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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-09-01 · 9 (Septiembre, 1951) · p. Seite 3

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
9 (Septiembre, 1951)
Date
1951-09-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Septiembre, 1961 BOLETIN INFORMATIVO S (fetfteéWtte/eteéc ¡ i HINWEIS AUF DIE GOTTESDIENSTE AN DEN HOHEN FEIERTAGEN Die Kultuskommission teilt mit: Die Angaben bezgl. der Gottesdienste an den Hohen Feiertagen erhalten unsere Mitglieder gesondert zugestellt. Wer diese Informationen nicht erhaelt, kann sie persoenlich oder telefonisch in unserem Sekretariat reklamieren. Gleichzeitig erinnern wir nochmals an den Verkauf von Synagogenplaetzen in monatlichen Quoten von mindestens $ 1.000.— zum Gesamtpreise von $ 25.000.— Diese Dauerplaetze gelten auch fuer die Zweig-Gottesdienste an den Hohen Feiertagen ohne besondere Gebuehr. 'UNSER HEILIGER SCHARRATH' Joachim Prinz in Chile! Die Mitteilung, dass Joachim Prinz im Aufträge des juedischen Weltkongresses waehrend einer Reise durch die juedischen Gemeinden Südamerikas, auch die Juden in Santiago de Chile be. sucht, muss gerade in unserem Sektor ein besonderes Echo finden. Mit seinem Namen ist die Geschichte des Judentums in Deutschland ab 1933 auf das Engste verbunden. Als Redner erfuellt von Mut und Begeisterung verstand er es, sei es als Rabbiner, sei es als Jugendfuehrer in diesen Jahren der seelischen Not, den juedischen Menschen in Deutschland ihren Spiegel vorzuhalten. Wenn weite Massen den Ruf des nationalen Judentums damals aufgenommen haben, so ist dies wesentlich auch sein Verdienst. Er wagte es, als erster von der Liquidation des deutschen Judentums zu sprechen. Damals waren wir alle entsetzt, weil uns dies unvorstellbar schien. Wie tragisch —sicher auch gegen seinen eigenen Willen— hat die Geschichte ihm Recht pre geben! Wenn Joachim Prinz uns heute unter so gaenz’ich anderen Umstaenden besucht, sn erwarten wir von ihm wie. derum ein wegweisendes Wort der Begeisterung. t Baruch Haba Generalversammlung des Comité Representativo Am Dienstag d. 3. Juli fand die alljaehr liehe Generalversammlung des Comité Representativo de la Colectividad Israelita statt. Nach den Rechenschaftsberichten des Praesidenten Isidoro Dimant und des Schatzmeisters Hans Bab, die einstimmig angenommen wurden, ging die Versammlung an die Wahl der neuen Exekutive des C. R. Gewaehlt wurden u. a. die Herren: alsPresident Isidore Dimant, Vizepresidenten Leon Rosenthal und Morris Israel, General-Sekretaer Roberto Levy. Ausserdem traten aus unserem Sektor noch die Herren Kurt Ehrmann und Egon Rosenfeld (fuer das Centro Sionista Dr. Ebstein in Concepción) ein. Wir hoffen, dass das C. R. auch in Zukunft fuer die Wuerdeund das Ansehen unserer Kollektivitaet arbeiten wird. Her zl-Bialik-F eier Am Dienstag, d. 24. Juli fand eine gemeinsam von der Gemeinde und der Union Sionista vorbereitete Herzl-Bialikfeier statt. Die als Veranstalter zeichnenden Institutionen hatten sich alle Muehe gegeben, um diese Gedenkstunde zu einem Erlebnis fuer die Teilnehmer werden zu lassen. Diese Absicht gelang auch bei den leider in nicht allzu grosser Zahl Erschienenen. Nach Begruessungswor. ten von Herrn Rabbiner E. Loewenstein spielte tiefempfunden Hans Loewe auf dem Cello, von Herrn Isaac Gold. i stein auf dem Klavier begleitet, das alte juedische Volkslied: "Mein Gott, warum hast Du mich verlassen”. Herr Egon Rosenfeld erzaehlte uns in hochinteressanter Darstellung von den Kaempfen die Theodor Herzl wegen des Ugandaprojektes innerhalb der zionistischen Bewegung durchfuehren musste. I Israel Farba sang begleitet von Herrn I. Goldstein klangvoll und mit Leidenschaft 3 i jiddische Lieder, die von den Anwesenden begeistert aufgenommen wurden. Herr Ben Kopfstein erzaehlte von den! beiden Dichtern unserer Me. dinat Israel Abraham Schlon- ’ky und Nathan Altermann, die von Ch. N. Bialik beeinflusst, dem neuen Leben Israels dichterischen Ausdruck geben. Zum Schluss spielte das Quartett von Hans Loewe mit Magdalena Gdvocz, Raiil Martinez und Isaac Goldstein 3 Saetze aus dem Brahms’ sehen Quartett Op. 30, die vom Publikum - dankbar aufgenommen wurden. Mit dem Gesang der Hatikwa endete diese sehoene Feierstunde, die einen Hoehepunkt in unserer Kulturarbeit darstellt. Redaktionsschluss am 10. Vortragsreihe "Juedische Denker" Auf Grund des Erfolges, den die Kulturkommission unserer Gemeinde im vergangenen Jahr mit ihrer Vortragsreihe “Die Weltreligionen und ihre Stifter” bei unseren Mitgliedern hatte, beschloss sie, auch in diesem Jahr eine solche Vortragsreihe mit dem Thema “Juedische Denker” zu veranstalten. Am Donnerstag, den 16. August, hielt Herr Erich Sachs den ersten Vortrag ueber “Spinoza”. Auch dieses Mal enttaeuschten uns unsere Mitglieder nicht. Nach Begruessungsworten des Herrn Alfred Feldmann namens der Kulturkommission der Gemeinde, legte Herr Sachs in seiner uns schon aus vielen Vortraegen bekannt fluessigen und anschaulichen Art das philosophische System Spinoza’s dar. Ausgehend von dem System des Philosophen Cartesius und dem festen Punkt seines Denkens “Cogito Ergo Sum” —ich denke also bin ich— kam der Redner dazu, die mathematische Methode Spinoza’s zu charakterisieren, vermittels derer er zu einer einheitlichen Weltauffassung zu gelangen sucht. Spinozas Gottesbegriff, Substanz und Attribute, die sich aus seinem System ergebende Ab’ehnung der Willensfreiheit, die erhabene Ethik Spinoza’s wurde behandelt. Im Anschluss daran unterzog Herr Sachs die Grundlagen des Systems Sninoza’s einer kritischen Untersuchung, wobei er zur Ablehnung der Annahme einer Causa Sui und des Substanzbegriffes mit sei. nen Attributen Ausdehnung und Denken auf Grund der Kategorienlehre Kants gelangte. Es wurde jedoch festgestellt, dass wir Spinoza aus der philosophischen Situation seiner Z.it heraus versfher muessen. Der Denker Spinoza ist —trotz seiner Einsankeit— ein wichtiger Stein im Denkprozess der neuzeitlichen philosophischen Entwicklung. Zum Schluss wurde untersucht, in wie weit Spinoza in eine Vortragsreihe juedischer Denker hineingehoert. Trotzdem er im Sinne des juedischen Religionsdenkens kein Jude war, wirkt in ihm die juedische Erbmasse, und darum sind wir berechtigt, ihn als juedischen Denker zu betrachten. Rabbiner Loewenstein dankte dem Redner fuer seine mit grossem Interesse und lebhaftem Beifall aufgenommenen Auszehrungen. Er glaubte jedoch ueber die Schlussausfuehrungen hinausgehen zu muessen und in dem Gottesbegriff Spinoza’s selbst den juedischen Schoepfergott in seiner Allmacht wiederzufinden. Allerdings fehlt bei Spinoza die Antinomie, die den juedischen Gottesbegriff charakterisiert. der Gott der juedischen Einzelseele. Auch wesentliche Motive seiner Ethik, so wie die “Amor dei intellec. tualis” stammen aus juedischem Gedankengut. Der Bann der Amsterdamer Juedischen Gemeinde sei ausgesprochen worden, weil Spino- Den Schabbath, den unse-1 re Weisen als den kostbarsten Edelstein bezeichnen, sollen wir nach dem Gebote der To. rah heiligen und hueten. Wer von uns hat nicht bei den Betrachtungen ueber den Schabbath das Eltern— oder Grosselternhaus vor Augen, wo schon am “Erew Scnabbath” dem Ruesttage, das juedische Haus mit der Umstellung auf den heiligen Schabbath begann. . Hierbei sei nur das Wichtigste erwaehnt: Weder Reise noch Geschaef. te wurden unternommen, die bis in den Schabbath hinein in Anspruch nehmen koennten, einfache Mahlzeiten wurden am Ruesttage eingenommen, um die Lust und Freude am Schabbathgenuss nicht zu verringern. Fruehzeitig begannen die Hausfrauen ihre Mahlzeiten herzurichten, wobei ihnen auch der Hausherr behilflich war, ferner das Reinigungsbad—, die Bartpflege und die Feiertagskleidung. Alles wurde mit religioesem Eifer und Sorgfalt vorbereitet. Vor Eingang des Schabbath wurden die Schabbathlichte von der Hausfrau mit einem Segensspruch feierlich entzuendet. Nach der Heimkehr aus dem Gotteshaus wurden die Kinder mit Handauflegen gesegnet und der Schabbath mit dem Gesang “Schalom alechem” begruesst. Alsdann wurde vom Hausherrn der Kiddusch, die Zeremonie der Schabbathweihe im Hause verrichtet, ferner vor dem Essen das Waschen der Haen. de, Mauze machen, und nach dem Essen das Tischaeb't; als Ausdruck der Schabbathfreude wurden zwischen den einzelnen Gaengen Semiroth gesungen u. s. w. Mit dem Beginn des Schabbath soll der juedische Mensch die Welt der Materie verlassen und sich in die Wel‘ des Geistes begeben. Wie Gott nach dem sechstaegigen Schoepfungswerk so sollte auch der Mensch nach der sechstaegigen Arbeitswoche ruhen, weil der Mensch berufen ist ln den Wegen Gottes zu wandeln und das Tun Gottes nachzubilden. Im 2. Buch Mose, Kap. 31 heisst es: “Nur huetet meine Schabbathe, denn das ist zwischen mir und euch fuer alle Eure Geschlechter das Zeichen um zu erkennen, dass ich Gott auch heilige”. Der Schabbath mit seiner weih» und Wonne wird a’s Vorahnung und Vorgeschmack kuenftiger Seligkeit empfunden: und hierbei get.t» ich mir ein an Satz zu zitieren aus einer Rede, die ich 1930 auf dem Kongress des Weltverbandes Schomre- Schabbos gehalten, dessen za das Lebenssystem des juedischen Volkes untergrub und so die national.religioese Fortexistenz gefaehrdete. Wir duerfen ihn heute, trotz des Gegensatzes, in dem sich Spinoza zu uns befunden hat als einen Unserigen betrachten. Loewenstein. Mitbegruender und Praesidiumsmitglied ich war: “Wir alle, die wir den Schabbath hueten, wissen was der Schabbos in uns ausloest und darum muessen wir bestrebt sein, alles zu tun, um unseren Bruedem und Schwestern in der Welt, welche noch nicht die Hoehe erreicht haben, Moeglichkeiten hierfuer zu schaffen, damit sie alle teilhaftig werden des Glueckseligkeitsgefuehls und der inneren Zufriedenheit, die wir empfinden!!” Im uebrigen ist der Weltverband Schomre Schabbos wieder neu aufgelebt mit dem damaligen Praesidenten Rabbiner Dr. Samuel Gruenberg jetzt Tel-Aviv. In diesem Zusammenhänge sei auf folgende Stellen hingewiesen: 1) Jeremía Kap. 17: “Wenn ihr aber nicht auf mich hoeren werdet, den Sabbattag zu heiligen und am Schabbathtage nichts aus— und einzutragen durch die Tore Jerusalems, so zuende ich Feuer an seine Tore und es verzehrt die Palaeste Jerusalems und es verlischt nicht”. 2) Jesaias 24: “Es trauert, es welkt die Erde, so lange geknickt ist und welk die Welt der Menschen. Aber den neuen Himmel und die neue Erde bringt Gott wieder, sobald der Schabbathgeist seine Siege gefeiert, und “mit jedem Neumond” und jedem Sabbath alle Menschheit kommt mich anzubeten, spricht Gott!” Wir muessen durch unser Vorbild die Schabbathfeier zum Seelen— und Herzensbeduerfnis unserer Kinder machen. Die Heiligung, Weihe und Veredlung, welche die Beseeligung des Schabbath jedem juedischen Gemuet bringt, wird das Werk unserer Erziehung kroenen. Wir, die wir das grosse Glueck haben die Erneuerung des Judentums zu erleben, unseren juedischen Staat mit aufbauen zu duerfen, sollten auch die Zeichen unserer Zeit verstanden haben, was besonders das juedische Haus und die Kindererziehung betrifft, alles in echt juedi'chem Geiste zu gestalten. Hierzu mahnen uns ganz besonders die bevorstehenden ehrfurchtgebietenden Tage, den Weg zur Rueckkehr zu Gott anzutreten. Der Schabbath gehoert zu den Hauntsaeulen fuer die Erhaltung des Judentums, er ist ein Quell des Segens, ein Tag der Ruhe und Heiligung. “Hueten wir unseren kostbarsten Edelstein, den heiligen Schahhath”. Heimann Abrainczyk Der naechste Vortrag in der Reihe “Juedische Denker” findet am Donnerstag den 13. September abends 9 Uhr statt. Es spricht Herr Rabbiner M. Lubliner ueber “Jehuda Halevi und Moses Maimonides”.

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