Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIX (1957)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1957)
- Date
- 1957-11-01
- Page
- Seite 13 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Noviembre 1957 BOLETIN INFORMATIVO 13 Lieber Freund, Nach einer Pause von einigen Monaten moechte ich Ihnen gerne wieder ueber die Entwicklungsarbeiten im Lande schreiben und Ihnen heute ueber Adullam berichten. Wahrscheinlich haben Sie niemals von Adullam gehoert und Sie brauchen sich darueber nicht zu wundern. Bis vor kurzem war auch den meisten Israelis der Name unbekannt. Zwar ist der Ort in der Bibel erwaehnt und in der Hoehle von Adullam verbarg sich David vor dem Zorn Sauls, aber erst im vergangenen Fruehjahr wurde der Name Adullam gelaeufig, als beschlossen wurde, die 100,000 Dunam dieses Gebietes, das ungefaehr eine halbe Autostunde von Jerusalem entfernt ist, zu einem Entwicklungszentrum zu machen. Mein erster Besuch im April war noch ziemlich abenteuerT lieh. Kein Bus, kein Auto konnte in diese Wildnis eindringen, und unser Jeep blieb mehrere Male stecken. In jenem seit Jahrhunderte von Menschen und Maschinen unberuehrten Huegelland sollen im Laufe der naechsten zwei bis drei Jahre 15 - 17 Doerfer errichtet werden. Dieser regionale Entwicklungsplan, dessen geistiger Vater Joseph Weitz, Direktor der Erschliessungs-und Forstabteilung des KKL ist, hat eine eigene Note. Je fuenf bis sechs Siedlungspunkte werden um ein doerfliches Zentrum gruppiert werden und zwar aus wirtschaftlichen, sozialen und Sicherheitsgruenden. Jedes Dorf wird vom KKL im Durchschnitt 6.000 Dunam angewiesen bekommen. Land, das sich nicht fuer Ackerbau eignet, wird als Weideland und Forstland benuetzt werden. 35,000 Dunam sind fuer Weide vorgesehen, 16,000 fuer Johannisbrotbaeume und 24,000 fuer Kieferwaelder. Man hofft 26,000 Dunam fuer intensive Wirtschaft vorzubereiten, aber das haengt natuerlich auch vom Wasservorkommen ab. Es wird auch gemischte Wirtschaft geben, auf den Bergen Obstzucht, Weinbau und Johannisbrotbaeume, und in den tiefer liegenden Teilen hauptsaechlich Tabak. Auf dem Rueckwege kamen wir auf unserer Exkursion an Gruppen von Arbeitern vorbei, die eine Strasse legten und ge¬ KEINE MESUSOT JERUSALEM.— Die Taxis in Israel brauchen an ihren Tueren keine Mesusot anzubringen, wie das Oberrabbinat jetzt nach einer eingehenden Pruefung dieses Problems entschieden hat. Die Frage wurde vom Generaldirektor des Kultusministeriums, Dr. S. Z. Cahana, aufgeworfen, nachdem er von verschiedenen Touristen hierueber interpelliert wurde.— (ITA). rade den ersten Kilometer beendigt hatten — den 1. Kilometer der 25 km, langen “Lebenslinie” von Adullam, die alle Siedlungen miteinander verbinden soll. Auf dieser Strasse fuhren wir bequem, als ich neulich wieder Adullam besuchte. Mit dem Bau der Chaussee hat sich die ganze Landschaft veraendert. Vor ein paar Monaten war sie praktisch ein Niemandsland, heute sieht man dort Planierungsarbeiten, Huegel, von Stein und Unkraut gesaeubert, Graeben fuer Wasserleitungen, und selbst die Markierungen fuer Haeuser. Wir wurden von dem Mann gefuehrt, der diese Vorbereitungsarbeiten unter sicht hat, Herr S. Soloweitschick vom Keren Kayemeth. In Kfar Avieser, dem zukuenftigen Dorf, das nach dem verstorbenen Herrn Sigmund Gestetner benannt wird, stiegen wir aus. Herr Soloweitschick zeigte auf die Erde, die zwischen den Steinen hervorguckte und sagte: “Es gab Leute, die zweifelten, ob wir hier guten Boden finden wuerden. Schauen Sie her!” Er hob ein Stueck schwarzer Erde auf und hielt es hoch wie eine Siegesbeute. Nur fuenf von den Doerfern werden dieses Jahr errichtet werden. Die Kosten sind betraechtlich. Die Vorbereitung eines Dunam fuer Ackerbau kommt auf durchschnittlich 100 Dollar, die fuer Weideland auf 56 Dollar, und die Aufforstung eines Dunams stellt sich auf 140 Dollar. Die gleiche Summe ist fuer einen Dunam von Johannisbrotbaeumen veranschlagt. Der Bau eines Kilometer einer unasphaltierten Strasse kostet 8,400 Dollar. Da die Farmen in den ersten vier Jahren die Siedler nicht werden ernaehren koennen, entsteht die Frage, wovon die Menschen leben sollen. Es gibt eine Antwort. Sie selbst werden das Land fuer ihre Farm vorbereiten, die Felsen sprengen, die Steine entfernen, den Boden von Unterholz saeubem, die Baeume pflanzen, die Terrassen bauen, die Strassen anlegen und sumpfige Bodenstellen trockenlegen. Diese Arbeit, fuer die sie einen Tageslohn vom KKL bekommen, duerfte 800 Familien fuer eine Zeit von zwei bis vier Jahren beschaeftigen. Wir schauten uns um. Wie ueberall im Lande hatte die Sonne die Huegel gedörrt, die Farben der Haenge geblichen und eine Schicht von grauem Staub hatte sich auf die wenigen Pflanzen gelegt, die den Sommer ueberlebt haben. Aber Menschen und Maschinen waren am Werk um neue Quellen fuer Nahrungsmittel-Produktion zu erschliessen, und wieder eine Luecke in Israels Grenzland zu fuellen. Darf ich die Gelegenheit benuetzen, Ihnen ein glueckliches und frohes Neues Jahr zu wuenschen. Mit Zionsgruss, Dr. H. FREEDEN. S. Z. SCHRAGAL: KEINE ALIJA OHNE SCHIKUNBAU ln einer Presseerklaerung sagts S. Z. Schragai, Leiter der Einwanderungsabteilung der Sochnut, dass entgegen den Erwartungen in dem eben zu Ende gehenden juedischen Kalenderjahr nur 80 bis 85.000 Einwanderer ins Land gekommen sind. Man glaubte, dass die Einwanderungszahl in diesem Jahre 100.000 erreichen werde, doch mangelnde Mittel insbesondere fuer den Schikunbau bewirkten eine Einschraenkung der Einwanderung. Schragai gab der Hoffnung Ausdruck, dass der Erfolg d. Schikunanleihe zu einer Intensivierung des Tempos der Einwanderung führen werde. Bis Ende März werde man dann noch weitere 30.000 Olim ins Land bringen können, davon über die Hälfte aus europäischen Ländern. Auch die Alija aus Aegypten wird sich fortsetzen. Man erwartet allmonatlich 4-500 Neueinwanderer aus Aegypten. Bisher sind bereits 14.000 aegyptische Juden in Israel eingewandert. Die Aktion des Rabbi von Klausenburg duerfte in naechster Zeit weitere 250 chassidische Familien aus den Vereinigten Staaten ins Land bringen. Auch sie sollen in Natania angesiedelt werden. Eine grosse Zahl Touristen haben dieses Jahr um die Ansiedlungserlaubnis angesucht. Schragai erklaerte, nach verlaesslichen Zahlen der Sochnut gibt es ueber 70.000 Juden, die auf eine sofortige Alija nach Israel vorbereitet sind. (JEDIOTH HAYOM). SCHIFFAHRTSLINIE ISRAEL-GHANA Die Regierungsdelegation aus Ghana hat mit der israelischen Schiffahrtsgesellschaft ein Abkommen getroffen, laut dem eine gemeinsame Schiffahrtsgesellschaft fuer den Verkehr zwischen Ghana und Israel gegruendet werden soll. Ein prinzipielles Abkommen über die Gruendung dieser Gesellschaft wurde schon unterzeichnet. Auf Vorschlag der Delegation von Ghana soll diese Gesellschaft den Namen “Black Star” (Schwarzer Stern) tragen. Der Direktor von Zim Dr. Vidra, der seinerzeit in Ghana dieses Abkommen initiiert hat begibt sich erneut auf eine Reise nach Akkra um dort das Abkommen endgueltig unter Dach und Fach zu bringen. Inzwischen werden jetzt Verhandlungen gefuehrt über die Möglichkeit einer Ausbeutung der Diamantenvorkommen in Ghana. Es gibt in diesem Land ziemlich reiche Diamantenvorkommen, die bisher nicht ausgebeutet wurden. Israel hat jetzt vorgeschlagen, Kapital und Techniker zur Verfügung zu stellen um die Diamanten zu heben, die dann in Israel verarbeitet werden könnten. Bisher erhielt Israel rohe Diamanten laut einer genau festgelegten Quote vom Diamanten Syndikat in London. (CANFIT). RELIGIONEN IN ISRAEL NEW YORK.— Rund 10 Millionen IL werden jährlich von den verschiedenen Agenturen der israelischen Regierung und den amerikanischen Organisationen verausgabt, um den Mitgliedern von zwölf religiösen Gruppen die Durchführung ihrer Gottesdienste zu ermöglichen, erklärte Z. Cahane, der Generaldirektor des Kultusministeriums in einer Pressekonferenz. Er fügte hinzu, dass es in der ganzen Welt nur sechs Staaten gebe, die Kultusministerien besitzen. Ueber die im Bau befindliche Schule des Hebrew Union College äusserte Dr. Cahane .dass es bei diesem Projekt für die Regierung keine Frage der religiösen Freiheit gebe. Der Kultusminister versicherte, dass jede religiöse Gruppe in Israel Bewegungsfreiheit geniesse. Das Ministerium, so betonte er, mische sich in derartige Fragen nicht ein, sondern prüfe nur den persönlichen und familiären Status in Angelegenheiten der Eheschliessung, Scheidung und Erbschaft, die von den betreffenden religiösen Führern der einzelnen Gruppen gehandhabt werden. (ITA). (“Hakidmah”). "CARMEL-MISRACHI" I EROBERT WELTMAERKTE Ueber 16 Millionen Liter Er Zeugnisse aus den Rischon Lezion Kellereien, die unter der Marke "Carmel-Mizrachi” bekannt sind wurden im letzten Jahre nach dem Auslande exportiert. Diese Ziffer beweist, dass sich die "Carmel-Mizrachi” Erzeugnisse durch besondere Qualität und Güte immer neue Märkte in der Welt erobern — sagte anlässlich einer Pressebesichtigung der Weinkellerein in Rischon-Lezion, Sch. Reznik von der Leitung. Besonders werden jetzt die Champagner - Erzeugnisse gesucht. Die Erzeugung dieses Champagner in den Rischon- Kellereien wurde besonders dadurch ermöglicht, dass es der Leitung gelungen ist einen ausgezeichneten, aus der Tschechoslovakei stammenden Fachmann, für die Erzeugung dieses speziellen Weines zu gewinnen. Die ersten Weinbauer im Lande, die finanziell durch Baron Edmund de Rothschild unterstützt wurden, gründeten im Jahre 1906 eine Kooperative, der sich auch neue Mitglieder aus den Kibbuzim und dem Privatsektor angeschlossen haben. Die Weinkellereien in Rischon-Lezion und Zichron Jakob gingen fast denselben Weg wie der Zionismus selbst. Im ersten Weltkriege wurden viele Märkte, besonders in Russland, wie auch im zweiten Weltkriege Polen und Deutschland als Abnehmer verloren. Heute liefern die Weinkellereien in Rischon - Lezion u. Zichron Jakob nach den Vereinigten Staaten, nach England, Kanada- und nach 20 neuen Märkten in verschiedenen europäischen Ländern. Auch Süd Amerika, Australien und Südafrika gehören heute zu den Abnehmern der Erzeugnisse. Im Lande selbst hat die Kooperative der Weinkellereien 3 eigene Abteilungen: in Tel Aviv, Jerusalem und Haifa und verfugt über 40 Agenten. Letztens wurde auch eine Agentur für die Carmel-Mizrachi-Erzeugnisse in Ejlat gegründet. TECHNION-LABOR VERBESSERT SONNEN¬ WASSERHEIZER Ein durch Sonnenenergie betriebener Heisswasserkessel von groesserer Leistungsfaehigkeit als die bisher ueblichen “Sonnenheizkessel” ist im Laboratorium fuer Solarstrahlung am Technion ausgearbeitet worden. Der neue Kessel wird nach einem andren Prinzip als die bisherigen Patente betrieben, hat erfolgreich alle Teste bestanden und wird in Kuerze von der Miromit Gesellschaft in Askalon massenproduziert werden, zu Preisen, die fuer den Durchschnittshaushalt erschwinglich sind. Verhandlungen ueber die Einraeumung der Patentrechte an Gesellschaften in Griechenland und Uruguay sind bereits im Gange. Das neue Technion-Modell ist nur halb so gross wie die bisherigen Sonnenkessel. Experimente im Dezember erwiesen, dass 100 Liter in 4 Stunden auf 70 Grad gewaermt werden können. Keinerlei elektrischer Strom ist dabei noetig. Das erste Modell wurde auf dem Dach des Techniongebaeudes auf dem Hadar Hacarmel installiert. Fuer die kommerzielle Produktion kann diese Einheit in verschiedenen Groessen hergestellt werden. Die neue Anlage ist das Resultat von Forschungen, die einige Jahre in Anspruch nahmen. Das Forschungsprogramm wurde durch einen Zuschuss der Fohs Foundation an das Technion finanziert. Während in frueheren Modellen das Wasser in Zikzak- Roehren unter der erhitzten Oberfläche durchgefuehrt wurde, besitzt die neue Anlage parallele Röhren und das Wasser hat daher maximalen Kontakt mit der erhitzten Flaeche. Auch der Waermeverlust konnte verringert werden. Der neue Apparat ist auch kompakter und leicht zu installieren. (CANFIT).