frauen liefern. Ich hoffe, Sie kommen Alle hin, um sich davon zu ueberzeugen. K. S. Sie brauchen nicht alt zu sein um zu den GOLDEN Veranstaltungen zu kommen. Am. 7. September um 4.30 in Portugal 810 mit Once und ueberraschendem Programm. 1 ALTERSHEIM CALLE MAIPU 525 Jeden Freitag Abend und Sonnabend Vormittag findet ein" Gottesdienst in unserer Synagoge Maipü 525 statt. Wir bitten freundlichst alle in der Naehe wohnenden Juden, an diesem Gottesdienst teilzunehmen. Den Beginn der Andacht gibt auf Wunsch, auch telefonisch (97284 oder 91369), das Buero des Heims bekannt. Das Comité des Altersheims “Wer ist Jude” ein doch ungelöstes Problem? Noch oft wird wahrscheinlich die National - Religiöse Partei erklaeren, aus dem Kabinett ausscheiden zu müs sen. Diese Drohung wird immer dann ausgesprochen, wenn nach dem Gesetz kompetente Instanzen Entscheidungen faellen, laut denen jemand alse Jude anzusehen ist, obwohl ihm dise Eigenschaft im Sinne der halachisehen Vorschriften nicht zugebilligt wird. Die Krise der Frage, Wer ist Jude?” schien beigelegt, als das Parlament den Vorschlag der Regierung annahm, der im allgemeinen der traditionellen Auffassung entgegenkam. Bei der Frage des Rückkehrergesetzes aller dings ebenso wie in bezug auf die Rechte von Neueinwande rem wurden einige lahme Zugestaendnisse gemacht . Soeben wurden wir eines besseren belehrt. Wir sahen, dass, angesichts der Möglichkeit einer abermaligen Entscheidung des Obersten Gerichtes auf der Grundlage des Urteiles im Falle des Hauptmanns de Schalit und seiner Familie, Kabinettskrisen ebenso entstehen können, wie die unbeugsame Entschlossenheit der religiöser Kreise im Lande, in diesem Punkte nicht nachzugeben ohne daran zu denken, wieviele andere ernste Sorgen Volk und Land bedrücken. Eigentlich ist es schwer verstaendlich: Ein Mann ist irgendwo auf der Welt, aus irgendwelchen Gründen —in nicht seltenen Faellen des zukünftigen Ehepartners wegen— zum Judentum überge treten. Er hat diesen Uebertritt nicht im orthodoxen Sinne vollzogen, da er nicht die Absicht hatte, die Unwahrheit zu sagen, zu heucheln. Denn ihm bedeutet die volle Erfüllung des jüdischen Religions gesetzes nichts, ebensowenig, wie dem erwaehlten jüdischen Partner, und —das darf schliesslich nicht übersehen werden—■ wie einem sehr er heblichen Prozentsatz des jüdischen Volkes in der Welt. So wandte er sich an einen Reformrabbiner, vor dem er nicht zu heucheln brauchte. Er wurde ernsthaft befragt, gab ehrlich Antwort und wurde daraufhin ohne besondere Schwierigkeiten und Hindernisse in die Gemeinschaft der Juden aufgenommen. Von nun ab galt alles auch für ihn, was für Juden galt. Auch er wurde beschimpft, wenn man sich gegen Menschen jüdischen Glaubens, jüdischer Nation wandte. Er litt bei Nachrichten von Verlusten der Israelis an den Fronten mit den Arabern. Der jüdische Staat wurde zo zum Mittelpunkt seines Interesses, wie er Anteil nahm an dem Schicksal jüdischer Gemeinschaften, wie dem der Juden der USRR. Und zuletzt entschloss er sich zur Alijah. Er kam nach Israel, um hier das volle juedische Leben kennenzulernen. Er begann, im Militaer zu dienen, lernte die Sprache des Landes. Er versenkte sich in die Atmosphaere des Staates, des Volkes und wurde zu ei nem Israeli mit allen Fasern seines Daseins. Und eines Tages musste er entdecken, dass er vielleicht zum israelischen Buerger wuerde, keineswegs aber zum Juden, obwohl er das lange angenommen hatte. Er mag dann vor der fuer ihn keineswegs begreiflichen Tat Sache stehen, dass seinetwegen eine Regierungskrise ausbrechen kann, wenn er sich nun vor den Gerichten wehrt, mit allen Mitteln festgestellt sehen will, dass er ein Jude ist. Dieser Mann versteht die Welt nicht mehr, in der er lebt. Seine Freunde im Ausland verstehen diese Welt noch weniger. Natuerlich, kann man die Achseln zucken und feststellen, das sei nicht zu aendem. Wir sind nun einmal anders als alle Voelker, anders als alle Religionen. Es gibt keine Vergleiche. Das ist zweifellos richtig. Ebenso wahr ist es, dass man nicht — mit einem Federstrich sozusagen — alle Grundlagen, die Volk und Judentum durch die Jahrhunderte erhalten haben, zunichte machen, fuer ungueltig erklae ren kann. Nur jene, die sehr wenig vom Judentum wissen, koennen solche leichtfertigen Forderungen stellen, ueber alles hinwegzugehen, alles ausser Acht zu lassen, was bisher das Judesein ausgemacht hatte. Hier handelt es sich um eine schwerwiegende Entscheidung. Das sollte allen klar sein. Aber dessen muessen sich auch diejenigen bewusst sein, die aus solchen Fragen Regierungskrisen hervorrufen wol-' len. Man kann nicht unsere Tradition, unser religioeses Empfinden, unsere Ueberzeugungen als Jude, Geisteshaltungen, die die Zugehoerigkeit zum Volke ebenso wie die zur Religion umfassen — zum politischen Programm umschmieden und eine sehr weltliche, sehr politische, moralisch sehr anfechtb a r e Manoevrierfreiheit damit erringen wollen. Hier muesste sich der uebermaechtige Wunsch durchsetzen, Loesungen zu finden, unserer Epoche Rechnung zu tragen, Bruecken zu bauen, die es moeglich machen, die Traditionen zu wahren und dennoch ein Mensch des letzten Drittels unseres Zwanzigsten Jahrhunderts zu bleiben. Dafuer wuerde man all jenen danken, die sich bemuehen, des Volkes Vergangenheit mit seiner Zukunft zu verbinden. Allerdings muesste dazu die schier endlose Debatte “Wer ist Jude?” auf die richtige Basis gestellt werden, die politische Ebene verlassen und ohne Leidenschaften stattfinden. Sie muss mit der Vernunft gefuehrt werden, die der Mensch eigentlich mitbekommen haben sollte. Das ist bisher nicht der Fall. So bleibt, wie wir immer wieder sehen, trotz allen schweren Sorgen, die wir an ganz anderen Fronten haben moegen, die Debatte darueber, wer als Jude anzusehen ist, eine nach wie vor gaenzlich ungeloeste Frage. CRITICUS "M.B." Tel-Aviv CHILENISCH ~ DEUTSCHES KULTURINSTITUT GOETHE - INSTITUT Deutsches Theater Euer Uebersee “DIE BRUECKE” in Zusammenarbeit mit den Deutschen Kammerspielen Donnerstag, 20. August, 19 Uhr im Tealro Maiconi AMPHITRYON ven Heinrich von Kleist Freitag, 21. August, 19,30 Uhr im Teairo Municipal 2 Einakter DIE KLEINBUERGERIIOCHZEIT von Bertold Brecht DIE KURVE von Tankred Dorst Sonntag, 23. August, 19,30 Uhr im Tealro Municipal AMPHITRYON von Heinrich von Kleist Samstag, 29. August, 19,15 Uhr im Goethe Institut TOLLER von Tankred Dorst Dramatische Lesung durch 6 Schauspieler der "Bruecke" Karten (Abonnement oder einzelne) im Goethe Institut, Esmeralda 650 JUERGEN UHDR, Klavier, Stuttgart 3 Beethoven Konzerte im Goethe Institut mit musikalischen Erlaeuterungen Montag, 24. August, 19,15 Uhr Dienstag, 25. August, 19,15 Uhr Montag, 31. August, 19,15 Uhr Einschreibungen: Esmeralda 650 ^61001

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