Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIII (1951)
- Issue
- 10 (Octubre, 1951)
- Date
- 1951-10-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/8553624-8554211-9192732--0762-8554390- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Octubre, 1951 BOLETIN INFORMATIVO 23 Auf Reisen Man Rann Menscnen in zwei Gruppen einteilen: solche die reisen und solche die moechten. Letztere Gruppe duerfte 95% ausmachen. Und fuer diese Gruppe der 95 nicht fuer die 5 zahlungskraeftigen, sind alle die schoenen Reiseplakate, Broschueren und Werbeanzeigen die besonders im Sommer in allen Zeitschriften auf tauchen. Man kann sich da seine Reisen nach Belieben zusammenstellen und ist beim Planen an keine Devisen oaei Urlaubszeiten gebunden. New STork Times, New Yorker, Ho. llday und Esquire sind da wahre Fundgruben. Bei weitem die Mehrzahl der Anzeigen haben menr oder weniger bekleidete Glamour Girls als Hauptblickfang und von dem oesterreichischen Dirndl mit der Puste Dlume bis zum Hawaigirl der Lure Line, das eine Blumenguirlande als einziges Bekleidungsstueck auf weist, gibt es da alle Varianten. Trotz des freundlichen Laechelns, das allen diesen Papierdamen gemeinsam ist, soll man sich ment taeuschen lassen. Sie wollen nur Dollars, hard currency, denn hinter ihnen steht der jeweilige Vater Staat und selbst mit Dollars ist es nicht so einfach zu ihnen zu gelangen, denn ueber ihnen wacht der Onkel Konsul und wehe uns, wenn wir staatenlos sind oder in polnisch Breslau geboren. Neulich fiel uns eine Anzeige auf, die bewusst auf allen Glamour verzichtet und schlicht mit einem freundlichen Seebaeren aufwartet, mit tadellos gebuegelten Hosen, Hindenburgschnurrbart und einer Graf Zeppelin Muetze auf. Die rechte Hand haelt ein riesiges Steuerrad mit ohne Schiff daran, die linke ist zum freundlichen Gruss erhoben. Halt, denke Ich, endlich ein Land, wo ein alleinreisender Junggeselle hinkann, ohne seinen guten Ruf zu verlieren. Doch nun kam der Text: (aus dem engl, uebersetzt): Wit jeJren, f DIE KONZERTSAISON “EUROPAS INTERESSANTESTES LAND Bequeme Dampfer durchfahren Fluesae und Seen mit burgbesetzten Ufern.Schnelle, bequeme Zuege halten an mit Blumen verzierten Stationen. Breite, bequeme Autostraseen und romantische Nebenwege durchkreuzen die laechelnde Landschaft. Herrliche Musikfeste im ganzen Land... entdecke das REICHE KUL¬ TURELLE ERBE einer schoep. ferisch, fleissigen Nation... und ueberall, in bescheidenen Her. bergen oder im internationalen Luxushotel GRUESST DICH EIN FREUNDLICHES VOLK MIT VON HERZEN KOMMENDER GASTFREUND LICHKEIT. (heartfelt hospi- ] tality) ”. Haendels Oratorium “Israel in Aegypten” war der gelungene Abschluss einer sonst an Hoehepunkten nicht reichen Konzertsaison, wenn man von den 4 Abenden unter der Leitung Sergiu Celibidaches absieht. Celibidache ist ein Vollblutmusiker mit viel Temperament und selten haben wir Tschaikowski und Brahms so klangschoen gehoert wie unter seiner Leitung. Tevah brachte neben bereits Gehoertem u. a. eine Brucknersinfonie, aber sein bester Abend war wohl der, an dem wir ein Beethoven Klavierkonzert hoerten mit der begabten Edith Fischer am Fluegel und anschliessend Prokofieffs Sinfonía Clásica in einer einwandfreien Wiedergabe. Die vier Kleiberkonzerte versagte ich mir aus Protest gegen die Zusammenstellung der Programme. Bei derart hohen Eintrittspreisen darf man kein Kurkonzert- Programm aufstellen. Da aber das Instituto de Extensión Musical in grossen Mengen Freikarten verausgabt, duerften auch diese Konzerte gut besucht gewesen sein. Etwas besser meinte es mit uns Salvati, bezw. Conciertos Daniel, die uns u. a. Marian Anderson, Rubinstein und das hervorragende Vegh-Quartett bescherten. Letzteres konnten wir leider nicht selber hoeren, da durch Krankheit vei. hindert, soll aber ganz ausserordentlich gewesen sein. Marian Anderson wieder einmal zu hoeren war ein Ge. nuss, besonders die Schubert Lieder und Negro Spirituals. Die vorher angekuendigten weiteren 8 Solisten, darunter ein Klavierduo, dem ein guter Ruf vorausging, fielen wohl dem hohen Doi.arstand zu Opfer. Stattdessen gab Za. rah Leander zwei Konzerte im Municipal, denen wir aus Uruenden, die keiner Erklaerung beduerfen, fernblieben. Augenblicklich ist die uperntemporada in Gang, die mit einer Othelloauffuehrung us. gänn. Leider ist das Repertoire sehr begrenzt und wenn man 15 Jahre lang Othello, Traviata und Andrée Chenisr gesehen hat, ist das schon etwas eintoenig. Leider laesst sich mit dem verfuegbaren Material aucn keine einheitliche Aufiuen. rung zustande bringen, da die zweitklassig besetzten Cnar. gen zu sehr gegen Saengei vom Format eines Vinay, Damiani oder einer Sara Menkes abfallen. Der ursprueng. lieh angesagte Tristan ist wieder abgesetzt worden. Es waere interessant gewesen, Vinay als Tristan zu hoeren. Er singt diese Rolle in der Metropolitan, obwohl er kein Wort Deutsch kann. Er hat diese Rolle, wenn ich nicht irre, Anfang dieses Jahres oder Ende des vorigen in San Francisco studiert, als er hoerte, dass Bing, der Manager der Met, einen neuen Tri. stan als Ersatz fuer Lauritz Melchior suchte, dessen Ver. trag nicht erneuert worden ist. Melchior hatte in den letzten 30 Jahren sozusagen das Tristan Weltmonopol. VInay studierte die Rolle bei Tab und Hess die Oper bei Nacht auf einem Tonbandwiedergabeapparat ablaufen, und zwar die ganze Nacht hindurch, um selbst sein Un. terbewusstsein im Schlafe mit Tristans Worten und Gesaen. gen zu durchtraenken. Nach 14-taegigem Studium hat er den Tristan einwandfrei auf Deutsch gesungen und Bing, der zur Premiere nach San Francisco geeilt war, hat ihn dann gleich fuer diese Rolle nach New York verpflichtet. Ausser diesen groesseren Konzerten wurden eine ganze Reihe Kammermusikabende und Liederabende geboten, teils im Hotel Carrera, teiis im Auditorium. Fuer die musikalische Ausbildung sind diese Konzerte zweiffeilos viel wichtiger als alles Andere, obwohl sie sich nur an eine relativ kleine Schar von Musikfreunden richten. Das Interesse fuer Kammermusik laesst in dem Masse nach, wie das Ausueben von Hausmusik nachgelassen hat. Schuld daran ist eine Kollektivfaulheit, hervorgerufen durch den uebermaessigen Genuss von Kunstkonserven wie Radio, Plattenspieler, Television etc. Zugegeben, dass es fuer den Nachbarn oder Mitbewohner angenehmer ist, eine Beethoven Sonate von Claudio Arrau gespielt zu hoeren als von einem fleissigen aber unbegabten Dilettanten. Aber leider gehen durch das Nichtausueben der Hausmusik der kommenden Generation die Grundlagen verloren, die notwendig sind, um das zu verstehen, was man hoert. A. R. Zur Auffuehrung von Georg Fr. Haendels "ISRAEL IN AEGYPTEN h | Ein Juenger Ribbenirops In Kuerze werden wir ei- Jien neuen deutschen Bot- I schafter beschert erhalten. Die Tagespresse berichtet, dass es sich um einen Herrn von Campe handelt, bis zum Jahre 1942 im Auswaertigen Dienst des Dritten Reiches, dann zur Verfuegung gestellt und momentan Abgeordneter im Bundestag fuer die Deutsche Reichspartei (nicht zu verwechseln mit der Remerschen DSRP). Immerhin ist auch diese Partei Ultrarechts, antimarxistisch und aus der alten Weifenpartei Hannovers hervorgegangen. Naehere Daten ueber seine Taetigkeit von 1933 bis 1942 stehen noch aus und wir werden uns eventuell erlauben, darauf noch zurueckzukommen, falls von Interesse fuer unsere Leser. Donación de 60 millones Signada con el N.o 7.991. ingresó al Primer Juzgado de Mayor Cuantía en lo Civil, una solicitud de don Salomón Sack Mott, para que se le autorice la donación de sesenta millones de pesos, que hará a favor de la Fundación que lleva su nombre, y que estará destinada a la enseñanza industrial en el país. En su petición, expone el señor Sack que esta donación la hace como agradecimiento espontáneo a su patria de adopción. Como es sabido, don Salomón Sack es un destacado miembro de nuestra Colectividad, Presidente del Círculo Israelita, así como del Banco Israelita de Chile. Neuerscheinungen Der z. Zt. in einer kalifornischen Universitaet lehrende bekannte Publizist Ludwig Marcuse hat unter dem Titel “Der Philosoph und der Diktator” soeben ein neues Buch veroeffentlicht, das Platos Begegnungen mit der syrakusischen Diktatur der beiden Dionyse zum Gegenstand hat und erkennbare Parallelen zum Faschismus des Drit. ten Reiches zieht. Wenn man durch die Strassen der Stadt eilt, und an vielen Ecken die sichtbaren Werbeplakate mit der Aufschrift “Israel in Aegypten” Von ERWIN HERPER unseres Boletins bekannt zu I Bedeutung fuer uns Juden machen, mit einem Werke Georg Fr. Haendels, dass sozusagen in der Gesamtproduktion des Komponisten so aus Deutschland als der Nazismus unser Kulturschaffen Erich Maria Remarque hat soeben ein neues Werk vollendet, das unter dem Titel “Sunerstition” (Aberglaube) erscheinen soll. Das Buch zu Gesicht bekommt, so kann i eine Art “Aussenseiter” ist. man nicht umhin, dankbar j Vielleicht gibt es unter uns zu sein fuer das Gebotene, I noch Musikli°bhabPr. die sich und die Bemuehungen des | der grossartigen Interpreta- “Instituto de Extensiön Mution dieses Oratoriums unter sical”, durch planmaessige Siegfried Ochs erinnern koen. Auffuehrungen grosser Chor I nen. Im Mittelpunkt fast al- — und Orchesterwerke, wert, i ler oratorischen Werke Haen. volle Kulturarbeit zu leisten, anzu erkennen. Mit dieser musikpaedagogischen Arbeit sind drei Maenner betraut, die durch ihr kuenstlerisches Untergeschrieben war “Ger. i many”. Mensch haste Dir ' Streben eine Garantie bieten veraendert, sagt der Berliner. dels steht das “auserwaehlte, das juedische Volk”. Aber weder in den Oratorien Esther, Deborah. Rsmstin. Saul, Judas Makkabaeus, noch im Oratorium Salomo einzuschraenken begann, snielt im zweiten Weltkrieg in Georg Fr. Haendel der inter-, Deutschland und behandelt nationalste aller Musikschoep., aas Judenschicksal in den fer, dieser Grandseigneur, den i Nazilaegern. die Englaender als ihren * groessten Musiker in An. I Hermann Broch hat vor soruch nehmen und feiern; I seinem Tode die Aufstellung der jedoch in Deutschland! ei?er dreibaendigen engli. geboren und daselbst eine I sehen Ausgabe der Werke von ausgesprochen deutsche mu. I Hugo von Hofmannsthal be. ARO Auch schon Der kleine Joab kommt freudestrahlend aus der Schule, denn er hat eine gute Zensur erhalten. Der Vater schenkt ihm 10 Prutas und fragt ihm: "Was wirst Du Dir dafuer kaufen?” fuer aussergewoehnliche Leistungen. Es ist der Vice-Rector der Universidad de Chile: Domingo Santa Ciruz, der tuechtige Leiter des Univer. sitaetschores: Mario Baeza, und der uns bekannte Dirigent des Sinfonie-Orchesters: Victor Tevah. Sie alle drei haben bewiesen, dass es ihnen Ernst ist um die Bestrebunendet. Der erste Band dieser Ausgabe erscheint Anfang des naechsten Jahres in New York. Der hoffnungsvolle Sproess. j gen einer Musikkultur in un ling: “Staatspapiere!” “Aber, Joab, fuer 10 Prutas gibt es doch keine Staatspa. piere!” “Wieso, Vater? Sind denn Briefmarken keine Staatspapiere?" serer Metropole. Nun soll nicht etwa eine sikal. Erziehung genoss, und trotzdem durch seine koloraturfreudigen Solis dem weltfrohen italienischen Stil sich angeeignet hat, und last not least — in seinen Oratorien sind iemals die Solostuecke i besonders biblische Stoffe a. und Bravourarien zurueckge. I d. ait.°n To^Tnent ais vorlastellt worden zu Gunsten ei- Se benutzt hat. nes m°e<Vh+io»n m/vnnme'"ta-1 Uebrigen weicht Haendel len Chor-Oratoriums. Das. in diesem Werk und seinem Fehlen der Soloarien nach Aufbau und seiner Gestal-1 nen. Die Uebertragung wur. italienischem Muster, war tung, voellig von seiner son. de von Hermann Adler gewohl auch der Grund, dass stigen Gewohnheit ab. Das1 schaffen, das herrliche Werk von den Oratorium besteht nach ver. Londonern am 4. Aoril 1739 schiedenen Abaenderungen „„„ o. bei seiner Erstauffuehrung des Autors nur aus zwei Telj frelu24 gdyS Moses Jedoch abgelehnt wurde. |len, was bei der ausschliess- -Irelung durch Moses. Jedocn In Verlag Oprecht, Zuerich ist unter d°m Titel “Lied vom letzten Juden” die Nachdichtung von Jitzchak Katznel. sons Epos vom Untergang der Juden in Polen erschie. JbfC.lCl.Ulb WU1UC,! »Tfc*o wo* aUöaLllUCöö- I _T- „!- Ausser Siegfried Ochs und J^hen Inanspruchnahme des! Zusammenstellung des . - Felix Mendelssohn-Bartholdy Chores sehr dazu beitraegt,: biblischen ^Textes an die Dar Kritik ueber die Auffuehrung haben sich viele geniale Jue- £ie Wirkungskraft zu erhoe., Stellung sondern mehr an des Oratoriums folgen, das dische Musiker um die Auf-1 hen. Haendel benutzte hierzu (jen 173 uncj jq5 Psalm fuehrung dieses einzigartigen 1 als Grundlage das zweite wuchtige kunstvolle Doppel- Chorkunstwerkes bemueht. .Buch Mose und berichtete choere schildern das Leid des Und es erlangte besondere den Auszug der Kinder Israel (Schluss auf Seite 35) ueberlasse ich anderen, die Kritik ueben muessen. Mir liegt mehr daran die Leser