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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-09-01 · 9 (Septiembre, 1951) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
9 (Septiembre, 1951)
Date
1951-09-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Septiembre, 1951 BOLETIN INFORMATIVO 5 DAS ANDENKEN DES GERECHTEN TRAUERFEIER Anlaesslich des Ablebens des Ehrenpraesidenten Siegmund Freudenthal, veranstaltete die S. C. I. am Sonntag, den 12. August, eine besondere Trauerfeier in der Synagoge, die mit einem Pre und Prosludium ausgefuenrt vom Ehepaar Hirschmann, das sieh aber, mals in denkenswerter Weise zur Verfuegung gestellt hat, umrahmt war. Nach dem Gesang aes Emausch Kechozir hielt der Repraesentanten-Vorsteher i>r. Alfredo May die nachstehend wiedergegebene Gedenkrede, in der sich noch einmal in meisterhafter Form das gesamte Lebensbild des Herrn Siegmund Freuden, thal vor den Augen der Zuhoerer entwickelte. Es folgte dann der Vortrags des Elmole Rachamim und zum Abschluss sprach im Namen des Comité Representativo der Vize-Praesident Herr Moris Israel, der noch einmal die Persoenlichkeit des Verstorbenen in praeg. nanten Saetzen wuerdigte. Mit dem Kaddischgebet klang die Gedenkstunde aus. Siegmund Freudenthal wurde am iu. November iöVl in Tann an aer rtnocn geooren; er naecce aiso, wenn es mm das öcnieKsai vergoennt haette, in diesem Janre seinen achtzigsten GeDurtstag erlebt. ¡sein Eiternnaus in Tann war aas Bna aes guten jueaiscnen Miueismnu.es, in aem die Traaioionen aer Vorlahren gepiiegt una aie Kinuer als gute Juden erzogen wurden. Daoei verschloss man sich nicnt der weit, und wenn sein Vater von aer Leipziger Messe zurueckKam, brachte er das Neue mit, das er araussen genoert hatte. Angesehen war schon aer Vater in aer christlichen Umwelt, ein geachteter Buerger in dieser sogenannten Auiklaerungszeit, und es war der Stolz aer Gemeinde, wenn der Vater als Geschworener nach Hanau an das Gericht berufen wurde. Der Sohn Siegmund besuchte die Juediscne Schule in Tann, daher stammte sein tiefgruendiges Juedisches Wissen und aie Kenntnis der Schriften unseres Volkes, aie uns alle mit solcher Bewunderung erfuellte, uns alle, die wir hier das Giueck und die Ehre hatten, mit ihm und unter seiner Leitung in der Gemeinde und deren Aufbau taetig zu sein. Daneben nat Siegmund Freuden thal sich aus eigener Kraft und aus eigenem Beduerfnis mit der deutschen Kultur und deren Schrifttum vertraut gemacht; es gab ja damats —anscheinend— noch nicht den Gegensatz zwischen der Kultur und der Tradition unserer Ueberlieferung und der des Volkes, in dessen Mitte wir lebten. Er kannte seine Klassiker, seinen Goethe, seinen Schiller und seinen Lessing— und noch im Alter konnte er Wallenstein so rezitieren wie Nathan den Weisen. Schon in jungen Jahren kam Siegmund Freudenthal alsdann nach Eschwege in die Lehre. Nach abgelegter Militaerdienstzeit kehrte er nach Eschwege zurueck, wo er seine Frau kennengelernt hatte. Im Jahre 1898 schloss er mit seiner damals 18-jaehrigen Gattin den Bund fuer das Leben; vor knapp drei Jahren konnten er und seine Gattin das seltene Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Diese Ehe war das Beispiel einer Gemeinschaft zwischen zwei Menschen, die sich gegenseitig ergaenzt und das geschaffen haben, was uns als Ideal vorschwebt: das Haus und die Familie der jue. dischen Menschen, die fuer die Kinder und die Gemeinschaft leben. Vier Kinder sind diesem Segensbund entsprossen, zwei Soehne, die wir alle kennen, und zwei Toechter, aie in Israel leoen; er nauie nocn im vorigen Janr uie none r reuue, seine aenesre Tocuter nucn einmal nier zu senen, aie inre Kitern zu oesueneu aus Israel Kam, wo sie miD einem ivianne verneiraceo isd, aer ein ¡stoiz aes Juuemums isd, aem Lener aer nygieueoeriueraen in Israel. Diese seine Kinuer entstamm Den einem nause, aas in Lscnwege ariseits aas groessue Ansenen genoss. Genau so zielbewusst, wie sicn öiegmuna irreuaentnai aus eigener Krait seine umfassenae Aligemeinouuung erworben bac, genau so tatkraenig baute er sich sein spaetcies neuen aux. Er War Inhaber eines hochangesehenen Geschaextes ln nsenwege una genoss ln honem Masse aie Acnoung seiner Mnouerger. Er war politisch senr interessiert, war öenoene una wurae auren das Vertrauen aer Staat Eschwege zum Leiter aer Allgemeinen Ortskrankenkasse oestent. Es war aamais ja nocn uie ¿eit, ua ein guter Jude glaubte, auch ein guter Staatsouerger una Deutscner sein zu muessen, aa aas öcmagwort von um Synthese zwischen Deutschtum und Judentum selbst einen Pnilosopnen vom weiti runm eines Hermann Cohen una Rabbiners Horowitz s. A. bienaete. Und es ist keine Scnande, zu erwaehnen, aass er wie so viele anaere gute Juden, im Vorstand des Oentraivereins Deutscher Staatsbürger Juedischen Glaubens gewesen ist. Dies um so weniger, als sein Haus zu den ersten zaehlte, wo fuer den Keren Kajemeth und Keren Hajessod gearbeitet wurde. Sprechen wir von der Hochachtung seiner christlichen Mitbuerger, so ist es nur natuerlich, von dem grossen Ansehen und der Liebe zu sprechen, die ihm in seiner naturgegebenen juedischen Umgebung entgegengebracht wurde: 13 Jahre lang bekleidete er das Amt des Vorstehers der Juedischen Gemeinde in Eschwege, mehrmals war er Praesident der Bene Berith Loge, der Julius Bien Loge, er war Delegierter dei Grossloge, er war Mitglied des Landesverbandes der Jue. dischen Gemeinden in Preussen. Dann kam, wie fuer uns alle, der grosse Umbruch; es war ohne Bedeutung, dass er im 1. Weltkrieg als Landsturmmann eingezogen war, wo er im Felde seinem ebenfalls einberufenen Sohn begegnete. Er musste, wie wir alle, das Land verlassen, das er als seine Heimat betrachtet und geliebt hatte, und Siegmund Freudenthal das ihn dann als einen un. erwuenschten und landfremden Schaedling ausstiess. Im Jahre 1937 kamen er und seine Gattin nach Chile. Er gehoerte zu den ersten Vorlaeufern der Einwanderung aus Deutschland, die ja erst 1938.39 voll einsetzte. Es waren damals noch nicnt viele Glaubens, und ScnicKsaisgenossen hier; es fenite an einem geistigen und vor allem religioesen Zentrum, fuer unsere geistigen Bedürfnisse, an der Moeglichkeit, unsere Verstorbenen so zu bestatten, wie wir es von drueoen Kannten. Da war es tsiegmuna i'rcuaemnai, aer zu naechst eine Handvoll Mensenen um sich berief, um den Kern eines Zusammenschlusses zu bilden; 7 oaer 8 Maenner waren es, die er zu sich bat; und es ist eine meiner besten- Leoenserinnerungen, dass er auch mir damals die Enre erwies. Nach Vorbereitungen und Entwuerfen kamen damals etwa 150 Juden in einem kleinen Kaffeehaussaal zusammen und gründeten die unewran — jkuidus- und Bestattungsgemeinschaft. Das Vertrauen der jungen Gemeinschaft berief Siegmund Freudcnthai zu ihrem ersten Presidenten, ein Amt, das er bekleidet hat, bis ihn das zunehmende Alter und die Pflicht sich zu schonen, zwang, dieses Amt niederzulegen. Nie konnte ein verdienter Mann mit groesserer innerer Anteilnahme aller Beteiligten zum Ehrenpraesiaenten gewaehlt werden als er. Es ist nicht unsere Aufgabe heute, die Geschichte der ersten Jahre unserer jungen Gemeinde zu erzaehlen— und doch, diese Geschichte der Gemeinde ist untrennbar mit dem Namen Siegmund Freudenthal verbunden. Wir hatten damals noch keine Raeume ausser der gemieteten kleinen Zimmer oder Saal fuer gottesdienstliche Zwekke. Unsere Sitzungen fanden in unseren Wohnungen statt und er leitete diese Beratungen. Wir sehen ihn vor uns, das Vorbild eines aufrechten und gerecht denkenden Mannes, dessen Meinungen und Entscheidungen fuer uns massgebend waren; wenn er sich in seiner entschiedenen und temperamentvollen Art oft gegen das stemmte, was er als unrichtig oder unbillig empfand, und wie seine vornehme Lebensauffassung immer es verstanden hat, uns dahin zu fuehren, was ihm ueber alles stand — die Entwicklung und der Aufbau unserer Gemeinde. Gehoerte er doch zu den wenigen Ausnahme — Menschen, von denen BEISETZUNG Einer von tiefer Trauer er. fuellte Gemeinde versammei. te sicn am preitag, aen 3. August um Herrn öiegmuna xreudentnal, aem Enieuprae. siaenten unserer Gemeinde aa.s letzte Geieit zu geuen. Nach aem Gesang aes Eimoie raenamim vorgetragen von Herrn Kantor xtuscnin, hielt Herr Rabbiner Lubimer aie Aoschieasanspracne, in aer er unter Anderem ausfuehrte: “Was aie persoenucnkeit aes Verstorbenen kennzeicnnet, ist die Guete, die aus inm stroemte, die Ausgegnchenneit, uie ihn alle o^ouauxunen meistern liess, die unendliche Frieaensiieoe, aie er ueDerah dort bewies, wo Kruemmungen sicn auigetan haoen. Das Leoensiuotlo unseres verehrten und geschaetzten Praesidenten messt sich am treiienasten in die bibiisene Worte kleiden: “Die Furcht des Herrn ist Weisneit, aas Boese meiden, ist Vernunft”. j-fdiid.cn ergrni Herr Dr. Hirschberg, der Praesident der S. C. 1. das Wort im Namen des Praesidiums und Repraesentanten. Kollegiums und wuerdigte eingehend die grossen Verdienste, die der Verstorbene sich waehrend seiner Praesidentschaftsjahre um den Aufbau der Gemeinde erworben hat. In einem Mannesalter, so fuehrte er aus, in dem andere Maenner sicn der verdienten Rune und Müsse hingeoen, stellte Siegmund Freuuentnai sicn ireiwinig in aen Dienst aer jueaisciien Saune, aie inm in seL nem ganzen Leoen sowoni in Deutscniana als aucn hier in Onue immer etwas Nobles una Heuiges bedeutete. Und so verstent es sicn, aass er fuer uns alle ein Gegenstand der hoecnsten Achtung und Verehrung gewesen ist. Kein Titei, Keine Auszeichnung scnmuecKte ihn, aoer groesser ais ane Titel war sein Name, aer in unserer Gemeinde fuer alle Zeiten nocn in Ehren gehalten werden wird. Im Anscmuss daran wuerdigte der Praesident der Bene Herith, Herr Paui Gompertz das Leoen des Verstorbenen, der jahrzehntelang dem Orden angenoert hat und stets bestreut gewesen ist, die hohen Ideale aes Ordens in seinem ganzen Leben zu verwirklieiien. Namens aes Gönnte xte. presentativo sprach anschliessend Herr Rooert Levy und wies daraufhin, dass Herr Siegmund Freudenthal nicht nur im Kreise der “B ne Jisroel”, sondern darueber hinaus in der gesamten Kollektivitaet als eine Persoenhchkeit gegolten hat, dessen Andenken auch in diesen Kreisen weiter leben wird. man sagen darf, dass er keinen Gegner hatte. Im fast vollendeten 80. Lebensjahre hat ihn das Schicksal abberufen — ein langer: Kampf ist ihm Gott sei dankj erspart geblieben; zwei Tage oder drei Tage vor seinem Ableben habe ich ihn noch einmal sehen und sprechen duerfen und geahnt, dass seine Tage gezaehlt waren —allerdings nicht, dass es wirklich nur noch kurze Tage waren. Sein Leben war ein Leben der Pflicht und der Erfuellung — er hat die Krone des Alters erreicht. Ehren wir das Andenken an Siegmund Freudenthal, das in uns fortleben soll fuer immer, dadurch, dass wir ihm nachstreben in seiner Liebe fuer unsere Gemeinde, dass wir persoenliche Gegensaetze oder Meinungsverschiedenheiten zurueckstellen sollen gegenueber dem grossen einzigen Ziel, dem juedischen Ziel des Scholaum. Dann erfuellt sich das Wort unserer Schrift: Das Andenken des Gerechten sei ein Segen. Zionistischer Landeskongress Von Montag d. 23. Juli bis Mittwoch d. 25. Juli und Montag d. 30. Juli fand in Santiago der alljaehrliche Landeskongress der Federación Sionista statt. In diesem Jahre stand dieser Kongress im Zeichen einer bisher selten erlebten Einigkeit unter den Parteien. Einmal erlebten sogar die Anwesenden —allerdings um 2.30 Uhr nachts— eine sehr bedeutende und in die Tiefe gehende Diskussion ueber die Notwendigkeit verstaerkter kultureller Arbeit. Beschluesse wurden angenommen, der Etat beschlossen und am Montag d. 30. Juli wurde die Liste des neuen Direktoriums nach vorangehenden Verhandlungen unter den Parteien dem Kongress vorgelegt und einstimmig gewaehlt: Als Praesident gingen León Gomberoff, Vizepresidenten Samuel Gleiser und Mauricio Faivovich, General-Sekretaer Roberto Arón hervor. Aus unserem Sektor wurden die Herren Dr. Josef Hirschberg, | LUDWIG HAASE | Am 19. Juli starb Herr Ludwig Haase, der in vergangenen Jahren Mitglied des erweiterten Vorstands und spaeter des Repraesentanten. Kollegiums unserer Gemeinde war. Er hat stets mit grossem. Eifer und Interesse an den Aufgaben der Gemeinde mttgearbeitet. Wir sprechen auch von dieser Stelle aus den Hinterbliebenen unser tiefstes Beileid aus.! Direktorium und Repraesentanten-Kollegium der S. C. I. “B’ne Jisroel” Dr. Siegfried Landau und Rabb. E. Loewenstein gewaehlt. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, dass die Exekutive der Federación Sionista im kommenden Arbeitsjahr mit der gleichen Einigkeit an die Loesung der Fragen der zionistischen Bewegung in Chile herangehen wird.

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