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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-06-01 · 6 (Junio, 1951) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
6 (Junio, 1951)
Date
1951-06-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 9 MONATSSPIEGEL: Jom Ha'aizmauih Aviv fand im Stadion von Ramat Gan vor 70.000 Personen eine grosse Hagana-Parade statt; in Rechowot vereinigten sich die Teilnehmer eines vleltausendkoepfigen Fackelzuges vor dem Hause des Praesiaencen weizmann und in allen Staedten und Plecken des Landes fanden begeisterte Volkskundgebungen statt. Neu war die Teilnahme zahlreicher juedischer Delegationen aus der ganzen Welt; besonders stark war die italienische und die jugosla- (Von Seite 7) wische; auch Chile war vertreten. Grossen Anklang fand auch der sogenannte “Zug der Errungenschaften”: eine Auto-Karawane, die korsoartig die ganze Kueste entlangfuhr und die Fortschritte der drei ersten Jahre der Freiheit Israels zur Schau stellte. Darunter befanden sich die ersten in Israel hergestellten Kaiser-Automobile, eine Ausstellung des Haifaer Hafens, der 520.000 Einwanderer und 3 Millionen Tonnen Ladungen ausgeschifft hat und eine Miniatur des Kurortes Naharia. Die Volksseele kochi immer noch Immer wieder meldet die Tagespresse von Vorfaellen, die symptomatisch dafuer sind, wie wenig sich an der Einstellung der Deutschen seit den 12 Jahren der 1000jaehrigen Herrlichkeit geaen. dert hat. So wird aus Frankfurt gemeldet, dass es bei der Auffuehrung des diskutierten franzoesischen Filmes “Manon” (siehe “B.I.” vom Juni v. Js.) zu antisemitischen Kundgebungen kam. Und zwar kam es bei den Stellen des Films, da wehrlose juedische Einwanderer in Palaestina von bewaffneten Arabern niedergemacht werden, zu Freudengejohle und Jutaelbezeugungen. Die “missverstandene” Absicht des Regisseurs war es, Mitleid zu erregen. Ein in der “internationalen” Festspielstadt Salzburg stattgefundener Skandal hat groessere Proportionen. Im Gegensatz zu anderen “demokratischen” Gemeindeverwaltungen, erlaubte die dortige die Vorfuehrung des Films “Die unsterbliche Geliebte”, Kriegs-Schulden In diesen Tagen sollen in Bonn die Unterredungen ueber die Abtragung der deutschen Kriegsschulden beginnen. Nach UP. Meldungen handelt es sich um saemtliche “kommerzielle, private und Bankschulden der Vorkriegszeit” an alle alliierten Staaten des Westens —Russland und die Volksdemokratien haben sich in Ostdeutschland bereits schadlos gehalten-. Um die Auszahlung zu ermoeglichen, (soll Washington angeblich im PrinziD dazu bereit sein, die Nachkriegsschulden (Marshall - Plan) einstweilen zu stunden. Die Meldung klingt nicht guenstig, was die israelischen Ansprueche anbetrifft. E r. stens einmal sind diese offensichtlich nicht in der einstweilen genannten Schuldenlast —tausend Millionen Dollar— enthalten, da sie allein um 50% hoeher sind als diese Summe. Sodann ist das Wort “Vorkriegsschulden” zweideutig: und die Kriegsschulden? Schliesslich: ist Israel als alliierte Westmacht anzusehen? Bonn ist nicht der Platz und die Regierung Adenauer nicht der Partner, um unsere Ansprueche klarzustellen. Bei der formellen Konferenz in London, die den Bonner Vorbesprechungen folgen soll, wird aber Israel wohl zur Stelle sein, um den Deutschen klar zu machen, dass sie nicht nur “im Prinzip” fuer das gestohlene Gut aufzukommen haben, sondern auch in der Praxis. dessen Regisseur der Nazi- Filmmann Veit Harlan —Urheber des Leinwand-Machwerks “Jud Suess”— ist. Als einige Hundert Juden, Sozialdemokraten und ehemalige Konzentrationslager-Haeftlin. ge protestierten, liess die Obrigkeit schwerbewaffnete Polizei auf sie los, die diese erste Gelegenheit seit 1945, auf “unliebsame Elemente” loszugehe n, blutig ausnuetzte. Wenn uns die Erinnerung nicht truegt, gaben sich die Nazis 1936 anlaesslich der Olympischen Spiele in Berlin grosse Muehe, Ausschreitungen zu vermeiden, um dem Ausland gegenueber vor die teutonische Fratze eine zivilisierte Maske zu haengen. Die Festspielstadt Salzburg, treu der Parole “deutsch ist die Ostmark”, hat solchen Schwindel nicht noetig. Denn wenn noch irgend ein Jude Lust haben sollte, Salzburg zu besuchen, so sei ihm hiermit kund getan, dass Salzburg keine Lust hat, ihn zu empfangen. Wahlen in Niedersachsen Das Ergebnis der kuerzlich in Niedersachsen stattgefundenen Wahlen wird von der Weltpresse im allgemeinen als symptomatisch angesehen. Wie bekannt, hat sich dabei die allgemeine Tendenz bestaetigt, wonach die C. D. U. des Kanzlers Adenauer ihre Mehrheitsposition zugunsten der Sozialdemokraten einbuesst und ausserdem die “alten Kaempfer” wieder zur Fahne zurueckfinden. 20% der Stimmen vereinigten die Nazis, die unter der Fuehrung des Hitler - Generals Remer unter dem Namen “Sozialistische Reichs-Partei” und mit dem Programm Gottfried Feders agieren, auf sich. Die Regierung Adenauer hat daraufhin ihre Absicht kundgetan, das Anwachsen dieser Nazi-Partei energisch zu bekaempfen. Sehr verstaendlich: wo sollte es auch hinfuehren, wenn nach und nach alle “Experten” desertieren und offen Farbe — schwarz-welss-rot— bekennen wuerden? ATSCHEKA Aus dem Bericht der amerikanisch-iuedlschen Erziehungskonferenz geht hervor, dass in U.S.A. fuer das Schuljahr 1951 700 juedlsche Lehrer fehlen. In allen Lehrerseminaren der U.S.A. werden in dieser Periode nur 85 Studenten ihr Studium beenden. 600 Schulklassen bleiben ohne Lehrer. * OLIM AUSDEMJEMEN Margarete Tumovsky-Pinner Alter Jemenite. Handwerk, das ist Fuerstentum. Diese selbstaendigen Handwerker haben ihre Ar. beit abgeschlossen, wenn es ihnen passte, meist um die Mittagszeit. Dazu sind sie in Arbeit und Leben unbedingte Individualisten. Nichts ist ihnen fremder als Kooperativwesen, und ausserhalb der Knesseth gab es keinerlei Form gesellschaftlicher Zusammenarbeit. Dass sie sich ueberhaupt hier den neuen Bedingungen fuegen, ist die Folge einer st a r k e n Anpassungsfaehig. keit, die sie auch begierig macht, zu lernen. Worunter sie hier mehr leiden, was sie mehr enttaeuscht als schwere Lebensbedingungen, das Ist die Tatsache, dass sie als Menschen einer niedern Klasse angesehen werden. In Jemen hatten sie. auch nach ihrer gesellschaftlichen Herabsetzung. das Bewusstsein einer hoeheren Kultur a's ihre Umgebung. In den letzten zwei Generationen trat eine Verarmung ein, aber die aeus. sern Umstaende waren noch immer besser, als in den andern arabischen Laendem, das Essen war weit reicher und reichhaltiger als hier. Aber die auf den Koran gestützte Gesellschaftsordnung Jemens verlangte von dem Juden, dass er in allem Aeus. sern niedriger sei als der Moslemite: in Haeuserbau, in der Kleidung, im Gespraech, in der Haltung. Dieser Erniedrigung wollten sie entgehen, als sie nach Jisrael kamen. In der Diskussion wurde von den Fuersorgerinnen aus ihrem taeglichen Umgang mit Jemeniten Manches ergaenzend gesagt und fuer Vieles eine Erklaerung verlangt. Als ein Fuersorger sagte: “Ich wuenschte zu wissen, wie die Jemeniten uns Aschkenasim und sich selbst hier sehen”, antwortete Prof. G o i t e i n laechelnd: “Das kann ich Ihnen sagen. Sie amuesieren sich ueber uns; aber sie amuesieren sich auch ueber sich selbst”. (“M. B”) Wie sehr mangelnde Kenntnis vom Wesen der Einwanderungsgruppen zu Haerten und zur Vergeudung von Kraeften fuehrt, wurde deut. lieh durch zwei Vortraege ueber die Juden aus Jemen, im Kreis der Sozialarbeiter. Umfassende und staendig fortgefuehrte Studien lagen dem Referat Prof. Goitein’s, Kindheitserinnerungen und erneute, durch langen Abstand geschaerfte Beobachtungen auf Reisen in Jeman dem Joseph Zadoks zugrunde. Diese Vortraege waren so instruktiv, so lebensvoll und warm, dass es mir wichtig scheint, wenigstens Einiges von dem Gehoerten weiterzugeben. Man glaubt hier, den Juden Jemens am wenigsten Unrecht damit zu tun, wenn man sie zwingt, lange in Zeiten zu wohnen und Schwarzarbeit zu machen. Man sagt: “Diese proletarischen Juden aus Arabien sind ja primitivstes Wohnen gewohnt”. In diesem kurzen Satz sind drei Irrtuemer: die Juden aus Jemen sind keine “Lumpenpro letarier”, wie sie uns nach der muehsamen Reise und in unpassenden alten, gespendeten Kleidern erscheinen. — Das Land Jemen ist ein alpines Gebiet, mit starken Winterregen und intensiver Land. Wirtschaft, in Art, Kleidung, Gesellschaftsaufbau Indien aehnlicher als den arabischen Wuestenlaendern. Und endlich: es ist ein Land alter Wohnkultur. Jede der jemenitischen Familien, der doerf. lichen ebenso wie der staedtischen, hat ein eigenes, ge. raeumiges, oft mehrstoecki. ges Haus gehabt. Die Eigenart der jemenitischen Alijah erklaert sich aus der jahrhundertelangen Absonderung dieser kleinen jue dischen Gemeinschaft von allen uebrigen Zentren juedischen Lebens, die immer in irgendeiner Verbindung miteinander standen und sich untereinander vermischten Hinzu kommt der Gesellschaftsaufbau in Jemen. Es entwickelte sich dort ein Kastensystem, und die Juden, die urspruenglich zu den An gesehensten des Landes gehoerten, wurden zu Parias, denen das Hauratgewerbe der moslemischen Jemeniten, der Landbau, verboten Ist. Dies Gesetz wurde hier und da ue_ bertreten; doch machte es die Masse der Juden zu Handwerkern. Sie sind Silberschmiede, Schneider. Sticker Schuster, Lederarbeiter, Korb. Rechter etc. Sie wohnten zerstreut, in 1.000 verschiedenen Ortschaften, und da die Meisten herumwandernde Hand werker waren, schien es zweekmaessig. dass sie zwei oder auch mehr Faecher beherrschten. Es gab keinen einzigen Juden in Jemen, der nicht arbeitete: denn Be. sitz war ungewiss; nur Koennen galt. So sind sie fleissig. handgew.hlekt. knennen die verschiedensten Techniken. Nur was si° o-rade nicht knennen da«! ist die Arbeit mit der TU. riah. Dnrt waren sie Meist°r. hier sollen sie ungelernte Ar beiter sein. Und woran sie auch nicht gewoehnt sind das sind feste Arbeitsstunden. “Melacha Melucha” — Der Praesident der Zionistischen Organisation in Amerika hat einen Preis von $ 2.000 fuer die beste Arbeit mit dem Thema “Beziehungen zwischen Israel und dem amerikanischen Judentum” ausgesetzt. * Die Jewish Agency in Amerika trifft Vorbereitungen zur Ueberfuehrung der sterblichen Ueberreste von Naftali Herz Imber, dem 1909 in dem U.S.A. verstorbenen Komponisten der Hatikva, nach Israel. * Im Pariser Theater “Antre. na” wird eine chassidische Operette “In Rabbis Hof” mit grossem Erfolg aufgefuehrt. Shiberu Nishiyama, ein 23jaehriger japanischer Wissenschaftler erhielt einen Lehrauftrag an der Universitaet Tokio fuer Zionismus und juedische Kultur. Nishiyama ist zum Judentum uebergetreten. * In México leben zur Zeit 23.000 Juden, fuer die 9 juedische Zeitungen erscheinen. * Das American Jewish Com. mittee hat festgestellt, dass im Jahre 1950 insgesamt 75.000 Juden die Laender Osteuropas legal verlassen haben. Seit dem Jahre 1946 sind ungefaehr eine Viertelmillion aus diesem Laendem ausgewandert.

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