Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIII (1951)
- Issue
- 5 (Mayo, 1951)
- Date
- 1951-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 7 genwaertigen Inseratenpreise keineswegs i m Verhaeltnis zu der Ausgabenerhoehung gesteigert worden sind. Wir legen trotzdem hoechsten Wert auf dieses Bindeglied zwischen der Gemeindeleitung bezw. Verwaltung mit unseren Mitgliedern, denen die Zeitung nach wie vor gratis zugestellt wird. Wir muessen daher im Interesse dieses Kultur- und Informations- Blattes ein De. iizit auf uns nehmen, d.as den Fehlbetrag von $ 60.000.— im vorigen Jahre noch uebersteigen wird. KULTUR-ARBEIT An Kulturveranstaltungen, ueber die jeweils in unserem Gemeindeblatt berichtet wur. de, erwaehne ich die Feier des * Jom Haazmauth am 22. April v. Js., den Vortrag von Frau Dr. Zahler ueber “das neue Vertretergesetz”, den Vortrag des Herrn Abraham Drapkin, Director der Sección Latino- Americana im israelischen Aussenministerium ueber “El Estado de Israel, hoy y ma¬ ñana”, die Herzl-Bialik-Feier am 6. Juli —die beiden letzteren Veranstaltungen zusammen mit der Unión Sionista— eine Vortragsserie ueber Religionen und ihre Religionsstifter. Es sprechen hierbei: Rabbiner Lubliner ueber “Judentum”; Erich Bry ueber “Christentum”; Gert Leisersohn ueber “Islam”; Dr. Julio Plaut ueber “Buddha”; Rabbiner Loewenstein ueber “Die religioese Situation unserer Zeit”. Diese besonders interessante und wertvolle Vortragsreihe hat nach dem ve r h a e 11nismaessig guten Besuch zu urteilen, die Anerkennung weiter Kreise unserer Mitgliederschaft gefunden. Am 20. August fand ein Gesangs, und Instrumental - Konzert statt und am 14. Dezember der Vortrag des Universitaetsprofessors don Carlos Vergara Bravo ueber “La Política Social y la Intervención del Estado”. Am 9. November hielten wir in d.er ueblichen Form die Gedenkstunde fuer die Opfer der Nazis und die in Europa verbrannten Synagogen. Am 28. Maerz d.Js. schliesslich begingen wir zusammen mit Wizo, Unión Sionista und Forum die Feier des 50-jaehrigen Bestehens des K.K.L. Meine Damen und Herren, wir sind uns alle dessen bewusst, dass es eine Strapaze und oft ein physisches Opfer ist, nach einem anstrengenden Tagewerk noch am Abend den Weg ins Gemeindehaus zu machen und dabei die katastrophale Passagierbefoer. derung ueber sich ergehen zu lassen. Und doch gestatte ich mir die Anregung, mehr an unseren kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen, bei denen Sie in den meisten Fael. len durch den kulturellen Gewinn, den Sie mitnehmen, fuer die koerperlichen Strapazen belohnt werden. Sonniagssammlung Ueber unsere ‘“Emergencia Judía en todo el Mundo” ist in der vorletzten Nummer un. seres “Boletín Informativo” ausfuehrlich gesprochen worden, und der Erfolg ist nicht ausgeblieben. Es haben sich eine ganze Reihe Jugendlicher zur aktiven Mitarbeit geméldet, wenn auch noch nicht so viele, dass wir jede Blockliste vergeben konnten. Darum bitten wir Sie auch heute, soweit Sie es noch nicht getan haben, Ihre Kinder zwischen 13 una 20 Jahren zur Sammeltaetigkeit fuer dieses soziale und erzieherische Hilfswerk zu veranlassen. Aber noch um eins bitten wir: bei dem Besuch der Kinder bedenken zu wollen, dass sie eine ehrenamtliche und, freiwillige Taetigkeit ausueben und einen Anspruch darauf haben, entsprechend empfangen zu wer. den. DAS GEBAEUDE Unser Haus ist noch nicht fertig, wenn auch nicht mehr viel fehlt. Natuerlich haben sich schon gewisse Fehler herausgestellt, um deren Abstellung wir bemueht sind. Schon fehlen uns Raeume. Darum haben wir, wie Sie sehen, den hinteren Teil dieses Saales durch einen Abschluss abgetrennt und dadurch einen kleinen Salon geschaffen, bei dem wir nicht nur Licht, sondern im Winter auch Heizung einsparen werden. Des weiteren ist eine Roliwand in Auftrag gegeben, die d,ie obere Galerie an der Balaustrade abschliessen wird. Dadurch wird ein Auditorium geschaffen, das fuer Vertrage und andere Kultur-Veranstaltungen Verwendung finden wird; auch der letzte Anstrich wird in allernaechster Zeit vor sich gehen. So hoffen wir, meine Damen und Herren, dass sich auch diejenigen Mitglieder, die einmal Gegner und Kritiker unseres Baues gewesen sind, sich bereits heute in ihrem Hause wohlfuehlen und hier am juedischen Leben unserer Gemeinschaft 'teilnehmen. Heute koennen die Mitglieder unserer Gemeinde, sofern sie es wollen, auch ihre Familienfeiern kleineren oder auch groesseren Umfangs im juedischen Haus abhalten und haben keine Veranlassung mehr, in fremden Hotels oder Restaurants die Aufmerksamkeit gegnerischer Kreise auf uns zu lenken. Noch eine bedeutende Massnahme harrt ihrer Erledigung: Die Marmortafeln, auf denen unsere Mitglieder die Ñamen ihrer verstorbenen An. geheerigen oder Freunde, deren Graeber sie nicht besuchen koennen, verewigen sollen. Nach altem juedischen Brauch wird jede Seelenfeier und jede Jahrzeit mit einer Spende verbunden, die unsere Gemeindevertretung auch bei der Anbringung dieser Erinnerungstafeln zu Gunsten unseres Baufonds festgesetzt hat. Es eruebrigt sich hinzuzufue. gen, dass der Betrag von $ 1.000.— nur fuer diejenigen gilt, die zu einer solchen Zahlung in der Lage sind, waehrend Ermaessigungen bezw. Erlass einer solchen Spende, wie in der Beitragsgestaltung, vorgesehen ist. Wir bitten Sie, meine Damen und Herren, recht bald Ihre Bestellungen zu machen, damit ueber den erforderlichen Raum disponiert werden kann. Sie werden schon heute Gelegenheit haben, Ihre entsprechenden Auftraege zu erteilen. JAHRES-AKTION Ein W'esentlicher Teil der Gemeindearbeit ist dem Empfang unserer Mitglieder im Interesse der Campaña Unificada gewidmet. Leider muss ich sagen, dass viel Schreibarbeit erspart werden koenn. te, wenn das Interesse vieler Mitglieder an den in der ganzen juedischen Welt durehgefuehrten Aktionen groesser waere. Waehrend im allgemeinen Sektor die laufende Campaña Ende dieses Monats, also morgen, abgeschlossen wird, fehlen bei uns noch etwa 100 Zeichnungen, mit denen wir auf Grund der wirtschaftlichen Moeglichkeiten der Betreffenden rechnen koennen. Wir haben mit einer Geduld, von der Sie sich keine Vorstellung machen koennen, immer wieder schriftlich oder telefonisch und durch Notizen in unserer Zeitung um die Beteiligung der noch Saeumigen gebeten, uns aber genoetigt gesehen, zunaechst eine kleine Gruppe zur Eriuellung ihrer Pflichten gegenüber der juedischen Allgemeinheit oeffentlicht aufzurufen. Wir hoffen, dass es uns erspart bleibt, dieses Mittel in den kommenden Monaten auf einen groesseren Kreis von noch fehlenden Gemeinde-Mitgliedern zu erstrecken. Sie duerfen nicht vergessen, dass wir dem Zentral-Comité der Aktion verantwortlich und verpflichtet sind, Faelle, bei denen es sich nur um Interesselosigkeit und Nichtachtung handelt, an das Ehrengericht der Colectividad zu ueberweisen. Eine kleine Gruppe ehrenamtlich taetiger Herren hat seit Beginn der Aktion im Oktober v.Js. ebenso wie in den vergangenen J a h r e n Abend fuer Abend hier zugebracht, um die Zeichnungen in Empfang zu nehmen. Es ist auch ein bedauerlicher Mangel an Ruecksicht gegenüber diesen Mitarbeitern, wenn sich etwa 100 zahlungsfaehige Mitglieder im Laufe von 6 Monaten nicht gemeldet haben. Aber am bedauerlichsten ist der hieraus hervorgehende Mangel an Patriotismus und Gemeinschaftsgeist. Ein Volk, das nur durch innige Verbundenheit die vielen Leiden seiner Geschichte ueberwunden hat, muss eine solche Haltung aufs schaerfste verurteilen. Um je. den Zweifel darueber auszuschalten, dass es sich nur umsolche Personen handelt, die entsprechendihrer wirtschaftlichen Kraft einen Beitrag fuer die Aktion leisten koennen, muss ich erwaehnen, dass etwa 300 Mitglieder noch nicht einmal eine Aufforderung zur Beteiligung an der Campaña bekommen haben, um ihnen die Erklaerung zu ersparen, dass sie sich an der Aktion nicht beteiligen koennen. DANK AN DIE MITARBEITER Vor Abschluss unserer Arbeitsperiod.e ist es mir ein Bedürfnis, allen meinen Mitarbeitern sowohl in den Ehrenaemtern wie den Beamten und Angestellten der-Gemeinde aufrichtigen Dank fuer ih. re tatkraeftige und produktive Arbeit auszusprechen. Jeder hat auf seinem Platz seine Kraft und seinen ehrlichen Willen zur Dienstleistung fuer unsere Gemeinde und darueber hinaus fuer unser Volk hergegeben. Ich kann nicht alle Namen einzeln hervorheben, bitte Sie aber, mir zu gestatten, einen besonders herzlichen Dank unserem Vize. Praesidenten Dr. Landau auszusprechen, der mich bei d,er Leitung der Gemeinde tatkraeftig und opfervoll unterstuetzt hat. Die bisherigen Direktoren haben sich bereit erklaert, auch fuer die kommende Gemeindevertretung zu kandidieren und im Falle ihrer Wahl weiter fuer unsere Gemeinde zu wirken —mit einer Ausnahme. Auf der Liste der heute zur Wahl stehenden Kandidaten fehlt der Name León Rosenthal. Alle unsere Bemuehungen, ihn hinsichtlich seiner definitiven Ruecktrittsabsicht umzust i m m e n —Bemuehungen, ,d,ie wir bis zur letzten Stunde angestellt haben—, sind erfolglos geblieben. Herr Rosenthal will sich aus persoenlichen Gruenden voruebergehend von der Arbeit zurueckziehen. Ich glaube in Ihrer aller Namen zu sprechen, wenn ich unserem bisherigen Vorstandmitglied León Rosenthal, der dem Direktorium unserer Gemeinde waehrend 11 Jahren angehoert und an deren Entwicklung aktiven Anteil genommen hat, den waermsten Dank der Gemeinde ausspreche und dem Wunsch Ausdruck gebe, dass er der Gemeinde auch waehrend der kommenden Wahlperiode mit seinem Rat zur Verfuegung stehe und sich bei der naechsten Wahl zur Mitarbeit an verantwortungsvollem Posten wieder bereit finde. ZWEIFEL UND ZUVERSICHT Meine Damen und Herren! Wir gehen in ein neues Ge. schaeftsjahr unserer Gemeinde. Haben wir das Recht, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken? Manches spricht dagegen. Das Interesse an unserer Gemeinde seitens ihrer Mitglieder scheint nicht so stark zu sein, wie es erwiuenscht waere.Wenn die Gemeinde kritisiert wird, ist das nicht nur das Recht, sondern die Pflicht jedes Mitglieds, das durch seine Kritik zur Abstellung von Fehlern und zur Verbesserung der Arbeit ibeigetragen kann. Wenn Sie unsere Gemeinde mit unseren Heimatsgemeinden vergleichen, dann vergessen Sie bitte nicht, dass wir mit einer Existenz von 12 Jahren Gemeinden vom Alter mindestens zweier Generationen gegenueberstehen und dass die Erfahrung im Leben einer Institution ebenso bedeutsam ist wie im Leben des Menschen. Vergessen Sie bitte, weiterhin nicht, dass in den Heimatgemeinden die Mitgliedschaft jedes Juden und die Zahlung der Gemeindesteuern auf der Basis von Einkommen oder Vermoegen obligatorisch war! Vor allem aber erklaeren Sie sich zur Mitarbeit bereit! Wir brauchen Arbeiter auf allen Gebieten des juedischen Lebens, auf religioesem, auf nationalen, kulturellem und sozialem Gebiet. Und wenn Sie Gerueehte ueber diesen oder jenen Fehler in der Behandlung von Menschen oder Sachgebieten hoeren, dann informieren Sie sich bitte bei ihrem Gemeindevorstand oder informieren sie ihn. Damit leisten Sie ihrer Gemeinde und sich selbst einen grossen Dienst. Und noch ein Grund scheint Anlass zur Sorge zu sein: Die mangelhafte Beteiligung unserer Jugend am Gemeinde - leben, besonders auf religioesem Gebiet, das eines der beiden Fundamente unseres Judentums ist. Und doch: So wie ich an die Zukunft unseres Volkes in nationaler (VON SEITE 5) Hinsicht glaube, so glaube ich auch an den Bestand unserer religioesen Existenz und bin davon ueberzeugt, dass die in ihrer Jugend religioes uninteressierten Kreise in zu. nehmendem Alter innerlich die Bindung auch zu unserer Religion und den Weg zum Gemeindehaus und zur Teilnahme an unserem religioesen Leben finden werden. Gehen wir mit dem unverwüstlichen Optimismus unseres Volkes in das naechste Geschaeftsjahr! Unsere Gemeinde steht auf eigenen Fuessen, auf eigenem Grund und Boden, im eigenen Haus, das allen Mitgliedern ein Stueck juedischer Heimat sein soll. Um so staerker kann von hier aus unsere Verbindung mit den grossen Weltorganisationen und vor allem mit Erez Israel' sein, wo bereits viele einstige Mitglieder ynserer Gemeinde am Aufbau des Landes mitarbeiten. Ihnen allen und darueber hinaus dem ganzen Jischuw von Israel gilt unser Gruss, unser Wunsch fuer baldige Ueberwindung der noch bestehenden Schwierigkeiten politischer und wirtschaftlicher Natur und unser Versprechen, uns mit ganzer Kraft einzusetzen fuer unsere Gemeinde, fuer unser Volk und fuer Medinath Israel. DIE EINHEIT DER GEMEINDE Zum Schluss bitte ich Sie, Ihren Blick zurueckzuwenden zu diesem Gemeindezentrum, das wir uns hier mit Fleiss und Energie geschaffen haben und auf das die ganze Colectividad stolz ist. Im Laufe der rasenden Preissteigerung waere dieDurchfuehrung unserer ursprünglichen Absicht, stets nur im Rahmen der vorhandenen Mittel in Abschnitten weiterzubauen, unmoeglich geworden, da die Preise unseren jeweils zur Verfuegung stehenden Einnahmen davongelaufen waeren. Wir haben daher einen Kredit beim “Banco Israelita” nachgesucht und unter aussergewoehnlich guenstigen Bedingungen erhalten, wobei das Bankdirektorium auf jede persoenliche Garantie verzichtete und somit unserer Gemeinde ein sehr erfreuliches Vertrauen zum Ausdruck brachte. Meine Damen und Herren! Wenn dieses Haus heute —4- Jahre nach Beginn der Bauarbeiten— bereits von aktivem juedischen Leben erfuellt ist, waehrend unsere Schwestergemeinden in Suedamerika noch lange nicht so weit sind, so verdanken wir das einzig und allein der Einheit in unserer Gemeinde, unserer Einheitsgemeinde! Wir haben Meinungsverschiedenheiten und weltanschauliche Differenzen und fuehren Dispute — je nach Temperament auch ab und zu mit erhobenen Stimmen; aber wir finden immer wieder zu dem uns allen Gemeinsamen, zur Einigkeit und Einheit zurueck, die uns stark gemacht haben, um unsere Gemeinde und ihr Zentrum aufzubauen. Moege es unserer S. C. I. “B‘ne Jisroel” vergoennt sein, in demselben Sinn fortzuleben zum Besten ihrer Mitglieder und kommender Generationen.