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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-12-01 · 12 (Diciembre, 1951) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
12 (Diciembre, 1951)
Date
1951-12-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Diciembre, 1951 BOLETIN INFORMATIVO 7 DIE N&TO STRECKT SICH REVOLUTION IN KIBBUZISCHEN I Ans der Mischen Seit Griechenland und die Tuerkei in das System des “Nordatlantischen Verteidi. gungs - Paktes’’ einbezogen wurden und dieser sozusagen die Fuesse im warmen oestlichen Mittelmeer badet, konn. te kein Zweifel mehr bestehen, dass auch fuer den Nahen Osten die Stunde der Entscheidung geschlagen hat. te. Durch tausend Jahre europaeischer Politik zieht sich der rote Faden der gegenseitigen Abhaengigkeit der Ereignisse auf dem Schauplatz Balkan-Tuerkei-Vorderost und Verleihung des Balkanraums durch Sowjetrussland (mit Ausnahme Jugoslawiens) nicht abgerissen. Es ist wahr, dass die westeuropaeischen Sozien der NA¬ TO nicht sehr begeistert von der Ausdehnung ihrer Wirksamkeitssphaere und da. mit ihrer Verantwortung nach dem Prinzip der “kollektiven Sicherheit” sind, aber die Einbeziehung der Griechen und Tuerken trotz deren Opposition beseitigte ein fuer allemal jeden Rest von Zweifel darueber, wer das wichtigste Wort zu sprechen habe und welches die Tendenz der Paktorganisation sei: die Vereinigten Staaten naemlich und deren Bemuehen, den Damm gegen die russische Expansion so weit oestlich wie moeglich aufzurichten. Im Zuge dieser Politik kam das Angebot an Aegypten. Etwas uebereilt wohl, um dem britischen Schwimmer bei Suez einen Rettungsring zuzuwerfen und von den Aegyptern, die nur den Rettungsring sahen und nicht, warum er geworfen wurde, ebenso uebereilt zurueckgeschickt. Es ist nicht zu leugnen, dass dies fuer uns eine Erleichterung bedeutete, da es den Aegyptern nicht schwer gefallen waere, als Treuhaender des groessten Waffenarsenals der Erde fuer den Vorderen Osten LAGER auch Waffen gegen uns einzuschmuggeln. Eine weitere Beruhigung stellten sodann die Sondierungen dar, die die Westmaechte bei Israel und gleichzeitig bei den anderen arabischen Staaten vornah. men. Unter “Noticias del Mes” bringen wir eine Zusammenfassung der Ausfuehrungen, die darueber der Aussenminister Moshe Sharett vor der Knesset abgab. Diese Ausfuehrungen sind vorsichtig und bedeuten noch keines wegs die Einbeziehung Israels in die NATO. Wohl aber kann man anhand ihres Wortlauts einige Feststellungen machen: Israel ist heute kein “neutraler” Staat mehr, sondern versucht seine Bezie. hungen zu den Staaten enger zu gestalten, deren Regierungen ihm helfen und mit deren juedischen Kommunitaeten. er Kontakt haben kann. Israel ist bereit, zur Verteidigung des Nahen Osten beizutragen. Wir werden noch Gelegenheit haben, die unter diesen Gesichtsnunkten geschaffene neue Sachlage zu besprechen. Aber wie auch immer man sie behandeln will, eines steht fest: das Problem Israel-Ara. ber laesst sich immer schwerer aus dem Gesamtzusammenhang der Weltlage her. ausloese'n. Sei es, wie Pessimisten befuerchten. dass England versuchen koennte, sei. ne Differenzen mit Aegypten auf Israels Kosten zu bereinigen, sei es, wie Optimisten hoffen, dass die U.S.A. Israel und die arabischen Nachbar. Staaten einfach in eine gemeinsame Front hineinzwingen werden, sei es, wie manche Dialektiker annehmen, das neue, kompliziertere und nicht vorauszusehende Kon. I stellationen sich ergeben wer. I den: die NATO sonnt sich) bereits am Strand von Tel Aviv und man wird ihre Anwesenheit in Zukunft zur Kenntnis nehmen muessen. Die Geschichte des Zionismus und der Kolonisation von Erez Israel wies u.a. immer eine Reihe von Faktoren auf, die sozusagen zum eisernen Bestand gehoerten. Din. ge, an denen nichts zu ruet. teln war und deren unerschuetterliche Existenz dem Studienbeflissenen einen Weg zu oeffnen schienen, Zionismus “zu lernen”. Zu diesen Grundtatsachen gehoerte seit jeher die Organisation der Kollektivsiedlungen: Erstens der klassische aelteste Typ der “kleinen” Kwuzah (Degania), zusammengeschlossen im Chewer Hakwuzoth; zweitens die grossen Kibbuzim (Jagur, Gi. wat Brenner), offen fuer alle kollektivistisch . sozialistisch eingestellten Arbeiter, ohne Ruecksicht auf deren Parteizugehoerigkeit: Kibbuz Ha. meuchad. Drittens der “geschlossene” Kibbuz mit Tendenz zur numerischen Begrenzung und geschaffen fuer die im Haschomer Hazair erzogene Jugend (Merchawia, Mischmar Haemek) foedériert im Kibbuz Arzi; schliesslich der Kibbuz Hadati der religioesen Arbeiter. Gewiss war man sich immer darueber klar, dass lebendige Organismen wie dies Kollektivsiedlungen oder deren Dachorganisationen sind, sich nicht gemaess starrer Prinzipien betragen, sondern entwickeln. So wurden aus den kleinen Kwuzoth von 7 oder 10 Menschen Siedlungen von 300. 400 oder gar mehr als 500 Chawerim; der Kibbuz Arzi opferte sein Interes. se an einer zahlenmaessigen Einschraenkung auf dem Altar der Alijah-Einordnung; die Frage der entlohnten Ar.) beit —vor zehn Jahren noch undenkbar— wurde zu einem ernsten Diskussionsproblem. U.S.W. Aber die Entwicklung bei wegte sich in einem gewissen j Rahmen. Bis jetzt. Was jedoch seit einigen Wochen ge. schieht, bedeutet eine tief greifende Revolution, deren Bedeutung noch gar nicht abzu. schaetzen ist. Um es in wenigen Worten zu sagen: Der Kibbuz Hameuchad hat sich gespalten und zwar nach politischen Gesichtspunkten: hie Mapam, hie Mapai. Die zu letzterer Partei gehoerigen Zellen des, alten Kibbuz Hameuchad haben sich mit der Chewer Ha.. kwuzoth zu einer neuen Foe. deration zusammengeschlossen: Ichud Hakwuzoth Veha. kibbuzim. Der Apparat dessen, was vom Kibbuz Hameu chad bleibt — und das ist mehr als die Haelfte — ver. faellt der Kontrolle der Mapam. Es ist daher naheliegend, der Moeglichkeit einer baldigen Fusion des Kibbui Hameuchad mit dem Kibbuz Arzi entgegenzusehen. Nun ist dies alles noch lan ge nicht so einfach, wie es sich anhoert. Dass eine gerechte Gueterteilung bei Wer. ten, die in 30 Jahren schwere: Arbeit gemeinsamen erwor ben und geschaffen wurden und dazu noch zum groesster Teile immobil sind, schwer ist liegt auf der Hand. Aber das Problem sprengt alle wirt. schaftlichen Dimensionen unc nimmt menschliche an, wenn man in Betracht zieht, dasc der Riss in der Mehrzahl der Faelle quer durch die Kibbuzim geht. Mapainiks muessen Kibbuzim mit Mapam.Mehr heit verlassen (in einiger. Faellen auch umgekehrt) und damit Haus, Hof und das Produkt jahrelanger Arbeit, sowie eine vertraute Umgebung und Freundschaften, soweit diese von den politischen Differenzen nicht schon vorher zersetzt waren. Ein weiterer, sehr ernster Schritt in der Politisierung des Lebens in Israel. Moege die Besorgnis, mit der er alle erfuellt, unbegruendet sein. TOR UND SCRIP Zu den Begriffen, die man dazulernen muss, gehoeren auch die beiden obengenannten. Sie charakterisieren keine erfreulichen Phaenomena des tagtaeglichen Leben in Israel, aber das tagtaegliche Leben des Israel-Buergers ist nun einmal nicht eitel Freude. "Tor” ist, was man hierzulande “cola” nennt: Wartereihe, Schlange. Es ist leider ein sehr populaerer Begriff geworden, denn man muss in Israel Tor stehen fuer viele Dinge, die es anderswo reichlich gibt: Tor fuer Lebensmittel, Tor fuer Platz im Au. tobus, Tor fuer Eis im Sommer. Sogar auf oeffentlichen Aemtern muss man Tor stehen, obwohl manche boshaft behaupten, dass an Beamten keine Knappheit bestehe. Zweifellos ist diese Schwierigkeit der Verteilung in erster Linie auf die Knappheit zurueckzufuehren und diese wiederum auf die Masseneinwanderung, die bis heute noch keineswegs durch eine adaequate Produktionssteigerung kompensiert ist. Insofern es sich nur um Organisationsmaengel handeln soll, te, so kann deren baldige Behebung vielleicht eine gewisse Linderung herbeifuehren. Und was ist ein “Scrip”? Ein Scrip ist ein Dollargutschein, der in U.S.A. erworben werden kann und in Israel gegen bestimmte Waren, von Lebensmitteln bis zu Kuehlschraenken in eigens dazu autorisierten Laeden eingeloest wird. Viele Israel- Buerger bekommen auf diesem Scrip-Wege von ihren Verwandten im Ausland geholfen. Die Annehmlichkeiten privater und oeffentlicher Natur liegen auf der Hand: Viele Kostbarkeiten, die in Is. rael im Moment nicht erhaeltlich sind, werden durch diese nordamerikanischen Lager ausgeliefert; viele Familien, deren karges Budget harte Beschraenkungen auf. noetigt, kommen so einmal zu willkommenen vitaminischen und kalorischen Lekkerbissen; viele schwere De- Visen, die frueher oder spaeter zur Hebung des Ernaehrungsniveaus ausgegeben werden muessten, koennen so ein. gespart werden. Aber die Nachteile des Scrip-Systems zeigen sich in der Praxis. Da ist zuerst einmal der prinzipiell gerechte Einwand, dass nicht Alle rel che Onkel in Amerika haben und dass das System soziale Gegensaetze in einer Art schafft oder verschaerft, die nicht wuenschenswert sein kann. Gut, da kann man ein. wenden, dass man nicht aus “Neid” Wenigen ihr Glueck versagen soll, wenn es nich. fuer Alle reicht. Doch ist die Sache nicht so einfach, denn leider dienen die Scrips allem Anschein nach nicht nur dem Stillen echter Beduerfnisse. Sonst wuerde einerseits nicht der Einwand erhoben werden, dass diese Gutscheine ein reissendes Objekt auf dem Schwarzmarkt geworden sind —der Handel damit ist nicht, verboten- und damit die gesamte Lebensmittelkontrolle zu brechen drohen und andererseits der Vorwurf, dass ganze Kliquen bereits berufs. maessig Scrips aus Amerika, von Verwandten und Nicht. Verwandten, Bekannten und Nicht-Bekannten, schnorren und damit selbstverstaendlich alle ernsten, grossennationa. Welt General Mac Arthur, dessen Namen von antisemitischen Organisationen Amerikas vielfach fuer Propagandazwecke gebraucht wurde, hat eine Erklaerung erlassen, dass er mit diesen Organisationen und ihren Gedankemgaengen ln keinerlei Verbindung steht. In einer Botschaft an die Tagung der Juedischen Kriegsveteranen verurteilt Mac Arthur den Antisemitismus sowie alle religioesen und rassischen Diskriminderungen auf das schaerfste. * Irn “Daily Telegraph” ersch'en ein ausfuehrlicher Bericht ueber den von der Regierung gefoerderren Antisemitismus in Russland. Beamte muessen in einem besonderen Fragebogen angeben, ob sie Angehoerige oder Freunde in Jisrael haben oder mit der iisraoli- Kchen Gesandtschaft in Moskau in Verbindung stehen. Emmfaenger von Bulletins der jisraeüsehen Gesandtschaft wurden verhoert und zum Teil verhaftet. Juedlsche Zeitungen aus dem Ausland zu erhalten, ist gleichbedeutend! mit Denortation. Einige juedische Schriftsteller wurden verhaftet und zu zwanzig Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Drei anerkannte Chemiker wurden aus der Akademie fuer Wissenschaften ausgeschlossen. * Dr. Rudolf Frank, der bekannte Dichter, Dramaturg, Regisseur und Kritiker, Verfasser des Buches ■‘Ahnen und Enkel”, wurde in der Schweiz 65 Jahre alt. Unter Franks Regie hatte Elisabeth Bergner ihre ersten Rollen inne. * Zu den englischen Wahlen am ‘15. Oktober wurden 40 luedlsche Kandidaten aufe=stent. 27 gehoeren der Labour-Party. Je 6 den Liberalen und den Konservativen an. waebrend unter d=-n Kommunisten ein Jude kandidiert. I (“M. B.")!en Kamnagnen schwersten.«? kompromittieren. Andere Nachteile sind, daneben gemessen, fast nur technischer Natur: dass angeb’ich die Qualitaet der Scrip-Waren sehr zu wuenschen uebrig laesst und die PMse bis zu 100% ueber dem U.S.A.. Preisniveau liegen. Und... dass man natuerlich Tor stehen muss, nicht etwa um Scrip-Waren ausgeliefert zu bekommen, sondern um den Tag der Auslieferung zu erfahren, an dem man dann wirklich Tor steht. Die baldige und dringende Loesung fuer diese Misstaen de duerfte in der letzten Radio-Ansoracbe des Ernaehrungsministers Dr. Joseph zu suchen sein, in der er versprach, dass kuenftie: der Im. Port von Nahrungsmitteln die erste Prioritaet haben werde. Diese erste Prioritaet hatte bisher die Landesverteidi. gung. Dr. Joseph eroeffnet also zwei Lichtstreifen in einem Ausblick. Der eine, dass die Nahrungssituation wieder ertraeglicher werden wird; der andere, dass die Regierung ernste Gruende haben muss, die dringende Sorge um die Landesverteidigung ein klein wenig zurueckstellen zu duer. fen. ATSCHEKA

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