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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1970-07-01 · 7 (Julio, 1970) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXII (1970)
Issue
7 (Julio, 1970)
Date
1970-07-01
Page
Seite 19 (sequence 21)
Language
German
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JULIO 1970 BOLETIN INFORMATIVO 19 Deu tschsprachi¿er Teil des IN FOBMATIVO 700 JAHRE NACH DEM RAMBAN NACHMANIDES Einer der ueberragendsien Geister des juedischen Mittelalters, insbesondere in der spanichen Epoche, Rabbi Mosche ben Nachman, "Ramban" genannt, lebte von 1195 bis 1270. Die 700-jaehrige Jahrzeit nach dem RAMBAN, den die Wissenschaft “Naehmanides” nennt, wird in diesem Jahre 1970 begangen, was Veranlassung geben sollte, dieses Geistesheroen zu gedenken, Was wissen wir von ihm, den wir nicht mit dem RAMBAM (Maimonides) zu verwechseln haben? Zu Gerona (Spanien) 1195 geboren, war Mosche ben Nachman dort als Rabbiner und Arzt taetig, ein ungewoehnlich-begabter Mensch, der seinen Verstand von Jugend her an den ueberlieferten Urkunden der schriftlichen und muendlichen Lehre uebte. Thora, Bibel im allgemeinen, und Talmud waren die Muttererde seines Geistes. Ein harmonisch - angeleger Character, zog er auch fuer sein Gemuet, fuer sein Seelisches, Nahrung aus den alten Sphriften, an denen er mit grezenloser Liebe hing. Fuer den RAMBAN war das Judentum nicht in erster Linie eine Wahrheit, die sich mit Weltweisheit decken muesse, als vielmehr ein geschichtliches Faktum, das keines Beweises beduerfe. Dennoch blieben diesem gebildeten spanischen Juden die Philosophie und die uebrigen weltlichen Wissensquellen nicht fremd. Er verehrte auch den beruehmten Maimonides (1135-1204) als Lehrer, ohne in den eigenen Werken zu verschweigen, inwieweit er ihm folgen koenne oder nicht. Seiner religioesen Denkungsart gemaess widerstrebte es ihm, mit nuechterner Vernunft Glaubensdinge zu analysieren, die fuer seine Vorfahren felsenfest standen. Nach der Ueberzeugung des Mosche ben Nachman bedurften Bibel und Talmud keiner Rechtfertigung vor dem Richterstuhl des menschlichen Verstandes. Die uns ueberkommenen “Offenbarungen” fasste er nicht symbolisch auf, sondern als von Gott selbst unmittelbar kommend. Dennoch wollte er in den tieferen Sinn der juedischen Gesetzesvorschriften eindringen, aber nicht mit den Mitteln der nuechterneh Philosophie, sondern mittels der mystischen Deutung der Schrift. DER "GOTTESKAEMPFER" Herzls letzte Stunden (ZUM 20. TAMUS) Diese Worte stammen von dem grossen christlichen Freunde Theodor Herzls', dem Reverend William H. Hechler London. (1845-1931) und wurden im Jahre 1928 niedergeschrieben. ...es war Gottes Wille, dass ich meinem lieben Freunde Dr. Theodor Herzl helfen sollte, und darum sandte Gott mich nach Wien, von 1885 bis 1910. Das Andenken an unser gemeinsames Wirken fuer das alte Volk Gottes ist mir heilig. Am Samstag, den 2. Juli 1904 sass ich an Dr. Herzls Krankenbett in der Pension in Edlach am Semmering und teilte ihm mit, dass sein eigener aerztlicher Berater mir gesagt habe, er koenne nun wieder mit mir nach dem Heiligen Lande reisen, und dass die Reise ihm gut tun werde. Wir waren zusammen im Jahre 1898 in Jerusalem gewesen. Dr. Herzl sagte zu mir, indem er seine rechte Hand aufs Herz legte und meine Rechte in seiner Linken hielt: “Gruessen Sie alle von mir und sagen Sie ihnen, ich habe mein Herzblut fuer mein Volk gegeben”. Bald darauf hustete er und spuckte Blut. Am naechsten Tag, Sonntag, den 3. Juli, waehrend ich in Wien in der Christ-Church unserer Britischen Gesandtschaftskapelle predigte, nahm Gott den Dr. Herzl von uns. denn die Juden waren seiner nicht wert. Und einen Monat spaeter, im August, ueberbrachte ich Herzls Abschiedsworte Seinen Freunden in Italien. Und heute sende ich sie durch Euch an seine Freunde in Europa, 24 Jahre, nachdem ich sie empfing. Der Gesalbte des Herrn, so hoffe ich, wird bald wiederkommen, als Koenig der Juden und in Jerusalem herrschen, tausend Jahre, als Koenig der Koenige ueber alle Welt. “Du bist Mein Knecht, Israel, durch welchen ich will gepriesen werden”, sagte Jesaija darum. Der Messias allein kann in diese hoese Welt OVdnung bringen. Gott segne Euch alle! Der 83 Jahre alte Pilger aus dem irdischen nach dem himmlischen Jerusalem William Henry Hechler - Hopkins. (Bemerkenswert ist die Unterschrift “Hopkins”, der Name, unter welchem Reverend Hechler in Herzls Roman “Alt-Neuland” erscheint). DIE BEISETZUNG HERZLS IN WIEN. JULI 1904.!! . Einen solchen Geist, der meinte, den echten Ausgleich zwischen Glauben und Wissen gefunden zu haben, konnte es daher nicht befriedigen, wenn sich Vertreter beider Maechte, derjenigen des einseitigen Wissens und der anderen, des einseitigen Glaubens, einander bekaempften. Darum schrieb er schon als junger Mensch eine Arbeit, die er “Gotteskaempfe” nannte und die auf sehr hohem Niveau stand. Diese und andere Schriften vermehrten seinen Ruf, und bald war er einer der bedeutensten Lehrer Spaniens, der auch die Streitigkeiten zwischen den Ge- (Foriseizung Seile 22) Jaim Najman Bialik Im Gedenken an seinen Todestag (4. Juli 1934) bringen wir eine seiner gefuehlvollsten lyrischen Dichtungen: MEINE SELIGE MUTTER Meine gottselige Mutter, eine vollkommene Gerechte, War in der Witwenschaft arm und vergessen, Und es war Freitagabend, die Sonne schon ueber den Baeumen, Doch im Hause kein Licht und kein Essen. Sucht’ sie und fand noch, ein Wunder, zwei kupferne Muenzen; Sie schwankte: Licht oder Brote? Lief dann, kam wieder, in magerer Hand zwei heilige Lichter, Getreu dem Gebote. Am Himmel sind sieben Sterne; die Sabbatnacht meiner [Mutter Sieben Lichtaugen weihn; Rief nicht Gott den heiligen Sabbat? Was kann, da Er rief, [eine Frau tun? Gesegnt sei Er ueber zwein! Gesegnet mit reinlicher Becke, fehlt auch die Krume Brots, Darf doch sie das Sabbattuch legen Aufs Haupt sich, sie wechselt das Kleid, bereitet sich Gott zu Und dem Sabbat entgegen! Doch als sie nun hochstellt die Lichter, sie kann sich nicht [halten Denn bitter ist. siedend ihi Herze ■— Da weint die Gerechte; von faltiger Wange ergiesst sich [die Traene, Und es zischt, verloescht eine Kerze. Stand nun der Sabbat erniedrigt, auf einem Auge [erblindet. Die Frau schrie: Herr! Vater! Verwirfst Du die Gabe der Witwe? Ist suendig die Magd Dir, Dein Sabbat, was tat er? Was hast Du geblendet sein Auge? Sie stand mit [geschlossenen Augen, Verschlungenen Haenden, vom Weh wie zertreten. Schultern und Kopftuch bebten vom wuergenden Weinen. Und gluehendem Beten. Urtiefen schrien aus dem Herz ihr, Erzmuetter, Cherubim, Ent jammern der Kehle, Nie hoerte das himmlische Ohr, nie sah noch der Thron [Seiner Ehre So kummervoll je eine Seele. Da ist vom Gesicht der Gerechten noch eine brennende [Traene Hinunter gesunken; Sie fiel aufs verloschene Licht und entflammt’ es von neuem: Zwei gluehende Funken. Kaum hatte die Mutter die Augen, die trueben, geoeffnet Da wards wie vom Siebentagslicht so hell! Als kuesste die Sch’china die Lichter. Es sei das [Verdienst der Gerechten Mit uns und ganz Jisrael! Der Goliesdiensl an den HOHEN FEIERTAGEN wird im Teatro Oriente aut Grund des NEUEN MACHSORS durchgeführt werden, das der Consejo Mundial de Sinagogas - Seminario Rabínico Latinoamericano, Buenos Aires 1968, herausgegeben hat. Im Gemeindebüro erhaeltlich.

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