Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIX (1957)
- Issue
- 10 (Octubre, 1957)
- Date
- 1957-10-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Octubre 1957 BOLETIN INFORMATIVO 9 ,^X- Wlk teúen,! KONZERT-FEUILLETON Die diesjaehrige Konzert- Saison der Sinfónica endete mit 4 Konzerten unter der Leitung des uns aus frueheren Jahren bekannten Paul Klecki. In vorjaehrigen Kommentaren wurde seine Taetigkeit ausfuehrlich besprochen und es bleibt nur nochmals zu bemerken, dass seine absolut unkonventionelle, elegante und auf das Generóese angelegte Stabfuehrung ausdrucksvoll und dramatisch, ihn oft zu Impulsen hinriss, die ihn vergessen liessen welches laengst nicht erstklassiges Orchestermaterial er vor sich hat. Bedauerlicherweise ereignete sich dies zu oft und wesentlich mehr als unter der Leitung von Antal Dorati. Das Orchester war verfolgt von Unsauberkeiten, Oberflaechlichkeit und einer damit verbundenen Gleichgueltigkeit dem Dirigenten gegenueber, weil es einfach seinen Anforderungen nicht entsprechen konnte. In wieweit dies ein Beurteilungsirrtum oder ungenuegende Probenarbeit verursachte, oder ob der Grund hierzu darin zu suchen ist, dass die an Klecki gemachten Versprechungen ueber Verbesserung des Orchesters und Austausch verschiedener Kraefte nicht eingehalten wurden, sei dahingestellt. Jedenfalls brachte seine Taetigkeit nicht im Entferntesten das Positive, was man erwarten durfte. Wenn man bedenkt, dass Israel ihn neben Leonhard Bernstein, Dimitri Metropoulos und anderen Groessen mehr wiederum als Dirigent des Israeli-Symphonieorchester zu den gross angelegten Feierlichkeiten, anlässlich des 10 jährigen Bestehens Israels verpflichtet hat, ,.i fragi man sich, ob dientstandene Kontroverse ueber seine Stellung im oder zum Judentum mit Berechti gung bestehen kann. Als Solist, wirkt: in diesem Monat in einem leider einzigen Konzert Edith Fischer mit (Beethoven Konzert N.o 1) vor ihrer, Abreise zu einer neuerlichen' Tournee durch Europa. Wieder technisch perfekt mit ausgereifter musikalischer Auf fassung, scheint mir diese Solistin ihren vielversprechenden Weg aufwaerts zu gehen. Sie hat sich trotz Fieber und Grip pe -nicht von der Durchfuehrung ihres Konzertes abbringen wollen und die Wenigsten haben ihr diese Indisposition anmerken koennen, was ihre Leistung erhoeht. Das Auftreten von Pedro Beutler als Klaviersolist hat das Publikum nicht befriedigt, weil er den in ihn gesetzten Erwartungen nicht entsprach. Das Instituto de Extension Musical und auch der verantwortliche Dirigent tun nichts Gutes damit Kuenstler auftreten zu lassen, die wenn auch vielversprechend, vielleicht doch noch nicht denjenigen Punkt erreicht haben den man als konzertreif betrachtet. Im Besonderen fuer einen Hoererkreis, der, wie der Hiesige, kritikfaehig ist und nicht wenig Musikverstaendnis aufweist. Schade ist es, dass damit einem Kuenstler am allerwenigsten geholfen wird. Trotzdem muss bemerkt werden, dass die mir vorliegenden Zeitungskritiken aus sueddeutschen Blaettern ueber sein mehrmaliges Mitwirken bei durchschnittlichen Konzerten (er spielte mehrmals das hier gehoerte D-Dur Konzert von Haydn) durchaus positiv sind und auch der Musikkritiker der “Nacion” aus Valparaiso, nach der Wiederholung des hiesigen Konzertes, ihn wesentlich guenstiger behandelt als die Kritiker Santiagos. Unter den modernen Werken des Monats August ragt im Besonderen hervor die interessante Symphonie fuer Streicher von Honegger und der “Feuervogel” von Strawinsky. Das Orchester war erstaunlicherweise bei diesen nicht einfachen Werken um Klassen besser wie sonst. Hoehepunkt des 3. Konzertes war das Konzert von Petrassi, eine Komposition des letzten Jahres. Klecki bot uns eine ausserordentlich tief angelegte;j-.-idi-'.-¡e Version, die ni. zmetzt <!urch eine pro- "-.'ssi-neii •si.nv’andfreie Mitarbeit ■ Orchesters, die das hochdramv tische Werk des italienischen Zeitgenossen dem Publikum voll verstaendlich machte. Das Publikum war be geistert ueber diese moderne Komposition, bei der, auf fallen derweise, der Ideenausdruck ein besonders klarer war, Scha de, dass hier nicht der zeitweilige europaeische Gebrauch auch eingefuehrt wird, derartige neue Werke, innerhalb eines gleichen Konzertes, gelegentlich zu wiederholen, denn er würde viel zu besserem Verstaendnis und Einfuehlung in die moderne Musik verhelfen. Berechtigten grossen Beifall fand die Auffuehrung des Orchesterwerkes “Jubilaeus Musicus” von Juan Orrego Salas, welches im Aufträge der Universitaet Sta. Maria aus Valparaiso im Jahre 1956 komponiert wurde, und dessen Mittelteil “Recordare” seinem verstorbenen Freund und Goenner Agustín E. Edwards gewidmet ist. Diese kurze Komposition in Sinphonieform ist voll von klaren Themen und Linien und beweist, dass unter moderner Mu sik nicht nur verschwommene Dissonanzen verstanden werden. Ein Einfluss der Rythmik Strawinsky ist unverkennbar. Voellig verdient also der Erfolg fuer diesen sympathischen Komponisten und Menschen, dessen Musikkritiken im “Mercurio”, besonders, kultiviert, geschmackvoll und lesenswert sind, Er ist auch im Ausland laengst kein Unbekannter mehr. Wie schon in frueheren Kommentaren angedeutet, ist leider in dieser Saison an der Programmgestaltung viel auszuset zen gewesen. Seit Jahren basieren sich unsere Konzerte auf 4 Symphonien von Brahms und den ersten 8 Symphonien von Beethoven, kleine Abstecher auf Mozart und laengst bekannte Klavierkonzerte, zwischendurch kleine Konzessionen an Strawinsky und andere Zeitgenossen, komplettiert dann alles mit den zum Einspielen notwendigen Ouvertüren alten Repertoires. Wo bleibt Mahler, Bruckner, Wagner und diejenigen vielen modernen Komponisten, die schon laengst in den Konzertsaelen der Welt dauernden Eintritt gefunden haben. Man ist schon muede zum so und ÖVJ T - eiten Male immer das Gleiche wiederholt zu hoeren, Musik ist eine viel zu lebendige Kunst von der wir leider in den Konzerten der Sinfónica nur einen begrenzten Abklatsch vorgesetzt bekommen. Wenn es auch stimmt, dass von Zeit zu Zeit dem Publikum mit kurzen, zeitgenoessigen Werken Konzessionen gemacht werden, bleiben viele IN KUERZE NEUE SCHIFFSLINIE VON “ZI M” Noch in diesem Monat wird die israelische Schifffahrts- Gesellschaft “Zim” eine regelmaessige Linie von Elat nach dem persischen Golf in Betrieb nehmen. Zu diesem Zweck wird “Zim” ein daenisches Schiff, die “Ola Danielson” .(700 Tonnen) chartern, die Zement nach Djibuti bringen wird und dann die Fahrt bis nach dem persischen Golf fortsetzen wird. EISENBAHNVERKEHR IM ANSTIEG Zahlen, die vom Verkehrsministerium mitgeteilt werden, ist zu entnehmen, dass die Frequenz der Personenzuege um 50 Prozent gegenueber dem Vorjahr gestiegen ist. Auch die Frachtbeförderung stieg um 18 Prozent. . Die Eisenbahnverwaltung hat durch Vermehrung der Wagenzahl in den Personenzuegen fuer eine bequemere Befoerderung der Fahrgaeste gesorgt. Statt wie bisher aus 12 sollen in Hinkunft die Personenzuege aus 15 Waggons bestehen. DEFIZIT IN HANDELS¬ BILANZ WAECHST Das Defizit in der Aussenhandelsbilanz Israels betrug in dem ersten Drittel des Jahres 1957, 120 Millionen Pfund. Nach einem Bericht des statistischen Staatsamtes betrug die Einfuhr in den ersten vier Monaten des Jahres wertmässig 244 Millionen Pfund, während die Ausfuhr sich nur auf 124 Millionen belief. Die fragliche Periode ist die des Höhepunktes der Zitrusausfuhr und lässt daher keine Rückschlüsse auf die ganzjährige Handelsbilanz. ISRAELISCHER ERFOLG IN ISMIR Der türkische Handelsminister, der Gouverneur von Is mir und der Buergermeister der Stadt waren unter den zahlreichen tuerkischen Persönlichkeiten, die den israelischen Pavillon bei der internationalen Ausstellung in Isrnir am Tage seiner Eröffnung besuchten . Der Minister bewunderte den Pavillon, den er als einen der bestgelungensten der ganzen Ausstellung bezeichnete. An der Ausstellung beteiligen sich über 150 israelische Firmen die elektrische Geräte. Frigidaire, Chemikalien, Medikamente. etc. zeigen. U. a. werden auch Bezalel-Kunstge penstände in dem israelischen Pavillon gezeigt. (CANFIT). DIE FOERDERUNG DER PHOSPHAT ERZEUGUNG Spezialisten der Probleme der Phosphat-Produktion sollen in Kuerze aus Italien und England ins Land kommen, um hier Wege und Moeglichkeiten zu erörtern, unsere Phosphat- Produktion zu erweitern erklaerte Entwicklungsminister Bentov. Die Phosphat Reserven, die in Israel vorhanden sind, werden auf 200 bis 300 Millionen Tonnen geschaetzt, mit einem Gesamtwert von 2—3 Milliarden Dollar. Jetzt wird auch die Moeglichkeit geprueft Phosphate vom Toten Meer durch eine Pipeline bis ans Mittelmeer zu fuehren. Genaue Rechnungen wer- | den angestellt ob eine solche Pipeline, die dazu beitragen wuerde den Export der Phosphate zu foerdern, rentabel sein wuerde. Der Minister erklaerte weiter, dass laut den Programmen der Regierung in den kommenden fuenf Jahren ca. 100.000 Juden im suedlichen Negev angesiedelt werden sollen. Weiterhin gab er die Bildung einer neuen staatlichen Gesellschaft fuer Erdoel - Forschung bekannt. (JEDIOTH HAYOM). andere Komponisten und Kompositionen in diesen Zyklen vollkommen ignoriert. Gerade so hervorragende Dirigenten wie Paul Klecki mit seiner wuchtigen Art und Dorati als Paedagoge waeren die Geeignetsten dazu uns neue Programme in guter Qualitaet vorzusetzen, Die Begruendung, dass das' Orchester qualitativ dazu nicht in der Lage sei, ist nie allgemeingueltig. Mit Wohlwollen und Kriterium wuerde unser Publikum gerne jedes ernste Bemuehen begruessen. Es . nllte nichts unversucht gelassen werden dem sich jedes Jahr so treu einstellenden Besucherkreis Wissen und musikalischen Horizont zu erweitern. Bedauerlicherweise war das bis jetzt nur in geringem Masse der Fall und der Raum, der' in den Programmen der Sinfónica der moderneren Musik eingeraeumt worden ist, steht in keinem Verhaeltnis zur Anzahl der vorhandenen Werke und ihrer Bedeutung fuer unsere Zeit. Wenn wir auch immer gerne Beethoven und Brahms hoeren, so glaube ich doch, dass die Programme. in der Zukunft wesentlich anders aussehen sollen. HELMUT HERZFELD H. Warte nicht auf MORGEN, sondern sende noch HEUTE DEINEN BEITRAG FUER DIE MAGBIT 5718 Bedenke, dass es darum geht 100.000 JUDEN NACH ISRAEL ZU RETTEN