Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIX (1957)
- Issue
- 3 (Marzo, 1957)
- Date
- 1957-03-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Marzo 1957 B O L E T I N,T I NEO RULA’EUV^OH SI NU POLITI K... (Forsetzung von Seite 7) Begriffen wie Moral und Recht hat in politischen Dingen nur einen sehr theoretischen Wert. In der Praxis sind die U.S.A. sicher nicht bereit, den kostspieligen Glaspalast von New York und seinen Apparat zu mehr als zur Haelfte zu unterhalten, nur um seinen Gebrauchswert mit solchen Bagatellen wie Recht und Billigkeit zu schmaelern. Gesetzt aber der Fall, die NU verhaengten Sanktionen ueber Israel: was kann eigentlich noch viel passieren? Der arabische Wirtschaftsboykott wird weitergehen; er tut das auch ohnehin. Russland hat bereits Sanktionen auf eigene Faust gegen Israel verhaengt, indem es das einzige wirtschaftliche Abkommen, das zwischen beiden Staaten bestand (Erdoel gegen Zitrusfruechte) fristlos gekuendigt hat. Die Regierung Eisenhower- Dulles ihrerseits hat auch getan, was sie konnte: Sie hat alle Kredite gesperrt, die “Punkt Vier”— Hilfe abgeblasen, die Petroleum— Lieferungen eingestellt, ist in Bonn zwecks Einstellung der Wiedergutmachungsleistungen (erfolglos!) vorstellig geworden und hat ein striktes Embargo ueber alle kriegswichtigen Artikel verhaengt. Wie letzteres gehandhabt wird, laesst sich u. a. daraus ersehen, dass zwei kleine Flugzeuge, zur Insektenbekaempfung in der Landwirtschaft gebraucht, kuerzlich keine Exportgenehmigung bekamen. Haben die Araber solche Maschinen zur Schaedlingsbekaempfung wirklich zu fuerchten? In Washington glaubt man, dass ja, im gleichen Moment, da Bomber zu Dutzenden nach Saudi-Arabien abgehen. Viel schlimmer koennen also die Sanktionen eigentlich nicht mehr werden, selbst wenn die NU ihren Segen dazu gibt. Von Frankreich duerfen wir anneh men, dass es uns nicht verlassen wird, zumindest solange Mollet an der Regierung ist und von den Laendern, die am Handel mit Israel gut verdienen, vielleicht desgleichen. Andererseits: viel schlimmer darf es auch nicht kommen. Es genügt naemlich. Man ist in Israel wieder ernstlich dabei, sich nicht auf Einschraenkungen, sondern auf Entbehrungen vorzubereiten, die an die strengste “Zena” - Epoche gemahnen. Und wieder einmal duerfte der solidarische, opferbereite und grosszuegige Einsatz aller Juden in der Welt einen entscheidenden Beitrag leisten. Dass eine solche entschlossene Haltung Fruechte tragen muss, ist bereits heute ersichtlich. Die Schwarzseher, die den Sieg auf dem Schlachtfeld Zugaben, aber die Niederlage am Verhandlungstisch prophezeien. haben geirrt. Israel zwingt Ir DER BLOCK DER NEUTRALEN Die Achse Nasser-Nehru-flto ist bemüht zu erreichen, dass Washington eiru apamscn israelisches Abkomm^i,,(yblch-L setzt, bei dem Israel der einzige Verlierer sein würde. Auf den Hintergrund eines solchen Vertrages, der durch den Druck der USA bei den Vereinten Nationen zustande kommen soll, wirft der bevorstehende Besuch des jugoslawischen Präsidenten -Ti to seinen Schatten. Jugoslawien, dass sich als einziges Land der Freundschaft des Ostens und des Westens zugleich erfreut, unterhielt in der Vergangenheit freundschaftliche Beziehungen zu Israel. Allerdings fiel das Barometer der jugoslawischen Zuneigung mit dem Fortschreiten der Liebesromanze zwischen Tito und Nasser. Heute wird Aegypten heute seine Gegner, ueber sein in jeder Weise von Jugoslawien gegen Israel unterstützt. Das erste Anzeichen von Titos Bemühungen, Nasser Hilfe zu leisten, war im vorigen Jahr zu sehen, als Nasser in Belgrad als Titos Ehrengast gefeiert wurde. Die israelischen Reporter sahen sich damals von allen Festlichkeiten ausgeschlossen, weil Tito vermeiden wollte, Nasser zu kränken. Dies war die “Neutralität”, mit der Tito dem ägyptisch-israelischen Konflikt gegenüberstand . Vor einigen Monaten trafen sich Tito, Nehru und Nasser in Brioni. Das jugoslawische Nachrichtenbüro verkündete, Recht, in Ruhe zu leben, zu verhandeln. Und es wird gewisse fundamentale Dinge in diesen Verhandlungen durchsetzen. Fuer unsere Fortschritte am Verhandlungstisch gibt es nur ein Kriterium: vor Sinai und nach Sinai. Vor Sinai protestierten wir gegen den Bruch des Waffenstillstandsabkommens, gegen den Wirtschaftsboykott, gegen die Suez-Blockkade, gegen die Blockade des Golfs von Akaba, gegen die Fedayeen von Gaza. Und, was schlimmer ist, wir protestierten vor tauben Ohren. Foster Dulles hatte keine Zeit, um Eban zu empfangen und Eisendass die Beziehungen zwischen hower musste Golf spielen. | Jugoslawien, Indien und Ae— Heute protestiert Israel nicht gypten von einem neuen Geist mehr, sondern verhandelt. Und getragen werden und ihre Pomehr noch, man verhandelt litik die sicherste Brücke für mit Israel. Eisenhower unterbricht seine Ferien und Foster Dulles hat ploetzlich jeden Tag stundenlang Zeit, der israelischen Regierung seine alten Tdeen in neuer Fassung praesentieren. Auch die Themen haben sich gewandelt: es ist heute die Aufgabe nicht israelischen, sondern aegyptisehen Bodens, die eine lückenlose Verständigung dar stellt”. Die drei Staatsmänner lieben es, sich als “Neutrale” und “Gegner von Blöcken” zu hinzustellen, und sie behaup ten, dass ihnen das Gespenst der Mächtepolitik Grauen einflösst. Dies hat sie allerdings nicht davon zurückgehalten, _ _ . ihren eigenen einseitigen Block 'Ur Debatte steht. Monate sind lCjer Machtpolitik gegen Israel bereits seit dem bedingungslo-|zu bilden. Weder Nehru noch sen Rueckzug der Englaender und Franzosen aus Port Said vergangen und noch haelt Is- -ael zwei Positionen als Pfand 'uer ein gesittetes Benehmen 1er Aegypter, fuer das Verstaendnis der Welt fuer seine Probleme, fuer seine freie Entwicklung und fuer den Frieden. Ist das etwa wenig? ATSCHEKA. STIMMEN DER VERNUNFT “Die arabischen Führer, von Nuri-el-Said bis Shukri-el - Kuwatly, muessen sich vor Augen halten, dass eine Wiederholung der Katastrophe von 1948 ihr Ende bedeuten wird. Der jetzige Sieg Israels macht es den arabischen Staaten zur Pflicht, mit Israel Frieden zu schliessen”. (“AI Nlhar”, Beirut). “Friede zwischen den arabischen Staaten und Israel, unter Aufrechterhaltung der nationalen Ehre und Souveränitaet, kann nur ohne Vermittlung von dritter Seite herbeigeführt werden. Benötigt dazu wird lediglich ein wenig Verstand und ein wenig Mut”. (“AI Amal”, Beirut). DAENEMARK'S... Brandes als Kaempfer gegen Militarismus und Chauvinismus genannt worden. Jetzt, dreissig Jahre nach seinem Tode, erscheint sein Kampf we der ueberholt noch gegenstandslos. Sein Leben, das eines ganz grossen Patrioten und Huma- Tito haben es für angezeigt gehalten, gegen den arabischen Block Einspruch zu erheben. Der einfache Grund hierfür ist dass es in ihrem Interesse liegt, diesem Block zu helfen. Die “objektive” Einstellung Jugoslawiens zur arabischisraelischen Frage wurde er kenntlich, als Titos Truppen in Aegypten eintrafen um der UN-Polizeitruppe eingegliedert zu werden. Die Jugoslawen begannen sofort, den ägyptischen Soldaten militärischen Unterricht zu erteilen. Als seinerzeit die Bandung- Konferenz stattfand, unterstützte Nehru Nassers Hass und Abscheu gegen Israel. Indien, das so fromm von dem “Recht” Rotchinas zum Eintritt in die Vereinten Nationen sprach, liess es sich ebenso glühend angelegen sein, Israel einen Sitz bei der Konferenz der asiatischen Völker in Bandung zu verweigern. Selbstverständlich musste diese Haltung Me Israelis verärgern die eine so tiefe Verehrung für Gandhi hegen. | Ministerpräsident Nehru nisten, gehoerte sowohl seinem wird von vielen Amerikanern -.anae, das ihn grenzenlos verals der mögliche Vermittler Mrte, als dem europaeischen zwischen Israel und den Ara- Kontinent und der Welt. Der berstaaten angesehen. Nehru daenische Jude ist einer derjehegt allerdings keinen Zweifel, nigen Grossen gewesen, die wo seine ungeteilten Sympaden Ehrentitel “Weltbuerger” ithien liegen. In New Delhi verdienen. |äusserte er im vergangenen (Fortsetzung von Seite 5) ass Aegypten “ohne iiploma ^wische: ael dazi idien ei- Itor Abu: nicht, den Boykott Rotchinas zu verurteilen und macht die grössten Anstrengungen, um sen, zu rechtfertigen. Während Nehrus letztem Besuch in Amerika wurde er von dem Schreiber die^- Ze: gefragt, ob er glaub® dass Herstellung normale: tischer Beziehungen seinem Land und I beitragen könne, aus nen objektiven Fa- Befriedung des Mittelostens zu machen. Hierauf antwortete er, dass Indien vor Jahj ren Israel technisch aner- - - kannt habe, aber es entspräche der Wahrheit, dass die Inder keine diplomatischen Vertretungen mit Israel austauschten. Nehru erklärte frei und offen, weshalb Indien nicht die üblichen diplomatischen Beziehungen mit Israel aufnehmen wolle. Er setzte auseinander, dass “Indiens Beziehungen und Verbindungen mit den arabischen Nationen sehr eng sind, und dass die InHff natürlich mit vielen der arabischen Forderungen symdas Territodie Flüchtlinge und viele andere Dinge angeht”. Indiens Premier setzte sich für engere Fühlungnahme zwi sehen een einzelnen Völkern der Welt ein, um Spannungen vorzubeugen, Aber er hat seinen eigenen Rat nicht befolgt |ls er Ijggel die Möglichkeit Lahm, rJ» Indien in normale BeziehuÄBi zu treten. Jetzt rügt er fliB “israelische Invasion A«y«ens”, wie er sich ausdrü«|^eil -mmt die Stabilität WkmtörP haßt» Aber war er vordem der Alfer der Sta bi^ifk oder der dlPeund der jisphen Aspiratjgapn? sind die *Nfijitralen vom Schlage NehfÄk denen die amerikanischen ¿Politiker durc8 3re unvertändft^e Unterstützung Nassers zu «Sailen suchen. Wie weit werden die USA noch in ihrem Bestreben gehen, gemeinsame Sache mit diesen pronasseristischen Elementen zu machen? Werden sich die USA endlich Rechen schaft ablegen, welche Haltung sie Israel gegenüber in Wirk lichkeit einnehmen? DROHENDE WOLKEN... Verbrechen vor den Augen des Volkes zu verdecken, und behaupten, an dem Terror von gestern und an dem politischen und wirtschaftlichen Malaise von heute seien “die Juden schuld”. Mit diesen perfiden Mitteln versucht die Natolin-Gruppe die niedrigsten Instinkte bei den polnischen Massen zu wecken und dadurch einen Zustand der Anarchie hervorzurufen, der das Gomulka-Regime in den Aueen des Auslandes in schlimmster Weise diskreditieren soll. Mit Recht stellt das Organ der jungen polnischen Marxisten, “Po Prostu”, fest, dass das Endziel der antisemitischen Propaganda der stalinistischen Kräfte in Polen die Schaffung der Vorbedingungen für eine Provokation ist, die den Vorwand “zur Liquidierung sämtlicher Errungenschaften des polnischen Oktobers einschliess lieh der nationalen Souveränität” liefern würde. Gomulka scheint die Gefahr, ’’e ihm auch von dieser Seite droht, erkannt zu haben. In ler Rede, die er vor kurzem auf der Taeung des Warschauer Wojewodschaftskomitees hielt, (Fortsetzung von Seite 7) warnte er die “Natoliner” vor einer Weiterführung ihres Zersetzungswerkes. Der polnische Parteiführer drohte den Stalinisten mit der Anwendung “organisatorischer” Repressalien, wenn sie ihre “schmutzigen Methoden” nicht bald auigeben würden. Auch die ganze polnische Presse verurteilt die Aktion der “Natoliner”, insbesondere die Entfachung der antisemitischen Hetze. Aber hinter dieser Kampagne steht der mächtige Protektor dieses Treibens — Moskau, das jede Gelegenheit zu suchen und mitzubestimmen scheint, um “so oder so” zu einer “Kadarisierung” Gomulka-Polens zu kommen. Wird die polnische Nation politisch und moralisch Mark genug sein, um sich allen Versuchungen und Einflüsterungen zu widersetzen, und wird das Gomulka-Regime stabil genug werden, um dem immer heftigeren Kesseltreiben regen seine Politik auf längere Sicht Stand zu halten und gleichzeitig d i e Hoffnungen des polnischen Volkes nicht zu enttäuschen? (“Neue Zuercher Zeitung”). WICHTIG FUER ALLE FRUEHEREN OESTERREICHER OESTERREICHISCHER HILFSFONDS Die Anmeldefrist laeuft am 10. Juni 1957 ab und kann nicht— wir wiederholen KANN NICHT— im Sinne der Statuten verlaengert werden. OESTERREICHISCHES ALLGEMEINES SOZIAL - VERSICHERUNGS - GESETZ Im Sinne des Par. 542 (2) sind Antraege auf Begünstigung wegen Emigration nur bis zum 30. Juni 1957 zulaessig. Wir bitten alle unsere Leser ihre oesterreichischen Freunde und Bekannte auf den Ablauf obiger Fristen aufmerksam zu machen. Wir raten Jederman unverzueglich, sofern er es nicht schon getan hat, die entsprechenden Eingaben an den Hilfsfonds, Postfach 87, Wien 56 und an die Pensionsversicherungsanstalt Blechturmgasse Wien V. zu richten. Alle Bueros der United Restitution Organisation (URO) sind bereit weitere Auskuenfte und Rat zu erteilen.