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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1957-02-01 · 2 (Febrero, 1957) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIX (1957)
Issue
2 (Febrero, 1957)
Date
1957-02-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Febrero, 1957 11 BOLETIN INFORMATIVO DER WEG ZUM FRIEDEN (FORTSETZUNG VON SEITE 1) sehe Hilfe retteten den Diktaj tor von Kairo und damit jenen j Teil des Status quo, den zu j zerstoeren nicht in unsrer Macht stand.! Nun haben aber auch selir «»respektable Kreise in Israel, besonders ein nicht unbetraechtlicher Sektor der “Mapam” (Haschomer Hazair-Vereinigte Arbeiterpartei), die Behauptung aufgestellt, Israel habe sich durch die Gleichzeitigkeit des Angriffs auf Sinai mit der anglo-franzoesischen Attacke gegen Suez dem westlichen Imperialismus verschrieben und dem asiatischen Block entfremdet; unsere Friedensaussichten mit den Arabern seien in noch weitere Ferne gerueckt als vorher. Dass dabei “post festum” behauptet wird, man habe dies eigentlich schon vorher gesagt, versteht sich von selbst. Die Parallele mit der eingangs, aus “Jana” zitierten Stellungnahme ist offensichtlich und eruebrigt es fast, die ent sprechenden Rueckfragen zu stellen: Warum soll es nur Nasser erlaubt sein, heute mit U. S. A.— schliesslich auch ein Exponent des westlichen Imperialismus —und morgen mit Russland zu paktieren und Israel nicht? Was konnte an der feindlichen Indifferenz der Mehrheit der asiatischen Staaten und den auf dem absoluten Gefrierpunkt eingeeisten Friedensaussichten mit den Arabern ueberhaupt noch verdorben werden? Betrachtet man, ganz im Gegenteil, die Zerstoerung der Fedayeen - Stuetzpunkte, so sind wir dem Frieden ein Stueck naeher gekommen. Zwar nicht dem politischen Abkommen auf Regierungsniveau, aber der Sicherheit, in Tel Aviv auf dem Balkon sitzen zu koennen und im Negew pfluegen oder Autobus fahren zu duerfen. Und auch das, ist ein Stueck Frieden- Auch den Voelkern Asiens sind wir mit der Eroberung der Inseln im Roten Meer und der Oeffnung von Elath fuer die Schiffahrt naeher gekommen, sodass selbst der Frage der Freiheit des Suez-Kanals fuer Schiffe unter israelischer Flagge nicht mehr die gleiche absolute Bedeutung zukommt wie vorher. Und auch das ist ein Stueck Annaeherung. In letzter Instanz zielen jedoch die Argumente jener Kreise daraufhin, dass Israel sich nicht gegen den erwachenden arabischen Nationalismus und Selbstaendigkeitsdrang stemmen duerfe. Solange sie die Sinai-Aktion befuerworteten— schliesslich gehoeren sie nach wie vor der Regierungskoalition an— leugneten sie mit besonderem Nachdruck die Unterstellung einer vorherigen Verabredung mit Frankreich und England, wie dies, aus diplomatischen Gruenden und mit mehr oder weniger Emphase, auch die beteiligten Regierungen taten. Heute gehen sie so weit, die Zweckmaessigkeit der gleichzeitigen Aktion (das Wort “gemeinsam” waere fuer sie ein Dorn im Auge) in Frage zu stellen. Nun ist es richtig, dass der Ausgleich mit Arabern und Asiaten fuer uns fundamental ist. Sie werden noch unsere Nachbarn sein, wenn die Bedeutung von England und Frankreich auf diesem Kontinent bereits der Geschichte angehoert, sofern dies nicht heute schon der Fall ist. Im Grunde genommen waren sich schon immer fast alle zionistischen Fraktionen in dieser Hinsicht einig, wie auch in der Tatsache, dass die augenblicklichen Konflikte nicht auf Gegensaetze zwischen dem juedischen und arabischen Volk zurueckzufuehren seien, sondern auf die sozialen Spannungen der feudalen, innerarabischen Struktur. Sozialer tik. Der Widerspruch zwischen Doktrin und Realitaet wird jedoch von Tag zu Tag eklatanter. Nun gut, hat ein Skeptiker das Recht zu fragen, wo liegt der Weg zum Frieden mit den Arabern, zur Integration in Asien? Wie weit ist er gegen die alte Fuehrerschicht der Effendis und die neue der Nasseristen - Nazisten, gegen die feindselige Indifferenz der Nehru und gegen das Verbrecher-Imperium der Sowjets? Die Antwort lautet wohl: er liegt in der besseren Zukunft, | an die zu glauben allein die Fortschritt und das Eindringen der Demokratie, sagten die Einen, die soziale Revolution gegen die Effendis die Andern, wird das arabische Volk auf den Weg des Friedens mit Israel bringen, wobei letztere dem revolutionaeren Faktor Sowjetrussland noch eine besonders positive Bedeutung beimassen. Die Realitaet hat leider dieser Praemissen gespottet. Die soziale Entwicklung in den arabischen Staaten ist langsam und jedenfalls unbedeutend im Vergleich zu dem rasanten Aufkommen des nationalistischen, xenophoben und anti-israelischen Ferments. Die junge Generation aufgeklaerter Fuehrer kommt, soweit sie ueberhaupt existiert, aus militaristischen, faschistischen und akademischen Cliquen, fuer die das Elend der arabischen Massen ebensolches demagogisches Rohmaterial darstellt wie fuer ihre “fuerstlichen” Vorgaenger oder Kollegen. Und schliesslich besteht die Rolle der U. d. S. S. R., weit davon entfernt, sozial-revolutionaer im fortschrittlichen Sinn zu wirken, ganz im Gegenteil nur darin, die bestehenden Konflikte zu verschaerfen und zu verewigen. In diesem Falle bedeutet dies eine Allianz mit eben diesen Effendis, deren Sturz die Dogmatiker der Linken von der gleichen Seite her erhofften, Soweit sie also heute noch ihre Hoffnungen an die selben Tendenzen und Kraefte knuepfen, wie sie dies kraft einer doktrinaeren Zukunftsanalyse vor zwanzig, zehn oder sogar fuenf Jahren taten, sind sie nur Gefangene ihrer eigenen Dialek- 1 OC COitCiivibAO IA6U.I* H* GOTTESDIENST Jeden Freitagabend um 19 Uhr. Jeden Samstagmorgen um 9 Uhr. Ausserdem an Jahrzeiten welche rechtzeitig bei Herrn Ricardo Wolf, Teléfono 6240 oder an die Casilla 984 gemeldet werden muss. Verkuendigung des Neumondes ADAR II am Schabbos der» 2. Maerz. 1. Tag Rosch Chodesch Adar 2. am Sonntag den 3. Maerz. 2. Tag Rosch Chodesch Adar 2. am Montag den 4. Maerz. PURIM Schabbos den 16. Maerz Abends um "l9.30 Uhr Vorlesen der Megilo. Am Sonntag den 17. Maerz PURIM. Morgens 9.00 Uhr Gottesdienst mit Vorlesen der Megilo. Verkuendigung des Neumondes Nissan, am Schabbos den 30. Maerz Roschchodesch NISSAN am Dienstag den 2. April- DER WEG NACH ASIEN IST FREI IM GOLF VON AKABA: Auch das ist oAnnaeherung! (Foto: Keren Hajessod-Kalender) menschliche Existenz rechtfertigt und er ist sehr weit und sehr schwer. Sicher kann er eine Generation dauern, vielleicht mehr, schwerlich weniger. Wenn die Entwicklung uns guenstig sein sollte, so kann eine neue Konjunktur, aehnlich der des Sinai-Feldzygs, uns entscheidend vorwaerts bringen. Sollte sie unguenstig sein, so kann die Loesung dieser Lebensfragen noch mehr verzoegert werden. Aber eines ist sicher: Kommen wird sie, soweit Probleme im Rahmen der menschlichen Unzulaenglichkeit ueberhaupt “geloest” werden, ohne dabei neue Probleme an den Tag zu bringen. Denn Israel ist eine Realitaet, die sich behauptet. Wichtig ist dabei, die Geduld zu bewahren— wahrlich keine geringe Forderung— und weiter wie bisher den Mut, das eigene Recht und die eigenen Werte zu behaupten. Zu diesen eigenen Werten gehoert auch, dass wir Juden diese Rueckkehr in den Orient nicht so antreten wie einst den Auszug. Wir haben in zwei Jahrtausend des Exils ein westliches, europaeisches Erbe in uns aufgenommen und es ist nicht nur fuer uns, sondbrn auch fuer unsere Nachbarn von heute und morgen von Bedeutung, dass wir es bewahren. Israel darf kein Levante- Staat werden, ohne eines Teils seiner Existenz— um nicht zu sagen Existenzberechtigung — verlustig zu gehen. Auch an dem Mut, uns zu unseren wenigen Freunden zu bekennen, sollten wir es nicht fehlen lassen. Wenn sich heute Frankreich auf unsere Seite stellt, haben wir uns dessen zu schaemen? Ist es wichtig, dass dies auch in Frankreichs Interesse liegt (handeln nicht alle Staaten in erster und letzter Linie in eigenem Interesse) und darf man deswegen leugnen, dass es des oeftern weiter geht, als .dies sein eigenes 'Interesse unbedingt zu erfordern scheint? Ist Frankreichs “Kolonialismus” eine groessere Gefahr fuer die Freiheit der Menschheit als Russlands Weltherrschaftspolitik im Stile Ungarn, als die gelbe Gefahr aus Rot-China, als ein arabisches Imperium unter Nasser, als der sture und kalte Dollar-Kapitalismus der Republikaner? Ist sein kulturelles Erbe geringer, sein Beitrag zur Freiheit des menschlichen Denkens und Seins unbedeutender, seine Kriege ungerechter als die der Andern? Einstweilen scheint es, dass j in keiner Hauptstadt 'der Welt [ eine solch realistische und an-! staendige Einschaetzung der La j ge im Vorderen Orient zu Hau-! se ist wie in Paris. Weder m; Washington noch in London wollte man das russisch-arabische Spiel richtig einschaetzen, subalterne Interessen hintanstellen und rechtzeitig handeln. Paris, unter Mollet und Pineau, zeigte sich diesen Anforderungen gewachsen und war —und ist— uns eine grosse Hilfe im Kampfe um die Behauptung unserer Existenz. Und damit faengt schliesslich einmal jede Politik erst an. Nachdem wir unsere Existenz behaupten, koennen wir Stellung zu den Fragen von morgen und. . . uebermorgen nehmen. Noch ein Uebriges: indem wir unsere Existenz behaupten, erweisen wir auch der freien Welt einen Dienst. Selbst wenn sie dies unter der Fuehrung der Eisenhower-Nixon-Dulles nicht zu schaetzen weiss. Auch dafuer wird kommen der Tag. .. ATSCHEKA. L«Cf« JETZT WIEDER MONEDA 1037 ANZEIGEN ANNAHME iuer die MAERZ NUMMER des Boletin Informative» der Ferien wegen NUR bis zum 12ten FEBRUAR NUEVA YORK 52, Of. 605 — Tel. 86603 vom 14. Februar bis 5. Maerz ist das Buero geschlossen. ft

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