Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXII (1970)
- Issue
- 2 (Febrero, 1970)
- Date
- 1970-02-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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FEBRERO 1970 BOLETIN INFORMATIVO 15 DAS LONDONER Der allmaehliche Schwund — nicht unbedingt zahlenmaessig, sondern mehr und ernsthafter im Hinblick auf das “Jude-Sein” selbst —, dem manche kleinere Gemeinde in Grossbritannien ausgesetzt sind, wurde bereits vor kurzem in den “Londoner Notizen” erwaehnt. Wie kann man nicht nur eine derartige Erosion aufhalten, Sondern, wenn eben möglich, die ganze Entwicklung umdrehen und in eine positive Richtung lenken? Die Lubavitcher Chassidim haben das Problem schon seit etlichen Jahren erkannt und haben periodisch Abgesandte in die Kleingemeinden geschickt, um dort Gottesdienste zu leiten, Vortraege zu halten und Religionsklas*en zu stützen. Es gibt auch seit einiger Zeit einen “Reiserabbiner”, unter Londoner Aegide, speziell für die Betreuung von verstreuten Kleingemeinden. Aber das Ausmass des Problems ist zu gross, dass es durch Einzelaktionen allein gelöst werden könnte; und in Erkenntnis dessen hat die Jugendabteilung des britischen Oberrabbinats ein “Thora-Corps” eingerichtet und ist staendig bemüht, es weiter auszubauen. Nach dem Vorbilde des freiwilligen Peace Corps, das der verstorbene amerikanische Praesident John F. Kennedy seiner Zeit inspiriert hatte, geht das “Thora-Corps" vor, natürlich in viel kleinerem Masstabe. Es besteht “THORA-CORPS” Von William Stern aus jungen Freiwilligen, die ihre Schabbate und Feiertage nicht bequem im Schosse ihrer Familien zu verbringen gewillt sind, sondern sich ln die aeusseren Vororte Londons oder Staedte in der Provinz begeben, wo sie manchmal sogar nur einem Zweck dienen, naemlicli ein Minjan in der Synagoge zustandezubringen. Es ist reiner Idealismus, der diese jungen, meist orthodoxen Juden motiviert. Andere wiederum gingen auch in diesem Jahre wieder am Rosch Haschanah zu Fuss in zahlreiche Krankenhaeuser in den verschiedensten Teilen Londons, um dort für jüdische Patienten Schofar zu blasen; zu Sukkot machten sie sich nochmals auf den Weg in die Hospitaeler, diesmal mit Lulaw und Ethrog in der Hand, damit die Patienten den Lulaw schütteln konnten. Zu Sukkot beteiligten sich auch, der weiblichen Patienten wegen, junge Maedchen an dieser Aktion. Mitglieder jüdischer Jugendvereine, wie Bnei Akivah, Esra und Sinai, haben ausserdem in manchen Londoner Bezirken jüdische Haushalte aufgesucht, um Eltern von Kindern, die bisher nicht am Religionsunterricht teilgenommen haben, zu bewegen, die Kinder fn Religionsschulen zu schicken. Den Berichten zufolge sind betraechtliche Erfolge erzielt worden. "Juedische Wochenzeiiung" Duesseldorf. Ur die Nazi-Expeten in arabischen Laendern Trotz des Protestes des syrischen Vertreters hat die. UNO-Subkommission zur Bekaempfung der Rassendiskriminierung und zum Schutze der nationalen Minderheiten dem Repraesentanten des Juedischen Weltkongresses, Dr. Maurice Perlzweig, gestattet, sich mit einem Ersuchen an die Regierungen saemtlicher Staaten zu wenden, sie moegen das Begehren der Bundesrepublik Deutschland bezueglich der Auslieferung aller bekannten und von den Behoerden gesuchten Nazi- Verbrecher unterstuetzen. Die aus Experten zusammengesetzte Subkommiss i o n befasste sich auf ihrer 22. Sitzung mit einer von Dr. Harnan Santa Cruz aus Chile verfassten Spezialstudie ueber Rassendiskriminierung. Der syrische Vertreter Adib Daoudy hatte schon frueher die Anschuldigung zurueckgewiesen, wonach Regierungen von Staaten im Nahen Osten gewesene Nazis beherbergten und beschaeftigten. Dr. Perlzweig erbot sich, zu unparteiischer Ueberpruefung eine Liste von Leuten zu unterbreiten, die schwerer Kriegsverbrechen beschuldigt sind und trotzdem Unterschlupf gefunden haben, ja sich sogar der Immunitaet erfreuen. Der Bericht von Santa Cruz sollte den Auftakt zu einer Diskussion ueber Diskriminierung auf wirtschaftlichem Gebiet bieten, wurde aber von den Arabern dazu benuetzt, das Nahostproblem wieder aufs Tapet zu . bringen. In einem Teil seines Berichtes erwaehnte Santa Cruz die sich noch auf freiem Fuss befindlichen Kriegsverbrecher, und bei diesem Punkt bestritt der syrische Delegierte deren Anwesenheit in Staaten des Nahen Ostens. Dies gab Dr. Perlzweig den Anlass zu seiner Erklaerung. Er verlangte, dass die Frage der sich noch auf freiem Fuss befindlichen Nazi-Kriegsverbrecher auf gegriffen werde, und betonte, dass es fuer den Kampf gegen das Wiederaufleben des Nazismus verheerend waere, wenn diese Leute in der Oeffentlichkeit frech und ungestraft auftreten koennten. Reise- Beratung, Flug, Schiff, Fuehrungen Billigste Kombinationen, Gruppen, Tours, Abzahlungen. 22 Jahre bewaehrt (Frueher Agenda Cosmos) Moneda 973, Ofic. 338 SANTIAGO - Cas. 2982 NORBERTO EBEL Einen Dollar Pro Tag p Von Herberl Freeden (Jerusalem) Die Sinai-Halbinsel fuer den Tourismus entdeckt Israel - Fuer Von April 1970 an wird man Israel fuer einen Dollar pro Tag besuchen koennen, meinen die Optimisten. Wenn es auch etwas mehr sein duerfte, eines ist sicher: ein neuer Plan fuer die volkstuemliche Touristik ermoeglicht eine Reise nach Israel auch den Leuten, die in ihren Ferien nicht viel Geld ausgeben wollen oder koennen. Das Projekt klingt ebenso einfach wie attraktiv: der Tourist kommt mit einem Gruppenflug nach Israel; dort erhaelt er ein Billet fuer unbegrenzte Fahrten auf den Fern-Autobussen; und zum Uebernachten stehen ihm 14 Camping-Plaetze zur Verfuegung, am Miitelmeer, Roten Meer, am Toten Meer und in den Bergen. “El Al”, Israels Fluglinie, ist fuer die Organisierung verantwortlich. Ein anderes Projekt fuer die Touristik ist die Erschliessung der Sinai-Halbinsel, zu Luft, zu Lande oder zur See. Man kann ueber diese gewaltige Wuestenlandschaft mit ihren biblischen Assoziationen einen Rundflug in einer Viscount-Maschine der Binnenfluggesellschaft “Arkia” machen; oder sie auf dem Landweg erreichen; oder zur See mit dem Ferienschiff “Hei Daroma”, das von den Aegyptern vor einiger Zeit im Hafen von Eilath beschaedigt wurde, inzwischen aber wieder recht seetuechtig ist. In etwa zehn Stunden faehrt das Schiff durch den Golf von Akaba nach Sharm-el-Sheikh am Roten Meer, bleibt dort als “Hotel” vor der Kueste liegen, sodass die Passagiere genuegend Zeit haben, im Meer zu baden — das auch im Winter angenehm warm temperiert ist — oder landeinwaerts Ausfluege zu machen. Die ganze Rundfahrt dauert zweieinhalb Tage. Mangel an Trinkwasser hat bisher alle Plaene fuer die DAUNENDECKEN STEPPDECKEN mit Woll- und Polycronfuellung extra leicht Max Wetzstein & Sohn Ar. M. Montt 2658 Fono 43379 Neubeziehen und Umarbeitungen Modernste Importierte Bezugsstoffe u. Inleits Parkas Acolchadas de Nylon Schlafsaecke Komme einmal im Monat nach Viña u. nehme Auftraege entgegen. Touristik in der Sinaiwueste scheitern lassen. Jetzt sind zwei Feriendoerfer im Werden, fuer die man das Trinkwasser aus Eilath herbeischafft. Beide liegen unmittelbar an der Kueste des Golfs von Akaba und sind hauptsaechlich fuer Wassersport gedacht — Tauchen, Wasserski, Segeln. Eines liegt etwas noerdlich von Sharmel-Sheihk und bietet Unterkunft und Verpflegung fuer dreihundert Personen; das zweite, fuer etwa 150 Menschen, wird auch organisierte Touren in die Wueste veranstalten. Ein drittes Ferienzentrum ist auf den Haengen des Berges Sinai geplant, den die Araber den “Moses- Berg” nennen. Allerdings hat man mit der Ausfuehrung bisher gezoegert, um nicht den Moenchen im nahe gelegenen St. Katharina-Kloster Konkurrenz zu machen, die ebenfalls Touristen versorgen. Der Besucherstrom auf den biblischen Berg hat sich in den vergangenen zwei Jahren jedoch so gesteigert, dass das Kloster den Anforderungen nicht nachkommen kann. Ein neues Zentrum der Wintertouristik entwi ekelt Laut einer in der Moskauer Zeitschrift “Sowjetisch Heimland” erschienenen Nachricht ist ein jiddisch-russisc h e s Woerterbuch in Vorbereitung. In einer Auflage von 50.000 Exemplaren erschien im Moskauer Arbeiter-Verlag mit dem Titel “Was ist das Judentum?” ein scharf gegen die juedische Religion gerichtetes Buch. Der Verfasser, der ueber achtzig Jahre alte M. S. Altschuler, hat bereits vor mehr als dreissig Jahren eine Reihe von antireligioesen Schriften in jiddisch publiziert. Das neue Buch ist im Rahmen einer atheistischen Serie “Gespraeche ueber Religion” erschienen. Es ist in der Form eines Dialogs zwischen einem glaeubigen Juden und □ ESTERREICH Die nach deutschem Muster aufgezogene Nationaldemokratische Partei beabsichtig, in Krems an der Donau (Niederoesterreich) eine Bundesversammlung und daran anschliessend eine Grosskundgebung abzuhalten. Es ist ihr aber nicht gelungen, hierfuer eine Saal aufzutreiben. Gegen das Vorhaben der NDP wurden mehrfach Proteste laut. Die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Verbaende und Widerstandskaempfer Oesterreichs hat an die Bundesregierung, sich an den Gestaden des Toten Meeres. Zwischen dem suendigen Sodom — wo sich jetzt allerdings nur eine Tankstelle befindet — und der neuen Stadt Arad wurden allein im Jahre 1969 vier Hotels errichtet, mit zusammen ueber 600 Betten. Bekanntlich haben die Schwefelquellen des Toten Meeres heilende Wirkung fuer Rheuma-uund Hautleidende, und im vergangenen Winter suchten hier ueber einhunderttausend Menschen Genesung. Trotz der Zwinschenfaelle an den Grenzen ist die Touristik der groesste Dollar - Verdiener im Lande geworden, und hat zum ersten Mal die Einkuenfte aus dem Zitrus-Export ueberfluegelt. Zum ersten Mal auch ist die Zahl der nichtjuedischen Besucher hoeher als die der juedischen — 60:40 Prozent, obwohl gerade juedische Touristen oft kommen, um in erster Linie Teile ihre Familien wiederzuschen. Die Gesamtzahl der auslaendischen Besucher im Jahre 1969 liegt mit ueber 400.000 etwa zwanzig Prozent hoeher als die Vergleichszahl fuer das letzte Jahr vor dem Sechs-Tage Krieg. einem juedischen Atheisten gehalten und eroertert insbesondere die juedischen Feste und Feiertage sowie Grundideen des Judentums. In der Zeitschrift “Kommunist”, welche die Richtlinien fuer Parteifunktionaere festlegt, warnte der ehemalige Chef der Sicherheitspolizei von Azerbaidschan, Semion K. Esivigun, “politisch unreife Sowjetbürger” vor Elementen, die sowjetfeindliche Propaganda verbreiten, darunter vor amerikanischen Diplomaten, westlichen Touristen, Studenten und Zionisten. Der Imperialismus benuetze fuer seine subversiven Zwecke einen Typus des Nationalismus, den “militanten Zionismus”. an die Parlamentsklubs der beiden grossen Parteien, an den Gewerkschaftsbund und den Bundesjugendring Protestschreiben gerichtet, in denen von den Sicherheitsbehoerden das Verbot deratiger Provokationen verlangt wird. Die Arbeitsgemeinschaft befuerchtet, dass es, sollte die Kundgebung der NDP stattfinden, zu Gewalttaten wie bei frueheren Auftritten dieser extremistischen Gruppe kommen werde. ÜSRR Juedische und judenfeidliche Veroeffenilichungen Widerstand gegen die Nationaldemokratische Partei