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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-06-01 · 6 (Junio, 1951) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
6 (Junio, 1951)
Date
1951-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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REDACCION. S.C. 1. B'NE JISROEL AV. PORTUGAL 610. TEL. 33096 CASILLA 2487, SANTIAGO * CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA “B'NE JISROEL" Año XII — N.o 6. SANTIAGO DE CHILE Junio, 1951 Bubb. E. I. Loewenstein FREIHEIT - TORAH Vor 7 Wochen haben wir Pessach gefeiert, das Fest der nationalen Geburt unseres Volkes. Es schien uns in den letzten Jahren so zeitnah, Ausdruck unseres eigenen Freiheitsgefuehls, das unsere Generation erfuellt. Vor wenigen Wochen jubelten wir am Jom Haazmaut ueber die wiedererkaempfte Unabhaengigkeit Israels. Jetzt feiern wir Schawuoth, das Fest der Botschaft vom Sinai. Drueckt auch dieses Fest aus, was wir in diesen Tagen der nationalen Befreiung unseres Volkes empfinden? “Sieben Wochen sollst Du Dir zaehlen! Vom Ansetzen der Sichel am stehenden Getreide sollst Du beginnen sieben Wochen zu zaehlen. Und Du sollst dann feiern ein Wo. chenfest dem Ewigen, Deinem Gott”. (Dewarim. Kap. 16,9). Bei keinem anderen Fest in der Bibel finden wir eine solche Anordnung, eine solche Die junge Generation ist zur Verbindung zweier Feste Scholle zurueckgekehrt. durch Zaehlen. Und schon Erntefest Wallfahrtsfe.>v Schawuoth: “die Zeit, da unsere Lehre gegeben wurde”. unsere Weisen fragen, was es mit diesem Zaehlen von Pessach bis Schawuoth fuer eine Bewandtnis habe. Pessach- Seman Cherutenu, die Zeit unserer Freiheit, das Fest, das wir feiern zum Andenken an die Befreiung aus der Sklaverei Aegyptens, Schawuoth- Seman Matan Toratenu-die Zeit als uns die Toraham Sinai gegeben wurde, in welchem inneren Zusammenhang stehen sie? Unsere Weisen geben folgende Antwort: Als Gott sich Mosche am Berge Choreb offenbarte und ihm die Sendung erteilte, sein Volk aus Aegypten zu fuehren, da gab er ihm das Zeichen: hast Du aber das Volk aus Aegypten herausgefuehrt, dann werdet ihr mir dienen an diesem Berge und zwar fuenfzig Tage nach dem Ausluge (Schemot 3,12). Als die Kinder Israel nun hoerten. dass sie nach 50 Tagen die T o r a h bekommen sollten, zaehlten sie erwartungsvoll jeden Tag bis Schawuoth. Der Auszug aus Aegypten erhaelt also durch den Sinai erst seinen erhabenen Abschluss. Ohne den Sinai waere dieses Volk, das eben erst eine Horde von Sklaven gewesen war, ohne inneren Zusammenhang, ohne Kultur gewesen und waere wahrscheinlich den Weg seiner vorderorientalischen Brueder wie Amon, Moab usw. gegangen, von deren geschichtlicher Existenz uns heute nur die Bibel und bestenfalls noch Inschriften auf ausgegrabenen Steinen kuenden. Diesem Tage am Sinai verdankt Israel die moralische Kraft, die den anderen Voelkern fehlte und die sich in all den Jahrtausenden unserer Geschichte als staerker erwiesen hat als alle aeussere Gewalt, mit der diese gegen Israel anzukaempfen versuchten. Die Kraft, die fuer Israel zu allen Zeiten vom Sinai ausging, hat sich als maechti. ger erwiesen als die groessten Voelker, die ihre Schrecken ueber die Erde verbreiteten. Sie hat den Sieg errungen ueber alle feindlichen Maechte, ueber alles Heidentum, das bis in die moderne Zeit hinein die Ideale, die von diesem Berge ausgingen, zu vernichten suchte. In seiner Jahrtausende waehrenden Geschichte hat Israel sich so mit seiner Torah identifiziert, dass unsere Weisen mit Recht sagen konnten: Gott, Israel und die Torah sind eins. Die Torah wurde Sinn und Lebensgrundlage des juedischen Volkes, und sie wurden zu einer unzertrennbaren Einheit. Ohne diese Torah waere es seines Lebensinhalts beraubt worden. Es hat an durchaus ernstgemeinten Versuchen zur Abaenderung dieser Tatsache in unserer Geschichte nicht gefehlt. Weder in alter noch in neuer Zeit- Stets gab es Volksteile, die Schawuoth nicht nach juedischer Ueberliefe. rung gefeiert haben und auf die Traeger der Ueberlieferung mit Verachtung blickten. Aber gebrochen wurden immer nur die, die diesen Versuch machten. Sie wurden zu geschichtlicher Bedeu. tungsiosigkeit verurteilt. Denn uns aber auch jene Verpflichtung vor Augen, die den geistigen Fuehrern unseres Volkes besonders in unseren Tagen auferlegt ist. Nach zwei Jahrtausenden der Galuth, nach zwei Jahrtausenden des Kampfes um die Erhaltung der nationalen Existenz, in denen “der Zaun um unsere Torah” der Rettung unseres Volkes gedient hat, muessen erneuernde Kraefte, schoepferisches Leben von ihr aufs Neue ausgehen. Waehrend dieser Jahrtausende sangen wir mit jenem Psalm: Wie koennen wir singen das Lied des Ewigen auf fremder Erde? Wir waren damit beschäftigt, die Einheit Israels auf fremder Erde zu sichern. Wir hatten unsere Zukunft zu sichern. Heute kehrt mit dem juedischen Volke auch unsere Torah wieder in unsere Dies Fest gehoert der Jugend. jeder lebende Organismus hat seine Lebensbedingungen. Oh. ne deren Erfuellung geht er zu Grunde. Lebensbedingung des juedischen Volkes ist die Torah. Sie allein gibt ihm seinen einmaligen Charakter in der Welt und sie allein hebt es heraus als das Am Segulo, als das unter allen Voel. kern herausgehobene Israel. So hat das Schawuothfest gerade in diesen Tagen nationaler Begeisterung den Sinn, uns im Geiste wieder an den Sinai zu fuehren, um uns die Wahrheit j enes Gedankens vor Augen zu fuehren, dem der mittelalterliche Denker Sadia Gaon Ausdruck gegeben: Israel ist nur ein Volk durch die Torah. Diese Erkenntnis f uehrt i Heimat zurueck, sie soll zur Grundlage der Lebensgestaltung kuenftiger Generationen unserer Volkes auf eigener Erde werden. Damit ist sie nicht nur die Quelle unseres Glaubens an den Einen, den Befreier und Erloeser, den Weltengott, der die Menschen in seinem Ebenibilde geschaffen hat: sie ist nicht nur eine Lehre von der Gleichheit alles dessen, was Menschenantlitz traegt, sie ist nicht nur Lebensgrundlage fuer die geistl. ge Einheit unseres Volkes, sondern sie verlangt auch den gerechten und sozialen Aufbau der Gemeinschaft. Die Torah muss1 dieQuelle fuer jenen Staat werden, von dem Generationen juedischer Men- (Schluss auf Seite 5) t

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