Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIX (1957)
- Issue
- 5 (Mayo, 1957)
- Date
- 1957-05-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Mayo 1957 15 BOLETIN INFORMATIVO A f ZWEI GROSSE JUEDISCHE Von KURT WILK (ZUM 80. GEBURTSTA6E VON IRENE TMESGH) ln Alan Grange House (Schottland), Ihrem Ruhe-und Witwensitz seit vielen Jahren, vollendete die einst gefeierte juedische Schauspielerin Irene Triesch, Gattin des 1948 verstorbenen beruehmten Pianisten Frederick Lamond, am vergangenen 13. April das 80. Lebensjahr. Juengeren Menschen mag dieser Name nicht viel sagen, doch fuer Andere bedeutet er die Erinnerung an eine der staerksten schauspielerischen Individualitaeten, die im ersten Viertel dieses Jahrhunderts das darstellerische Bild der Buehne im damaligen Deutschland entscheidend mitgeformt haben. Aus Wien, ihrer Geburtsstadt, kam Irene Triesch ueber Muenchen und Frankfurt a.M, nach Berlin, wo sie bald Mitglied des beruehmten Brahmschen Ensembles wurde und in den Kreis der grossen naturalistischen Schauspieler wie Emanuel Reicher, Oscar Sauer, Albert Basserman etc. hinein wuchs. Die bezaubernde junge Künstlerin gelangte in kurzer Zeit zu vollendeter Wiedergabe Ibsenscher Frauengestalten (Nora, Ellida Wangel etc.) ohne aber ihre vielseitige Begabung restlos ausschoepfen zu koennen. Erst am “Theater in der Koeniggraetzerstr.” zu Berlin, unter der (juedischen) Direktion Meinhard-Bernauer, kam das hohe Kuenstlertum der Triesch zur vollen Entfaltung, weil sie besonders schwierige Aufgaben meistern durfte. Wer diese Frau als “Marianne” in Hebbels “Herodes und Marianne” dort gesehen, sich von ihrer “Lady Macbeth” erschuettern liess, wird den hohen, kultivierten Stil, die durchdringende Geistigkeit und den ueberzeugenden Ton schmerzerfuellter Trauer, welche diese Kuenstlerin vermitteln konnte, nie vergessen. Doch ihre groessten* Triumpfe erzielte Irene Triesch waehrend des ersten Weltkrieges, als sie in un- In Wien zu Hause, ist Kortner nach dem Weltkriege, 1919, in Berlin zur Beruehmtheit gelangt. In der Eroeffnungsauffuehrung eines neuartigen Experimentiertheaters, der “Tribuene”, hatte er in Ernst Toller’s “Wandlung” einen grossen Erfolg. Er spielte damals einen Soldaten, der, aus dem Felde heimgekehrt, sich zum entschiedenen Pazifisten wandelt. Mit schneidender Energie schmetterte er Tollers Propagandareden ins Parkett, und seine Stimme war unerhoert eindrucksvoll. Dass in Kortner’s künstlerischer Wirkung nicht die Erscheinung und das Spiel allein entscheidend waren, sondern auch die Stimme, zeigte sich vergesslichen Auffuehrungen als “Maria Stuart”, “Kronbraut” und “Gottestochter Indra” im “Traumspiel” von Strindberg herausgestellt wurde. In diesem erschuetternden Drama vermochte diese wunderbare Schauspielerin einer ganzen Menschheit Leid mitfuehlen zu lassen, wie dies nur selten einer Gestaltungskraft gelingt. Und nicht minder tiefaufwuehlend war die Leistung von Frau Triesch in beiden Teilen von Strindbergs “Totentanz”, als “Hedda Gabler”, um nur die wichtigsten Rollen, die sie spielte, herauszugreifen. Irene Triesch ist immer eine bewusste Juedin gewesen. Leider entzog sie sich frueh, kaum ein wenig mehr als füenfzig Jahre alt, zum Kummer des Publikums der Buehne; sie versagte sich grundsaetzlich dem Film, blieb aber dem Vortragspodium treu. Wenn sie ihre herrlichen Rezitationsabende aus der Bibel gab, aus den groessten Dichtungen der Weltliteratur las, dann offenbarte sich immer wieder ein tiefes Gefuehl fuer alles Echte und Grosse, und ein andaechtig - gestimmtes Auditorium nahm den Vortrag dieser Kuenstlerin als wahre kuenstlerische Offenbarung hin. 1932 stand sie zum letzten Male auf einem Vortragspodium in Deutschland, um dann ihrem Gatten nach dessen schottischer Heimat zu folgen. In den letzten Jahren ist es um Irene Triesch still geworden; aber dieser Gruss zum 80. Geburtstage mag zeigen, dass sie den juedischen Menschen ihrer Herkunftslaender unvergessen geblieben ist. * bald darauf, als er, von Prof. Leopold Jessner an das Staatstheater berufen, in giner beruehmt —gewordenen “Teil”— Inscenierung den “Gessler” darzustellen hatte. Jeder Klang dieser Stimme war ein Peitschenhieb; messerscharf setzte dieser “Landvogt” seine Befehle, und das Publikum fuehlte eine unheimliche, brutale, Gewalt. Kortner’s Triumpf war besiegelt. Bald hatte er einen furchtbaren “Richard III” zu spielen, und ganz besonders gelangen ihm die Wedekind’schen Gestalten in Jessner’s glaenzenden Auffuehrungen: “Hidalla”, “Koenig Nikkolo”, “Marquis von Keith”. Auch ein grosser “Shylock” ist Kortner gewesen. Toene des SCHAUSPIELER Leidens, Rebellion der Erniedrigten und Beleidigten, das ist die besondere Gestaltungskraft dieses Schauspielers. Um das Jahr 1926 verliess Fritz Kortner die Staatsbuehne und wechselte zu den grossen Privattheatern hinueber; auch begann er damals Gastspielreisen. In jene Epoche faellt seine starke Leistung als berauschter Sklave einer Frau in Strindberg’s “Rausch”, und in dem Drama des gleichen Dichters “Der Vater” unterliegt die geballte Kraft des Mannes der List eines Weibes. Wer vergaesse, der es erlebt hat, Kortner’s grossartigen “Verrina”, den Empoerer, in Schiller’s “Fiesko”? Er ist auch ein wunderbarer, brutaler, “Herodes” gewesen. Fritz Kortner ist ein stolzer Jude; hieran ist nicht zu zweifeln. Vielleicht war seine “juedischste” Rolle der “Professor Bernhardi” in Schnitzler’s Drama, das in den letzten Jahren neu herausgebracht worden ist. Als er um 1930 den “Hauptmann Dreyfus” in dem “Dreyfus”-Film von Richard Oswald zu geben hatte, empfand man, dass der Kuenstler damals, da die nationalistisch —antisemitischen Wellen bereits hoch anstiegen, sich innerlich tief— verbunden mit dem Judenschicksal von Dreyfus gefuehlt hatte. Dann kam bald der Zeitpunkt der Emigration auch fuer ihn, und er suchte, in England Fuss zu fassen. Es ist wohl er auf englischen Buehnen stand, und eine Reihe von Filmen aus dieser Zeit den Kuenstler vor bedeutende Aufgaben stellten. Vor etwa sechs Jahren ist Kortner nach Deutschland zurueckgekehrt, da er sein Bestes nur in der deutschen Sprache zu geben vermochte. Ohne auf dieses Thema eingehen zu wollen, zu dem sich viel sagen liess, fuer und gegen, muss festgestellt werden, dass dieser grosse Köenner sich wiederum ein Theaterpublikum herangezogen hat. Heute ist er nur noch als Regisseur taetig, und aufruettelnde Inscenierungen sind ihm zu verdanken, u.a., eine solche des “Julius Caesar” in Muenchen. Fritz Kortner ist ein vom Theater besessener Kuenstler, . der alle Schranken durchbricht und seine Individualitaet durchsetzt. Sein Wirkungsbereich ist gross genug, um ihm immer neue Aufgaben anvertrauen zu koennen. Es ist nun in Westdeutschland abermals unumstritten. Elastisch und schaffensfreudig, wie er ist, duerfen noch Jahre starker Schoepfungen von ihm erwartet werden, und diejenigen, die sich seiner dankbar erinnern, moechten hoffen, dass er keine Enttaeuschungen erleben moege. AM 12. MAI VOLLENDETE DER HERVORRAGENDE JUEDISCHE CHARAKTERDARSTELLER FRITZ KORTNER DAS 65. LEBENSJAHR VORANZEIGE Maimonides Gedenkbuch in Deutsch und in Spanisch. Ein einzigartiger und wertvoller Beitrag zu der ausgedehnten Maimonidesliteratur ist ein zweisprachiges Werk in Deutsch und in Spanisch. Es ist ein Gedenkbuch mit dem Titel: Maimonides (1135-1204) ein Gedenkbuch. Dieses wunderschoen gedruckte und illustrierte Buch von 432 Seiten, veroeffentlicht in Buenos Aires, stellt einen “Maimonides- Schatz” dar. Es enthaelt 32 Artikel, die von bekannten Gelehrten des Weltjudentums beigesteuert wurden. Die Beitraege in deutscher Sprache geschrieben, werden am Ende eines jeden Artikels in spanischer Sprache kurz zusammengefasst und umgekehrt. Auch Auszuege aus den Werken werden angefuehrt. Die Aufgabe der Zusammenstellung und Herausgabe dieses grossen Werkes wurde von dem bekannten Gelehrten Dr. Herman Weyl, Direktor des Verlag Omega, einer bekannten Verlagsanstalt in Buenos Aires, durchgefuehrt. Dr. Weyl schrieb die Einfuehrung sowie auch einige Essays. Dieses Gedenkbuch wurde aus Anlass des 750 Todestages von Maimonides veroeffentlicht. Unter den Mitarbeitern sind folgende angefuehrt: Hermann Klein, Leo Jung, Josef Oppenheimer, Michael Molho, Herman Cohen, Eugen Mittwoch, Gotthold Weil, José María Millas Vallicrosa, Lázaro Zitnitzky, Francisco Ver, Abraham Mibaschan, Hardi Swarsensky, Alberto Gerschunoff, Susman Muntner, León Dujovne, Carlos Kost, Mario Davidovsky, Amadeo de Vitale, Egon I. Loewenstein, Ben sion Bahbouth, Francisco Katberger, Julius Kaufmann und Mordechai Berenstein. (Aus Bloch’s Book Bulletin). DIE URO TEILT MIT... (Fortsetzung von seite 13) Der Rentenanspruch ist also nicht nur von der eigenen Erwerbsunfaehigkeit abhaengig, sondern auch von der Tatsache, dass der Anspruchsberechtigte keine Unterstuetzung von Kindern, Eltern etc. geniesst. Ueber die erhobenen Ansprueche wird zunaechst vom Landes hauptmann eine “Amtsbescheinigung” oder ein '‘Opferausweis” ausgestellt, wodurch der Anspruch dem Grunde nach anerkannt wird. Die Antraege von im Ausland lebenden Antragstellern sind bei der zustaendigen oesterreichischen Botschaft zu stellen und werden von dort an die oesterr. Behoerden weitergeleitet. III. Oesterrelchlscher Hilfsfonds: Es wird neuerlich darauf aufmerksam gemacht, dass die Frist zur Stellung von Antraegen an den oesterreichischen Hilfsfonds am 10. Juni 1957 ablaeuft und nicht verlaengert wird. Vorausseztung fuer die Erhebung des Anspruches auf die einmalige Zuwendung von mindestens 15.000 oesterr. Schilling (das sind etwa 360.000 pesos) sind lediglich der Nachweis der oesterr. Staatsbuegerschaft am 13.3.1938 oder vorheriger Wohnsitz in- Oesterreich und derzeitiger Aufenthalt im Ausland. Fuer erwerbsunfaehige und besonders beduerftige Antragsteller sowie bei vorgeruecktem Alter gibt es Zuschlaege und bevorzugte Behandlung. Die Formulare (die sehr einfach auszufuellen sind) und die zum Nachweis des- Wohnsitzes im Ausland erforderliche Amtsbescheinigung sind in der Oesterreichischen Botschaft in Santiago erhaeltlich. Dr. Egon Rosenfeld. LAG BA0MER sSi-säs; > -0%; UM DAS FEUER HERUM- Am Vorabend des Lag Baomer singen und tanzen Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen an allen Orten Israels um grosse Feuer herum, in Andenken an den Bar-Kochba-Aufstand gegen die Roemer.