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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1969-12-01 · 12 (Diciembre, 1969) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXI (1969)
Issue
12 (Diciembre, 1969)
Date
1969-12-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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DICIEMBRE 1969 BOLETIN INFORMATIVO 23 Zum Gedenken an Dr. Leopold Rosenbaum H-i Y.Wîs ¿F1/ 'fc Sût befiel ihn, sein Wille zum Leben war gebrochen, trotz aller Liebe, trotz aller Hingabe und unermuedlicher Fuersorge seiner Kinder, wich der Schmerz und die Traurigkeit nicht von seiner Seite. Ein kurzes Aufleuchten war in ihm ein letztes Mal zu beobachten, als sein einziger Enkelsohn im August ds. Js. Barmizwa wurde. Aber auch hier begleiteten ihn die Gedanken an die unvergessliche, unersetzliche Lebensgefaehrtin. Am Herzen gebrochen schied er am 9. November “tragisches Datum” fuer das deutsche Judentum, aus dieser Welt. Als mein Kollege und ich die sterblichen Reste dieses bescheidenen, aber stolzen Juden aus dem Krankenhaus hinaus begleiteten, da wurde uns bewusst, dass wir einen alten treuen Freund verloren haben, der mit uns ueber 25 Jahre an derselben Staette gewirkt, gearbeitet und gelebt hat. Dr. Leopold Denn, er war unser, mag das stolze Wort den lauten Schmerz gewaltig uebertoenen, mit diesem Dichterwort leite ich die Abschiedsfeier fuer unseren verehrten Freund, Dr. Leopold Rosenbaum ein. Wenige Tage nach Jom Kippur waren es, als der numehr Verstorbene in einer gewissen Ahnung sein Haus bestellte und seine letzten Wuensche niedergeschrieben hat. Einer dieser Wuensche war, dass ich die letzten Worte ueber ihn sprechen sollte, da er sich zutiefst mit meinem grosselterlichen Heim und insbesondere mit seinem besten Freund, meinem im ersten Weltkrieg gefallenen Onkel verbunden gefuehlt hatte. Und so lassen Sie mich einen kurzen Augenblick in jenem Staedtel verweilen, das ich zum letzten Male vor 35 Jahren besucht habe. Kempen, das war die Heimat, in der Leopold Rosenbaum vor fast 80 Jahren das Licht de Welt erblickt hat. Jenes Staedtel, mit seinem Ring, mit seiner wundervollen Synagoge, mit seinem intimen Beth Hamidrasch, und mit der ideal gelegenen Staette, “des ewigen Lebens” an der “Baranower Strasse”. Dieses juedische Kempen hat ihn geformt und .gebildet und dort in seinem einfachen schlichten elterlichen Heim hat er unsere schoenste und edelste Tradition empfangen. Ein grosses Strahlen leuchtete in seinen hellblauen Augen auf, wenn er von diesem Kempen sprach, con seinen juedischen Menschen, den Grossen und den Kleinen. Tief in seinem Herzen war dieses Bild fuer alle seine Lebenstage eingegraben. Ein Zufall wollte es, dass ich ihn in Breslau, im Jahre 1935 in einer beruflichen Angelegenheit um Rat aufsuchte und als er meinen Namen hoerte, da wurden in ihm wach die Erinnerungen wieder aus Kindheit und Jugend und mein grosselterliches Heim, in dem er viele und schoene unvergessliche Stunden verlebt hatte. Und wenige Jahre Rosenbaum spaeter trafen wir uns hier wieder in Santiago, zusammen mit seiner Gattin und seiner damals noch kleinen Tochter. Wie alle Emigranten stand auch er vor der Aufgabe, sich eine neue Lebensexistenz zu schaffen. Und als ein tiefbewusster juedischer Mensch entschloss er sich fuer die Arbeit in der Gemeinde. Und so wurde er ein wertvoller Mitarbeiter eines Werkes, das er ueber alles geliebt und fuer das er so unendlich viele Opfer gebracht und Entbehrungen auf sich genommen hat. Tiefste Befriedigung fand er nach den langen Arbeitstagen in seinem Heim an der Seite seiner Gattin, seiner Tochter, es war de wahre Staette eines tiefen Seelenfriedens, in der er mit den Seinigen die Stunden der Freizeit verbracht hat. Ein stolzer und aufrichtiger Mensch, bewusster Jude, mit fundierten juedischen Kenntnissen, von einem wunderbar feinen Humor und Esprit begleitet, hat er viel gesehen, viel beobachtet und noch mehr gehoert, aber wenig gesprochen. Oftmals schmunzelnd im Schweigen, mit einem leichten Augenzwinkern, seine Meinung in positiver oder negativer Form Ausdruck gebend. Als dann im Laufe der Jahre die einzige Tochter ihr eigenes Heim aufrichtete, hat er eine besondere Zuneigung und gleichzeitig hohe Achtung seinem Schwiegersohn entgegengebracht. Und als ein vierfacher Kindersegen diesem neuen Eheglueck beschieden war, waren es beide Grosseitem, die sich in diesen reizenden Enkelkinder spiegelten. Ein besonders schoener Legensabend schien Leopold Rosenbaum und seiner so treu und fuersorglichen Ehegattin beschieden zu sein, als ploetzlich und unerwartet diese feste Stuetze seines Lebens von seiner Seite gerissen wurde. Zu gross war fuer ihn dieser Verlust, ueber den er nicht hinwegkommen konnte. Seelische Einsamkeit Mein Schlusswort ist das Wort, das der Hethiter-Koenig an Abraham gerichtet hat: Ein grosses und wunderbares Wort: “Ein Fuerst Gottes bist Du in unserer Mitte gewessen”. Denn er war unser, das ist unser Trost, mag auch das stolze Wort den lauten Schmerz uebertoenen. Rabbiner Manfred Lubliner SUCHANZEIGE Gesucht wird Herr Louis Kowalski, früher Liegnitz, Sophienstr. 8. Der Genannte war Textilkaufmann, hatte eine Tochter namens Eva und einen Sohn, der Jurist war. Angaben über den gegenwärtigen Aufenthaltsort benötigt die Heimatortskartei für Niederschlesien, Kirchlicher Suchdienst, 086 Bamberg, Postfach 2187. DAUHCKN STEPPDECKEN mit Woll- und Polycronfuellung extra leicht Max Wetzstein & Sohn At. M. Montt 265« Fono 43379 Neubeziehen und Umarbeitungen Modernste Importierte Besngsilotte n. Inletts Parkas Acolchadas de Nylon Schlafsaecke Komme einmal im Monat nach Vifia u. nehme Auftraege entgegen. KURZ BERICHTET Der erste Botschafter der Bundesrepublik in Israel, Dr. Rolf Pauls, der nach Ablauf seiner Dienstperiode zum Botschafter in Washington ernannt wurde, hat seinen diesjaehrigen Urlaub aus freien Stücken in Israel verbracht, wo er nicht nur die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, sondern auch die vielen Freunde aufgesucht hatte. Der israelische Botschafter in der Bundesrepublik, Asher Ben Natan, der Ende des Jahres nach Israel zurückkehren wird, ist mit dem Erfolg seiner vierjährigen Mission in der Bundesrepublik zufrieden. Er erklärte in einem Interview, dass der Dialog zwischen beiden Völkern in Gang gekommen sei und jetzt fruchtbar weiterentwickelt werde. Nach seiner Ansicht sollte der deutsch-israelische Warenaustausch noch weiter verstärkt werden, da die Bundesrepublik mehr nach Israel exportiere als aus Israel einführe. Als Nachfolger Ben Natans wird der am 4. September 1921 in Beuthen in Oberschlesien geborene Ben- Chorin in die Bundesrepublik kommen, der zuletzt Unterstaatssekretär im Jerusalemer Aussenministerium war. Mehr als 450 Anmeldungen konnte das Deutsche Kulturinstitut in Tel Aviv beim ersten Ansturm auf die deutschen Sprachkurse verbuchen. In 13 verschiedenen jeweils drei Monate dauernden Sprachkursen konnten nur 240 Bewerber aufgenommen werden. In dreimaligem Wechsel werden in einem Jahr rund 750 Schüler in der deutschen Sprache nach einer modernen audiovisuellen Methode unterrichtet werden. Die isaelische Lehrerin wurde beim Goethe-Institut in München mit dieser modernen Methode vertraut gemacht. Vier Realschüler aus Köln- Deutz haben gestanden, auf dem alten jüdischen Friedhof in Deutz mehr als 150 Grabsteine umgestürzt und zum Teil zerztört zu haben. Wie die Polizei mitteilte, sind bei der Tat politische Motive „mit Sicherheit auszuschliessen”. Die Jungen hätten vielmehr offensichtlich aus „Kraftmeierei” gehandelt. Die Elternschaft der Realschüle hat tausend Mak für ein Sonderkonto „Hilfe für den jüdischen Friedhof” gespendet. Schüler und Schülerinnen der Schule wollen ebenso wie andere Kölner Jugendliche, die in den letzten Jahren am Schüleraustausch zwischen Köln und Tel Aviv teilnahmen, und Mitglieder der Gesellschaft für christlichjüdische Zusammenarbeit bei der Wiederherstellung der Grabstätten helfen. Der Kölner Regierungspräsident Dr. Heidecke sprach der Synagogen- Gemeinde Köln sein Bedauern über die Untat aus. Die Ausnahme... (Schluss von Seibe 21) 47 Jahren!— noch ist Jassir Arafat mehr als eine unrasierte Neuauflage von Fawzi el Kawkji und, was mehr ist, noch hat sich an der strategischen Grundkonzeption etwas geaendert. Diese geht naemlich von der uneingestandenen Erkenntnis aus, dass Sie weder in einem offenen noch in einem Guerillakrieg mit den Juden fertig werden koennen, was zur Folge hat, dass sie sich aufs Morden verlegen, einmal aus Liebe zur Sache selbst und zum anderen, um uns zu unbesonnenen Repressalien "zu bewegen. Damit wuerden sie naemlich das Zusammenleben der juedischen und arabischen Buerger Israels, das sehr gut, und die Ruhe und Ordnung in den neuen Gebieten, die ganz leidlich funktioniert, unmoeglich machen. Wie sehr sie dieses Ziel anstreben, sieht man auch an ihrer Propaganda, in der so oft Wuensche und Wirklichkeit vertauscht werden, und in der sie, Erben des Mufti, uns der Nazi-Methoden bezichtigen! Und mit der gleichen Methode des Haltet den Dieb scheute sich auch Towarisch Kossygin, Sachwalter der Moerder von Katyn, Fuersprecher der Henker von Baghdad und Normalisator von Prag nicht,, von Nazi- Methoden in der Vollversammlung der NU zu faseln. Wir sind seit fast 50 Jahren Opfer einer ununterbrochenen blutigen Provokation. Bei einer einzigen Gelegenheit, vor 21 Jahren, ging eine Gruppe unbesonnener Jugendlicher in die Falle und berauschte sich an einer sinnlosen Rache. Wir haben uns damals entsetzt davon distanziert. Haetten wir die Macht gehabt, so waeren sie bestraft worden. Seit wir sie haben, hat Sich ein solcher Vorgang nicht wiederholt. Wenn heute in Israel Menschen den Terroristen zum Opfer fallen —und es geschieht fast taeglich—, dann werden die Schuldigen gesucht, fast immer gefasst und im Einklang mit den Gesetzen, die auch fuer Mord keine Todesstrafe verhaengen, verurteilt. Das sind die Tatsachen, das ist die Geschichte und es ist nichts daran, dessen wir uns zu schaemen haben, noch nicht einmal der Ausnahme, weil es naemlich eine Ausnahme .ist, die die Regel bestaetigt. Wir wuenschen den Amerikanern, dass My Lai auch als eine solche traurige Ausnahme, die eine stolze Regel bestaetigt, in ihre Geschichte eingehen moechte. Und wuenschen der Menschheit, dass spaetere Chronisten in der Geschichte der Nazis, in der Geschichte des roten Imperiums, in der Geschichte des arabischen Amoklaufs recht viele stolze Ausnahmen zu berichten haben, die sich vom blutigen Hintergrund der traurigen Regel abheben moegen. ATSCHEKA

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